Wohnung mit Weitblick

Platzt Ihr Haus aus den Nähten? Dämmert oben ein Speicher vor sich hin? Nichts wie ran: Hier lässt es sich toll wohnen!


Hier lässt es sich wohnen

Wohnung mit Weitblick: ausgebauter Dachstuhl mit großzügiger Fensterfront

Unter Deutschlands Dächer kommt Bewegung: Immer öfter wird das Potential entdeckt, das zwischen Spinnweben und Gerümpel auf tatkräftige Bauherren und Handwerker wartet. Hier lässt es sich wohnen - und das zu bezahlbaren Preisen. Kostet ein Quadratmeter Wohnfläche im Hochbau mindestens 1.000 Euro, ist er unterm Dach schon ab etwa der Hälfte zu haben. Zunächst muss allerdings ein Fachmann die Bausubstanz gründlich prüfen. Ist der Dachausbau genehmigungspflichtig? Reicht die Tragkraft des Bodens? Ist die Dacheindeckung dicht, der Dachstuhl frei von Schädlingen? Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, kann die Planung des Bauvorhabens beginnen. Und dabei kommt es natürlich in erster Linie auf die Nutzung des Raumes an.


Welche Zimmer eignen sich?

Als Spielzimmer für Kinder ist ein Dachgeschoss ideal. Die Lego-Landschaft und die elektrische Eisenbahn bleiben einfach stehen. Zum Spielen ist mehr Platz vorhanden als in den üblichen Kinderzimmern. Aber wenn Ihnen die lieben Kleinen nicht gehörig auf den Nerven herumtrampeln sollen, muss der Boden mit einer guten Trittschalldämmung ausgestattet werden. Für Schlafzimmer bietet das Dachgeschoss ebenfalls gute Voraussetzungen: Es vermittelt Geborgenheit. Allerdings sollte das Bett nicht mit dem Kopfende unmittelbar unter ein Dachflächenfenster gestellt werden. Wer will schon von einem Regenschauer geweckt werden?

Das Wohnzimmer unters Dach zu verlegen ist zwar ungewöhnlich, kann aber sinnvoll sein: zum Beispiel, wenn Küche und Wohnzimmer im Erdgeschoss zu einem Familienraum zusammengelegt werden und die Eltern sich das Dachgeschoss als gemütlichen Rückzugsraum reservieren. Auch für Raucher ist das eine gute Lösung: Der Rauch verbreitet sich nicht vom Erdgeschoss aus im ganzen Haus, sondern kann gleich durch die Dachflächenfenster abziehen. Leistet man sich zudem eine kleine Dachterrasse, sind lauschige Sommerabende garantiert.


Wichtig: die Einrichtung

Dachausbau mit funktionalen Fenstern

Ist eine komplette Dachwohnung geplant - wenn also auch Bad und Küche installiert werden müssen -, ist der Aufwand deutlich höher. Zum einen werden Wasser- und Abwasserrohre benötigt, zum anderen muss der Boden wasserdicht versiegelt sein, damit bei einer Leckage nicht gleich die Balkendecke voll läuft.

Noch etwas ist wichtig: die Einrichtung. So schön ein Dachraum auch ist, die größte Schwierigkeit ist es, dort Möbel aufzustellen. Deshalb sollten Sie sich diese Fragen stellen: Welche Schränke brauchen wir, wo sollen sie stehen? Wo werden Leuchten gebraucht (dort müssen Kabel hin)? Soll später nicht der Tischler das Mobiliar maßfertigen müssen, ist eine Einrichtungsplanung unverzichtbar.


Schritt für Schritt neuer Raum unterm Dach

Der Dachausbau ist bei Heimwerkern beliebt, weil er dem Laien keine unlösbaren Aufgaben stellt. Das sollte freilich nicht zu Nachlässigkeit führen: Nur bei präzise ausgeführter Arbeit entsteht ein Raum, in dem es sich behaglich leben lässt

1. Dachfläche öffnen
An dieser Stelle soll ein besonderes Dachflächenfenster eingesetzt werden: eines, das von der einen Seite des Daches auf die andere reicht. Es sorgt für eine optimale Belichtung zu allen Tageszeiten. Vorsichtiges Arbeiten ist hier wichtig, damit die Dachhaut keine Schäden davonträgt.

