Die Drainage: Schutz bei Starkregen

Immer häufiger erleben die Menschen in Deutschland heftige Starkregen. Problematisch ist das insbesondere für Hausbesitzer: Können die Niederschläge nicht schnell genug versickern oder abfließen, erreichen sie die Grundmauern des Gebäudes und gefährden damit die gesamte Immobilie. Drainage, Sickermulden, Rigolenversickerung – so kann man vorbeugen.


Gründliche Inspektion des Hauses

Bei Starkregen handelt es sich laut Definition der Meteorologen um Niederschläge von mehr als 20 Litern, die innerhalb einer Stunde pro Quadratmeter fallen. In Wald- und Wiesengebieten sammelt sich das Wasser in Mulden und versickert langsam im Erdreich. Problematisch werden große Niederschlagsmengen, wenn es nicht ausreichend Sickerflächen gibt – wenn quasi eine natürliche Drainage fehlt. Die Häuser selbst, aber auch gepflasterte Wege, Terrassen und Pkw-Stellplätze sind Teil der Flächenversiegelung, die – neben wasserundurchlässigen Böden – zum Stau des Niederschlags führen. Ist kein natürliches Versickern möglich, bewegt sich das Wasser horizontal und damit eben auch in Richtung auf das Haus zu.

Generell kann Nässe auf drei Wegen in ein Gebäude eindringen:

  • oberirdisch durch defekte Bedachungen, Fenster- und Türritzen oder durch Kellerschächte
  • im Erdboden durch nicht abfließendes oder versickerndes Stauwasser im Bereich der Außenmauern
  • durch Rückstau aus der Kanalisation, bei dem Abwässer in die Kellerräume hinein überlaufen

Allererste Maßnahme zum Schutz vor den Folgen von Starkregen ist die gründliche Prüfung des Zustands Ihrer Immobilie:

  • Weist das Dach Undichtigkeiten oder lockere Materialien in der Bedeckung auf?
  • Sind die Übergänge von Dach zu Mauerwerk beziehungsweise Mauerwerk zu Fenstern etc. dicht?
  • Sind Abflussvorrichtungen wie Dachrinnen, Fallrohre und Siele in funktionstüchtigem Zustand?

Drainage legen – gegen die Folgen von Starkregen

Sie können mit einer Reihe von Maßnahmen mögliche Schäden durch Starkregen vermeiden. Grundsätzlich gilt: Ehe Sie kostenträchtige Schritte ergreifen, empfiehlt sich immer eine Beratung durch einen auf Nässeprävention spezialisierten unabhängigen Experten, etwa einem Architekten.

  • Drainage legen: Die meisten Schäden in den Grundmauern werden durch Wasser verursacht, das sich an der Außenwand staut. Ist der Nässeschutz des Mauerwerks schlecht oder schadhaft, dringt Wasser in den Keller ein. Abhilfe kann ein Drainagerohr schaffen, das parallel zu den Grundmauern ums Haus verlegt wird. Dazu wird ein mindestens 30 Zentimeter tiefer Graben ausgehoben. Das Drainagerohr benötigt ein Gefälle von Minimum 0,5 Zentimetern pro Meter. Die Außenwände werden unterhalb des Bodenniveaus mit Noppenfolie und Sickerplatten beziehungsweise Teeranstrich geschützt, zudem wird Kies in den Graben eingebracht. Achtung: Auch wenn Baumärkte mit einfachen Do-it-yourself-Anleitungen werben, ist der Bau einer Drainage eher etwas für Fachleute. Schon kleine Fehler beim Legen der Drainage können umfangreiche Nässeschäden verursachen und kostspielige Sanierungsarbeiten nach sich ziehen.
  • Bauliche Maßnahmen auf dem Grundstück ergänzen die Drainage. So hilft der Rückbau von Versiegelungen auf dem eigenen Grundstück. Dies empfiehlt beispielsweise das Portal www.starkgegenstarkregen.de – der Pkw kann ebenso gut auf Kies statt auf Beton parken. Je nach Grundstückslage und der lokalen Gefällesituation ist gegebenenfalls der Bau einer abschirmenden Mauer zur Straßenseite in Betracht zu ziehen. Die Mauer kann bei oberirdischem Rückstau aus der dort verlaufenden öffentlichen Kanalisation ein Überschwemmen Ihres Grundstücks verhindern.  

