Themenspecial: Dachausbau

Mit einem Dachausbau schaffen Hausbesitzer neuen Wohnraum und erhöhen den Wert Ihrer Immobilie deutlich. Vorab gilt es jedoch, einige Punkte zu klären: Was muss man bei der Dämmung beachten? Wie teile ich den neu gewonnenen Raum sinnvoll auf? Welche Fenster sind die besten? Hier die Antworten auf alle Fragen.


Gute Planung erleichtert die Arbeiten

Eine gute Vorbereitung ist beim Dachausbau das A und O. Sie erspart Verzögerungen bei den Arbeiten und damit verbundene Mehrkosten. Als erstes müssen allerdings zwei Dinge geprüft werden, wenn Sie Ihren Dachboden ausbauen wollen: Sind die bestehenden Elemente tragfähig genug für ein voll ausgebautes Dachgeschoss? Sind die statischen Voraussetzungen gegeben?

Und: Brauchen Sie für den Ausbau eine Baugenehmigung? Das hängt von der jeweiligen Landesbauordnung in Ihrem Bundesland ab. Auskunft darüber erteilt das Bauordnungsamt Ihrer Gemeinde.

Beides sollten Sie unbedingt von einem Fachmann klären lassen. Gerade in älteren Häusern ist es zudem ratsam, die Bausubstanz auf Schäden wie Hausschwamm, Schädlingsbefall und Feuchtigkeit zu prüfen. Auch können Belange des Denkmalschutzes betroffen sein. Nicht vergessen sollte man auch einen Blick auf die vorhandenen Strom-, Wasser- und Heizungsanschlüsse. Planen Sie mit dem Dachausbau auch ein Badezimmer, müssen eventuell zusätzliche Leitungen gelegt werden.

Eine wichtige Rolle spielt auch die Dachneigung. Als optimal wird von Experten meist ein Neigungswinkel zwischen 35 und 55 Grad empfohlen. Bedenken Sie, dass je nach Neigung die künftige Wohnfläche größer oder kleiner ausfallen wird. Der Grund: Raumhöhen von unter einem Meter gelten nicht als Wohnfläche. Gut zwei Drittel des bewohnten Raumes sollten nicht unter 2,30 Meter hoch sein, noch besser sind 2,50 Meter. Natürlich kann man den kompletten Dachstuhl auch anheben lassen, was allerdings die Kosten ziemlich in die Höhe treibt.


Raumaufteilung leicht gemacht

Wenn Ihr Dachboden groß genug ist, können Sie dort nicht nur einen einzigen großen Zusatzraum schaffen, sondern im Trockenbauverfahren Zwischenwände ziehen und so eine komplette Wohnung einrichten. Bei den Wänden haben leichte Konstruktionen den Vorteil, dass sie fast überall im Raum gezogen werden können und damit einen optimalen individuellen Gestaltungsspielraum ermöglichen. Hier bieten sich etwa Gipsfaserplatten an oder Sie verwenden Gipskarton, der von Aluminiumgerüsten gehalten wird. Bereiche mit einer niedrigen Raumhöhe lassen sich immer noch als Stauraum oder für niedrige Schränke, Regale und Sideboards nutzen.

Soll bei der Raumaufteilung mit massiven Wänden gearbeitet werden, ist die Gestaltungsfreiheit etwas eingeschränkt. Wegen ihres Gewichts dürfen sie nur exakt über den tragenden Wänden des unteren Hausteils gezogen werden. Dafür bieten Mauern aus Beton, Ziegelkonstruktionen oder Kalksandstein deutlich mehr Schallschutz als Zwischenwände in Leicht- oder Trockenbauweise. Das kann von Vorteil sein, wenn man beispielsweise das Arbeitszimmer oder Wohnzimmer vom Schlafbereich trennen will.

Mit einer effektiven Dämmung Energie sparen

So schön ein komfortabel ausgebautes Dachgeschoss auch ist – richtig genießen können Sie das Wohnen unterm Dach nur, wenn Sie Ihren Dachboden richtig dämmen. Im Sommer muss ein ausreichender Schutz vor der Sonne gegeben sein, die oft stundenlang mit voller Kraft auf das Dach scheint. Im Winter geht es darum, die im Haus nach oben aufsteigende Wärme nicht entweichen zu lassen. Auch gegen eindringende Feuchtigkeit muss das Dach geschützt sein.

Generell ist Wärmedämmung kein Luxus, sondern durch die deutsche Energieeinsparverordnung (EnEV) vorgeschrieben. Sie beinhaltet jedoch nur Mindestanforderungen. Laut Verbraucherzentrale sollte man sich mit den EnEV-Standards nicht begnügen, sondern den Dachboden so dämmen, dass möglichst hohe Effizienzstandards erfüllt sind: „Sonst läuft man Gefahr, dass die Maßnahmen kurz nach Fertigstellung bautechnisch schon wieder überholt sind“, geben die Verbraucherschützer zu Bedenken.

