Handwerker finden: Was taugen Vermittlungsportale?

Gute Handwerker zu finden, das ist dank des Internets scheinbar einfacher als früher. Vermittlungsportale boomen, die Auswahl ist groß – doch genau darin liegt auch ein Problem. Wie
erkennt man, ob die angebotenen Leistungen nicht nur preislich, sondern auch qualitativ stimmen? Und was sollte man generell bei diesen Portalen beachten?


Experten: Nicht alle Portale bürgen für Qualität

Zu genereller Vorsicht bei der Handwerkersuche in Vermittlungsportalen rät der Verband Privater Bauherren (VPB). „Diese Angebote versprechen individuell ausgesuchte Firmenangebote, aus denen der Bauherr dann frei wählen darf“, sagt VPB-Sprecherin Eva Reinhold-Postina. „Individuell ausgesucht bedeutet aber nicht, sorgsam auf Qualität geprüft. Ob die vorgeschlagenen Unternehmen wirklich die besten sind, geschweige denn aus Ihrer Gegend kommen, ist fraglich.“

Doch gerade die gute Erreichbarkeit eines regionalen Betriebs ist ein wichtiger Punkt bei der Handwerkerauswahl. Deshalb empfiehlt der VPB, lieber drei bis vier örtliche Firmen aus dem Branchenbuch zu suchen und deren Angebote einzuholen. Zumal viele Vermittlungsportale, so ein weiterer VPB-Kritikpunkt, von Suchenden eine Vielzahl persönlicher Daten erfragen. „Das geht bis hin zu den Besitzverhältnissen am Haus“, so Eva Reinold-Postina. „Regionale Handwerker, die man direkt ansprechen kann, erheben diese Daten selbstverständlich nicht.“


Kritischer Umgang mit Vermittlungsportalen empfohlen

Einen kritischen Umgang mit Vermittlungsportalen empfiehlt auch Josina Starke von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. „Ich würde aber nicht generell davon abraten“, erklärt sie. „Es gibt dort nicht nur schwarze Schafe, man kann auch auf diesem Weg gute und preiswerte Handwerker finden. Einige Portale verlangen von Betrieben, die sie vermitteln, inzwischen Qualitätsnachweise in Form von Gewerbeschein, Meister- oder Gesellenbriefen.“

Dennoch, so Verbraucherschützerin Josina Starke weiter, sei es natürlich nicht einzusehen, dass ein Kunde Angaben über das Alter oder die Besitzverhältnisse am Haus machen soll, wenn er das Wohnzimmer mit Parkett ausstatten, ein Dachfenster einbauen oder eine Drainage anlegen lassen will.

Auch im Branchenbuch lassen sich Handwerker finden

Gleichgültig ob per Internet, Branchenbuch oder auf Empfehlung von Bekannten: „Im Zweifel sollte man sich immer für ein Unternehmen aus der näheren Umgebung entscheiden, selbst wenn es ein paar Euro teurer ist“, rät Josina Starke. „Sollten Probleme auftreten, hat man kurze Wege und kann beispielsweise eventuelle Gewährleistungsansprüche leichter durchsetzen.“ Und da ein regionales Unternehmen Wert auf seinen guten Ruf in der Region legen sollte, sei das Risiko von Pfusch am Bau geringer. Wer bei umfangreicheren Vorhaben eine professionelle Baubegleitung einsetzt, befindet sich auf der sicheren Seite.

Ein weiterer Tipp der Verbraucherschützerin: „Sehen Sie sich die Betriebe vor Ort an und lassen Sie einen Kostenvoranschlag machen, auch wenn diese nicht immer gratis sind. Erkundigen Sie sich vorher danach.“ Egal, ob Sie einen Neubau oder eine Modernisierung planen: Da die eigentliche Baumaßnahme ja erst nach der Auftragsvergabe beginnt, sollten Sie den Bauablauf gut dokumentieren, um für die abschließende Bauabnahme eine gute Grundlage zu haben. Auch können immer Unstimmigkeiten aufkommen.


Tipp: Kostenvoranschläge genau prüfen

Generell sollte man bei Kostenvoranschlägen beachten, dass alle wichtigen Angaben enthalten sind: neben einer Beschreibung der vereinbarten Leistung also auch die veranschlagte Arbeitszeit, Materialkosten, Arbeitslohn und Fahrtkosten. Aber Achtung: „Kostenvoranschläge garantieren nicht, dass es bei dem darin genannten Preis bleibt“, warnt Josina Starke. „Handwerker dürfen bis zu 15 Prozent davon abweichen. Nur wenn die Arbeiten deutlich teurer werden, muss der Kunde vorher aufgeklärt werden und kann den Vertrag gegebenenfalls kündigen.“ Am besten, man spricht den Auftrag vor Baubeginn noch einmal genau mit der ausführenden Firma durch.


Bei Architektensuche hilft die Website der regionalen Kammer

Auch bei der Architektensuche sollte man sich möglichst auf die eigene Region konzentrieren. Die Architektenkammern bieten auf ihren Internetseiten meist die Möglichkeit zu einer detaillierten Suche. VPB-Sprecherin Reinhold-Postina empfiehlt, auf jeden Fall darauf zu achten, ob der Architekt wirklich zu dem geplanten Bauvorhaben passt: „Ein anerkannter Spezialist für Gewerbebauten muss nicht unbedingt auch gute Eigenheime bauen.“

Am besten lässt man sich Referenzobjekte in der Nähe nennen und erkundigt sich bei den Bauherren, wie die Zusammenarbeit gelaufen ist. Aber ob man nun einen Architekten oder gute Handwerker finden will – ohne ein gewisses Maß an Vorbereitung geht es nicht.


Zielführender Mix aus Information und Empfehlung

Um Ihr Bau- oder Renovierungsvorhaben optimal zu realisieren, sollten Sie die zu beauftragenden Firmen und Handwerker mithilfe eines Mixes aus den unterschiedlichen Informationsquellen suchen: Vermittlungsportale und Branchenbuch geben eine erste Orientierung. Fragen Sie aber unbedingt auch andere Bauherren und den mit der Baubetreuung beauftragten Architekten – denn der hat schon viel Erfahrung mit Firmen gesammelt. Wenn er ein Unternehmen empfiehlt, ist er für die korrekte Ausführung der Aufträge im Wort.

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