Souterrain: einen Wohnkeller sinnvoll nutzen

Mit einem ausgebauten Keller vergrößern Sie Ihren Wohnraum. Er schafft Platz für ein Arbeitszimmer, einen Fitnessraum oder einen eigenständigen Wohnbereich für den Nachwuchs im Teenager-Alter. Wenn es den rechtlichen Vorgaben entspricht, können Sie Ihr Souterrain sogar vermieten. Entdecken Sie, welches Potenzial ein Wohnkeller bietet.


Souterrain als Wohnraum nutzen

Wollen Sie mit Ihrem Keller mehr anfangen, als dort nur Vorräte und alte Möbel zu lagern, hat er bestimmte Bedingungen zu erfüllen.

  • Die Deckenhöhe muss mindestens 2,30 Meter betragen. In einigen Bundesländern noch mehr: So verlangt das Baurecht beispielsweise in Bayern und Nordrhein-Westfalen 2,40 Meter Deckenhöhe. In Berlin sind es sogar 2,50 Meter. Erst dann gilt ein Zimmer im ausgebauten Keller als „Aufenthaltsraum“ im baurechtlichen Sinne.
  • Im Souterrain muss eine Heizung vorhanden sein, wenn es als Wohnraum genutzt wird. Vorgeschrieben ist, dass beheizte Kellerräume den Vorgaben der Energie-Einspar-Verordnung (EnEV) entsprechen. Der sogenannte U-Wert (= Wärmedurchgangskoeffizient) darf maximal 0,3 betragen, erläutert Dämm-Experte Matthias Dörr vom Portal www.energie-fachberater.de.
  • Informieren Sie sich vor dem Bau oder Umbau Ihres Souterrains in der Landesbauordnung (LBO) Ihres Bundeslandes. Dort finden Sie Details zu allen geltenden Vorschriften. Die Bundesministerien stellen die Landesbauordnungen online zur Verfügung. In Baden-Württemberg ist das beispielsweise das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau: wm.baden-wuerttemberg.de/de/bauen.

Licht im Wohnkeller

Um sich im Wohnkeller wohlzufühlen, ist Licht ein wichtiger Faktor. Da es sehr stark zum Wohnkomfort beiträgt, sollten aufwendigere Baumaßnahmen Sie nicht abschrecken, für eine möglichst natürliche Beleuchtung zu sorgen. Handwerkerleistungen können übrigens anteilig steuerlich geltend gemacht werden.

  • Im Idealfall haben Sie den Ausbau Ihres Souterrains schon beim Hausbau mit bedacht. Dann verfügt der Wohnkeller über Tageslicht. Das lässt sich beispielsweise dadurch realisieren, dass der Keller ausreichend große Fenster hat, die über dem umgebenden Bodenniveau liegen. Häuser in Hanglage können gegebenenfalls sogar so gebaut werden, dass ihr Keller zum Garten eine Aussicht durch normal große Fenster bietet.
  • Wenn Sie erst später Ihren fensterlosen Keller ausbauen, besteht die Möglichkeit, einen Lichtgraben ums Haus zu ziehen. Er sollte mindestens einen Meter breit sein und sorgt für den Einfall von Tageslicht. Schwierig: Dabei müssen nachträglich Fenster im Wohnkeller eingebaut werden. Der Eingriff ins Mauerwerk ist aufwendig, da er auch die Dämmung betrifft. Außerdem muss wieder für Dichtigkeit gesorgt werden.
  • Lichtschächte sorgen für Helligkeit, wenn um das Haus herum nicht viel Platz ist. Alternativ können sogenannte Lichtfluter im Souterrain eingebaut werden. Das sind etwa ein bis zwei Meter breite „Lichtrutschen“ an den Außenwänden. Sie sind „eine innovative Weiterentwicklung des klassischen Lichtschachts“, erläutert die Online-Ausgabe der Architekturzeitung (www.architekturzeitung.de).
  • Neu sind Kollektorensysteme, die Tageslicht „einfangen“ und über ein optisches System ins Souterrain leiten. Die Kosten sind noch relativ hoch. In Wohnhäusern sind diese Systeme bislang kaum anzutreffen.

