Schwebendes Dachgeschoss

Den Winkelbungalow aus den 60er-Jahren in ein großzügiges Zuhause für sich und seine Familie zu verwandeln war für Architekt Rainer Drasch eine kreative Herausforderung


Platz zum Wohnen und Arbeiten

Die Wahl fiel auf einen Winkelbungalow, der 1964 gebaut und seither kaum verändert worden war. Teppichboden nach Flokati-Art, Decken aus dunklem Tropenholz und dekorative Klinkerflächen im Wohnbereich – alles war noch so, wie man es damals gern hatte. Der Grundriss erwies sich als brauchbar und wurde bis auf die Küche so übernommen. Die glich einer Box, in der man sich gerade einmal um die eigene Achse drehen konnte. Zusätzlich beschnitt hier noch der Schwenkbereich einer Tür den knappen Raum. Der Architekt brach die Küche übereck auf, so dass zum Ess- und Wohnbereich hin ein Tresenwinkel entstand. Anstelle einer Tür gibt es jetzt einen offenen Durchgang.

 

Akzente setzen

Den markanten Teil der für die 60er-Jahre typischen Gestaltungselemente hat Rainer Drasch erhalten und drum herum modernisiert. An der mit Ziegeln verkleideten Wand wurde nichts verändert, dafür aber die dunkle Holzdecke durch Gipskarton und der Flokatiboden durch Nussbaumparkett ersetzt. Kombiniert mit den nun optisch beruhigten Flächen, setzt der Raumteiler aus Klinkersteinen einen angenehmen Akzent im Großraum. Die Neugestaltung der Decken wurde außerdem genutzt, um die gesamte Elektroinstallation des Hauses auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen.

 

Der offene Kamin ist durch einen aus Schamottsteinen gemauerten Kaminofen ersetzt worden. Der dunkelgraue Anstrich verdankt seine lebhafte Gestaltung einer Kalkfarbe, die so schnell antrocknet, dass der Ansatz der Malerbürste sichtbar bleibt. Die eingebaute Sitzbank im Couchformat blieb, nur die Schaumstoffpolster erhielten neue Bezüge in Grau, passend zum Kaminofen. Bad und Gäste-WC wurden im Rahmen des vorgefundenen Grundrisses modernisiert, und damit war die erste Phase der Sanierung abgeschlossen.

Für eine persönliche Beratung sprechen Sie mit Ihrem Experten vor Ort.

Schwäbisch Hall Bausparfuchs zeigt mit dem Finger nach vorneBeratung vereinbaren

Aufstockung fürs Architekturbüro

Die Wohnfläche des alten Winkelbungalows wurde durch die Aufstockung von 132 Quadratmetern auf 196 Quadratmeter erweitert.

Die Umbaukosten betrugen 50.000 Euro für das Erdgeschoss und 150.000 Euro für das neu gebaute  Obergeschoss. Planung: Architekturbüro Rainer Drasch, www.the-architect.biz

Die zweite Umbauphase begann, als sich doppelter Familienzuwachs ankündigte. Das Büro des Architekten wurde nun bald als Kinderzimmer gebraucht. Ein Bungalow bietet reichlich Dachfläche, und die gilt es jetzt zu nutzen, befand Rainer Drasch und entwarf einen Aufbau aus Holz und Glas. Die Wände zur Straße hin bestehen aus Kreuzlagenholz. Das sind Platten aus kreuzweise übereinanderliegenden Massivholztafeln, die verleimt und unter Wärmeeinwirkung gepresst werden. Eine Verkleidung aus Edelstahlblech schützt das Holz und lässt das neue Stockwerk mit seinen Reflexen und Spiegelungen leicht und licht erscheinen.

Die Glasflächen zum Garten hin komplettieren dieses Erscheinungsbild. Jedem Schenkel des auf dem Dach installierten Winkelraums ist eine große Terrasse vorgelagert. In dem neu gewonnenen Obergeschoss sind die Bibliothek sowie ein komfortabler Arbeitsplatz mit Bad und Miniküche untergebracht. In Kombination mit einer Außentreppe ergibt das eine komfortable Einliegerwohnung, wenn sich die Arbeitssituation für Rainer Drasch einmal ändern sollte. Das Erdgeschoss gehört ausschließlich dem Familienleben und ist vor allem der Tummelplatz für die Zwillingsmädchen Franziska und Linda.