Die Checkliste für den cleveren Immobilienkauf

Der Immobilienkauf ist eine weitreichende Entscheidung. Entsprechend sorgfältig sollten die Käufer vorgehen, wenn sie das Objekt besichtigen, die Finanzierung planen und sich schließlich zum Kauf entscheiden. Unsere Checkliste zum Immobilienkauf deckt alle wichtigen Punkte ab.


Der Weg zum Hauskauf

Die Checkliste Immobilienkauf gibt keine feste Reihenfolge vor: Viele Recherchen und Planungen werden parallel ablaufen, und manchmal kommen Sie auf einzelne Fragen zurück, die Sie vielleicht schon für geklärt hielten. Grob gesagt bereiten Sie sich auf zwei Bereiche vor. Zum einen sind das alle Fragen rund um Ihre Wunschimmobilie:

  • Ist der Preis angemessen?
  • Ist die Immobilie werthaltig?
  • Welche Nebenkosten kommen auf Sie zu?

Der zweite große Bereich betrifft die Finanzierung:

  • Welche Monatsraten können Sie sich leisten?
  • In welchem Zeitraum soll die Baufinanzierung stattfinden?
  • Passt das Finanzierungsmodell zu Ihrem Immobilienprojekt?

Checkliste für Haus oder Wohnung

Besichtigung voll ausschöpfen

Der erste direkte Kontakt zu Ihrer Immobilie ist zumeist der Besichtigungstermin. Machen Sie sich vorab eine Liste aller Aspekte, die Sie prüfen wollen, und nehmen Sie sich beim Termin viel Zeit. Sehen Sie sich zusätzlich auch in der näheren Umgebung um, sprechen Sie falls möglich mit Nachbarn. Vereinbaren Sie bei sich verdichtendem Interesse weitere Besichtigungen zu verschiedenen Tages- oder Wochenzeiten. Achten Sie auf dabei auf Lärmquellen und andere äußere Faktoren.

Verlassen Sie sich nicht allein auf den Makler oder den Verkäufer, sondern machen Sie sich anhand verschiedener Quellen ein Bild von der Lage der Immobilie: Sind die Straße und das Quartier eine gute Wohngegend, gibt es geeignete Schulen, ausreichende Einkaufsmöglichkeiten und eine öffentliche Verkehrsanbindung?

Sachverständigen hinzuziehen

Die Qualität der Bausubstanz, eventuelle Mängel an Statik oder Dämmung und sonstige Belastungen können nur Fachleute sicher beurteilen. Ziehen Sie daher bei älteren Bestandsimmobilien gegebenenfalls einen Sachverständigen hinzu, der Mauerwerk, Dach, Fenster, Elektrik, Heizung und Wasserinstallationen genau unter die Lupe nimmt. Oft sind im Altbau umfangreiche Sanierungsmaßnahmen nötig. Eventuell kommen auch Fragen des Denkmalschutzes hinzu, die Sie bei Umbauten berücksichtigen müssen.

Ein Baugutachter liefert Ihnen auch Argumente für die Verhandlungen mit dem Makler oder Verkäufer. Sein Gutachten hilft Ihnen dabei, Ihr Bauchgefühl abzusichern und sich nicht auf allzu rosige Schilderungen von Maklerseite zu verlassen. Bausachverständige arbeiten nach Honorar. Wählen Sie den Gutachter sorgfältig aus, denn die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt.


Checkliste Immobilienkauf: Der Kostenrahmen

Wie hoch darf die monatliche Belastung sein?

Damit Ihre Immobilienfinanzierung Hand und Fuß hat, müssen Sie Ihren finanziellen Rahmen kennen. Listen Sie alle Haushaltseinnahmen auf. Stellen Sie den Einnahmen alle Ausgaben für Versicherungen, Kommunikation, Verkehr, Beiträge und sonstige laufenden Kosten gegenüber. Ermitteln Sie über mehrere Monate zum Beispiel mithilfe eines Haushaltsbuchs, wie viel Sie für Nahrung, Kleidung und Freizeit ausgeben. Und planen Sie ein Urlaubsbudget und eines für Investitionen wie Haushaltsgeräte und das Auto ein. Die Baufinanzierung wird Sie auf Jahre hinaus finanziell binden – setzen Sie sich also keine unrealistischen Sparziele, sondern ermitteln Sie Ihren wirtschaftlichen Spielraum realistisch.

Wie hoch sind die Betriebskosten im neuen Haus?

