Oben wohnen - gut bedacht

Wohnen unterm Dach liegt im Trend. Es gibt kaum ein beliebteres Tummelfeld für Heimwerker. Doch Vorsicht: Ohne sorgfältige Planung wird aus dem Dach eine Dauer-Baustelle  


Die Planung

Das Wohnen unterm Dach hat eine erstaunliche Karriere gemacht. Früher lebten nur Hausangestellte und arme Schlucker oben. Dachfenster waren winzig, und es zog durch die Pfannen. Die Zeiten sind vorbei. Mit Hilfe moderner Baustoffe entsteht heute beliebter Wohnraum. Beim nachträglichen Ausbau des Daches muss ein Fachmann die Bausubstanz prüfen. Ist der Ausbau genehmigungspflichtig? Reicht die Tragkraft des Bodens? Ist die Dacheindeckung dicht, der Dachstuhl frei von Schädlingen? Sind diese Fragen beantwortet, beginnt die Planung des Bauvorhabens. Dabei geht es um folgende Punkte: 

Beim nachträglichen Ausbau des Daches muss ein Fachmann die Bausubstanz prüfen


Die Dachhaut

Ob Dachziegel, Schindeln oder Betondachsteine - das Angebot an Materialien ist riesig. Der generelle Rat: Da ein fachgerecht gedecktes Dach 50 Jahre und länger das Erscheinungsbild eines Hauses prägt, sind klassische Formen und Farben allzu modischen Varianten vorzuziehen. Sonst kann auch der Wiederverkaufswert eines Hauses leiden.

 

Die Fenster

Licht macht einen Dachraum erst behaglich, daher müssen ausreichend Fensterflächen eingeplant werden. Das schreibt sogar der Gesetzgeber vor. Die meisten Landesbauordnungen legen fest, dass als Fensterfläche (wobei nur Flächen bis 1,50 Meter Höhe zählen) mindestens 12,5 Prozent der Raumgrundfläche vorhanden sein müssen. Einfach einzubauen und damit preiswert sind Dachflächenfenster. Sind diese aber nach Süden oder Südwesten ausgerichtet, kann die Sonne vor allem bei flacher Dachneigung das Dachgeschoss stark aufheizen. Ohne Verschattung geht es also nicht. Fenster in Gauben dagegen lassen zwar weniger Licht in den Raum, haben aber einen entscheidenden Vorteil: Sie sorgen für eine Vergrößerung der Wohnfläche. Für kleine Räume sind sie die bessere Wahl.

Dachausbauten sind ein beliebter Tummelplatz für Heimwerker. Vorsicht: Ist die Statik des Dachstuhls durch Fenstereinbauten berührt, muss der Fachmann ran. Auch die Wärmedämmung muss sorgfältig eingebaut werden. Besondere Sorgfalt gebührt der Dampfsperre. Diese Folie verhindert, dass die Feuchtigkeit der Raumluft in die Dämmung eindringt. Feuchteschäden reduzieren nicht nur den Dämmwert, sie gefährden auch die Stabilität des Dachstuhls.

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Vielfältiges Angebot bei Dämmstoffen

Für den Häuslebauer spielen bei der Auswahl des Dämmstoffes das Umweltbewusstsein, die Konstruktion und der Preis eine Rolle. Klarer Fall: Mineralwolle und geschäumte Kunststoffe sind billiger und leichter zu verarbeiten, Zelluloseflocken, Schafwolle oder Hanf werden weniger energieintensiv hergestellt und können problemlos recycelt werden. Über die Auswirkungen auf das Wohnklima streiten sich die Gelehrten, ökologischen Baustoffen werden aber Vorteile nachgesagt.

Den weitaus größten Marktanteil hat die Mineralwolle, die von der Industrie in einer Vielzahl von Formen und Stärken auf die Verarbeitung durch den Heimwerker zugeschnitten wird. Versehen mit dem RAL-Gütesiegel "Erzeugnisse aus Mineralwolle", birgt sie - im Gegensatz zu älteren Produkten - kein Gesundheitsrisiko.

 

Dachdeckung: dekorativ und haltbar

50 Jahre und länger prägt ein gedecktes Dach das Erscheinungsbild eines Hauses. Grund genug, sorgfältig auszuwählen: Dachziegel, Schieferschindeln und Dachsteine gibt es in vielen Ausführungen.

Dachziegel: der Klassiker Seit 2.500 Jahren gibt es Dachziegel. Sie bestehen aus Ton und Lehm und werden bei 900 Grad gebrannt. Je nach Geschmack und Dachkonstruktion kann man zwischen verschiedenen Formen wählen. Glasierte Biberschwanzziegel sind dank eines zweiten Brennvorgangs noch witterungsbeständiger. Preis: ab ca. E 16 /m2 Dachfläche (Material und Eindeckung).

Schieferschindel: die Vornehme Schiefer ist 400 Millionen Jahre alt. Von Hand zu Schindeln verarbeitet, ist seine Haltbarkeit als Dacheindeckung mit bis zu 100 Jahren enorm. Zudem verleihen die seidig schwarz schimmernden Schindeln einem Haus eine edle Ausstrahlung. Sie sind auch in Rot- und Grüntönen erhältlich. Kosten: ab ca. E 40/m2 Dachfläche in Bogenschnittdeckung.

Dachstein: der Erfolgreiche Ende des 19. Jahrhunderts erfunden, haben Dachsteine bzw. Betondachsteine nun den größten Marktanteil. Die "Frankfurter Pfanne" ist die meistverlegte Dachpfanne Deutschlands. Ausgangsstoffe sind quarzhaltiger Sand, Portlandzement und Wasser. Durch die Beimischung von Pigmenten sind viele Farbtöne möglich. Preis: ab ca. E 8/m2 Dachfläche.