Angebauter Freiraum: der Balkon

Ein Balkon schafft Zusatzfläche. Dank moderner Materialien und Fertigungsmethoden ist es ziemlich einfach, sich auch nachträglich einen Platz an der frischen Luft zu sichern.


Balkon-Systemlösungen

Wer sich nachträglich einen Platz an der Sonne zulegen will, hat - egal ob bei einem Neu- oder einem Altbau - eine Menge Möglichkeiten. Große Hersteller, aber auch kleinere örtliche Metallbauer bieten häufig Systemlösungen an, bei denen vorgefertigte Elemente nach dem Baukastenprinzip zum Wunschbalkon zusammengestellt werden. Das spart Zeit und Geld und ist aufgrund der Fülle der angebotenen Materialien keine Massenabfertigung, sondern immer noch eine ganz individuelle Angelegenheit.


Lösung 1: Anbaubalkone

Grundsätzlich gibt es bei Anbaubalkonen zwei Varianten: Aluminium oder Stahlbeton, so lautet die Frage, die in Bezug auf den Boden zuerst beantwortet werden muss. Bei der Aluminiumkonstruktion werden vier Profile aus diesem Werkstoff zu einem Rahmen verbunden. Der weitere Aufbau besteht üblicherweise aus dem Bodenblech, mehreren Trägern, auf denen eine Trittschalldämmung aufliegt, und der abschließenden Trittfläche.

Die Alternative ist eine Bodenplatte aus einem kompletten Stahlbeton-Fertigteil, wobei die Tiefe meist zwischen 1,50 und 1,80 Metern, die Breite zwischen 3,00 und 3,50 Metern liegt. Modelle aus Aluminium lassen größere Dimensionen zu und erlauben in der Regel Maße von bis zu 2,30 Metern (Tiefe) beziehungsweise 4,00 Metern (Breite).

Bei beiden Varianten sollte auf eine integrierte Entwässerungsmöglichkeit geachtet werden - auch den Anschluss an die Regenfallrohre des Hauses nicht vergessen!

 

Lösung 2: Balkone auf Stützen

Damit der neue Balkon auch hält, steht er auf Stützen. Ob es zwei oder vier sind, hängt vor allem von der Art der Befestigung ab. Bei zwei Stützen wird die Hälfte der Last des Balkons auf die beiden Pfeiler verteilt. Die andere Hälfte wird mithilfe von Wandankern, die per Kernbohrung tief in die Fassade eingelassen werden, vom Gebäude getragen.

Diese Methode empfiehlt sich vor allem bei Nachrüstungen von zuvor balkonfreien Gebäuden. Soll ein alter Balkon abgetrennt und durch einen neuen ersetzt werden, raten Experten zur Vier-Stützen-Variante. Die Befestigung am Gebäude erfolgt hier durch einen sogenannten Gleitwandanker, der auf der Fassade angebracht wird und verschiebbar ist.

Das Schöne an beiden Möglichkeiten ist jeweils die einzeln einstellbare Höhenanpassung. Unebenheiten im Boden, zum Beispiel bei einer Toreinfahrt oder der Terrasse, werden durch die mit einem Gewinde versehenen Stützfüße recht einfach ausgeglichen.

 

Lösung 3: Kragarmbalkone

Wenn Garagen oder Wege keinen Platz für Stützen lassen, bleiben noch Kragarmbalkone als Ausweg. Hier hängt die Konstruktion quasi an Randstützen, die direkt auf der Hauswand liegen und über zusätzliche Streben mit der Bodenplatte verbunden sind. Da das Gewicht völlig auf den Fassadenträgern ruht, ist der Anbau verhältnismäßig aufwendig, zudem können auf diese Weise auch nur Aluminiumbalkone nachgerüstet werden.

Einfach ist dagegen die weitere Nachrüstung. Viele Hersteller bieten Zubehör wie Dächer, Geländer oder sogar passende Balkonkästen an. Nur Zustiegshilfen für Verliebte, die gibt es nicht.

 

Wichtige Tipps zum Balkonbau

Baurecht: Balkone sind genehmigungspflichtig. Erkundigen Sie sich beim Bauamt nach den Vorschriften in Ihrer Gemeinde. Den Bauantrag sollte das ausführende Unternehmen einreichen, an die Stadt sind noch Gebühren zu entrichten. Bei Eigentumswohnungen muss die Eigentümergemeinschaft zustimmen.

Klare Vorstellungen: Welcher Balkonboden passt zum Haus? Soll ein Dach errichtet werden? Ist ein Sichtschutz sinnvoll? Machen Sie sich möglichst früh Gedanken, welche Materialien Sie bevorzugen und wofür Sie den Balkon nutzen wollen. Das gilt besonders dann, wenn aus dem Balkon vielleicht mal eine Loggia oder sogar ein Wintergarten werden soll.

Zahlen, Daten, Fakten: Halten Sie sämtliches Material (etwa Baupläne) zur Statik des Hauses bereit. Das ist sowohl für den Balkonbauer als auch für das Bauamt wichtig.

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