Bauherrenhaftpflichtversicherung ist ein Muss

Wer ein Haus baut, muss Risiken bedenken. Und weil diese Risiken sehr große Schadenssummen mit sich bringen, ist ein guter Versicherungsschutz Pflicht. Lesen Sie hier unsere Tipps zum Versicherungsschutz am Bau.


Bauversicherungen vor dem ersten Spatenstich abschließen

Um die Versicherungen sollten Sie sich frühzeitig kümmern. So wie Familie Korn. Seit Monaten recherchiert die vierköpfige Familie, plant ihr Haus. Sie wollen selbst bauen, statt ein schlüsselfertiges Haus vom Bauträger zu erwerben. Für Bauherren, die mit einem solchen Anbieter zusammenarbeiten, stellt sich die Versicherungslage anders dar, da der Bauträger viele Risiken trägt.

Familie Korn hat einen Architekten und einen Baubetreuer angesprochen. Ein geeignetes Grundstück ist gefunden, die Finanzierung gesichert, der Notartermin abgehakt. Die Pläne sind mit dem Architekten konkretisiert, die Baugenehmigung ist da – dann kann’s ja losgehen!

Aber halt! Noch vor dem ersten Spatenstich müssen alle Risiken während der Bauphase bedacht und abgesichert sein: Bauversicherungen sind unverzichtbar. Daher erkundigt sich auch Familie Korn.

Hier sind die wichtigsten Versicherungen im Überblick:


Unfällen vorbeugen: die Bauherrenhaftpflichtversicherung

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Zu viele Hausbauer sitzen einem Irrtum auf: Sie denken, dass sie für Schäden auf ihrer Baustelle nicht haften müssen, wenn sie eine Baufirma oder andere sachkundige Personen mit den Bauarbeiten beauftragen. Das ist aber nicht richtig. Der Bauherr haftet immer für Schäden, die Dritten auf der Baustelle oder aufgrund des Vorhandenseins der Baustelle entstehen.

Wie schnell das passieren kann, zeigen diese Beispiele:

  • Das Nachbarhaus zeigt Risse, weil die Baugrube zu Absenkungen führt
  • Während der Dacharbeiten fallen Ziegel auf parkende Autos
  • Ein Passant rutscht auf dem verschmutzten Gehweg aus und bricht sich ein Bein
  • Baumaterialien ragen auf die Straße und verursachen einen Unfall
  • Anlieger erleiden Schäden wegen starker Staubentwicklung
  • Ein Baugerüst kippt um und verletzt einen Besucher

Daher ist die Bauherrenhaftpflichtversicherung die wichtigste Versicherung für alle, die selbst bauen. Auch Käufer, die ein bestehendes Haus umbauen, sanieren oder modernisieren, können nicht darauf verzichten. Nur bei kleineren Bauvorhaben wie etwa einem Wintergarten sind die Bauherren-Risiken oft schon durch die Privathaftpflichtversicherung abgedeckt. Erkundigen Sie sich aber auf jeden Fall, ob dies für Ihr Projekt und Ihre Versicherungspolice zutrifft.

Hohe Deckungssumme vereinbaren

Insbesondere ein Personenschaden mit langwierigen Krankheitsfolgen kann einen sehr hohen Schadenersatzanspruch nach sich ziehen, der Privatleute überfordert. Daher sollten Sie beim Abschluss der Bauherrenhaftpflichtversicherung darauf achten, dass die Deckungssumme ausreichend hoch ist. Fachleute empfehlen eine Deckungssumme von mehreren Millionen Euro, die auch medizinische Behandlungen und eventuelle Rentenzahlungen abdeckt.

Ein Schaden, für den Sie haften müssen, kann nicht nur auf der Baustelle, sondern auch auf dem noch unbebauten Grundstück entstehen. Warten Sie also nicht mit dem Abschluss der Versicherung, sondern vereinbaren Sie den Versicherungsschutz, sobald Sie das Grundstück besitzen. Sollte das Gelände allerdings länger brachliegen, fahren Sie mit einer Grundstückshaftpflichtversicherung besser – die Bauherrenhaftpflichtversicherung läuft höchstens zwei Jahre.


Schutz vor Feuer: die Feuerrohbauversicherung

Familie Korn steckt ihr gesamtes Kapital in das Haus und nimmt zusätzlich einen Kredit bei ihrer Bausparkasse auf. Die Vorstellung, dass der Rohbau durch Feuer zerstört werden könnte – ein Albtraum! Zum Glück lässt sich dieses Risiko mit der Feuerrohbauversicherung absichern. Die Feuerrohbauversicherung ersetzt Schäden am Rohbau, die durch Brand, Explosion oder Blitzschlag entstehen, sowie Folgeschäden durch Löschwasser, Ruß oder Rauch.

Auch die Banken, die das im Entstehen befindliche Haus als Kreditsicherheit benötigen, haben ein starkes Interesse daran, das Feuerrisiko abzudecken. Daher erwarten viele Kreditinstitute, dass diese Versicherung schon vorliegt, wenn der Kreditvertrag unterschrieben wird. Ein weiterer Grund, warum ein frühzeitiger Abschluss dieser Versicherung sinnvoll ist: Sie springt auch ein, wenn auf dem Baugrundstück gelagerte Materialien durch Feuer beschädigt werden.

Auf zwei Dinge sollten Bauherren beim Abschluss achten:

  • Oft lassen sich Beiträge sparen, wenn die Feuerrohbauversicherung mit einer späteren Wohngebäudeversicherung kombiniert wird.
  • Sollte es zu einer Bauverzögerung kommen, muss der Versicherungsschutz überprüft werden: Oftmals sind die Versicherungen auf sechs oder zwölf Monate begrenzt!

