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Erstes Gehalt: 10 Fragen zum Berufsstart

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  • Tipps zu Versicherungen

Lange hast Du Deinem ersten Gehalt entgegengefiebert, jetzt ist es endlich auf Deinem Konto. Du weißt aber nicht, wie Du damit umgehen sollst: Auto kaufen, in den Urlaub fahren oder vielleicht doch sparen? Fragen über Fragen – damit Du den Durchblick behältst, geben wir Dir auf dieser Seite einige Antworten. 

1. Was tun, wenn das erste Geld auf dem Konto ist?

Luftsprung, cool bleiben und erstmal die Finanzen checken. Du hast ja schließlich auch Ausgaben! Unser Tipp: Addiere in einer ruhigen Stunde erstmal Deine Einnahmen, vorrangig Dein Gehalt, Deinen Lohn oder die Ausbildungsvergütung. Bekommst du Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, dann darfst Du das natürlich auch berücksichtigen. 

Einnahmen und Ausgaben gegenrechnen

Anschließend ziehst Du alle fixen und variablen Kosten ab, also beispielsweise Ausgaben für Miete und Nebenkosten oder Fahrtkosten. Außerdem solltest Du nicht vergessen, wie viel Du monatlich für Lebensmittel, Konsum, Versicherungsbeiträge, Freizeit und Sport ausgibst. Was dann unter dem Strich rauskommt, hat Potenzial fürs Sparen und Deine Zukunftspläne

In den folgenden Punkten erklären wir Dir einige wichtige Begriffe, geben Dir aber vor allem auch Tipps, was Du mit Deinem Geld machen kannst und wie Du Hilfe vom Staat bekommst. Wenn Du dir den Traum von einer eigenen Wohnung erfüllen willst, dann solltest Du auf jeden Fall bis Punkt zehn lesen.

Junge Frau wirft Geldscheine in die Luft
Das hartverdiente Geld solltest Du nicht einfach sinnlos ausgeben. (Quelle: ©Prostock-studio - stock.adobe.com)

2. Was ist der Unterschied zwischen Lohn und Gehalt?

Unter den Begriffen Lohn und Gehalt verstehen viele ein und dasselbe. Doch das ist falsch, denn zwischen ihnen bestehen sehr wohl Unterschiede. Während sich der Lohn auf die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden bezieht, ist das Gehalt ein fester Betrag, der Monat für Monat gleichbleibt. Azubis erhalten die sogenannte Ausbildungsvergütung. Das ist ähnlich wie beim Gehalt ein fixer Betrag im Monat.


3. Warum bleibt vom Brutto so wenig Netto übrig?

Würfel mit Brutto und Netto-SchriftzugMit den Begriffen Netto und Brutto kann man schon mal durcheinander kommen. (Quelle: ©Fokussiert - stock.adobe.com)

Das Bruttogehalt kannst Du auch als „reines Gehalt“ bezeichnen. „Rein“ deshalb, weil Steuern und Sozialversicherungsbeiträge noch nicht berücksichtigt wurden. Ziehst Du sie von deinem Bruttogehalt ab, dann hast Du Dein Nettogehalt. Das ist dann auch die Summe, die am Monatsende auf Deinem Konto landet. Kleine Eselsbrücke: In Netto kommt „nett“ vor, und es ist ja schließlich auch ganz nett, wenn man das Geld überwiesen bekommt.


4. Wie kann ich meine Ausbildungsvergütung aufstocken?

Im ersten Ausbildungsjahr ist die Vergütung in den meisten Berufen nicht gerade üppig. Maler und Lackierer verdienen beispielsweise etwa 500 Euro brutto. Das reicht in manchen Regionen Deutschlands nicht einmal aus, um die Miete zu bezahlen. Es gibt aber verschiedene Möglichkeiten, Lohn oder Gehalt aufzustocken:

Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)

Mit der sogenannten Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) unterstützt Dich die Bundesagentur für Arbeit während Deiner Ausbildung mit einem monatlichen Zuschuss. Der Höchstsatz beträgt derzeit 723 Euro monatlich (Stand August 2020). Grundsätzlich wird die Höhe aber individuell berechnet, sie richtet sich nach Deinem Verdienst und dem Einkommen der Eltern. Allerdings ist nicht jeder berechtigt, die BAB zu erhalten. Genauere Informationen bekommst Du bei der Bundesagentur für Arbeit.

Wohngeld

Hat es mit der BAB nicht geklappt, bleibt immer noch die Möglichkeit, Wohngeld zu beantragen. Das ist aber nur möglich, wenn Du auch tatsächlich in einer eigenen Wohnung lebst. Zuständig dafür sind die Kommunen.

