Fertighäuser: Schnell gebaut, günstig im Preis

Fertighäuser werden in Deutschland immer beliebter: Beinahe jedes fünfte Einfamilienhaus entstand 2018 in Fertigbauweise. Tatsächlich gibt es gute Gründe, sich für ein solches Haus zu entscheiden. Die Leichtbauweise hat aber auch Nachteile. Lesen Sie hier alles zum Thema Fertighäuser und Fertighaussanierung.

 


Fertighäuser – erfolgreich seit 100 Jahren

Als der Berliner Gustav Lilienthal zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf die Idee kam, vorgefertigte Holzbauteile im Baukastensystem zu verschrauben, erfand er den Vorläufer unserer modernen Fertighäuser. Seit den 1960er-Jahren haben sich die praktischen und schnell errichteten Gebäude in Deutschland mehr und mehr durchgesetzt.
Im Vergleich zu dieser frühen Generation haben sich moderne Fertighäuser deutlich weiterentwickelt. Als Hauptvorteile gelten nach wie vor zwei Punkte: die sehr kurze Bauzeit und – verglichen mit Häusern in Massivbauweise – der niedrige Preis. Einfache kleine Fertighäuser gibt es bereits ab ca. 60.000 Euro. Luxuriösere Premiumhäuser können aber schon mal die 300.000-Euro-Marke überspringen. Bei den modernen Fertighäusern wurden zudem zahlreiche Nachteile der frühen Modelle wie Hellhörigkeit, schlechte Dämmung, ineffiziente Heizung und sparsame Ausstattung der Elektroinstallationen beseitigt oder deutlich verbessert. Suchen Sie eine Bestandsimmobilie und stammt Ihr Wunschobjekt aus der Frühphase, kommen Sie nicht umhin, das Fertighaus sanieren zu lassen, sofern der Verkäufer dies nicht bereits erledigt hat (mehr zum Thema Fertighaussanierung später).


So einfach ist der Aufbau von Fertighäusern

Fertighäuser sind sehr viel einfacher zu errichten als Häuser in Massivbauweise. Bei letztgenannten müssen die notwendigen Materialien wie Beton, Sand, Steine und Holz zur Baustelle transportiert werden, auf der das Haus Stein für Stein errichtet wird. Fertighäuser entstehen aus fertigen Bauteilen, die vor Ort zusammengesetzt werden. Die Erstellung des Rohbaus ist in der Regel innerhalb von acht bis zehn Tagen erledigt. Da Fertighäuser normalerweise nach einem standardisierten Grundriss gebaut werden, kann der Anbieter ein und dasselbe Modell vielfach verkaufen. Auch das ist ein Grund für den niedrigeren Preis.
Viele Anbieter stellen ihre Modelle in Musterhausparks aus, wo sie sich in aller Ruhe besichtigen lassen. Dabei handelt es sich um Standardhäuser, die bei Gefallen eins zu eins übernommen werden können. Käufer wissen also genau, was auf sie zukommt. Anders als früher gibt es heute aber Spielraum bei der Gestaltung des künftigen Zuhauses. Abgesehen davon, dass die Auswahl an Grundrissen, Größen, Haustypen und Materialien recht groß ist, können Käufer auch individuelle Wohnwünsche einbringen. Sie können etwa die Raumaufteilung ändern, zusätzlich einen Keller anlegen oder eine Garage bauen lassen.


Die Kosten von Fertighäusern zusätzlich senken

Eigene Gestaltungswünsche wirken sich allerdings auf den Preis aus. Je mehr Abweichungen vom ursprünglichen Bauplan, desto teurer das Fertighaus. Senken lassen sich die Kosten wiederum, wenn Sie sich für die Variante des sogenannten Ausbauhauses entscheiden. Dabei übernehmen Sie bestimmte Arbeiten im Inneren des Hauses selbst, was den Preis spürbar drücken kann.
Dass es individuelle Gestaltungsmöglichkeiten gibt, ist ein großer Vorteil gegenüber vergangenen Zeiten. Eine weitere Verbesserung liegt in der erhöhten Lebensdauer vom Fertighaus. Eines der Hauptargumente gegen die Leichtbauhäuser war lange Zeit die gegenüber Massivhäusern geringere Nutzungsdauer, was auch den Wiederverkaufswert beeinträchtigt.
Laut Herstellerwerbung halten moderne Fertighäuser ebenso lange wie Massivhäuser, also 100 Jahre oder noch länger. Unabhängige Fachleute sprechen von 70 bis 90 Jahren, was sich der Lebensdauer von Massivbauten zumindest annähert. Zum Vergleich: Die meisten Fertighäuser der ersten Generationen hatten eine prognostizierte Nutzungsdauer von etwa 50 Jahren.

