Bauvorhaben: Ihr Weg ins eigene Heim

Keine Miete mehr zahlen, Schluss mit lästigen Nachbarn – und einen Garten für sich ganz allein! Es gibt viele gute Argumente, um zu bauen. Damit Ihr Bauvorhaben gelingt, informieren Sie sich hier über die wichtigsten Schritte auf dem Weg zur eigenen Immobilie.


Erste Überlegungen zum Bauvorhaben

Am Anfang eines Bauvorhabens steht immer der Wunsch, etwas Eigenes zu besitzen. Oft genannte Gründe: Die Immobilie soll als Geldanlage dienen, die Kinder sollen genügend Platz haben, die Bauherren wollen sich von niemandem mehr reinreden lassen. Für viele ist das eigene Haus ein Lebenstraum. Egal, was Ihr Motiv ist – wenn Sie ein Bauvorhaben planen, sollten Sie als erstes Ideen und Wünsche aller Beteiligten zusammentragen. Auch die Kinder dürfen mitreden. Abstriche machen können Sie später immer noch. Einige Überlegungen zum Start eines Bauvorhabens:

  • Welche Wohnfläche benötigen Sie, wie viel Quadratmeter Garten?
  • Wie viele Stockwerke soll das Haus haben?
  • Welche Anforderungen haben Sie an die Lage des Grundstücks?
  • Wie soll der Baustil sein?
  • Können Sie Eigenleistung bei Ihrem Bauvorhaben einbringen?
  • Wie wichtig ist Ihnen die Energieeffizienz?
  • Wollen Sie erneuerbare Energien für Strom oder Warmwasser nutzen?
  • Passt das Haus noch zu Ihnen, wenn die Kinder irgendwann ausziehen?
  • Planen Sie mit einer Einliegerwohnung, etwa für Großeltern?
  • Und nicht zuletzt: Was darf das Bauvorhaben überhaupt kosten?

Was das Bauvorhaben kosten darf

Nun heißt es, Kassensturz machen. Die Frage ist: Welche Wünsche an Ihr Bauvorhaben können Sie sich tatsächlich leisten? Wo müssen Sie eventuell Abstriche machen? Generell gilt die Faustregel: 20, besser noch 30 Prozent der Gesamtkosten Ihres Bauvorhabens sollten Sie als Eigenkapital mitbringen. Das dient Ihrer eigenen Absicherung. Und es hilft, günstige Darlehenskonditionen bei Ihrem Kreditgeber auszuhandeln. Kreditinstitute gehen davon aus: Je mehr Eigenkapital vorhanden ist, umso sicherer werden Kreditnehmer das Darlehen bedienen können. Je mehr Eigenkapital Sie mitbringen, umso höhere Kredite können Sie erhalten. Trotzdem sollten Sie die Darlehenssumme so gering wie möglich halten, da dann auch die langjährigen Darlehensraten niedriger sind. Beim Bauvorhaben sollten Sie sämtliche liquiden Mittel zur Finanzierung der Immobilie einsetzen.

Zum Eigenkapital zählt alles, was Sie auf der hohen Kante haben. Das sind beispielsweise Spar- und Festgeldguthaben, Bausparverträge und die Auszahlung aus einer Lebensversicherung. Darüber hinaus können Sie angespartes Geld aus einer Riester-Rente einbringen. Gehört Ihnen bereits ein Grundstück? Auch das gilt bei der Kreditaufnahme für Ihr Bauvorhaben als Eigenkapital.  


An die Nebenkosten des Bauvorhabens denken

Oftmals heißt es: „Statt 800 Euro Miete zahle ich lieber 800 Euro Kredit ab“. Doch leider ist es nicht so einfach. Die Kalkulation zum Kostenrahmen Ihres Bauvorhabens ist deshalb nicht schnell gemacht. „Ich bin immer wieder überrascht, mit wie viel Naivität manche ihren Hauskauf planen“, so Thomas Hentschel, Immobilienexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Sie verschwenden gar keinen Gedanken daran, welche hohen Kosten noch neben dem Darlehen zu tragen sind.“ Dazu gehören vor allem die Notarkosten, die Grunderwerbsteuer, der Grundbucheintrag sowie in den meisten Fällen auch noch eine Provision für den Makler. Zusammengenommen sind das meist noch einmal zehn bis 15 Prozent der Kosten fürs Bauvorhaben, die zusätzlich anfallen.

Baufinanzierungsrechner im Internet helfen Ihnen bei der Recherche, welche Art von Bauvorhaben Sie sich leisten können.

 

Allein oder mit anderen bauen?