2. Fenster einsetzen
Das Dachflächenfenster wird eingepasst, ausgerichtet, justiert und rundherum abgedichtet. Wer nicht wirklich geübt ist, sollte das besser dem Fachmann überlassen: Leckagen am Fenster zeigen sich manchmal erst nach Monaten, wenn die Wärmedämmung bereits komplett durchfeuchtet ist.

3. Dämmung verstärken
Je dicker die Wärmedämmung, umso niedriger die Heizkosten - so einfach ist das. Reicht die Stärke der Dachsparren nicht aus, bringt man eine Konterlattung auf, zwischen die wiederum Dämmfilze geklemmt werden. Präzises Arbeiten ist hier Pflicht, andernfalls entstehen Kältebrücken.

4. Dampfsperre aufbringen
Sie verhindert, dass die in der Raum-luft gebundene Luftfeuchtigkeit in die Wandkonstruktion eindringen, dort kondensieren und schließlich die Wärmedämmung durchfeuchten kann. Auch hier gilt: Arbeiten Sie sorgfältig, gerade in Raumecken und bei Fensteröffnungen, wo Feuchtigkeit besonders leicht kondensiert.

5. Dampfsperre abdichten
Hier ist viel Sorgfalt angebracht: Weil eine Folie, die auf Latten getackert wurde, natürlich an diesen Stellen durchlässig wird, lässt man die anschließende Bahn überlappen und verklebt beide Bahnen miteinander. So entsteht eine Schicht, in die tatsächlich keine Luftfeuchtigkeit eindringen kann.

6. Flächen verkleiden
Mit Hilfe von Rigips- oder Gipsfaserplatten werden sämtliche gedämmten Flächen verkleidet. Stromkabel und Wasserleitungen müssen bereits zuvor verlegt und dann an der entsprechenden Stelle durch die Verkleidung geführt werden. Vorsicht: Dabei nicht die Dampfsperre beschädigen!

7. Giebel verkleiden
In Dachgeschossen wurden die Giebel früher oft nur einschalig gemauert - was sie zu perfekten Wärmelecks machte. Daher müssen auch diese Flächen gedämmt und verkleidet, die Fugen anschließend verspachtelt werden. Ein wichtiger Abschnitt: Jetzt sieht der Raum schon so langsam bewohnbar aus.

8. Fussboden dämmen
Die Geschossdecken zum Dach hin sind natürlich nicht schallgedämmt. Soll später nicht jedes Geräusch im Raum darunter zu hören sein, muss nachgerüstet werden. Dazu können Dämmmatten oder Schüttgut (zum Beispiel aus Kork) dienen. Wichtig: eine Lattung, auf die anschließend der Bodenbelag montiert wird.

9. Neuen Boden verlegen
Für den Bodenbelag gibt es verschiedene Möglichkeiten: Holzdielen wie hier im Bild oder auch Verlegeplatten, auf die Teppichboden, Parkett, Linoleum oder Laminat gelegt werden kann. Wenn ein Bad entstehen soll, muss der Boden perfekt abgedichtet werden, zum Beispiel mit Gussasphalt.

10. Schallbrücke vermeiden
Sorgen Sie dafür, dass der Bodenbelag keinen Kontakt zu den umliegenden Wänden hat, indem Sie etwa die Dielen mit dem Zugeisen einpassen. Das vermeidet Schallübertragungen. Deswegen sollten die Latten, auf denen der Boden liegt, auch mit Filzstreifen vom alten Boden "entkoppelt" werden.

Für eine persönliche Beratung sprechen Sie mit Ihrem Experten vor Ort.

Schwäbisch Hall Bausparfuchs zeigt mit dem Finger nach vorneBeratung vereinbaren

Passende Ausblicke fürs Dach

Licht in den neu geschaffenen Wohnraum unterm Dach zu bringen ist eine der wichtigsten Aufgaben. Aber wie geht das?

Mehr Wohnfläche entsteht durch Gauben, die den Platz zum Stehen vergrößern. Deren konstruktiver Aufwand ist deutlich größer. So wird der Dachausbau teurer. Da Gauben den Charakter des Hauses verändern, kommt es auf eine stilsichere Planung - am besten durch den Architekten - an.

Heller wird es mit großen Dachflächenfenstern. Hier ist eine gute Verschattung unverzichtbar, vor allem bei Fenstern nach Süden und Westen.