Dachgeschossausbau: Mehr Platz, Zimmer und Licht

Der Dachgeschossausbau schöpft das Potenzial für zusätzlichen Wohnraum aus, das in vielen Häusern schlummert. Mit kreativen Ideen verwandelt sich der staubige Dachboden in eine zusätzliche Etage mit Platz für Kinder oder Gäste, Arbeit oder Freizeit. 


Den Dachgeschossausbau planen

Bei einem Neubau ist es sinnvoll, von vornherein einen möglichen späteren Dachgeschossausbau zu berücksichtigen. Auch wenn der Bedarf noch nicht da ist oder das Kapital für die Umsetzung aktuell nicht ausreicht, gibt es bauliche und statische Überlegungen, die in der ersten Planungsphase berücksichtigt werden sollten. So halten Sie sich alle Optionen offen und sparen später Kosten und Aufwand.
Das beginnt mit der Anordnung der tragenden Wände, die die Raumaufteilung auch für das Dachgeschoss vorgeben. Dachneigung und -höhe haben ebenfalls einen großen Einfluss darauf, wie einfach sich ein späterer Dachgeschossausbau umsetzen lässt.
Überlegen Sie, wo der Zugang zur Dachetage liegen soll. Wo könnte eine Treppe eingebaut werden? Möchten Sie eher einen Zugang vom Treppenhaus her oder aus einem der Wohnräume? Auch die Installation für Wasser, Strom und Heizung sollten Sie von Anfang an einplanen – dann müssen Sie im Falle eines Dachgeschossausbaus beispielsweise nicht nachträglich die Heizungsanlage anpassen. Die Hauptversorgungsleitungen bis zum Dachboden hochzuziehen, ist kein großer Kostenfaktor.


Der nachträgliche Dachgeschossausbau

Auch wenn das Haus bereits steht, können Sie in sehr vielen Fällen nachträglich den Dachboden ausbauen. Ideen sammeln Sie zunächst selbst. Es empfiehlt sich aber, frühzeitig einen Architekten oder Bauingenieur hinzuzuziehen. Der Experte prüft die Bausubstanz und berechnet, ob die geplanten Umbauten möglich sind.
Außerdem benötigen Sie Unterstützung beim Bauantrag, in vielen Fällen brauchen Sie eine amtliche Genehmigung für den Dachgeschossausbau. Eine Zustimmung der örtlichen Baubehörde ist erforderlich, wenn der Ausbau das äußere Erscheinungsbild verändert. Das ist beispielsweise beim Einbau von Gauben der Fall. Hier setzt der Bebauungsplan oft enge Grenzen. Außerdem fallen weitere Aspekte des Ausbaus unter das Baurecht. Dazu gehören:

  • die Nutzungsänderung
  • die Fluchtwege
  • die Brandschutzvorschriften

Lassen Sie sich Kostenvoranschläge für die verschiedenen Bereiche erstellen. So können Sie absehen, wie teuer der Dachgeschossausbau wird. Die genaue Analyse der Ausgangslage ist dafür Voraussetzung.

Wie Sie vom Dachgeschossausbau profitieren können

Die Motive für den Dachausbau sind so unterschiedlich wie die Hauseigentümer und ihre Eigenheime. Hier ein paar Lebenssituationen, in denen zusätzlicher Wohnraum wünschenswert ist.