Zu den Vorüberlegungen für Ihr Bauvorhaben sollte auch gehören: Wollen Sie es allein oder mit anderen zusammen umsetzen? Ein Doppelhaus für zwei Familien ist günstiger, als wenn Sie ein frei stehendes Einfamilienhaus errichten. Dach und Keller beispielsweise müssen nur einmal gebaut werden. Auch der Innenausbau fällt günstiger aus, wenn Sie ihn sich mit einer anderen Familie teilen. Die Dämmung einer Innenwand zum Beispiel ist günstiger als die einer Außenwand – Sie haben in der Doppelhaushälfte nur drei statt vier Außenwände. Eventuell können Sie sogar eine gemeinsame Heizungsanlage nutzen. Auch die Erschließungskosten des Grundstücks fallen nur einmal an. Insgesamt kann der Bau eines Doppelhauses Ihr Bauvorhaben um bis zu ein Drittel günstiger machen.
Es gibt natürlich auch Gründe, die gegen ein solches Gemeinschaftsprojekt sprechen. Zum einen ist es gar nicht so einfach, einen passenden Partner für das Bauvorhaben zu finden. Zum anderen können Sie weniger individuell bauen, da Sie sich mit dem zweiten Bauherren abstimmen müssen. Und Sie haben im Zweifamilienhaus wieder Nachbarn in unmittelbarer Nähe – denen Sie eventuell ja mit Ihrem Bauvorhaben entfliehen möchten.


Architektenhaus oder Fertighaus?

Gehen wir davon aus, dass Sie ein Einfamilienhaus bauen wollen. Dann haben Sie die große Gestaltungsfreiheit. Grundlegend ist die Frage: Wollen Sie ein Architektenhaus haben? Oder entscheiden Sie sich für ein Fertighaus? Das ist vor allem eine Frage der Kosten und der Zeit. Das Architektenhaus ist teurer, und es dauert aufgrund der individuellen Gestaltung und Bauausführung länger bis zum Einzug. Das Fertighaus ist schneller errichtet und vergünstigt Ihr Bauvorhaben. Allerdings müssen Sie hier vieles selbst koordinieren, etwa die Zusammenarbeit der einzelnen Gewerke.
Als praktischer Mittelweg bietet sich die Zusammenarbeit mit einem Bauträger an. Er nimmt Ihnen bei Ihrem Bauvorhaben viele Aufgaben ab. Der Nachteil ist, dass Sie sich in der Regel nur zwischen vorgegebenen Hausvarianten entscheiden können. Wenn Sie sich ein bisschen umsehen, werden Sie aber auch Anbieter entdecken, die eigene Architekten beschäftigen. Möglicherweise ist dieser Mittelweg bei Ihrem Bauvorhaben der beste: Ein Profi organisiert alles Notwendige für Sie, und Sie können Ihr Bauvorhaben trotzdem relativ individuell gestalten.

 

Grundstück fürs Bauvorhaben suchen

Eine weitere zentrale Entscheidung bei Ihrem Bauvorhaben dreht sich um die Lage des Bauplatzes. Mit folgenden Fragen sollten Sie sich bei der Grundstückssuche beschäftigen:

  • Welche Größe schwebt Ihnen vor? Bauherren in Deutschland planen ihre Einfamilienhäuser gern mit einer Grundfläche von 150 Quadratmetern. Werden Mindestabstände zum Nachbarn, eine Einfahrt und ein 250 Quadratmeter großer Garten dazugezählt, ergibt das eine Grundstücksfläche von mindestens 700 Quadratmetern.
  • Wie muss die Infrastruktur sein? Sind Ihnen Einkaufsmöglichkeiten, Kindergärten und Schulen wichtig, die Sie und Ihre Kinder zu Fuß erreichen können?
  • Wenn Sie beruflich pendeln: Ist die Verkehrsanbindung gut genug, um zügig und ohne Verspätungen bei der Arbeit zu sein?
  • Denken Sie langfristig: Würden Sie sich auch als Senior in der Region wohlfühlen?
  • Wenn Sie infrage kommende Grundstücke für Ihr Bauvorhaben gefunden haben: Wie ist die Beschaffenheit? Bauten in Wassernähe benötigen unter Umständen Stützpfeiler, die in den Boden gerammt werden müssen. Ein Bauplatz in Hanglage ist schwieriger zu bebauen als der auf einer Ebene. Komplizierte Bedingungen verteuern jedes Bauvorhaben.
  • Ist das Grundstück bereits voll erschlossen? Ein auffällig günstiger Kaufpreis kann darauf hinweisen, dass es das nicht ist.

