Licht fürs Dachgeschoss

Dachflächenfenster und Gauben - Entscheidungs- und Planungshilfe für Bauherren sowie ein baurechtlicher Exkurs.


Licht fürs Dachgeschoss

Licht fürs Dachgeschoss: individuelle Fenstermodelle für das Dachgeschossgeschoss

Oft sind die neuen Elemente viel zu groß. Doch nicht die Größe des Fensters allein bestimmt die Menge und Qualität des Tageslichts. Entscheidend ist neben der Himmelsrichtung auch, ob die Verglasung liegend in die Dachfläche integriert ist oder ob stehende Fenster in Gauben geplant werden.

Die Kosten sind immer abhängig von Größe und Form und vom vorhandenen Dach. So kann sich sowohl ein Dachflächenfenster als auch eine Gaube als kostengünstiger erweisen. Einfache Dachflächenfenster sind meist preiswerter als Gauben vergleichbarer Größe.


Planungshilfe

Wer schon beim Neubau eines Hauses den künftigen Ausbau des Daches mitbedenkt, kann später Zeit und Kosten sparen.  

  • Dachneigung

    Die Dachneigung ist zumeist im Bebauungsplan festgelegt. Gut eignen sich Dächer ab ca. 35 Grad. Bei steileren Dächern kann man evtl. eine zweite Ebene oder Galerie einziehen.

     
  • Dachstuhl

    Die Konstruktion sollte auf später beabsichtigte Dachöffnungen ausgelegt sein (Lage und Abstand der Sparren, Pfetten und Stützen).

     
  • Grundriss

    Die Treppe muss so angelegt sein, dass die Durchgangshöhe unter der Dachschräge erreicht wird und sie eine sinnvolle Raumaufteilung ermöglicht. Auch der Kamin sollte möglichst so platziert werden, dass er im Dachgeschoss in eine künftige Wand integriert werden kann.

    Räume unter Dachschrägen sollten etwas größer sein.Kleine Zimmer können bedrückend wirken. Die Raumaufteilung ist auch von den Möglichkeiten der Beleuchtung abhängig. Um komfortable Wohnräume zu erhalten, sollte für entsprechend viel Licht und Luft gesorgt werden - mit Giebelfenstern, Dachflächenfenstern, Gauben. Giebelfenster können bereits eingebaut werden.

    Licht fürs Dachgeschoss: Nutzung des Dachgeschoss als Esszimmer
  • Dachfenster

    Auflagen und örtliche Bauvorschriften müssen beachtet werden, bei Altbauten muss evtl. auch das Denkmalamt gefragt werden. Gauben sind meist genehmigungspflichtig.Größe und Lage von Dachfenstern, Ein- und Aufbauten sollten in angemessenem Verhältnis zur Dachfläche stehen: möglichst zurückhaltend in den Dimensionen, auf gute Proportionen achten, evtl. Fensterachsen aufnehmen und sich an der Dimension und Proportion der vorhandenen Fenster orientieren.Material und Form sollten auf das Hauptdach und das Haus abgestimmt sein.

    Dachaufbauten müssen den Anforderungen von Abständen, Statik, Wärme- und Schallschutz genügen. Bei nachträglichem Einbau ist besonders auf fachgerechte Ausführung, regen- und winddichte Anschlüsse an das Hauptdach zu achten.

     
  • Installation

    Ist ein späterer Dachausbau geplant, so ist es von Vorteil, die Anschlüsse für Heizung, Wasser, Strom und TV schon beim Neubau mitzuplanen und im Dachgeschoss an geeigneten Stellen anzulegen. Bad und Küche sollten, falls möglich, über vorhandenen Bädern und Küchen der unteren Stockwerke angeordet werden. Günstig ist es auch, die Installationen von Badezimmer, WC und Küche zusammenzufassen.

    Die Leistung der Heizungsanlage sollte so ausgelegt sein, dass sie später das Dachgeschoss mitbeheizen kann (Wärmebedarfsrechnung).

