Automatische Lüftung für ein gesundes Raumklima

Je besser ein Haus gedämmt ist, umso effektiver muss die Lüftung sein. Sonst drohen schlechtes Raumklima und schlimmstenfalls Schimmel. In Niedrigenergiehäusern ist eine automatische Lüftung Standard. Was aber, wenn Sie ein älteres Haus energieeffizient sanieren? Wir stellen Ihnen die Möglichkeiten vor.


Eine Lüftung sorgt für gute Raumluft und beugt Schimmel vor

Frische Luft sorgt dafür, dass Sie sich in Ihrem Zuhause wohlfühlen. Dafür können Sie die Fenster öffnen – oder eine automatische Lüftung einbauen. Die hat ein entscheidendes Plus: Über die Zufuhr von Frischluft hinaus sorgt die Lüftung dafür, dass die Raumluft nicht zu feucht wird. Das ist wichtig, sonst droht Schimmel an Wänden, Decken und in Fensternischen. Bei energieeffizienten Neubauten gehört eine automatische Lüftung ganz selbstverständlich zur Haustechnik. Die Vorteile im Überblick:

  • Sie haben stets gute Raumluft.
  • Die Luftfeuchtigkeit ist geregelt.
  • Die automatische Lüftung verringert die Schimmelgefahr.
  • Die Bausubstanz erleidet keine Feuchtigkeitsschäden.
  • Dank spezieller Filter in der Lüftung sind Allergiker vor Pollen geschützt.
  • Außer Wartung sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich.

Es gibt verschiedene Anlagen für die automatische Lüftung: zentrale und dezentrale Anlagen mit und ohne Wärmetauscher. Das beste System für den Neubau ist die zentrale Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung. Das Prinzip: Luft wird von außen angesaugt und mittels Ventilatoren zum Lüftungsgerät innerhalb des Hauses geleitet. Dort strömt sie durch den Wärmetauscher. Er sorgt dafür, dass die kalte Außenluft von der Abluft erwärmt wird. Innerhalb von ein bis vier Stunden wird die Raumluft einmal komplett ausgetauscht. Dank der Wärmerückgewinnung „lassen sich die Heizkosten gegenüber dem manuellen Lüften um 30 bis 50 Prozent verringern“, erläutert Günther Mertz, Geschäftsführer des Fachverbands Gebäude-Klima, auf dem Onlineportal „Mein EigenHeim“.  


Eine Lüftung in älteren Häusern nachrüsten

In Immobilien ohne automatische Lüftung müssen Sie regelmäßig per Hand lüften. Energieberater empfehlen, mindestens dreimal am Tag querzulüften mit weit geöffneten Fenstern: in den Wintermonaten fünf Minuten, in den Sommermonaten bis zu 25 Minuten. Nachteil: In den Heizungsmonaten geht dadurch Wärmeenergie verloren. Außerdem kann es zur lästigen Pflicht werden, ständig ans Lüften denken zu müssen.

Als Eigentümer einer älteren Immobilie möchten Sie natürlich ebenfalls ein gesundes Raumklima haben. Darum ist es sinnvoll, eine automatische Lüftung nachträglich einzubauen. Voraussetzung ist, dass das Gebäude energetisch saniert wurde. Im Idealfall bauen Sie die Lüftung im Rahmen der Sanierung ein. Wenn Sie keinen Vollwärmeschutz, sondern nur kleinere Dämmmaßnahmen umsetzen, fragen Sie einen Experten für Lüftungsanlagen. Er begutachtet die Situation vor Ort. Anschließend kann er eine Empfehlung aussprechen, welche Art von Lüftung für Ihr Haus sinnvoll ist. Generell lautet der Ratschlag aber: Wenn Sie schon Geld in eine energiefreundliche Optimierung investieren, lassen Sie die Lüftung nicht außen vor. Von den oben genannten Vorteilen profitieren Sie dann auch im sanierten Altbau.

