Bio-Solar-Haus - das Haus im Haus

In Niedersachsen lebt eine Familie in einem Holzhaus, das unter einer Art Treibhaus steht. Das Konzept heißt Bio-Solar-Haus.


Bio-Solar-Haus als Baukasten

Viele der Bio-Solar Haus-Kunden bauen die Häuser komplett selber. "Unsere Häuser zu bauen, ist kein Hexenwerk. Das Prinzip "Einfach" zieht sich wie ein roter Faden durch die Bio-Solar-Haus-Philosophie. So haben wir auch eine Heizung entwickelt, die einfach funktioniert, wartungsfrei ist, und eine lange Lebensdauer hat”, sagt Wolfgang Kirch und fügt hinzu: "Unsere Kunden sind Individualisten".

 

Energiesparendes Wohnen bei Osnabrück

Rund 250.000 Euro investierte Familie Lumme 2000 in den Bausatz ihres Bio-Solar-Hauses. Dafür gab es 187 energiearme Quadratmeter: Die Wandstrahlungsheizung und die Heißwasserleitungen für die Bäder werden mit regenerativen Energien (Holz und Solar) gespeist. Der Heizwärmebedarf liegt bei 23, der Primärenergiebedarf bei 17 Kilowattstunden (jeweils pro Quadratmeter und Jahr). Die Bio-Solar-Häuser können über das KfW-Programm „Energieeffizient Bauen“ gefördert werden.

Grafik des Bio-Solar-Hauses

"Mein großes Hobby ist der Modellbau"

Auf dem Boden des Giebelraumes, der „Absorberfläche“, liegen schwarze Schläuche, die zudem die Sonnenstrahlen nutzen, um Wasser zu erwärmen. Rund 900 Meter Schlauch sind hier verlegt, genug, um die etwa 190 Quadratmeter Wohnfläche im Bio-Solar-Haus durch Heißwasserschläuche in den Wänden kuschelig warm und die Duschen heiß zu machen. „Im Winter heizt dann noch der Kamin mit“, meint Lumme. „Dann haben wir immer ein gemütliches Feuer. Wirklich immer, denn eine andere Heizmöglichkeit gibt es nicht.“

Früher baute Klaus Becher Fabriken, die effektiv arbeiten sollten. Da waren Ideen zum Energiesparen gefragt. Als er sich zur Ruhe setzte, suchte er nach einer Möglichkeit, wie er dieses Prinzip in seinem eigenen Haus verwirklichen könnte. Seine Lösung war, eine von der Sonne aufgeheizte Luftschicht die Arbeit der Wärmeisolation machen zu lassen. Das war 1993. Inzwischen verkauft der Ruheständler seine mehrfach umweltprämierten Bio-Solar-Häuser europaweit. Bauherren lassen sie sich individuell formen, es gibt sie schlüsselfertig oder als Baukasten zum selbst Zusammensetzen. Letzteres ist die Variante, für die sich die Lummes entschieden haben. „Mein großes Hobby ist der Modellbau“, meint Lumme. „Nur war diesmal mein Modell eben ein bisschen größer.“ 

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Naturnahes Wohnen im Bio-Solar-Haus

Bio-Solarhaus: Haus mit Wintergarten am Südende
Gekentertes Schiff: Das Gras auf den "Planken" hält das Innere warm (Foto: A. Haug)

Weil es hier zum Boden hin offene Beete gibt, können die Pflanzen tief in die Erde wurzeln. Es sind deshalb keine Zimmerpflänzchen, die Lummes Wohnbereich begrünen. Wer das Esszimmer betritt, passiert drei stattliche Exoten-Bäume. Der Wintergarten am Südende hat eine große Glastürfront. Hier macht man im Sommer Durchzug, um die aufgeheizte Luft aus dem Hauszwischenraum ins Freie strömen zu lassen.

 

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Wohnen auf Probe

Als sich Lummes zum Hausbau entschlossen, waren es das gute Raumklima und die erholsame Luft, die den Ausschlag gaben. „Bei dem Hausanbieter kann man Probe wohnen“, sagt Lumme. „Wir blieben ein Wochenende in der Pfalz. Danach wussten wir, dass wir genau dieses System wollten.“ Laut Bio-Solar-Haus-Pressesprecher Wolfgang Kirch sind die meisten „Probewohner“ erstaunt, dass sich im Bio Solar Haus wirklich keine Feuchtigkeit sammelt. Wenn er dann den Probewohnern erzählt, dass Wasserdampf erst einmal nur ein trockenes Gas ist, und dass beim Bau der Bio-Solar-Häuser viel Physik im Spiel ist, ist die Neugierde endgültig geweckt.

 

Bio-Solar-Haus: Gewächshaus als Vorbild

Naturnahes Wohnen ist mir wichtig

Das sogenannte Bio-Solar-Haus-Bausystem ist eine Erfindung des Maschinenbauingenieurs Klaus Becher. Ihm war naturnahes Wohnen wichtig. Für seinen Altersruhesitz wollte sich der „Tüftler“ ein energiesparendes Haus bauen, mit gutem Raumklima, aber ohne aufwendige Technik und Lüftungsanlage. Doch er fand kein passendes Haus. Als der gelernte Diplom-Ingenieur in einem Gewächshaus stand, kam ihm die Idee: Er baut einfach ein Gewächshaus und stellt dort ein Haus hinein.


Nicht unter einer Plastiktüte leben

Von der luftdichten Bauweise anderer Energiesparhäuser will er sich bewusst absetzen. „Bei unseren Häusern muss man nicht unter Dampfsperren wie in einer Plastiktüte leben und durch Lüftungsanlagen künstlich beatmet werden“, sagt er. Trotzdem ist der Bedarf an externer Energie mit etwa 20 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr gering. Dazu tragen unter anderem die Plexiglasplatten bei, die das Dach decken. Sie lassen das Licht hinein, den Wärmeanteil seiner Strahlen aber nicht wieder hinaus. Die Wärme wird im Hohlraum wie in einem Treibhaus gesammelt und erwärmt Wände und Decken im Bio-Solar-Haus.