  • Eigener Bereich für Kinder und Jugendliche: Unter dem Dach kann ein eigenes Reich für den Nachwuchs entstehen. Kleinere Kinder suchen eher die Nähe zu den Eltern, den Umbau zu Kinderzimmern gehen Familien daher oft an, wenn die Kinder schon älter sind und ihr eigenes Reich und den Abstand zur Familie genießen. Ein zusätzliches Zimmer unter dem Dach – eventuell mit eigenem Bad und Küchenzeile – eignet sich besonders gut für erwachsene Kinder im Studium oder in der Ausbildung.
  • Gästezimmer: Wenn Sie oft Besuch haben, bietet sich das Dachgeschoss als Gästezimmer an. Dort haben die Besucher etwas Ruhe vom Familientrubel. Auch in diesem Fall ist ein kleines Bad ideal. Falls das Dachgeschoss für ältere Freunde oder Verwandte genutzt werden soll, sollten Sie auf eine seniorengerechte Gestaltung achten, etwa bei der Treppe und den Sanitärinstallationen.
  • Arbeitszimmer: Der Dachboden eignet sich gut als Arbeitszimmer. Unterm Dach sind Sie räumlich abgetrennt und können ungestört konzentriert arbeiten. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass sich das Dachgeschoss im Sommer nicht zu sehr aufheizt. Dachfenster sollten sich abdunkeln lassen.
    Möchten Sie das Arbeitszimmer steuerlich geltend machen, müssen Sie strenge Vorschriften erfüllen. Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater, wie Sie den Aufwand für das Arbeitszimmer als Selbstständiger oder Angestellter in der Steuererklärung berücksichtigen können. Auch die Finanzierung des Dachgeschossumbaus können Sie unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich geltend machen.
  • Wohnbereich mit Dachterrasse: Wenn ein Haus keinen Balkon oder eine schattige Terrasse hat, ist die Dachterrasse eine tolle Alternative. Viele Hauseigentümer gestalten einen zusätzlichen Wohnbereich unter dem Dach und öffnen ihn zu einer Dachterrasse – so lassen sich warme Sonnentage und laue Sommerabende besonders genießen. Idealerweise ist die Dachterrasse gut gegen Einblicke geschützt und so ein perfekter Rückzugsort.
  • Das Dachgeschoss als Loft: Gerade im Altbau können Sie, wenn Sie den Dachboden ausbauen, viele Ideen verwirklichen. Beispiel: Ein Wohnbereich als Loft gestaltet, mit freistehenden Dachbalken und einer Fläche, die sich über das gesamte Dachgeschoss erstreckt, ist modern und wirkt sehr licht. Ob als Schlafbereich, zusätzliches Wohnzimmer oder Arbeitszimmer: Ein Loft bietet vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.

Dachboden ausbauen: Ideen für die Fenstergestaltung

Wenn Sie das Dachgeschoss ausbauen, stehen insbesondere bei älteren Häusern die Fenster im Fokus. Nicht ausgebaute Dachböden in Altbauten haben kleine Fenster und Luken, für die Nutzung als Wohnraum muss mehr  Licht herein. Das können Sie auf verschiedene Arten erreichen:

  • Die Gaube: Dachgauben sind Einbauten in geneigte Dächer. Die Fenster stehen senkrecht, Bewohnen können im Bereich der Gaube aufrecht stehen. Insofern vergrößert die Gaube den Wohnraum.
    Sie können Gauben als Fertigelement kaufen oder vom Architekten eine maßgeschneiderte Lösung entwerfen lassen. Einbauelemente gibt es in vielen verschiedenen Formen wie Flachdachgaube, Spitzgaube und Schleppgaube.
    Da die Gaube die äußere Optik des Hauses und die Statik verändert, benötigen Sie für den Einbau eine Baugenehmigung.
  • Dachfenster: Als liegende Dachfenster haben sie die gleiche Neigung wie das Dach. Sie müssen Lasten wie Schnee aushalten und sind generell der Witterung stärker ausgesetzt als herkömmliche Fenster. Für Dachfenster im Wohnbereich benötigen Sie in der Regel einen Sonnenschutz.
  • Panoramafenster: Diese besonders großen Fenster lassen viel Licht ins Dachgeschoss und bieten einen tollen Blick auf die umliegende Landschaft. Oftmals handelt es sich um Schiebefenster.
  • Giebelfenster: Es wird als Dreiecksfenster individuell in den Dachgiebel eingepasst. So gelangt viel Licht über die vormals gemauerte Giebelseite in den Dachboden. Natürlich müssen Sie die Auswirkungen auf die Statik berücksichtigen, wenn das Giebelfenster eine große Fläche einnimmt.

