Themenspecial: Wintergarten

Im kühlen Frühjahr, im verregneten Sommer oder bei Eis und Schnee – in einem Wintergarten genießen Sie zu jeder Jahreszeit heimische Behaglichkeit und fühlen sich doch fast wie in der Natur. Hier erfahren Sie alles, was Sie über die unterschiedlichen Varianten sowie Planung und Bau eines Wintergartens wissen müssen.


Mit welchen Kosten muss man kalkulieren?

Als erstes gilt es zu überlegen, wie der Wintergarten genutzt werden soll. Als reiner „Kaltwintergarten“? Dies ist die preisgünstigste Variante, ein einfacher, unbeheizter Glasanbau mit Einfachverglasung, der vor allem als Witterungsschutz und zum Überwintern von Pflanzen gedacht ist. Im Sommer können Sie ihn natürlich auch als Aufenthaltsraum nutzen – und wenn er nach Süden ausgerichtet ist, auch schon im Frühjahr oder noch im Herbst.

Bei einem ganzjährig bewohnbaren und beheizten Wintergarten sind Kosten und Aufwand etwas größer. Zur Auswahl stehen unterschiedliche Materialien, von denen – neben der Größe und der Ausstattung – letztlich auch der Preis abhängt. Laut Bundesverband Wintergarten muss man bei einer einfachen Ausführung aus Aluminium (inklusive Fundament mit Bodenplatte, Heizung, Lüftung, Sonnenschutz usw.) mit Kosten ab etwa 2.000 Euro pro Quadratmeter rechnen. Dabei handelt es sich dann allerdings um eine Variante, bei der Ihr Wintergarten mit Fenstern, Türen und Schiebe- oder Faltanlagen aus Kunststoff „ausgefacht“ wird. Reine Aluminium-Wintergärten beginnen preislich bei ca. 2.500 Euro/Quadratmeter. „Diese Zahlen dienen nur zu einer groben Orientierung“, erklärt der Verbandsvorsitzende und Wintergarten-Sachverständige Dr. Steffen Spenke: „Je nach Bauart, Größe und Gestaltung können die Kosten stark variieren.“


Alu oder Holz – welches Material ist besser?

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Außer Aluminium und Kunststoff werden im Wintergartenbau auch Holz und gelegentlich Stahl verwendet oder miteinander kombiniert. Welche Vor- und Nachteile haben die einzelnen Varianten?

  • Aluminium-Wintergärten sind wegen des geringen Gewichtes, der Korrosionsbeständigkeit und gleichzeitigen Festigkeit des Materials sehr beliebt. „Pulverbeschichtete und einbrennlackierte Alu-Profile sind extrem pflegeleicht und haben eine praktisch unbegrenzte Lebensdauer“, so Dr. Spenke. Und weiter: „Hier ist auch auf die Zertifizierung des Herstellers der tragenden Aluminiumkonstruktion nach DIN EN 1090 und das dazugehörige CE-Zeichen zu achten.“
  • Ein Wintergarten aus Holz zeichnet sich durch eine warme, wohnliche Atmosphäre aus und bietet eine gute Wärmedämmung. Dies kann auch im Zusammenhang mit den Vorschriften der deutschen Energieeinsparverordnung von Bedeutung sein (siehe unten). Bei der Fertigung kommt meist kein Massivholz zum Einsatz, sondern verleimtes Brettschichtholz, idealerweise aus nachhaltiger Bewirtschaftung und -produktion. Es verfügt in puncto Stabilität, Rissbeständigkeit und Wärmedämmung über bessere Eigenschaften.

Der Nachteil des Naturmaterials Holz ist seine Wetteranfälligkeit. Es muss außen vor Niederschlägen und Sonneneinstrahlung geschützt werden. Hierzu werden im Handel spezielle Lasuren angeboten. Besonders mittlere und dunkle Stoffe sind für die Außenbehandlung geeignet.

Wintergarten mit Wohlfühlatmosphäre

Im Innenbereich eines Holz-Wintergartens sollten Sie darauf achten, dass keine zu große Luftfeuchtigkeit entsteht und es ausreichende Möglichkeiten zum Lüften gibt. Schützende Beschichtungen (z. B. Wachse) sind auch hier zu empfehlen.