So hält Ihr Fertighaus länger

Wie hoch die Lebensdauer von einem Fertighaus tatsächlich ist, hängt auch von der Qualität der verwendeten Materialien und von der Wartung des Hauses ab. Die übliche Grundkonstruktion aus einem Holzrahmen wird heute häufig durch Ziegel und Betonteile verstärkt, was die Außenwände robuster macht. Holzfassaden sollten Sie regelmäßig gegen Feuchtigkeit und Schädlingsbefall behandeln.
Hochwertiges Baumaterial und eine sorgfältige Verarbeitung mindern zudem einige Nachteile, die Fertighäuser im Vergleich zu Massivhäusern aufweisen. Das betrifft vor allem die Dämmung. Sehr gute Wärmedämmung kann ein Holzhaus in Fertigbauweise auf das Level eines Energiesparhauses hieven. Zusätzliche Maßnahmen zur Schalldämmung verringern die Hellhörigkeit eines Fertighauses. Generell ist aber zu sagen, dass Massivhäuser den Leichtbauvarianten in punkto Robustheit sowie Schall- und Wärmedämmung in der Regel überlegen sind. Gleiches gilt für die Winddichtigkeit. Hier kommt es bei Fertighäusern sehr stark darauf an, dass die einzelnen Bauteile präzise verarbeitet sind und die Schnittstellen exakt passen.  


Wann Sie ein Fertighaus sanieren müssen

Beim Kauf eines älteren Objekts lässt es sich kaum vermeiden, das Fertighaus zu sanieren. Beim Umfang der Fertighaussanierung kommt es darauf an, ob das Haus aus den 1980er-Jahren stammt oder sogar noch älter ist. Wie gut es gewartet wurde, spielt ebenfalls eine Rolle. Ältere Fertighäuser sind gerade bei jungen Familien sehr beliebt, weil die Nachbarschaft meist gut erschlossen ist, die Infrastruktur stimmt und die Grundrisse früher oft großzügiger angelegt waren als heute. „Interessenten sollten ein solches Haus aber nicht ohne vorherige Kontrolle durch einen Sachverständigen kaufen“, rät Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren (VPB).
Bei der Fertighaussanierung muss meist veraltete Technik ausgetauscht und die Dämmung modernisiert werden. Beides reicht bei älteren Fertighäusern normalerweise nicht an den heutigen gesetzlich vorgeschriebenen Standard heran. Deshalb kann es nicht schaden, sich vor dem Kauf vom Vorbesitzer die Heizkostenabrechnungen der vergangenen Jahre zeigen zu lassen, so der VPB.  


Dämmung und Leitungen von Fertighäusern erneuern

 

„In der Regel ist die energetische Sanierung des Altbaus sinnvoll, muss aber gut geplant werden“, erklärt VPB-Experte Reimund Stewen. „In jedem Fall beachtet werden müssen die in der Energieeinsparverordnung vorgeschriebenen Nachrüstpflichten wie das Dämmen der obersten Geschossdecke oder der warmwasserführenden Leitungen und Armaturen.“ Vor allem die Heizung und die Wasserleitungen sind nach mehreren Jahrzehnten meist nicht mehr zu gebrauchen.
Käufer älterer Fertighäuser sollten auch bedenken, dass gegebenenfalls Baustoffe, die inzwischen als gesundheitsschädlich bekannt sind, entfernt werden müssen. Asbest wurde bis Ende der 1970er-Jahre beim Hausbau eingesetzt. Fachleute raten, das Fertighaus immer auf Asbest überprüfen zu lassen, wenn es vor 1980 gebaut wurde. Falls eine Sanierung notwendig ist, darf sie nur durch eine Fachfirma unter strengsten Schutzmaßnahmen vorgenommen werden. In manchen Fällen reicht eine Versiegelung von betroffenen Oberflächen. Wichtig ist, dass kein Asbest mehr in die Luft gelangen kann. Ganz ausschließen können Sie gesundheitliche Risiken aber nur, wenn das Asbest vollständig aus dem Gebäude entfernt wird.