Belüftung des ausgebauten Kellers

Kellerwände tragen ein höheres Risiko für Feuchtigkeit als andere Außenwände, da sie Kontakt zum feuchten Erdreich haben und aufgrund der Temperaturverhältnisse die Bildung von Kondenswasser begünstigen. Lassen Sie vor einem Ausbau des Kellers fachlich prüfen, ob die Außenwände abgedichtet sind.

  • Um Stockflecken und Schimmel im Souterrain zu vermeiden, ist es unabdingbar, richtig zu lüften. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen empfiehlt, Fenster in Wohnräumen drei- bis viermal pro Tag für einige Minuten weit zu öffnen (www.verbraucherzentrale.de).
  • Mangelt es dem Souterrain an Fenstern, kann eine Lüftungsanlage helfen. Der Einbau sei eine sinnvolle Investition in ein gesundes Wohnklima, finden die Experten der Verbraucherzentrale. Eine Lüftungsanlage sorge für einen gleichmäßigen Luftaustausch im ausgebauten Keller. Die Systeme „reduzieren die Konzentration von Schadstoffen und Feuchtigkeit in der Raumluft, schützen die Räume vor Schäden durch Schimmel und helfen zudem beim Energiesparen“.
  • Die dritte Möglichkeit gegen hohe Luftfeuchtigkeit im ausgebauten Keller ist, einen Luftentfeuchter aufzustellen. Er saugt Luft an, entfeuchtet sie und lässt sie wieder ausströmen. So sorgt das Gerät dafür, dass die Luft im Raum zirkuliert. Empfehlenswert sind Luftentfeuchter vor allem dann, wenn das Lüften durch Fenster im Souterrain nur bedingt möglich ist.

Nutzung des Souterrains

Das Souterrain kann man ausbauen, um es selbst zu nutzen oder zu vermieten. Dementsprechend unterschiedlich ist die Gestaltung.

  • Eine der populärsten Nutzungsvarianten des Wohnkellers ist der Ausbau für Kinder. „Häufig sind die Kinderzimmer zu eng“, heißt es beispielsweise auf dem Lifestyle-Portal deavita.com. Ein Spielraum für den Nachwuchs sei dementsprechend eine kreative und kluge Entscheidung. Ein geräumiger Spielkeller eigne sich auch für Kinderfeste.
  • Wenn Kinder den Wohnkeller nutzen, bietet es sich an, eine offene Treppe einzubauen. Umso leichter kann das Souterrain ins Familienleben integriert werden. Wer dagegen ein Arbeitszimmer, Sport-, Billard- oder Musikraum im ausgebauten Keller plant, sollte wegen des Geräuschpegels lieber eine Tür einsetzen.
  • Falls Sie überlegen, Ihr Souterrain später einmal zu vermieten, planen Sie den Keller von Anfang an als Einliegerwohnung. Als solche braucht der Wohnkeller einen separaten Eingang, ein Bad und eine Kochmöglichkeit oder kleine Küche. Einliegerwohnungen sind auch finanziell interessant: Sie werden steuerlich begünstigt, und als Bauherr können Sie eine höhere KfW-Förderung für den Hausbau bekommen.

Einbruchschutz im Wohnkeller

Jede Tür und jedes Fenster in Erdgeschoss und Souterrain sollte mit einer zusätzlichen mechanischen Sicherung versehen sein, empfiehlt die Polizei (www.zuhause-sicher.de). Bestimmte Maßnahmen zur Verbesserung des Einbruchschutzes werden bezuschusst.

  • Neubau: Wenn Sie neu bauen oder umbauen, sollten Sie sich für Fenster und Fenstertüren entscheiden, die eine sogenannte Einbruchhemmung haben. Sie erschwert das gewaltsame Öffnen. Die entsprechende Norm heißt „DIN EN 1627“. Es gibt sie in den Widerstandsklassen RC 1 bis RC 7. Für Fenster im Souterrain und Erdgeschoss rät die Polizei aber von der untersten Klasse RC 1 ab. Diese sei nur für Fenster in höheren Stockwerken ausreichend.
  • Nachrüstung: Möchten Sie vorhandene Fenster nicht austauschen, können Sie den Einbruchschutz im Wohnkeller nachrüsten. Dafür eignen sich Aufschraubsicherungen, Pilzkopfzapfen, abschließbare Fenstergriffe, einbruchhemmende Sicherheitsfolien oder eine einbruchhemmende Verglasung.

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