Vor dem Einbau einer Lüftung

Oft ist es gar nicht Ihre eigene Entscheidung, ob Sie eine automatische Lüftung einbauen oder nicht. In Paragraf 6 der Energieeinsparverordnung (EnEV) steht, dass „zum Zwecke der Gesundheit und Beheizung (ein) erforderlicher Mindestluftwechsel sichergestellt“ sein muss. Wollen Sie eine größere energetische Sanierung umsetzen, müssen Sie daher den Baubehörden ein Lüftungskonzept vorlegen. Ihr Bauunternehmer kennt sich damit aus. Ein Konzept für die Lüftung ist zum Beispiel erforderlich, wenn Sie mehr als ein Drittel der Fenster in Ihrem Haus austauschen wollen.

Jedoch: Eine automatische Lüftung ist nicht immer sinnvoll. Eine Lüftung ohne vernünftige Dämmung bringt Ihnen nur unangenehme Zugluft. Wollen Sie nachträglich eine Lüftung einbauen, lassen Sie vorher eine Fachfirma den Blower-Door-Test durchführen. Offiziell heißt er Differenzdruck-Messung. Es geht darum, die Luftdichtheit des Gebäudes zu prüfen. Ein Ventilator presst Luft ins Haus, und es wird gemessen, wie viel Druck dazu ausgeübt werden muss. So erkennt der Experte der Fachfirma, wie dicht oder undicht Ihr Haus ist – und wo. Mit dieser Methode können Sie übrigens auch gut herausfinden, wo Sie im Altbau generell den größten Sanierungsbedarf haben.


Wie eine zentrale Lüftung arbeitet

 

Die Lüftung kann zentral oder dezentral erfolgen. Zentrale Anlagen kommen eher bei Neubauten zum Einsatz, dezentrale Anlagen bei sanierten Altbauten.

Die zentrale Lüftung funktioniert über eine einzige Anlage, die meistens im Keller installiert wird. Sie regelt die Lüftung im gesamten Haus. Dafür hat sie ein Ventil nach außen und ist an ein Kanalsystem angeschlossen. Dieses verbindet alle Räume, in denen ein Luftaustausch erfolgen soll, und vermeidet so größere Unterschiede bei Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur. Das dient einem gleichmäßigen Klima im Haus und schont die Bausubstanz. Empfehlenswert sind Anlagen mit Wärmerückgewinnung. Bei dieser Art Lüftung kommt ein Wärmetauscher zum Einsatz. Er nutzt die aufgeheizte Abluft und erwärmt damit die Frischluft.

Wie viel Luft zugeführt wird, stellt der Fachbetrieb ein, der Ihnen die Lüftung installiert. Dabei berücksichtigt er Ihre Wünsche und die Ergebnisse seiner Messungen. Natürlich haben auch Sie selbst Zugriff auf das Steuergerät der Anlage.


So funktioniert eine dezentrale Lüftung

Bei der dezentralen Lüftung haben Sie die Möglichkeit, nur mit Abluft zu arbeiten. Vom Prinzip her funktioniert das wie bei einer Dunstabzugshaube. Doch natürlich ist die Lüftungsanlage unscheinbarer und arbeitet so gut wie geräuschlos. Es gibt aber auch die dezentrale Lüftung mit Zu- und Abluft. Sie arbeitet im Prinzip wie die zentralen Anlagen: Feuchte Luft wird aus dem Raum hinausgeleitet, aus dem Außenbereich wird Frischluft hineingeleitet. Das Besondere: Jeder Raum bekommt sein eigenes Aggregat. Die dezentrale Lüftung bietet sich an, wenn es um einzelne, besonders feuchte Räume geht, beispielsweise Badezimmer. Auch wenn Sie das ganze Haus damit ausstatten wollen, hat die dezentrale Variante Vorteile:

  • Die dezentrale Lüftung ist in der Regel preisgünstiger als die zentrale Lösung.
  • Der Einbau ist einfacher, Sie müssen kein Rohrsystem installieren.
  • Das Raumklima lässt sich in jedem Zimmer individuell gestalten.

Auch die dezentrale Lüftung kann Abluft zur Wärmerückgewinnung nutzen. Dann lässt sich natürlich immer nur der Raum erwärmen, aus dem die Abluft stammt.  


