Brandschutz: Den Schutz Ihres Hauses verbessern

Moderne Immobilien bieten aufgrund durchdachter Bauvorschriften und entsprechend optimierter Baumaterialien ein hohes Maß an Sicherheit vor Feuer. Doch bei Bestandsimmobilien sowie bei Ihrem eigenen Verhalten können Sie noch mehr für aktiven Brandschutz tun. Wir zeigen hierfür Möglichkeiten auf.


Gründliche Inspektion von Bestandsimmobilien

Je älter ein Haus ist, desto weniger entsprechen die beim Bau umgesetzten Brandschutzvorkehrungen modernen Standards. Das aktuell in DIN-Normen, Bauvorschriften und Bauleistungsbeschreibungen vorgegebene Sicherheitsniveau ist erst im Lauf der Jahrzehnte schrittweise verbessert worden. Darum sollten Besitzer älterer Immobilien zwei Dinge beherzigen:

  1. Überprüfen Sie Ihr Haus auf feuergefährliche Materialien. Dazu gehören die häufig zur Isolierung unter die Kellerdecke geklebten Styroporplatten und feuergefährliche Dämmstoffe in Trennwänden und auf Dachböden. Styropor erzeugt im Brandfall giftige Gase, falsche Dämmstoffe sind leicht brennbar. Entfernen Sie solche Stoffe schnellstmöglich!
  2. Orientieren Sie sich bei Renovierungen und Umbauten an den aktuellen Brandschutzvorschriften. Handelsübliches Baumaterial dürfte automatisch den geltenden Normen entsprechen. Doch bei selbst umgesetzten Baumaßnahmen – beispielsweise bei Trennwänden, die auf Dachböden in Trockenbauweise erstellt wurden – erhöht die Einhaltung der Vorschriften den Brandschutz erheblich.

Elektrische Anlage sorgfältig prüfen

Widmen Sie Ihr Augenmerk auch der elektrischen Anlage. Besonderer Belastung unterliegt hier die Hauptzuleitung. Im sogenannten Panzerkasten gibt es eine große Sicherung, die im Laufe der Jahre verschmoren kann. Dieser Teil der Stromversorgung steht in der Verantwortung des Versorgers. Es kann keinesfalls schaden, den Zustand prüfen zu lassen. Jeder Elektriker vermag äußerlich einzuschätzen, ob es sich um eine alte Anlage handelt – den genauen Innencheck des verplombten Panzerkastens darf aber nur der zuständige Fachmann vornehmen. Gegebenenfalls ist ein Austausch meist problemlos gemacht.

Zweiter wichtiger Bereich der elektrischen Anlage ist die Hauptverteilung. In alten Immobilien sieht man hier häufig noch die klassischen Porzellan-Schmelzsicherungen anstelle der modernen Kippschalter. Das Vorhandensein der alten Sicherungen ist ein klares Indiz, dass die Anlage lange nicht erneuert oder modernisiert wurde. Lassen Sie vom Fachmann prüfen, ob der Austausch gegen neue Sicherungen möglich und sinnvoll ist. Da in alten Anlagen oft mehrere Verbraucher über dieselbe Sicherung laufen, könnte gegebenenfalls eine Erweiterung notwendig sein.

Moderne Technik nutzen

Ist Ihre Immobilie in Sachen baulichem Brandschutz in gutem Zustand? Dann können Sie noch mehr tun und mittels moderner Technik den Schutz erhöhen.

Rauchmelder, die im Brandfall mit schrillem Geräusch warnen, sind zwar schon in vielen Mietwohnungen Vorschrift – aber es spricht nichts gegen eine freiwillige Ausstattung mit diesen preisgünstigen Geräten auch in Privathäusern. Montieren Sie sie vor allem dort, wo Feuer entstehen kann (Küche, Kaminzimmer), in Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren, aber auch im Keller und auf dem Dachboden. Gute Rauchmelder stehen untereinander in Kontakt: Wenn einer auf Rauch reagiert, schlagen auch die anderen Alarm. Die meisten Personenschäden bei Bränden werden übrigens nicht von Flammen, sondern von Qualm und Rauchgasen verursacht.

Wer auch in seiner Abwesenheit sichergehen will, dass ein eventuell entstehendes Feuer schnell bemerkt und gelöscht wird, kann zwei Systeme nutzen:

  • Rauchmelder können als Bestandteil eines Smart-Home-Systems ein Warnsignal auf Ihr Smartphone senden. Damit sind Sie informiert, wenn es in Ihrer Immobilie eine Rauchentwicklung gibt – und können Gegenmaßnahmen einleiten.
  • Andere Systeme senden das Signal des Rauchmelders direkt zur nächsten Feuerwache. Besprechen Sie dort mit den Verantwortlichen für Brandschutz, welche Möglichkeiten es gibt und wie ein solches Warnsystem gegebenenfalls eingerichtet werden kann. Sinnvoll ist das vor allem, wenn Kinder, ältere Menschen oder Tiere häufiger allein zu Hause sind.

