Rechtsstreit mit dem Handwerker vermeiden

Um Veränderungen am Haus vornehmen zu lassen, sind meist Handwerkerleistungen vonnöten. Doch wie vermeiden Hausherren einen möglichen Streit mit dem Handwerker?


Handwerkerleistungen können Mängel aufweisen

Die neuen Fenster schließen nicht richtig, durch das neu gedeckte Dach regnet es durch oder auf der Rechnung stehen unbekannte Positionen. Wenn der Kunde während oder nach den Handwerkerleistungen Mängel feststellt, ist der Handwerkerstreit oft schon vorprogrammiert. Um sich Stress und Ärger zu ersparen, sollten Auftraggeber deshalb ein paar Grundregeln verinnerlichen. Denn natürlich ist nicht immer der Handwerker schuld, wenn es Ärger gibt.

Fünf goldene Regeln, um Streit mit Handwerkern zu vermeiden

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1. Fachbetrieb aussuchen

Ob bei Neubau oder Reparatur: Wenn Bauherren oder Immobilienbesitzer einen Fachmann benötigen, empfiehlt sich die Kontaktaufnahme zu einem passenden Meisterbetrieb. Der Meistertitel signalisiert einen hohen Ausbildungsstand und zumeist auch erstklassige fachliche Umsetzung des Auftrags. Bei der ortsansässigen Handwerkskammer sind die Meisterbetriebe der unterschiedlichen Handwerksbereiche aufgelistet.

Alternativ können Sie auch über ein Online-Portal suchen. Achten Sie dann aber unbedingt auf gute Referenzen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sich bei Nachbarn zu erkundigen, welche Fachbetriebe sie bereits eingesetzt haben und welche Erfahrungen sie dabei gemacht haben. Fällt Ihnen an einem Haus eine offenkundig besonders gelungene Bauausführung – beispielsweise an einem Vorbau, einer Pflasterung etc. – auf, erkundigen Sie sich einfach, welche Firma das ausgeführt hat.


2. Kostenvoranschlag anfordern

Bei größeren Handwerkerleistungen lohnt es sich, mehrere Angebote miteinander zu vergleichen. Hausherren sollten sich von verschiedenen Fachbetrieben einen Kostenvoranschlag erstellen lassen, in dem alle geforderten Arbeiten identisch aufgeführt sind. Zudem sollte im Idealfall ein Festpreis für alle Arbeiten vereinbart werden, um eventuelle Kostensteigerungen zu vermeiden.

Lassen Sie sich auch unbedingt die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der angefragten Betriebe aushändigen. Eine Auftragserteilung gilt als Anerkennung der darin fixierten Regelungen und Klauseln.


Rechtsstreit mit Handwerker - Dachdecker bei der Arbeit
Dachdecker aus der Region haben für kleine Reparaturen und Wartungsarbeiten nur kurze Anfahrtswege.

3. Ortsnahen Betrieb suchen

Das vielversprechendste Angebot nützt nur wenig, wenn der Betrieb fernab des potenziellen Einsatzortes ansässig ist. Denn bei nachträglich festgestellten Mängeln an den Handwerkerleistungen ist die Nachbesserung einfacher und erfolgt schneller, wenn sich der Betrieb in der Nähe befindet. Zudem berechnen viele Handwerksbetriebe An- und Abfahrtsaufwand, der bei langen Anfahrten zusätzliche Kosten verursachen kann. Auch können eventuell nötige Unterbringungskosten der Mitarbeiter in die Preise eingerechnet sein.

Für die Beauftragung eines ortsansässigen Betriebs spricht noch ein weiterer Grund: Viele Handwerksunternehmen legen Wert auf einen guten Ruf. Und den verspielt man nicht so leicht, wenn man sich in der eigenen Region bereits einen Namen gemacht hat. Fehler können immer unterlaufen – eine auf Qualität bedachte Firma wird großen Wert darauf legen, sie schnell und einvernehmlich zu klären und zu beheben.


4. Auftragserteilung immer schriftlich

Hat sich der Auftraggeber schließlich für ein Angebot entschieden, sollte ein schriftlicher Vertrag aufgesetzt werden. Bei umfänglicheren Bau- oder Renovierungsmaßnahmen empfiehlt sich, eine ergänzende Baubeschreibung  zusammenzustellen. Darin werden wichtige Bedingungen detailliert aufgeführt:

  • zu erbringende Leistung
  • zu verwendendes Material (Nachweis möglichst mit Prüfnummer)
  • anzuwendende Technik
  • zu verwendende Komponenten (z.B. Sanitärmöbel, Fertigbauteile)
  • Fertigstellungstermin

Im Vertrag sollte auch eine finanzielle Obergrenze fixiert sein. Und ganz wichtig: Ist bei umfangreicheren Vorhaben Eigenleistung  des Auftraggebers eingeplant, sollte das genau im Vertrag fixiert und aus den abzurechnenden Leistungen ausgeklammert werden.

Im Vertrag kann alternativ zum geltenden BGB auch die so genannte VOB/B – die „Verdingungsordnung für Bauleistungen“ – als Basis dienen. Achtung, sie unterscheidet sich hinsichtlich der Gewährungsrechte vom Bürgerlichen Gesetzbuch. Das seit Anfang 2017 geltende verschärfte Bauvertragsrecht räumt den Auftraggebern eine bessere Rechtsposition ein.


5. Mängel umgehend beanstanden

Besonders bei umfangreicheren Aufträgen empfiehlt es sich, die Baustelle regelmäßig zu besuchen und in einem Bautagebuch  den Fortgang zu dokumentieren. Fotos von Gewerken, die später nicht mehr einsehbar sind (Sanitär- und Elektroinstallationen), dokumentieren die fachgerechte oder eben auch unsachgemäße Ausführung des entsprechenden Auftragsteils.

Stellen Sie als Auftraggeber nach Erbringung der Handwerkerleistung einen oder mehrere Mängel fest, sollten Sie sich sofort mit dem Handwerksbetrieb in Verbindung setzen und die Leistungserbringung reklamieren. Ist es im direkten Kontakt mit der Firma nicht möglich, eine Einigung zu erzielen, können Sie sich an eine Schieds- oder Schlichtungsstelle des Gerichts wenden oder die Handwerkskammer um Vermittlung eines unabhängigen Sachverständigen bitten.

Ganz wichtig: Unternehmen Sie nichts, den oder die Fehler eigenständig nachzubessern. Jede Zustandsveränderung gilt nämlich juristisch als Anerkenntnis und Abnahme der Leistung – Ihr Anspruch auf spätere Nachbesserung durch den beauftragten Betrieb erlischt.

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