Preiswertes und modernes Siedlungshaus

Mit schlichter Optik und der Reduktion aufs Wesentliche schufen die Siedlungshäuser der 50er-Jahre preiswerten Wohnraum. Ein Augsburger Architekt interpretierte das Konzept neu.


Perfekte Herausforderung: Preiswert bauen auf 64 Quadratmetern

Eine Grundfläche von acht mal acht Metern stand zur Verfügung, wenn der Neubau sich später bei Bedarf auch mit dem bestehenden Haus verbinden lassen sollte. Gerade diese Begrenztheit war die Herausforderung, es musste auf engem Raum etwas Klares, Schlichtes geschaffen werden.

Der Hausneubau ist eine gelungene Neuinterpretation der Funktionalarchitektur der 50er: ein zweigeschossiger Kubus, mit identischen Fassaden an Ost-, Süd- und Westseite. Auf den ersten Blick ganz anders als das bereits vorhandene Satteldachhaus – und doch mit einer verblüffend ähnlichen Ruhe und Klarheit.


Klassische Raumaufteilung

Das Haus hat keine klassische Raumaufteilung. Auf trennende Wände wurde im ganzen Haus verzichtet. So ist das gesamte Erdgeschoss ein offener Raum, der Küche, Wohn- und Esszimmer vereinigt. Gekostet hat das alles nur 119.000 Euro. Der Architekt konnte sparen, indem er zugunsten von Einbaumöbeln komplett auf Innenwände verzichtete.

Zwei autarke Häuser mit unterschiedlicher Form, doch gleichem Ausmaß: Acht mal acht Meter. Ideal also für zwei Wohnparteien. Bei Bedarf jedoch lassen sie sich problemlos zu einem harmonischen Ganzen fügen, dann bieten sie genügend Platz für eine mehrköpfige Familie.


Flexible Wohnkonzepte im Siedlungshaus des 21. Jahrhunderts

Und genau das ist für den planenden Architekten das Baukonzept von morgen: Häuser, die sich den unterschiedlichen Lebensbedürfnissen anpassen lassen.