Hoch hinaus: Dachgeschossausbau mit Kniestockanhebung

Eine aufwendige Methode, beim Dachgeschossausbau besonders viel Wohnraum zu gewinnen, ist die Kniestockanhebung. Dabei wird das Dach abgetragen und der Kniestock (die senkrechte Wand zwischen der Dachgeschossdecke und der Dachkonstruktion) erhöht. Der Raum wächst nach oben, die Seitenbereiche lassen sich besser nutzen. Die Kosten dafür sind allerdings erheblich, und Sie benötigen eine Baugenehmigung.

 

Das Dachgeschoss dämmen

Der Dachgeschossausbau macht meist eine zusätzliche Wärmedämmung nötig. Für bewohnbare Dachböden gelten strengere Vorschriften als für unbewohnte. Die Dämmstoffe sollten mindestens 16 Zentimeter dick sein. Sie müssen aus schwer entflammbarem Material bestehen, das den aktuellen Brandschutzvorschriften entspricht. Denken Sie unbedingt an den Schallschutz nach unten, vor allem gegen Trittschall.
Untersuchen Sie, ob Ihre Heizungsanlage den zusätzlichen Wohnraum gut heizen kann. Wichtig ist beispielsweise, wie Sie die zusätzlichen Heizkörper im Raum anordnen. Die Fenster spielen ebenfalls eine große Rolle. Mit gut dämmenden Dachfenstern können Sie Wärmeverlust vermindern.


Das Badezimmer unter dem Dach

Für das Badezimmer im neuen Dachgeschoss müssen Sie die entsprechenden Versorgungsleitungen verlegen. Dann können Sie gerade in kleinen Häusern mit nur einem Bad von einem zusätzlichen, großzügigen Badezimmer profitieren. Ideal ist das Bad natürlich zusammen mit einem Schlafzimmer oder Gästezimmer. Auch eine komplette Wellness-Oase mit Badezimmer, Sauna und Fitnessbereich ist im Dachgeschoss möglich.

 

Die Kosten für den Dachgeschossausbau

 

Am günstigsten ist es, den Dachbodenausbau bereits im Neubau einzuplanen, selbst wenn Sie den zusätzlichen Wohnraum vorerst nicht nutzen. Wollen Sie die Dachetage eines bestehenden Hauses ausbauen, sollten Sie wie bei jedem Bauprojekt die Kosten vorab schätzen, indem Sie Angebote zu den einzelnen Posten einholen und vergleichen.
Architekten, Bauunternehmen und Bauingenieure helfen Ihnen bei der Kostenschätzung für den Dachgeschossausbau. Es gibt Richtwerte für die Dachdämmung, die in Euro je Quadratmeter Dachfläche angegeben sind. Um die Kosten für den Umbau des Dachbodens abzuschätzen, orientieren Sie sich an den Kosten für den Innenausbau, je Quadratmeter Wohnfläche gemessen. Wenn Sie die Kosten für verschiedene Fenster oder Gauben recherchieren, benötigen Sie den Preis für das Bauelement sowie eine Schätzung der Einbaukosten.


Die Finanzierung Ihres Dachgeschossausbaus

Die Kosten für den Dachausbau betragen laut Fachleuten 250 bis 500 Euro je Quadratmeter. Die konkreten Kosten hängen natürlich stark davon ab, wie die Voraussetzungen im Haus sind und wie das Dachgeschoss nach dem Aus- und Umbau aussehen soll. Den Ausgaben steht gegenüber, dass der Dachausbau eine erhebliche Wertsteigerung für ihr Haus bedeutet.
Sobald Sie einen Überblick über die nötigen Kosten haben, organisieren Sie die nötige Finanzierung. Sie können das Darlehen aus Ihrem Bausparvertrag für den Dachgeschossausbau nutzen. Die Heimatexperten von Schwäbisch Hall helfen Ihnen dabei, Ihr Budget zu planen und einen individuellen, langfristig zinssicheren Finanzierungsplan zu entwickeln.
Für den Dachgeschossausbau selbst gibt es keine staatliche Förderung, wohl aber für eine energieeffiziente Dachsanierung. Wenn Sie den Ausbau mit einer Sanierung verbinden, können Sie zahlreiche Förderprogramme beispielsweise der KfW-Bank in Anspruch nehmen. Auch dabei ist Ihnen der Heimatexperte behilflich.  

Persönliche Beratung

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