    ¥VELUX_2000_11_4_M
  • Dämmung

    Ein gut gedämmtes Dach hat eine Konstruktionshöhe von 32 bis 40 cm. Unter den Sparren angebracht, bedeutet das eine Verringerung der Raumhöhe.

     
  • Ausbau

    Änderungen der Konstruktion: Bei baulichen Veränderungen an tragenden Bauteilen wie Dachstuhl, tragenden Innenwänden, Unterzügen, Außenwänden (beispielsweise für aufgeglaste Giebelflächen) sollte man stets einen Fachmann oder Statiker zu Rate ziehen.

     
  • Innenausbau

    Bevor der Bodenbelag verlegt wird, sollte man Trittschalldämmung und schwimmenden Estrich aufbringen, die für Schallschutz sorgen.

    Massive Wände sollten über vorhandenen Hauswänden errichtet werden. Leichte Trennwände (z. B. Holzständerwände) kann man einfach selbst bauen. Den Sonnenschutz für die Dachfenster nicht vergessen: Rollos oder Markisen außen vor den Fenstern sind etwas teurer, jedoch wirkungsvoller als Jalousien oder Vorhänge innen.

    Licht fürs Dachgeschoss: durch die optimale Raumaufteilung kann das Dachgeschoss als Wohnzimmer genutzt werden

Baurecht

Wer eine Dachfläche bebauen oder in einen vorhandenen, aber leeren Dachboden neuen Wohnraum einbauen will, nimmt aus der Sicht der Baubehörde eine genehmigungspflichtige Nutzungsänderung vor.

Das heißt: Beim zuständigen Bauamt muss ein Bauantrag eingereicht werden, in Übereinstimmung mit der jeweils geltenden Landesbauordnung. Es ist sinnvoll, frühzeitig Kontakt mit den Behörden aufzunehmen.

  • Erscheinungsform

    Nicht nur bei denkmalgeschützten Bauten gibt es Auflagen, die in die vorgesehene Planung eingreifen können. Auch sonst müssen die eigenen Vorstellungen auf die Vorschriften des Bebauungsplans oder besonderer Gestaltungssatzungen abgestimmt werden. So ist bei der Planung einer Dachwohnung z. B. zu prüfen, ob nicht schon der Einbau einer Dachgaube die äußere Erscheinungsform in unzulässiger Weise verändert.

     
  • Brandschutz

    Keine Probleme gibt es in der Regel für Einfamilienhäuser mit nur einem Vollgeschoss, da frei stehende Gebäude mit nicht mehr als einer Wohnung für diesen Fall keinen besonderen Anforderungen unterliegen. Andere Gebäude fallen je nach Größe und Anzahl der Wohnungen in verschiedene Gebäudeklassen. Ein Ortstermin mit der Feuerwehr kann nützlich sein.

     
  • Geschossflächenzahl

    Sie definiert die Höchstgrenze für das Verhältnis aus Grundstücksgröße und Bruttogeschossfläche des Hauses. Oft ist sie schon durch die bereits vorhandenen Vollgeschosse erreicht. Dennoch darf man auch in diesem Fall aufstocken oder ein Dachgeschoss zu Wohnraum ausbauen, dank Erleichterungen in der Bauordnung. In Stadtbereichen sind für nachträglich errichtete Dachwohnungen Stellplätze nachzuweisen.

     
  • Raumgröße

    Sollen Räume zum Aufenthalt dienen, liegt die Untergrenze der Grundfläche bei 6 m2. Die Mindestmaße für die lichte Höhe schwanken in den Landesbauordnungen zwischen 2,20 und 2,40 m. Als Richtschnur sollte die lichte Raumhöhe mindestens 2,40 m betragen. Erreicht sie beispielsweise nur 2,30 m, kann auch das genehmigt werden, wenn die Räume genügend Licht und Luft bekommen.