Ihre derzeitige Kaltmiete können Sie für die Kredit-Monatsrate einplanen. Anders sieht es mit den Betriebskosten aus. Je nach Objekt zahlen Sie im neuen Haus möglicherweise einen höheren Betrag für Heizung, Wasser und sonstige Nebenkosten als bisher. Schätzen Sie daher die zu erwartenden Betriebskosten realistisch, oder lassen Sie sich von den Vorbesitzern die Belege zeigen. Bedenken Sie, dass Heizung und Stromverbrauch vom individuellen Lebensstil beeinflusst werden.


Checkliste Immobilienkauf: Rücklagen und Nebenkosten

Wie viel Eigenkapital steuern Sie bei?

Eigenkapital ist nötig, um die Kaufnebenkosten abzudecken. Diese werden grundsätzlich aus Eigenkapital abgedeckt, denn sie steigern den Wert des Hauses nicht. Zusätzlich zum Eigenkapital für die Kaufnebenkosten empfehlen Experten Eigenkapital in Höhe von etwa 20 Prozent des Kaufpreises, denn so erhalten die Banken eine gute Kreditabsicherung. Dadurch wird der Kredit günstiger und die Laufzeit kürzer, denn schon einige Zehntelprozent machen in der Baufinanzierung mehrere Tausend Euro Unterschied. Als Eigenkapital dienen alle verfügbaren Geldmittel, aber auch Kredite von Verwandten oder dem Arbeitgeber oder auch ein eventuell vorhandenes Grundstück. Nur in Ausnahmefällen ist eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital möglich.

Nebenkosten nicht vergessen

Der Verkaufspreis aus der Immobilienanzeige ist nicht die einzige Zahl, auf die sich Hauskäufer konzentrieren sollten. Die Kaufnebenkosten einer Immobilie betragen zehn bis fünfzehn Prozent des Hauspreises. Diese Summen müssen in der Immobilienfinanzierung berücksichtigt werden. Sie sind aber – weil sie den Wert der Immobilie nicht steigern – nicht Teil des Darlehens, sondern sollten aus Eigenmitteln bezahlt werden. Zu den wichtigsten Kaufnebenkosten zählen Maklerkosten, Grunderwerbsteuer und Notarkosten.


Checkliste Immobilienkauf: Die Finanzierung

Bausparverträge und Förderung

Bausparverträge sind eine besonders geeignetes Instrument, mit dem Sie auf Wohneigentum hinarbeiten können. Sobald nach der Ansparphase das vereinbarte Sparziel erreicht wird, haben Sie Anspruch auf die Zuteilung eines günstigen Bauspardarlehens. Das können Sie für den Kauf oder die Modernisierung von Wohneigentum nutzen. Eine weitere Stärke ist die Möglichkeit, sich den Zinssatz bis zu 30 Jahre lang zu sichern. Das erlaubt eine langfristig verlässlich kalkulierbare Haushaltsplanung.

Zusätzlicher Vorteil: Der Staat erleichtert den Immobilienerwerb via Bausparen über verschiedene Förderprogramme. Ob Riester-Verträge im Rahmen des Bausparens, Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmersparzulage oder KfW-Kredite: Machen Sie sich mit den Förderungsmöglichkeiten vertraut und nutzen Sie mögliche Zuschüsse, um günstiger Immobilienbesitz aufzubauen.

Dauer der Laufzeit bedenken

Die Laufzeit des Kredits bestimmt, wie schnell Ihre Immobilie abgezahlt ist. Die meisten Käufer wollen bis zum Eintritt in den Ruhestand ihren Kredit abtragen, damit sie dannim Alter mietfrei wohnen. Das allein sorgt für unterschiedliche Zeithorizonte: Junge Familien mit noch niedrigerem Einkommen lassen den Kredit beispielsweise 30 Jahre laufen. Käufer, die bereits auf die 50 Jahre zugehen, wollen die Finanzierung innerhalb von zehn bis fünfzehn Jahren tilgen. Die Laufzeit hängt zudem eng mit der Höhe der monatlichen Rate zusammen. Besonders wichtig ist die Frage nach der Zinsfestlegung. Mit der Zinsbindung sichern Sie sich einen günstigen Zinssatz auf viele Jahre hinaus – so erhalten Sie optimale Planungssicherheit.


Fazit

Lassen Sie sich zum Thema Bausparen und Finanzieren beraten - Ihr Heimatexperte vor Ort freut sich auf Sie.

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Unsere Checkliste Immobilienkauf ist ein erster Schritt in die Planung – Sie werden erleben, dass Sie in viele rechtliche und praktische Fragen und in die Immobilienfinanzierung sehr viel tiefer einsteigen und sich dann fast selbst wie ein Experte in eigener Sache fühlen. Verzichten Sie zudem nicht auf fachkundigen und möglichst unabhängigen Rat und Unterstützung. Dann können Sie die nächsten Jahre zufrieden und sicher in Ihren eigenen vier Wänden verbringen. Viel Erfolg!