Versickerung bei Starkregen verbessern

Einige Maßnahmen können Sie selbst ergreifen, ohne einen Fachbetrieb hinzuzuziehen. Hierzu gehört etwa das Anlegen einer Versickerungsmulde. Sobald aber Drainagerohre in den Boden eingebracht werden, sollten Sie Experten damit beauftragen.

  • Versickerungsmulde anlegen: Sollten Sie über ein großes Grundstück mit viel Rasen verfügen, kann schon das Anlegen einer Versickerungsmulde helfen. Sie nimmt einen Großteil des Starkregens auf. Achten Sie auf ausreichende Distanz zur evtl. ebenfalls geplanten Drainage und auf einen angemessenen Abstand zum Nachbargrundstück. Details zu den Bestimmungen hat zum Beispiel die Stadtverwaltung Bielefeld online veröffentlicht (www.bielefeld.de/formulare/BerechnungshilfeMuldenversickerung.pdf).
  • Die Rohr-Rigolenversickerung ist deutlich aufwendiger als eine einfache Versickerungsmulde. Dabei wird ein perforiertes Drainagerohr in ein etwa 80 Zentimeter tiefes Kiesbett eingebracht. Ziel ist, dass die Niederschläge im Kies und im Drainagerohr zwischengespeichert werden und so entsprechend der Aufnahmekapazität des Erdreichs versickern.
  • Nicht zuletzt können in den Boden eingebrachte Sickerspeicher dafür sorgen, dass Starkregen Ihrer Immobilie keinen Schaden zufügt. Sickerspeicher wirken ähnlich der Rohr-Rigolenversickerung: Das Kunststoffgebilde hält Oberflächenwasser zurück und gibt es nur langsam in den darunterliegenden Boden ab.

Statt Drainage: Hindernisse im Garten abbauen

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Selbst kleinere Maßnahmen als das Legen einer Drainage können schon viel gegen die Folgen von Starkregen ausrichten.

  • Hilfreich ist es beispielsweise, Hindernisse im Garten abzubauen, die den Abfluss des Niederschlags stören. Hindernisse können etwa steinerne Beet-Einfassungen oder das Fehlen eines vom Haus wegführenden Gefälles sein. Womöglich können Sie durch Änderung des Bodenniveaus dafür sorgen, dass sich Regenwasser gar nicht erst im Bereich der Grundmauern sammeln kann. Niederschläge sollten aber keinesfalls in Richtung Nachbargrundstück umgeleitet werden.
  • Verstopfte Regenrinnen können eine ordentliche Drainage behindern und sorgen unter Umständen bei Starkregen dafür, dass nah am Haus eine große Niederschlagsmenge ungehindert auf den Boden trifft.
  • Nicht zuletzt sollten Sie weitere „Einfallstore“ Ihrer Immobilie gegen starke Niederschläge sichern. Dazu gehören etwa Kellerlichtschächte, für die es wasserdichte Abdeckungen gibt. Außerdem sollten Sie in besonders hochwassergefährdeten Regionen über wasserdicht schließende Barrieren für Türen, Fenster und Garagentore nachdenken.
  • Eine oft einfach zu installierende Rückstausicherung verhindert das Aufsteigen von Wasser aus der überlasteten Kanalisation in Ihre Immobilie.

Wenn Sie Unterstützung bei der Finanzierung einer Drainageninstallation oder anderen baulichen Veränderungen zur Wertsteigerung Ihrer Immobilie benötigen, hilft Ihnen Schwäbisch Hall. Ein Experte steht Ihnen gern für eine unverbindliche Beratung vor Ort zur Verfügung.