Stets löschbereit sein

Brandschutz ist aber nicht nur eine Frage von baulicher oder technischer Ausstattung – er ist auch wesentlich eine Frage vorausschauenden Verhaltens und der Umsichtigkeit.

  • Brennbare Stoffe: Brände in Kellern und auf Dachböden sind oft besonders hartnäckig und schlecht zu löschen, weil sie viel Nahrung finden. Entrümpeln Sie also solche Abstellflächen und entsorgen Sie ausgediente Möbel, Kartons, Zeitungsstapel und ähnliches.
  • Fluchtwege: Sorgen Sie immer dafür, dass Fluchtwege nicht mit Möbeln oder anderen Gegenständen verstellt sind. Das gilt besonders für Treppen: Auf Stufen können abgestellte Pflanzen, Dekorationsobjekte und Ähnliches schnell zu gefährlichen Fallen werden! Auch Nebeneingänge zum Haus dienen gern als Abstellplätze für Fahrräder, Kinderwagen oder sperrige Gegenstände – die haben dort aber nichts zu suchen.
  • Hantieren mit leicht brennbaren Stoffen: Nicht nur zur Weihnachtszeit bilden Adventskränze und Tannenbäume mit echten Kerzen eine erhöhte Brandgefahr. Auch beim sommerlichen Grillfest oder beim Arbeiten mit leicht entzündlichen Stoffen wie etwa Verdünnungen steigt das Feuerrisiko. Handeln Sie also immer umsichtig und stellen Sie einen Feuerlöscher griffbereit auf. Ein beherzter Guss Wasser aus einem bereitstehenden Eimer hat schon manchen Weihnachtsbaum gelöscht, ehe die Wohnung ausbrannte.
  • Sichere Platzierung von elektrischen Geräten: Achten Sie darauf, dass Wärme entwickelnde Geräte nicht in engen Nischen aufgestellt, sondern stets gut belüftet sind. Denn ein Hitzestau kann zur Selbstentzündung von Elektrogeräten wie zum Beispiel Fernsehern führen. Das gilt auch für Kaminöfen.
  • Regelmäßige Feuerstättenschau und die Behebung möglicher Fehler schließt die Feuergefahr von Heizungseinrichtungen weitgehend aus.
  • Feuerlöscher: Statten Sie entsprechende Räume wie Garage, Dachboden, Treppenhaus, Flure, Küche mit Feuerlöschern aus. Machen Sie sich im Umgang damit vertraut und achten Sie auf die Einhaltung der Wartungsintervalle.

Sprinkler: automatische Löschanlagen

Nur in wenigen Bundesländern vorgeschrieben sind Sprinkler, obwohl sie ausbrechende Feuer schnell löschen und Leben und Sachwerte retten können. Besprechen Sie mit Feuerwehr oder einem Architekten, welche Möglichkeiten zur Nachrüstung es in Ihrem Haus gibt. Sinnvoll sind Sprinkler überall dort, wo brennbare Materialien – etwa Kleidung oder Akten im Keller – gelagert werden. Gut platziert sind sie außerdem in der Garage und in Fluren, die als Fluchtwege dienen.

Viele Hausbesitzer fragen sich, ob Sprinkler nicht auch unerwünschte Schäden verursachen können. Generell gilt: Decken Sie wasserempfindliche Dinge gut mit Folie ab. Dann überstehen sie auch den Löschvorgang durch das Sprinklerwasser. Und die Beseitigung eines vom Sprinkler verursachten Wasserschadens ist im Gegensatz zu Brandschäden immer das kleinere Übel. Wenn sich Menschen und Lebewesen in Ihrem Haus aufhalten, die sich im Brandfall nicht selbst schützen können, sind Sprinkler ein Muss.


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Schwäbisch Hall Bausparfuchs zeigt mit dem Finger nach vorneBeratung vereinbaren

Vorausschauende und durchdachte Maßnahmen zum Brandschutz erfordern zumeist keine nennenswerten Investitionen. Schaden und Leid abzuwenden ist vielmehr eine Frage des Bewusstseins und der Fürsorge. Lassen Sie sich gegebenenfalls von der Feuerwehr oder von einem Architekten beraten und tauschen Sie sich mit anderen Eigenheimbesitzern aus. Denn Vorbeugen ist der effektivste Brandschutz.