Checkliste Bauplatz kaufen

Bebaubarkeit, Altlasten, Erschließung: Grundstückskäufer müssen sich nach allen Seiten absichern, damit der Traum vom perfekten Bauplatz nicht zum Albtraum wird. Die Wohnglück-Checkliste nennt die wichtigsten Fallstricke beim Bauplatzkaufen.


1. Bebaubarkeit klären

Beim Bauplatzkaufen erwirbt man nicht automatisch das Recht, darauf auch wirklich sein Traumhaus bauen zu können. Bei Neubaugebieten legt meist ein Bebauungsplan fest, was in welcher Weise errichtet werden darf. Vielfach wird eine stilistische oder bauliche Einheitlichkeit vorgegeben, also Art der Dächer, Art der Fassadenausführung, Fenstergrößen und anderes mehr. Ansonsten gilt das Baugesetzbuch.

  • Tipp: Vor der Unterschrift unter den Kaufvertrag beim Bauamt klären, ob es besondere, ortsgebundene Vorschriften gibt, die den eigenen Bauplänen widersprechen (Baustil, maximale Höhe des Hauses usw.).
 

2. Belastungen ausschließen

Verseuchung oder Kontamination des Traumgrundstücks mit Altlasten wie Öl oder Chemikalien können Bauherren in den Ruin treiben. Bei einer notwendigen Sanierung kann nämlich nicht nur der Vorbesitzer und mutmaßliche Verursacher, sondern auch der neue Eigentümer haftbar gemacht werden. Wer einen Bauplatz kaufen will, sollte also die Vorgeschichte des Grundstücks und mögliche Belastungen recherchieren.

  • Tipp: Abfallbehörden und Umweltämter führen Altlastenkataster – unbedingt einsehen. Im Zweifelsfall und zur Absicherung ein Boden- bzw. Baugrundgutachten in Auftrag geben - das kostet gegebenenfalls nur einen Bruchteil der Sanierung.
 

3. Beschränkungen ermitteln

Grundstücke können mit Rechten und Ansprüchen von Dritten belastet sein, die erhebliche Auswirkungen auf die baurechtliche Nutzung haben. Dies können Wegerechte von Nachbarn oder Landwirten sein wie auch Leitungsrechte für Strom oder Kanalisation. Mit dem Bauplatzkaufen tritt man als Neubesitzer automatisch in diese Pflichten ein.

  • Tipp: Solche Beschränkungen sind im Grundbuch eingetragen. Sehen Sie die Auszüge ein - sofern Sie nicht bereits von einem seriösen Makler oder Baufinanzierungsberater verlässlich und umfassend über die rechtlichen und praktischen Folgen informiert wurden.

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4. Flächennutzungsplan einsehen

Der Bebauungsplan bzw. der Flächennutzungsplan gibt verbindlichen Aufschluss darüber, ob es sich um ein reines Wohn- oder ein Mischgebiet handelt. Im letzteren Fall ist mit Gewerbeansiedlungen zu rechnen – mit möglichen Folgen wie starkem Verkehr, Lärm- oder Geruchsbelästigungen. Zusätzlich regelt der Bebauungsplan, was erlaubt ist und was nicht – vom Baustil bis zur Grundstücksumrandung (siehe Tipp 1: Bebaubarkeit).

  • Tipp: Vor dem Kauf mit dem zuständigen Bauamt klären, ob die eigenen Vorstellungen zu den örtlichen Regelungen passen.
 

5. Grundstückserschließung prüfen

Die öffentliche Erschließung (Straßenbau, Versorgungsleitungen) ist Sache der Gemeinde, die ihre Kosten dann anteilig auf die Grundstückseigentümer umlegt. Dazu kommt noch die Erschließung auf dem Grundstück durch Gas-, Wasser- und Stromleitungen von der Baugrundgrenze bis ins Haus. Für die Erschließung können Sie sich etwas Zeit lassen: sie muss bei Baubeginn zunächst „nur“ gesichert, spätestens beim Einzug aber vollständig abgeschlossen sein.

  • Tipp: Bei der kommunalen Verwaltung nach dem Stand der Erschließung und den Bedingungen der Kostenumlage erkundigen, bei den örtlichen Versorgungsunternehmen die Hausanschlusskosten erfragen. Nur „fertiges freies Bauland“ ist ein voll erschlossenes Grundstück, bei dem auch die Erschließungskosten bereits im Kaufpreis enthalten sind. Andernfalls drohen Zusatzkosten.