Bebauungsplan und Bauantrag

Haben Sie ein interessantes Grundstück gefunden, werfen Sie zunächst einen Blick in den Bebauungsplan für diesen Bereich. Sie können ihn bei Ihrer Kommune einsehen. Darin steht unter anderem, ob es sich um ein Wohn- oder Mischgebiet von Wohnen und Gewerbe handelt. Enthalten ist auch, wie viel Fläche des Grundstücks Sie bebauen dürfen sowie wie viele Geschosse und welche Dachformen gestattet sind. Wenn Sie nicht sicher sind, ob sich Ihr Bauvorhaben dort realisieren lässt, stellen Sie eine Bauvoranfrage bei Ihrer Gemeinde. Die Vorgaben dafür sehen in jedem Bundesland etwas anders aus. Erkundigen Sie sich beim Bauamt, was Sie im Rahmen der Bauvoranfrage einreichen müssen.
Wenn alles in Ihrem Sinne ist, können Sie oder Ihr Architekt den Bauantrag für Ihr Bauvorhaben stellen. Darin müssen in der Regel eine Baubeschreibung und der Lageplan enthalten sein. Allerdings ist nicht immer ein Bauantrag notwendig. In vielen Bundesländern ist der Bau eines Einfamilienhauses genehmigungsfrei. Voraussetzungen sind, dass ein verbindlicher Bebauungsplan vorliegt und die Erschließung des Grundstücks gesichert ist. Hier muss Ihr Architekt das Bauvorhaben lediglich im Rahmen einer Bauanzeige der Kommune melden. Kommt kein Widerspruch, dürfen Sie mit Ihrem Bauvorhaben beginnen.  

 

Förderungen für Ihr Bauvorhaben

Gut, wenn Sie einen Bausparvertrag haben. Nach einer Ansparphase, deren Dauer Sie selbst festlegen, steht die Zuteilung an. Dabei werden Ihnen Ihr angespartes Vermögen und das verabredete Darlehen ausgezahlt. Unterstützung bei Ihrem Bauvorhaben erhalten Sie auch von staatlicher Seite. Die KfW-Bank hat dafür mehrere Förderprogramme aufgelegt. Damit erhalten Sie vergünstigte Darlehen und Zuschüsse.
Für ein Bauvorhaben kommen folgende KfW-Programme infrage:

  • Kredit 124. Damit fördert die Bank die Finanzierung von selbst genutztem Wohneigentum. Der Kredit kann sich auf bis zu 50.000 Euro belaufen.
  • Kredit 153 wird für den Bau eines KfW-Effizienzhauses mit möglichst geringem Energiebedarf vergeben. Der Kredit kann bis zu 100.000 Euro betragen.
  • Zuschuss 424: Familien und Alleinerziehende erhalten 12.000 Euro Zuschuss pro Kind (zehn Jahre lang je 1.200 Euro) für den Bau oder auch Kauf der eigenen vier Wände. Das ist das sogenannte Baukindergeld.
  • Zuschuss 431: Ihn vergibt die KfW, wenn Sie sich bei Ihrem Bauvorhaben von einem Experten für Energieeffizienz unterstützen lassen. Bis zu 4.000 Euro können dafür genehmigt werden.

Welche KfW-Programme zu Ihrem Bauvorhaben passen, können Sie mit dem KfW-Produktfinder auf www.kfw.de ermitteln.


Optimale Finanzierung Ihres Bauvorhabens

Persönliche Beratung

Unsere Heimatexperten vor Ort sind jederzeit gern für Sie da.

Bausparen und Baufinanzierung – Beratung vor Ort durch unsere Heimatexperten-144x173Beratung vereinbaren

Bei einem Bauvorhaben kommt es nicht nur auf die Umsetzung Ihrer Pläne an – ebenso wichtig ist der Umstand, dass die Finanzierung langfristig zu Ihren Lebensverhältnissen passen muss. Eine umfassende, professionelle Beratung ist daher unabdingbar. Die Heimatexperten von Schwäbisch Hall verfügen über große Expertise und können Ihnen aufzeigen, wie Sie die Finanzierung Ihres Bauvorhabens in Ihr Budget integrieren und mit welchen zusätzlichen Förderungen vom Baukindergeld über die Wohnungsbauprämie bis zum Wohn-Riester Sie die Monatsraten sorglos aufbringen können. Gemeinsam mit Ihnen erarbeiten sie Ihr ganz persönliches, langfristig zinsgünstiges Finanzierungskonzept.  

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