Kosten und KfW-Förderung

 

Wie teuer eine Lüftung für Ihren Neubau oder sanierten Altbau wird, hängt vor allem von zwei Faktoren ab: den räumlichen Bedingungen und Ihren Wünschen. „Reine Lüftungsanlagen, die über einen Ventilator ohne Wärmerückgewinnung die Luft kontrolliert nach außen fördern, kosten im Einfamilienhaus bis zu 2.500 Euro“, erklärt Peter Paul Thoma, Geschäftsführer des Bundesverbands für Wohnungslüftung (VfW), auf dem Portal „co2online“. Wer bei der Anlage auf Wärmerückgewinnung setzt, zahle zwischen 5.000 und 8.000 Euro fürs Einfamilienhaus. Das gelte sowohl für eine zentrale Lüftung als auch für eine dezentrale Lösung, so Thoma weiter. Er weist jedoch auch darauf hin, dass beim nachträglichen Einbau einer dezentralen Lüftung weitere Kosten für die Sanierung anfallen. Pro Raum rechnet der Experte mit etwa 1.500 Euro.

Die gute Nachricht: Es gibt Fördergelder: Wenn Sie Ihrem Haus eine automatische Lüftung gönnen, unterstützt Sie die staatliche KfW-Bank mit dem Programm „Energieeffizient Sanieren“. Auch für die Erneuerung bestehender Anlagen kommt das Programm infrage. Sie können die Kredite 151 und 152 oder alternativ den Investitionszuschuss 430 beantragen.  


Automatische Lüftung im Smart Home

Natürlich können Sie moderne Anlagen in Ihr Smart-Home-System integrieren. Dann reagiert die Lüftung beispielsweise darauf, wie hoch oder niedrig die Sauerstoffkonzentration im jeweiligen Raum ist – gerade für Arbeitszimmer eine clevere Lösung. Ein hoher CO2-Gehalt in der Luft kann Kopfschmerzen verursachen und stört die Konzentration.

Wenn Sie unterwegs sind, können Sie Ihrer Lüftung vor der Heimkehr mitteilen, dass sie richtig hochfahren soll – entsprechende Apps ermöglichen die Fernsteuerung per Smartphone und Tablet. Im Smart Home ist die komplette Haustechnik aufeinander abgestimmt. Die Lüftung kann auch mit der Heizung, den automatischen Rollläden und der Kühlanlage korrespondieren. Sie erreichen dadurch eine perfekte Klimatisierung Ihres Hauses.


Die Wartung einer automatischen Lüftung

 

Immer wieder ist zu lesen, das automatische Lüftungen „Keimschleudern“ seien. Das stimmt natürlich nicht, aber ein wichtiger Aspekt bei jeder Lüftungsanlage ist der Filterwechsel. Etwa alle drei Monate sollten Sie kontrollieren, wie es um die Filter der Lüftung bestellt ist. Außerdem zeigen die Steuergeräte der Anlagen an, ob ein Filterwechsel nötig ist. Den Wechsel können Sie selbst vornehmen. „Die Kosten für einen kompletten Filtersatz betragen etwa 40 bis 90 Euro im Jahr“, so erneut Peter Paul Thoma vom VfW. Wer nur einzelne Räume dezentral belüftet, zahlt entsprechend weniger. Spezialfilter gegen Pollen kosten einen Aufpreis.

Darüber hinaus ist regelmäßig zu kontrollieren, ob die Gitter an den Ein- und Austrittsstellen intakt sind. Wärmetauscher und Kondensatwanne sollten ebenfalls gewartet werden. Die Wartung übernimmt eine Fachfirma – oder Sie lassen sich vom Installateur in die Technik einweisen und warten Ihre Lüftung selbst.


Gut beraten bei der Finanzierung

Eine effiziente automatische Lüftung ist eine wichtige bauliche Einrichtung, um das Wohnklima zu optimieren und Schäden durch mangelndes oder falsches Lüften zu vermeiden. Wenn Sie eine hochwertige Anlage installieren lassen wollen, ist das ein Anlass, gleich weitere Sanierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen umzusetzen. In allen Fragen der Finanzierung stehen Ihnen die Heimatexperten von Schwäbisch Hall zur Seite. Gemeinsam mit Ihnen entwickeln sie einen individuellen Finanzierungsplan, der auch mögliche Förderungen berücksichtigt und eine langfristige Zinssicherheit garantiert.

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