Diplomingenieur Thomas Penningh, Präsident des Verbandes Privater Bauherren (VPB), rät grundsätzlich dazu, gemeinsam mit einem Fachmann die geeigneten Dämmmaßnahmen festzulegen. Der Grund: „Jedes Haus muss thermisch als Gesamtgebilde gesehen, die einzelnen Maßnahmen aufeinander abgestimmt werden“, so Penningh. Das gelte für das Gesamtgebäude ebenso wie für einzelne Hausteile, also etwa das Dach.


Öko-Dämmstoffe für höchste Anforderungen

Informationen anfordern

Kostenlos informieren, was mit Bausparen alles möglich ist.

Schwäbisch Hall Bausparfuchs zeigt mit dem Finger nach vorneJetzt Infos anfordern

Grundsätzlich kann man bei der Dämmung des Daches zwischen der sogenannten Aufsparrendämmung und einer Zwischen- oder Untersparrendämmung unterscheiden. Die beste Dämmleistung erreicht man per Aufsparrendämmung, auch Außendämmung genannt. Dabei wird die Dämmschicht zwischen Sparren und Dachziegeln angelegt. Diese Art, den Dachboden zu dämmen, ist allerdings auch die teuerste. Unter anderem, weil dabei ein Baugerüst benötigt wird. Angesichts des Aufwandes ist sie nur sinnvoll, wenn das Dach ohnehin neu eingedeckt werden muss.

Während man hier laut VPB-Präsident Penningh mit Ausgaben ab circa 120 Euro pro Quadratmeter (ohne Dachdeckung) rechnen muss, ist die von innen ausgeführte Zwischensparrendämmung mit 60 bis 80 Euro je Quadratmeter deutlich günstiger, wenn auch nicht ganz so effektiv. Viele Heimwerker trauen sich diese Arbeit, bei der Bahnen aus Dämmmaterial zwischen den Sparren angebracht werden, auch selbst zu. Man muss allerdings penibel darauf achten, dass keinerlei undichte Stellen mit Wärmebrücken entstehen, die die Dämmwirkung später dauerhaft einschränken.

Bei den Materialien setzen sich als Alternative zu den klassischen Dämmstoffen aus Styropor oder Polyurethan-Hartschaum immer stärker ökologische Stoffe aus nachhaltiger Produktion durch. Schafswolle, Kork, Flachs, Hanf und Holzfaserdämmplatten haben sich laut Expertenmeinung als wirkungsvolle Dämmstoffe erwiesen. Allerdings sind sie etwas teurer als die klassischen Materialien.


Lärmschutz – den Mitbewohnern zuliebe

Wenn Sie Ihren Dachboden ausbauen, sollten Sie neben der Wärmedämmung auch einen ausreichenden Schallschutz einplanen. Neben den Zwischenwänden geht es dabei vor allem um den Boden. Fachleute empfehlen hier – soweit statisch möglich – einen Betonestrich oder eine sogenannte Schüttdämmung zu verwenden, zum Beispiel mit Granulat.

Während die Schalldämmung des Bodens Mitbewohner in den unteren Geschossen vor Lärm schützt, kommt es bei den Fenstern darauf an, möglichst wenig Geräusche von außen eindringen zu lassen. Zu diesem Zweck gibt es spezielle Schallschutzfenster. Die Auswahl der richtigen Fenster gehört beim Dachausbau ohnehin zu den wichtigsten Themen, Fenster geben dem neuen Wohnbereich unterm Dach erst seine „Seele“.

Mit einer geschickten Platzierung und großflächigen Scheiben können Sie Ihr Dachgeschoss in eine lichtdurchflutete Oase verwandeln. Dazu bieten sich unterschiedliche Fensterarten an. Eine spektakuläre Wirkung erzielt man durch großformatige Schiebefenster, die als Panoramafenster einen nahezu ungehinderten Blick nach draußen ermöglichen – zum Beispiel in den nächtlichen Sternenhimmel. Schiebefenster haben außerdem den Vorteil, dass sie beim Öffnen nicht in den Raum hineinragen und Platz wegnehmen. Dafür erfordert der notwendige Sonnenschutz (siehe unten) aufgrund der großen Glasflächen einen etwas höheren Aufwand als bei kleineren Fenstern.