Die Bauleistungsversicherung: Schutz vor Sturm und Vandalismus

Feuer ist nicht das einzige Risiko für den Rohbau. Auch andere unvorhergesehene Ereignisse wie Regen oder Sturm können schwere Schäden verursachen. Für diesen Fall bieten Versicherungen eine Bauleistungsversicherung an, auch bekannt als Bauwesenversicherung. Sie sichert Bauherren gegen unvorhergesehene Schäden am Bau ab, beispielsweise als Folge von starken Stürmen, Erdbeben und Vandalismus oder wenn Wasser die Baugrube flutet. Diese Versicherung endet bei Bezugsfertigkeit, maximal aber nach zwei Jahren.

Wenn Sie eine solche Versicherung abschließen, sollten Sie nicht nur auf die Höhe des Beitrags achten, sondern sehr genau prüfen, welche Risiken ausgeschlossen sind. Tipp: Prüfen Sie, ob Baufirma oder Handwerker sich am Beitrag beteiligen. Die Versicherung leistet nämlich auch, wenn der Schaden zulasten der Baufirma geht.


Baufertigstellung und Baugewährleistung versichern

Im Baugewerbe sind Insolvenzen leider keine Seltenheit. Was passiert, wenn Ihre Baufirma Konkurs anmeldet? In diesem Fall kommen hohe Kosten auf den Bauherren zu. Bereits gezahlte Summen sind in der Regel verloren. Noch schlimmer: Es kommt zu großer Verzögerung in der Bautätigkeit, denn zunächst muss das Insolvenzverfahren abgewartet werden.

Vor diesem Hintergrund können eine Baufertigstellungsversicherung und/oder eine Baugewährleistungsversicherung helfen. Laut Bund der Versicherten ist dieser Schutz wichtig für Bauherren; er schützt vor Kosten, die bei einem Konkurs der Baufirma entstehen.

Die Mehrkosten entstehen zum einen dadurch, dass nun weitere Unternehmen mit der Fertigstellung des Hauses beauftragt werden. Zum anderen verschlingt die stillgelegte Baustelle viel Geld, weil natürlich trotzdem Zinsen für die Finanzierung fällig werden – auch wenn der Bau nicht vorangeht.

Die Versicherung wird von der beauftragten Firma abgeschlossen, der Bauherr sollte sich die Bestätigung vorlegen lassen.

Experten weisen jedoch auf eines hin: Diese Versicherungen geben dem Bauherrn wirklich nur bei Insolvenz des Unternehmens die Möglichkeit, seine Ansprüche geltend zu machen. Der Anwalt rät deshalb eher dazu, vom Bauunternehmer eine Fertigstellungs- oder Vertragserfüllungsbürgschaft zu verlangen. Die Kosten dafür trägt der Bauherr.

Auch diese Bürgschaft wird von der Baufirma eingeholt, und der Bauherr lässt sie sich vorlegen. Sollte keine Bank oder Versicherung bereit sein, dieser Firma eine Fertigstellungsbürgschaft auszustellen, könnte dies auf eine schlechte Bonität der Baufirma hindeuten.


Helfer und Mitarbeiter versichern: Die Unfallversicherung für freiwillige Helfer

Familie Korn hat Glück: Bruder und Neffe von Herrn Korn haben versprochen, beim Innenausbau mit anzupacken. Der Bruder hilft unentgeltlich, der Neffe erhält eine kleine Entschädigung. Ein befreundeter Elektriker legt ihnen die Anschlüsse – gegen einen Stundenlohn.

Damit kommen auf die Familie weitere Pflichten zu: Sie müssen die Helfer anmelden und sich um die Unfallversicherung kümmern.

  • Spätestens eine Woche nach Baubeginn müssen freiwillige Helfer bei der Berufsgenossenschaft gemeldet werden. Geschieht dies nicht, sind die Helfer zwar unfallversichert, aber dem Bauherren droht ein Bußgeld
  • Über die Berufsgenossenschaft wird die gesetzliche Bauhelferversicherung abgeschlossen
  • Eine Unfallversicherung für freiwillige Helfer ergänzt den gesetzlichen Schutz
  • Schließlich sollten Bauherren auch an Unfallversicherungsschutz für sich selbst und ihren Ehepartner denken; für sie gilt die gesetzliche Unfallversicherung nämlich nicht

Familie Korn lässt sich bei der Berufsgenossenschaft beraten. Die Rechtslage ist oftmals kompliziert, die Abgrenzung zwischen Helfer und Gefälligkeit nicht immer eindeutig, und es gibt viele Ausnahmen. Bei einem Unfall muss die Berufsgenossenschaft beispielsweise genau prüfen, wer wie lange gearbeitet hat, welche Tätigkeiten übernommen wurden und wie eng das Verhältnis zum Bauherren ist.

Familie Korn möchte kein Risiko eingehen, sondern ihre Freunde und Verwandten umfassend absichern. Daher schließt sie eine zusätzliche private Unfallversicherung für freiwillige Helfer ab


Alles abgesichert – der Bau kann starten

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Familie Korn hat sich, was die Versicherungen betrifft, um alles gekümmert. Für alle Eventualitäten und möglichen Zwischenfälle ist vorgesorgt. Jetzt können die Bagger wirklich anrollen und mit dem Bau des Traumhauses beginnen. Für die Sicherheit der Finanzierung und langfristig niedrige Zinsen arbeitet sie mit der Bausparkasse zusammen. Lassen auch Sie sich beraten und holen Sie ein individuelles Angebot ein.

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