Mängelanzeige: Richtig Vorgehen bei Pfusch am Bau

Bei keinem Hausbau und keiner grundlegenden Renovierung ist garantiert, dass alle Arbeiten hundertprozentig korrekt ausgeführt werden. Fehler können aber weitreichende Folgen haben. Hier erklären wir, wie Sie Pfusch am Bau rechtzeitig erkennen, wie Sie eine korrekte Mängelanzeige anfertigen und im Zweifelsfall Ihr Recht durchsetzen.


Wie man Pfusch am Bau erkennt

Damit Sie alle Arbeiten am Bau effektiv kontrollieren können, ist es wichtig, dass der Bauvertrag eine detaillierte Baubeschreibung enthält. Anhand dieses Dokuments können Sie die tatsächlich erbrachten Leistungen auf Vollständigkeit und korrekte Ausführung überprüfen. Dabei gilt: Je früher Sie Baumängel erkennen, desto einfacher wird es, sie zu beheben.

Deshalb sollte spätestens nach jedem Bauabschnitt ein Kontrollgang gemacht werden, was Sie zur Führung Ihres Bautagebuchs vermutlich ohnehin tun. Aber auch, wenn Sie während der laufenden Arbeiten Mängel oder Pfusch am Bau vermuten, sollten Sie die Baufirma unverzüglich darauf ansprechen. Im Zweifel bitten Sie den Architekten oder einen anderen Fachmann um Rat.


Mängel auf keinen Fall selbst beheben!

Ein Baumangel liegt immer dann vor, wenn Arbeiten nicht vollständig oder fehlerhaft ausgeführt wurden und das Ergebnis nicht funktionsfähig ist. Ausschlaggebend dafür sind die vertraglichen Vereinbarungen mit dem Bauunternehmer und die Baubeschreibung.

Sollten Sie nun tatsächlich eine fehlerhafte oder schlampig ausgeführte Arbeit entdecken – widerstehen Sie der Versuchung, den Mangel selbst zu beheben, auch wenn Sie handwerklich geschickt sind und Eigenleistungen erbringen. Damit könnten Sie sich dem Vorwurf aussetzen, dass der Fehler erst durch Ihr Eingreifen entstanden ist. Außerdem gilt eine Baumaßnahme als vom Bauherrn abgenommen, wenn Sie sie eigenmächtig weiterführen. Sie sollten daher bei Fehlern unbedingt eine schriftliche Mängelanzeige anfertigen und wenn möglich durch Fotos dokumentieren. Außerdem gilt es, den baubegleitenden Architekten – falls vorhanden – zu informieren.

So erstellen Sie eine Mängelanzeige

Bei einer Mängelanzeige – auch Mängelrüge genannt – müssen Sie Folgendes beachten:

  • Zunächst müssen die Baumängel dokumentiert werden: Fertigen Sie Fotos im Detail (mit beigelegtem Zollstock zur Größeneinordnung) sowie Übersichtsfotos an.
  • Verfassen Sie dann eine schriftliche Mängelanzeige, Beispiele und Vordrucke finden sich im Internet. Schicken Sie die Mängelanzeige per Einschreiben mit Rückschein an den Bauunternehmer. Wichtig ist, dass das Schreiben an Ihren unmittelbaren Vertragspartner geht und nicht an Subunternehmer oder Bauleiter.
  • In der Mängelanzeige muss der Schaden detailliert beschrieben werden. Außerdem muss sie eine angemessene Frist zur Mängelbeseitigung enthalten.

Schlichter helfen bei Streitigkeiten

Sollte der Fehler nicht fristgerecht behoben sein, kann man dem Unternehmer eine Nachfrist setzen. Lässt er auch diese Chance verstreichen, muss man aber nicht gleich vor Gericht ziehen. Kosten und Zeit spart man mit einer Schlichtung.

Einen Schlichter in Ihrer Nähe finden Sie zum Beispiel über die Arbeitsgemeinschaft für Bau- und Immobilienrecht (ARGE). Es handelt sich um unabhängige Fachleute, die baurechtlich und psychologisch qualifiziert sind. Die Schlichtung beginnt, wenn alle beteiligten Parteien den Schlichter akzeptieren. Er darf im Zuge der Schlichtung alle notwendigen Informationen einholen und auch Sachverständige hinzuziehen.


Im Zweifel kann ein Schiedsgericht entscheiden

Ziel der Schlichtung ist es, den Streit einvernehmlich beizulegen. Um das zu erreichen, macht der Schlichter am Ende seiner Untersuchung einen Schlichtungsvorschlag. Dem können die Beteiligten zustimmen – oder auch nicht.

Wenn die Schlichtung scheitert, bleibt noch die Möglichkeit eines Schiedsgerichtsverfahrens. Auch dieses ist in der Regel schneller und günstiger als ein Gerichtsverfahren. Es wird von einem Schiedsrichter geleitet, der neben Sachkunde auch „die Befähigung zum Richteramt“ besitzen muss. Anders als bei der Schlichtung ist der Schiedsspruch am Ende so rechtsverbindlich wie ein Gerichtsurteil. Deshalb sollte man gut prüfen, ob der vorher gemachte Schlichtungsvorschlag nicht doch einen annehmbaren Kompromiss darstellt.


Beste Devise: Streit vermeiden

Persönliche Beratung

Unsere Experten vor Ort sind jederzeit gern für Sie da.

Schwäbisch Hall Bausparfuchs zeigt mit dem Finger nach vorneBeratung vereinbaren

Auch wenn es Wege gibt, im Streitfall sein Recht zu bekommen – die beste Lösung ist immer noch, Streit möglichst zu vermeiden. Wählen Sie am besten bauausführende Firmen aus Ihrer Region, die einen guten Ruf haben – wer den zu verlieren hat, arbeitet besser. Viel Ärger ersparen Sie sich, wenn es eine professionelle Baubegleitung gibt: Ein Architekt sieht viel schneller, wenn die Bauausführung von den Vorgaben abweicht. Im Zweifel können Sie ihn aufgrund seiner weit größeren Sachkunde um Klärung der Angelegenheit bitten.