Kindergeld

Und dann gibt es ja auch noch das Kindergeld, das Deine Eltern beantragen können. Das Geld bekommst Du aber nur, solange Du das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hast und Du zum ersten Mal eine Schul- oder Berufsausbildung beziehungsweise ein Studium absolvierst. In Ausnahmefällen kann das Kindergeld auch auf Dein eigenes Konto überwiesen werden.

5. Sparen oder ausgeben – was tun mit dem ganzen Geld?

Verdienst Du genug Geld, um etwas auf die Seite zu legen, ist das erst mal gut. Oft hört man mittlerweile, dass sich Sparen nicht mehr lohnt, weil die Banken kaum noch Zinsen zahlen. Dabei kannst Du mit Unterstützung des Staates und Deines Chefs noch mehr aus deinem Geld machen. Wie das geht, erklären wir in Punkt sechs und sieben.

Bevor Du allerdings mit dem Sparen anfängst, solltest Du erst Deine Schulden wie zum Beispiel das BAföG abbezahlen, falls Du denn welche hast. Außerdem raten Experten zunächst eine sogenannte „Not-Reserve“ von zwei bis drei Nettogehältern aufzubauen, die vor allem für „schlechte Zeiten“ gedacht ist. 

Hast Du beides erledigt, kannst Du Dir über weitere Sparziele Gedanken machen. Willst Du später mal ein eigenes Haus bauen oder kaufen, empfiehlt sich ein Bausparvertrag. Auch etwas Geld für die Altersvorsorge zurückzulegen, ist enorm wichtig, weil bei den meisten Menschen die gesetzliche Rente nicht für ein entspanntes Leben im Alter ausreicht. Die eigenen vier Wände eignen sich übrigens perfekt als Altersvorsorge. Dann sparst Du Dir später mal die Miete. Für weitere Möglichkeiten hilft Dir dein Bankberater weiter.

Webinar: Finanzvorsorge für Berufseinsteiger

Junger Mann und Skateboard

Berufsstart geschafft, aber kaum Ahnung von Finanzen? Unser Webinar hilft weiter! Hier geht's um Deine Must-Haves als Berufsstarter und den Durchblick in Finanzvorsorge.

  • Sparen – wofür und warum? Wie kannst Du Vermögen aufbauen?
  • Ohne das geht gar nichts: Um was Du Dich auf alle Fälle kümmern solltest
  • Kein Geld mehr verschenken – wie Du Zuschüsse vom Chef und Staat erhalten kannst
  • Mögliche Finanzanlageprodukte

     

6. Was sind vermögenswirksame Leistungen?

Viele Arbeitgeber zahlen vermögenswirksamen Leistungen (VL) zusätzlich zum Gehalt: Das Unternehmen überweist die Summe dabei direkt auf Deine Finanzanlage, zum Beispiel einen Bausparvertrag. Ob und in welcher Höhe VL fließen, ist vom jeweils geltenden Tarifvertrag abhängig. Pro Monat kann der Zuschuss zwischen 6 und 40 Euro betragen. Das Bank- und Versicherungsgewerbe, die Chemische Industrie sowie die Energiebranche unterstützen ihre Auszubildenden mit dem Höchstsatz. Wer sich nicht sicher ist, ob der Arbeitgeber VL zahlt, sollte unbedingt nachfragen.


7. Wie komme ich an staatliche Förderung?

Auch mit kleinen Beiträgen kommen Sparer an lukrative staatliche Förderungen. Wir haben die wichtigsten Möglichkeiten zusammengestellt:

Arbeitnehmersparzulage

Mit der Arbeitnehmersparzulage fördert der Staat die Anlage Deiner vermögenswirksamen Leistungen vom Chef beispielsweise auf einen Bausparvertrag. Singles mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis 17.900 Euro können jährlich bis zu 43 Euro zusätzlich erhalten. Brutto liegt die Einkommensgrenze bei 22.700 Euro im Jahr

Wohnungsbauprämie (WoP)

Mit der Wohnungsbauprämie (WoP) kannst Du Einzahlungen auf Bausparverträge in Höhe von bis zu 512 Euro im Jahr geltend machen. Für die WoP gelten Einkommensgrenzen: Für Singles ab 16 Jahren liegt die Höchstgrenze für das zu versteuernde Jahreseinkommen bei 25.600 Euro. Das Bruttoeinkommen darf damit bei maximal 31.900 Euro liegen. Ab 2021 steigt die Wohnungsbauprämie für Bausparer auf 70 Euro. Die Höchstgrenze für das zu versteuernde Jahreseinkommen wird für Singles auf 35.000 Euro angehoben, was einem Bruttojahreseinkommen von 43.400 Euro entspricht.

Riester-Förderung

Die Riester-Förderung kann sich für Dich besonders bezahlt machen. Alleinstehende Sparer erhalten eine Grundzulage von 175 Euro im Jahr. Bist Du unter 25 Jahre, profitierst Du zusätzlich von einem einmaligen Berufseinsteigerbonus in Höhe von 200 Euro. Unter Umständen können Steuervorteile hinzukommen. Wer vier Prozent des rentenversicherungspflichtigen Einkommens aus dem Vorjahr einzahlt, erhält die volle staatliche Förderung. Einkommensgrenzen gibt es bei der Riester-Förderung keine. 