Trend geht auch beim Fertighaus zu Bio

Weitere Maßnahmen zur Fertighaussanierung betreffen unangenehme Gerüche, die bei alten Häusern wegen der früher verwendeten Holzschutzmittel auftreten können. Hier kann ein sogenanntes Absorber-Vlies in Verbindung mit einem speziellen Dämmsystem Abhilfe schaffen.
Moderne Fertighäuser dagegen sind so gut verarbeitet, dass Gerüche gar nicht erst entstehen. Auch die Wärmedämmung genügt heutzutage allen Ansprüchen der Energieeinsparverordnung, so dass Fertighäuser sogar als Plus-Energiehäuser erhältlich sind. Solche Gebäude erzeugen zum Beispiel durch Photovoltaikanlagen mehr Strom und Wärme, als die Bewohner wegen der guten Dämmeigenschaften von Wänden, Dach und Fenstern selbst verbrauchen.
Ökologische Aspekte werden mehr und mehr zum Trend bei Fertighäusern. Die Hersteller setzen beim Bau von Bio-Fertighäusern neben Holz auf weitere natürliche Materialien wie Lehm, Stroh und Schilfrohr. Holzteile kommen meist aus den Wäldern der Region. Diffusionsoffene, also wasserdampfdurchlässige Dämmfaserplatten versprechen im Sommer einen guten Wärmeschutz. Für den Anstrich finden Naturfarben Verwendung.

 

Beliebte Fertighaustypen: Bungalow und Landhausstil

Fertighäuser im Landhausstil sind seit einiger Zeit besonders beliebt. Angefangen vom rustikalen Ambiente deutscher Landhäuser, gern auch in Fachwerkausführung, über mediterranes Flair bis hin zum amerikanischen Farmhausstil gibt es ein breites Angebot in allen Preisklassen – vom kleinen, günstigen Haus für Paare oder kleine Familien bis zum Premiumhaus zum Preis von mehreren Hunderttausend Euro.
Altersgerechtes beziehungsweise generationenübergreifendes Wohnen ist in entsprechend ausgestatteten Fertighäusern ebenfalls möglich. Barrierefreiheit ist typischerweise bei einem Fertighausbungalow gegeben. Wie Massivhäuser lassen sich auch Fertighäuser mit schwellenfreien Zugängen, ebenerdigen Duschen, breiten, rollstuhlgerechten Türen und geraden Treppen ausstatten, an die gegebenenfalls später ein Treppenlift angebaut werden kann. Probleme mit undichten Flachdächern, wie sie früher gelegentlich auftraten, entstehen heute im Grunde nicht mehr. Außerdem gibt es inzwischen auch Bungalows mit Sattel- oder Giebeldach.
Die Möglichkeit des Zusammenlebens der ganzen Familie von den Großeltern bis zu den Enkeln bieten Mehrgenerationen-Fertighäuser. Sie zeichnen sich durch ihre Geräumigkeit aus und sind häufig in getrennte Wohnareale aufgeteilt. Damit gibt es für alle Familienmitglieder ausreichend Rückzugsmöglichkeiten. Die Auswahl an verschiedenen Formen und Typen von Fertighäusern ist heute kaum geringer als bei Massivhäusern.


Bauen und Finanzieren

Wenn das Bauen eines Fertighauses schnell und einfach zu verwirklichen ist, sollte auch die Finanzierung einfach sein. Ob Sie demnächst oder erst in einigen Jahren ein Fertighaus bauen lassen wollen: Bausparen ist immer der richtige Weg zum Wohnglück. Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre finanzielle Leistungsfähigkeit – in dem so abgesteckten Rahmen entwickeln die Heimatexperten von Schwäbisch Hall ein für Sie maßgeschneidertes individuelles Finanzierungskonzept. Mit einer Sofortfinanzierung können Sie schon bald den Bauauftrag vergeben. Und wenn Sie bereits jetzt mit einem Bausparvertrag Eigenkapital aufbauen, können Sie staatliche Förderungen nutzen, auch wenn noch nicht feststeht, wo Sie wann welches Fertighaus errichten lassen wollen.

Für eine persönliche Beratung sprechen Sie mit Ihrem Heimatexperten vor Ort.

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