Viel Licht und Luft dank der richtigen Fenster

Am verbreitetsten – und preiswerter – sind jedoch die klassischen Schwingfenster. Sie können bei Ihrem Dachausbau vertikal als kleine Gaubenfenster oder liegend als Dachflächenfenster eingebaut werden. Meist sind sie mit einer Kippfunktion ausgestattet, die sich in der Mitte oder am oberen Rand des Fensters befindet. Es gibt auch Modelle mit kombinierter Schiebe-Klapp-Funktion. Achtung beim Kauf: Viele Fenster, die liegend in die Dachfläche integriert werden, setzen eine bestimmte Mindestdachneigung voraus, damit Regenwasser richtig abfließen kann. Lassen Sie sich also umfassend beraten.

Eine weitere Möglichkeit, für Licht und Luft unterm Dach zu sorgen, ist der Einbau von Gauben. Sie haben den zusätzlichen Vorteil, dass sie die nutzbare Wohnfläche vergrößern.

Zu den gängigsten Varianten zählen folgende Gauben:

  • Spitzgauben, die auch Fledermausgauben oder – wegen ihrer dreieckigen Frontseite – Dreiecksgauben genannt werden. Regen und Schnee können sich darauf nicht sammeln.
  • Flachgauben werden gern bei Häusern mit geringerer Dachneigung gewählt. Hier ist eine besonders gute Abdichtung notwendig, damit stehendes Wasser nicht von dem flachen Gaubendach ins Innere eindringt.
  • Schleppgauben mit einer eigenen Gaubendachneigung gelten bei vielen Hausbesitzern als die eleganteste Gaubenart.

Auf Verglasung und Rahmen kommt es an

Für welche Gaube Sie sich auch entscheiden – Ihr Hauptaugenmerk sollten Sie auf das Material der Fensterrahmen und die Art der Verglasung richten. Holzrahmen haben die besten Dämmeigenschaften, sind aber pflegeaufwendiger als Kunststoffrahmen. Für die Außenabdeckung wird in der Regel Aluminium, gelegentlich auch Kupfer oder eine Titan-Zink-Legierung verwendet. Entscheidend für eine wirksame Dämmung ist auch die Verglasung. Der sogenannte Uw-Wert gibt die Wärmedurchlässigkeit des gesamten Fensters an, also von Glas und Rahmen. Je niedriger der Wert ist, desto effektiver ist die Dämmung. Fenster mit moderner Dreifachverglasung kommen auf einen Wert von 0,2, während es bei alten Einfachverglasungen Werte von bis zu 6 sind. Die Energieeinsparverordnung schreibt hier Mindeststandards vor.

Moderne, hocheffektive Wärmeschutzfenster machen es allerdings erforderlich, dass man die Räume noch sorgfältiger als sonst lüftet. Sonst droht die Bildung von Schimmel. Das Thema Dämmung ist insgesamt recht komplex. So müssen die Dämmeigenschaften der Fenster und der übrigen Dachfläche aufeinander abgestimmt sein, um eine optimale Wirkung zu erreichen. Auf die Beratung durch einen Experten sollte man hier keinesfalls verzichten.


Pflanzen, Dachterrasse, Treppenlift – so machen Sie mehr aus dem Dachbereich


Passender Sonnenschutz ist wichtig

Persönliche Beratung

Unsere Experten vor Ort beraten Sie gerne.

Schwäbisch Hall Bausparfuchs zeigt mit dem Finger nach vorneBeratung vereinbaren

Damit die Räume unterm Dach sich im Sommer nicht in eine Sauna verwandeln, kommen Sie um einen guten Sonnenschutz an den Fenstern nicht herum. Lichtdichte Rollos und Jalousien lassen auch in der Mittagszeit keine Sonnenstrahlung herein, verdunkeln dann aber auch den Raum. Sie werden heute oft nicht mehr per Handkurbel, sondern über einen Elektromotor gesteuert. Zeitschaltuhren und „intelligente“ Jalousien, die auf den jeweiligen Sonnenstand reagieren, erhöhen zusätzlich den Wohnkomfort. Smart-Home-Systeme ermöglichen ebenfalls die automatische Steuerung.

Halbtransparente Plissees schützen nicht ganz so wirkungsvoll wie Rollos, verdunkeln den Innenbereich aber auch nicht komplett. Auch Sonnenschutzgläser, die ganz ohne zusätzliche Vorrichtungen vor Überhitzung schützen, sind sinnvoll. Sie reflektieren die auftreffenden Sonnenstrahlen nach außen. Spezielle Markisen für Dachfenster schaffen eine gute Verschattung.

Zum Schluss noch zu den Kosten für einen Dachausbau: Fachleute gehen in der Regel von Ausgaben zwischen 250 und 500 Euro pro Quadratmeter aus. Sie können bei Ihrem Dachausbau aber unter Umständen auf staatliche Fördermittel zurückgreifen, etwa wenn mit dem Ausbau Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz einhergehen. Die KfW-Bank unterstützt dies zum Beispiel mit günstigen Krediten und/oder Tilgungszuschüssen. Nähere Informationen finden Sie unter www.kfw.de.