Passendes Dach für Jedermann

Mit den unterschiedlichsten Farben, Materialien und Formen lassen sich Dächer individuell gestalten. Aber welches Dach passt zu welchem Haus? Und welches erlaubt das Bauamt? Ein Blick von oben.


Dächer sind viel mehr als nur ein Schutz vor Unwetter

Menschen urteilen schnell. Meist genügt ein erster Blick, um Sympathie zu erzeugen oder Missfallen zu erregen. Besser also, man bemüht sich gleich um ein freundliches Erscheinungsbild – und das gilt vor allem für das Haus, in dem wir leben. Es ist eine Botschaft an Nachbarn, Passanten, Freunde – und das Dach hat bei dieser Botschaft ein Wörtchen mitzureden. Denn natürlich sind Dächer viel mehr als nur ein Schutz vor Regen und Schnee. Sie schmücken Häuser und sollten im Stil zu ihren Bewohnern passen. Ob sie sich prächtig hervortun, bescheiden wegducken, sich in verspielte Landschaften auflösen – all das erzählt eine Menge über die Menschen, die sich darunter geborgen fühlen. Und deswegen ist es keine ganz leichte Aufgabe, aus der großen Vielfalt der Formen, Farben und Materialien das Passende herauszufiltern.

 

Erste Frage: Welche Dachform?

Die erste Wahl betrifft die Dachform. Zeitlos und am meisten verbreitet ist das Satteldach, bekannt vom "Haus vom Nikolaus". Es kann in vielerlei Arten auftreten: von der schlichten Grundform bis zu raffinierten Varianten mit den verschiedensten Gauben. Ein Klassiker ist das Walmdach, das zu den ältesten Formen gehört. Es besteht aus vier geneigten Dachflächen, die das Haus gut vor der Witterung schützen. Der Nachteil gegenüber dem Satteldach: der kleinere nutzbare Raum im Dachgeschoss. Das Krüppelwalmdach kombiniert die Vorteile von Sattel- und Walmdach. Denn eine hochgesetzte Traufhöhe – dort laufen die Regenrinnen entlang – und geneigte Giebelspitzen sorgen nicht nur für optimalen Schutz, sondern auch für eine gute Nutzbarkeit des Dachgeschosses.

Das seit einigen Jahren immer beliebtere Pultdach besticht durch seine Schlichtheit – und funktionale Vorteile: Das Dachgeschoss ist ein Vollgeschoss, und an der höheren Seite des Daches entsteht bei großzügiger Verglasung ein toller Raumeindruck. Dass auch das Flachdach wieder im Kommen ist, liegt an der Renaissance des Bauhauses, konstruktiv hat es wegen der schwierigen Abdichtung gegen Feuchtigkeit seine Nachteile. Eher verspielt wirkt dagegen das barocke Mansarddach. Der untere Teil dieses Dachtyps verläuft zunächst sehr steil, flacht dann jedoch im oberen Part ab. Diese Zweiteilung unterscheidet das Mansarddach von der nüchternen Gradlinigkeit anderer Dachformen. 


Zweite Frage: Eindeckmaterialien und -farben

Die zweite Entscheidung betrifft die Eindeckmaterialien und -farben. Das klassische Rot der Tonziegel oder das Anthrazit von Schiefer sind natürliche Farbtöne. Bauherren mit einem Hang zum Traditionellen werden sich für diese Naturfarben entscheiden. Ziegelrot gibt es in vielen Varianten, denen eines gemeinsam ist: die warme, energievolle und lebhafte Wirkung. Schiefer steht dagegen für Eleganz und Seriosität. Je experimentierfreudiger Bauherren sind, desto eher möchten sie farblich etwas wagen.

Auf diese Zielgruppe hat sich die Industrie eingestellt und bietet Dachsteine und -ziegel in Grün, Blau und Braun an – und nicht nur in zurückhaltenden Tönen, sondern auch in leuchtend-knalligen Ausführungen mit glänzender Oberfläche. Riskant – solche Dächer polarisieren stark!

Ebenfalls ein Bekenntnis zum Anderssein: Dächer aus Metall wie Titanzink, Kupfer, Aluminium oder Edelstahl. Metall lässt sich gut in Form bringen und eignet sich somit als Eindeckmaterial für spezielle Dachkonstruktionen oder Gauben. So lassen sich optisch schöne Akzente setzen.

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Dritte Frage: Form und Verlegeart

Bleiben noch Form und Verlegeart. Bei Schiefer sind symmetrische Verlegearten wie die ruhige Altdeutsche Deckung und asymmetrische wie die Wilde Deckung klassisch. Wer klare Formen bevorzugt, sollte Glattziegel, engobierte Ziegel, Tegalitdachsteine oder Metallschindeln in Betracht ziehen. Traditionsbewusste wählen dagegen klassische Dachziegelformen wie den historischen Biberschwanz oder die norddeutsche Hohlpfanne.

Unbedingt beachten: Oft geben die örtlichen Behörden Richtlinien vor, um den regionaltypischen Charakter einer Siedlung zu erhalten. Der Gang zum Bauamt ist also Pflicht – und endet häufig mit einer Enttäuschung für Experimentierfreudige. „Geht gar nicht“, heißt es da. Aber geben Sie nicht zu früh auf: Manche Bauprüfer lassen durchaus mit sich reden.

 

Materialkunde: Für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel

Die Eindeckmaterialien für Dächer unterscheiden sich nicht nur in ihrem Aussehen. Sie haben im Vergleich auch handfeste Vor- und Nachteile – so zum Beispiel bezüglich des Preises, der Langlebigkeit oder der Durchlässigkeit von Wasserdampf (Diffusion), die bei Tonziegeln am besten ausgebildet ist. Besonders haltbar: Schiefer.

 

  • Verschiedene Dachmaterialien: Dachsteine aus Zement, Sand und Wasser

    Dachsteine

    aus Zement, Sand und Wasser, die preiswerte Variante, gibt es auch in ganz modern. Ab 16 Euro/m² inklusive Deckung.

  • Verschiedene Dachmaterialien: Metall ist sehr langlebig

    Metall

    wie Titanzink, Kupfer oder Edelstahl ist schön, langlebig, aber nicht ganz billig. Zink ab 50 Euro, Edelstahl ab 65 Euro, Kupfer ab 80 Euro/m².

  • Verschiedene Dachmaterialien: Tonziegel werden besonders schön, wenn sie verwittern

    Tonziegel

    werden bei 1.000 Grad aus Wasser, Luft und Tonerde gebrannt. Schöne Wirkung, wenn sie verwittern. Preis: ab 20 Euro/m² inklusive Deckung.

  • Verschiedene Dachmaterialien: Schieferziegel sind besonders robust

    Schiefer

    ist ein sehr robustes Sedimentgestein. Haltbarkeit: bis zu 90 Jahre. Einst ein Luxusprodukt, heute inklusive einfacher Deckung ab 45 Euro/m² erhältlich.