Für Wind und Wetter

Die Witterung wird extremer, Schäden durch Sturm und Hochwasser nehmen zu. Wir geben Tipps, wie Sie Ihr Haus wetterfest machen.


Auf zertifizierten Blitzschutz achten

Als äußerer Blitzschutz bewahrt ein Blitzableiter samt Ableitungsanlage und Erdungen das Haus bei direkten Treffern vor einem Brand und die Bewohner vor Verletzungen. Der innere Blitzschutz ist sinnvoll, weil es auch dann noch Folgen hat, wenn die Energie rund zwei Kilometer entfernt in den Boden fährt: Es entstehen Spannungsspitzen, die Elektrogeräten wie Computern oder Hi-Fi-Anlagen den Garaus machen können. Den inneren Blitzschutz bildet der Potentialausgleich im Verteilerkasten, der hohe, durch Einschläge entstehende Spannungen reduziert. Zusätzlich senkt ein Überspannungsableiter die restlichen Ströme weiter ab – bei teuren Geräten oder in einem Homeoffice ein Muss. Als Zusatzsicherung für empfindliche Geräte kann man einen Schutzadapter direkt zwischen Steckdose und Gerät setzen.

Wer in der Nähe eines Flusses wohnt, muss mit Hochwasser rechnen. Aber starke Niederschläge können auch andernorts zu Überschwemmungen führen: Wenn die Abwasserkanäle die Regenmenge nicht mehr fassen können, staut sich das Wasser zurück und flutet den Keller durch den Bodenablauf. Übers Ufer getretenes Wasser kann durch Türen oder Fenster in tief liegende Räume dringen. Auch hier ist private Vorsorge gefragt. Gegen eindringendes Wasser aus Abflussrohren und der Kanalisation hilft ein Ablauf mit Rückstauverschluss.

 

Nachrüstungen gegen Unwetterschutz

Zum Nachrüsten in älteren Gebäuden gibt es kleinere Modelle, die in den vorhandenen Auslauf gesetzt werden. Noch besser ist eine Pumpstation oder eine Hebeanlage, die bei einem Rückstau das Wasser aktiv über die Rückstauebene hebt. Genauso wichtig ist, dass Lichtschächte, Fenster und Türen dem Wasserdruck von außen standhalten. Hochwasserbeständige Modelle lassen Wasser nur in geringen Mengen eindringen; wasserdichte Produkte leisten auch noch bei einem sehr hohen Pegel erfolgreich Widerstand.

Die richtige Ausrüstung allein reicht jedoch nicht. Wer in einer gefährdeten Region wohnt, sollte regelmäßig die Pegelstände und Wettervorhersagen verfolgen. Ist eine Überflutung nicht zu verhindern, wird der Keller entsprechend vorbereitet, indem man in den gefährdeten Räumen den Strom abschaltet; am besten ist es, wenn der Keller im Verteilerkasten separat abgesichert ist. Achtung: Liegen Steckdosen und Kabel bereits unter Wasser, besteht beim Durchwaten der Räume Lebensgefahr!

Das wetterfeste Haus: Gewitter mit Blitzen über Wohnsiedlung
Gewitter können unvorhersehbare Schäden anrichten (Foto: Felix Foto, Pixelio)

Schutzmaßnahmen gegen Überflutungen

Auch die Heizung muss geschützt werden: Den Brenner sollte man ausbauen lassen, eventuell auch die Umwälzpumpe. Ist das nicht mehr möglich, ist der Kessel außer Betrieb zu nehmen und der Öl- oder Gashahn zu schließen. Öltanks müssen gegen Auftreiben oder Umkippen gesichert werden, sonst droht ein großer Umweltschaden. Bei häufigen Überschwemmungen sollte man den Tank fest verankern.

Weitere Schritte bei drohender Überflutung: tiefer liegende Bereiche rechtzeitig leer räumen, das Auto und andere Geräte umstellen. Behälter mit Altöl, Farben und Lacken oder Säuren unbedingt entfernen – sie verschmutzen nachhaltig Wasser und Boden. Wenn solche Stoffe auslaufen, die Feuerwehr benachrichtigen. Ihr gilt meist auch der erste Anruf, wenn doch Wasser eindringt. Im Ernstfall heißt es dann meist: geduldig warten – oder selbst zur Pumpe greifen. Unbedingt vorsichtig vorgehen: Ist der Keller von Wasser umgeben, kann dadurch so starker Druck entstehen, dass beim Leerpumpen die Mauern einbrechen. Und wer nicht darauf achtet, wohin das Wasser aus dem Schlauch strömt, kann anderswo Fundamente unterspülen und Schaden anrichten.