Altlasten? Ein Baugrundgutachten schafft Klarheit

Mit einem Baugrundgutachten kann man sich bereits vor dem Grundstückskauf vergewissern, dass der Boden nicht durch Schadstoffe belastet ist – was enorme Folgekosten verursachen würde. Experten raten deshalb dringend zu einem solchen Gutachten.


Recherche kann Baugrundgutachten nicht ersetzen

Wenn Sie ein Grundstück für Ihr Haus ins Auge gefasst haben, gibt es zunächst mehrere einfache Möglichkeiten, sich über die Bodenbeschaffenheit zu informieren:

  • Erkundigen Sie sich bei Nachbarn nach möglichen Belastungen aus der Vergangenheit. War dort früher eine Tankstelle, eine Autowerkstatt oder ein ähnlicher Betrieb? Dann sollte man hellhörig werden.
  • Genauere Informationen erhalten Sie bei Ihrer Gemeinde, meist beim Umweltamt. Fragen Sie einfach nach, wer in der Verwaltung für Altlastenbearbeitung zuständig ist.
  • Trotz aller Vorrecherche raten Experten einhellig dazu, nicht auf ein Bodengutachten zu verzichten – und zwar schon vor dem Kauf, wie der Verband Privater Bauherren betont. Denn für die Beseitigung etwaiger Schäden ist der neue Besitzer zuständig (siehe unten). Ein Bodengutachten verursacht Kosten von circa 1.000 Euro, bei hohem Aufwand auch bis zu 2.500 Euro. Dies ist jedoch kein Vergleich zu den Ausgaben, die bei einer Sanierung des Bodens entstehen.

Schadstoffe im Boden können krebserregend sein

Für ein Baugrundgutachten werden dem Boden durch eine Kernbohrung Proben entnommen. Diese analysiert ein Chemiker anschließend auf Schadstoffe. Je nachdem, wie das Grundstück vorher genutzt wurde, können sich unterschiedliche Gifte abgelagert haben. Der Bundesverband Boden e. V. nennt als typische Stoffe:

  • BTX-Aromaten (Benzol, Toluol, Xylole). Dies sind Benzinbestandteile, die auch in industriellen Lösungsmitteln vorkommen. Sie sind krebserregend (Benzol) und können in hoher Konzentration das Nervensystem angreifen.
  • Chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW). Sie dienen unter anderem in der Industrie als Lösemittel zur Entfettung von Metallen, kommen auch in chemischen Reinigungen zum Einsatz. Einige CKW gelten als krebserregend.
  • Schwermetalle wie Blei, Cadmium und Quecksilber. Sie treten zum Beispiel in Industrieschlacken und -aschen auf. In ihrer Giftigkeit variieren sie, einige sind stark krebserregend.
  • Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW). Nach ihnen wird immer gesucht, wenn Verdacht auf Öl- und Benzinrückstände besteht.

So sichern Sie sich als Hausbauer juristisch ab

Für die Beseitigung von Schadstoffen haftet in der Regel der neue Eigentümer des Grundstücks. Zwar hat er unter Umständen die Chance, den Verkäufer zur Sanierung heranzuziehen. Dafür muss man dem Verkäufer allerdings nachweisen, dass er von der Belastung wusste, so der Bundesverband Boden e. V. Fachleute empfehlen deshalb:

  • Lassen Sie sich im Kaufvertrag bestätigen, dass dem Vorbesitzer keine Altlasten bekannt sind.
  • Ein Baugrundgutachten sollte Bestandteil des Bau- oder Kaufvertrages sein. Im günstigsten Fall teilen sich Verkäufer und Käufer die Kosten für das Gutachten.
  • Sollten sich Hinweise auf eine Schadstoffbelastung ergeben – verzichten Sie auf den Kauf und investieren Sie lieber Zeit in die Suche nach einem geeigneteren Grundstück.

Der Grundstückskauf ist ein wichtiger Posten bei der Finanzierung Ihres Hausbaus. Damit Sie dabei alles beachten, sollten Sie sich von einem Experten beraten lassen. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin mit einem Experten von Schwäbisch Hall.

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