8. Welche Versicherungen sind notwendig?

Als Auszubildender oder Student musstest Du Dir wahrscheinlich noch keine Gedanken über Deinen Versicherungsschutz machen, schließlich warst Du zum größten Teil bei Deinen Eltern mitversichert. Mit dem Start ins Berufsleben ändert sich das aber und viele Vertreter wollen mit Dir einen Vertrag abschließen. Doch nicht alle Versicherungen sind notwendig.

Was Du auf jeden Fall brauchst, ist eine Krankenversicherung, die muss in Deutschland jeder haben. Von deinem Arbeitgeber wirst Du deshalb auch zu Beginn deines Jobs gefragt, bei welcher Krankenversicherung Du bist. Wo Du dich letztendlich versichern lässt, bleibt Dir selbst überlassen, entweder privat oder gesetzlich. Für die private Variante kannst Du dich aber erst entscheiden, wenn Dein Arbeitsentgeld über der Versicherungspflichtgrenze von 62.550 Euro pro Jahr liegt.

Nicht verpflichtend, aber von der Verbraucherzentrale empfohlen, ist eine private Haftpflichtversicherung, die Personen-, Sach- und Vermögensschäden versichert. 

Außerdem raten Experten schon früh eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Denn: Je älter Du bist, desto höher sind die Konditionen. Das hängt damit zusammen, dass das Risiko ernsthaft krank zu werden im Alter höher ist als in jungen Jahren. 


9. Kann ich als Berufsanfänger eine Gehaltserhöhung fordern?

Bei Azubis schreibt das Berufsbildungsgesetz vor, dass sich die Vergütung während der Ausbildung einmal im Jahr erhöhen muss. Die Höhe richtet sich nach der Branche, in der man seinen Ausbildungsvertrag unterschrieben hat. Natürlich kann Dein Arbeitgeber auch mehr bezahlen oder Dir zusätzliche Leistungen zukommen lassen. Das liegt aber an Deinem Verhandlungsgeschick. 

Egal, ob Du Azubi bist oder schon mehrere Jahre arbeitest, Gehaltsverhandlungen sind nie einfach. Überlege Dir vorher also gut, warum Dir Deine Chefin oder Dein Chef mehr Geld überweisen sollte. Vielleicht hast Du mehr Verantwortung bekommen oder bist befördert worden, in jedem Fall solltest Du zeigen, warum Du unverzichtbar bist. Damit Du bei deinen Gehaltsvorstellungen keine utopischen Summen einforderst, dich aber auch nicht unter Wert verkaufst, solltest Du dich vorher schlau machen, welches Gehalt in Deinem Beruf und Deiner Branche üblich ist.


10. Kann ich mir eine eigene Wohnung leisten?

Mit dem eigenen Gehalt kannst Du dir vielleicht auch den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen. Mit dem eigenen Gehalt kannst Du dir vielleicht auch den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen. (Quelle: ©baranq - stock.adobe.com)

Das kommt drauf an, was Dein Einnahmen-Ausgaben-Check ergeben hat. Hast Du am Monatsende noch genug Geld übrig, um Miete für eine eigene Wohnung zu zahlen, kannst Du ohne Bedenken aus Deinem Elternhaus ausziehen. Gerade der Bezug der ersten eigenen Wohnung ist immer etwas Besonderes. Neben dem Gefühl von Freiheit hat man auch mehr Verantwortung. Jetzt heißt es für Dich, jeden Monat Miete und Nebenkosten zu zahlen, die Wohnung einzurichten und alles, was bislang die Eltern miterledigt haben, selbst zu übernehmen. Was Du alles zum Start in Deine erste Wohnung beachten solltest, kannst Du auf unserer Ratgeber-Seite zu diesem Thema nachlesen. 

Über den Kauf einer eigenen Wohnung hast Du wahrscheinlich noch nicht nachgedacht. Es lohnt sich aber, diesen Gedanken schon jetzt durchzuspielen. Denn: Selbst mit anfangs geringem Einkommen kannst Du mit dem speziell geförderten Bausparen für junge Leute beginnen. Jeder Euro, den Du in den Aufbau von Eigenkapital steckst, erleichtert dann später den Kauf. Die Heimatexperten von Schwäbisch Hall helfen Dir im persönlichen Gespräch, aus dem vorhandenen Einkommen, familiärer Unterstützung, vermögenswirksamen Leistungen und staatlicher Förderung die optimale Finanzierung der ersten Wohnung zu erarbeiten – die dann wirklich die erste eigene Wohnung ist.

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