Wachsender Beliebtheit erfreuen sich Wintergärten aus einer Holz-Aluminium-Kombination. Dabei handelt es sich im Prinzip um einen Holz-Wintergarten mit einer Aluminium-Aufsatzschale. Außen kommt das wetterfeste Leichtmetall zum Einsatz, während das Holz im Innenraum für Gemütlichkeit sorgt. So verbinden sich die Vorteile beider Materialien zu einem gelungenen Ganzen.

Bei einem solchen Wintergarten sind die Preise laut Bundesverband etwas höher als bei reinen Holz- oder Aluminium-Konstruktionen: Sie können bei deutlich mehr als 2.500 Euro/Quadratmeter liegen. Gelegentlich werden in besonders großen Wintergärten auch Stahlunterkonstruktionen verwendet, um die Stabilität zu erhöhen. So wird aber nur in wirklich ausgedehnten Anbauten verfahren, etwa in der Gastronomie. Die niedrigsten Kosten fallen bei Wintergärten aus Kunststoff an. Sie zeichnen sich – ähnlich wie Aluminium – durch ihre Pflegeleichtigkeit und UV-Beständigkeit aus, verfügen aber bei weitem nicht über die Stabilität des Leichtmetalls. Fachleute empfehlen sie deshalb nur für kleinere Wintergärten.


Holen Sie Vergleichsangebote ein

Wenn Sie sich für einen Wintergartentyp entschieden haben, kann es an die Planung gehen. Da es sich bei den genannten Kosten lediglich um Orientierungswerte handelt, rät Verbandschef Dr. Spenke, zunächst zwei oder drei Vergleichsangebote von Fachbetrieben einzuholen und sich auch Referenzobjekte anzusehen. Außerdem sei es sinnvoll, bei der Entscheidung für ein Angebot nicht nur auf den Preis zu schauen. Ein kompetenter Anbieter aus der Region, der bei Problemen auch kurzfristig helfen kann, ist nach Ansicht des Experten manchmal mehr wert als ein etwas niedrigerer Preis.

Ausdrücklich warnt der Verband vor „schwarzen Schafen“ in der Branche, die mit Postwurfsendungen scheinbar günstige, aber mitunter unseriöse Angebote machen. Sie können unter anderem mit dubiosen Kreditmodellen verbunden sein – etwa indem zur vollständigen Finanzierung des Anbaus Prämien angeboten werden, wenn man seinen künftigen Wintergarten für Besichtigungen zur Verfügung stellt oder in großem Umfang Informationsmaterial unter potentiellen Wintergarten-Kunden verteilt.

Wer den Wintergarten als Teil eines Neubaus anlegt, kann sich bei Planungs- und Genehmigungsfragen meist auf die Expertise seines Architekten verlassen. Beim Anbau an ein bestehendes Gebäude muss man sich dagegen selbst oder zusammen mit der ausführenden Firma um einige Formalitäten kümmern.


Formalitäten beim Bauamt klären

Wie bei jedem Bauvorhaben, stellt sich auch bei einem Wintergarten die Frage nach der Genehmigungspflicht. Ob diese besteht, regelt die Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslandes. In einigen Ländern ist dafür auch die Größe des geplanten Anbaus ausschlaggebend. Am besten erkundigen Sie sich beim Bauamt Ihrer Stadt, ob Sie einen Bauantrag einreichen müssen und welche Formalitäten es darüber hinaus zu erledigen gilt.

Unter Umständen ist außerdem der Bebauungsplan der Gemeinde zu beachten. Darin ist zum Beispiel das zulässige Ausmaß der Bebauung in einem bestimmten Bereich geregelt. Die Lage des Wintergartens, seine Größe, der Abstand zur Grundstücksgrenze – allesamt Kriterien, die man möglicherweise bedenken muss.

Ein weiterer Punkt ist die deutsche Energieeinsparverordnung (EnEV). Beheizte und ganzjährig genutzte Wintergärten müssen die EnEV-Vorgaben zur Wärmedämmung erfüllen, was beispielsweise bei der Verglasung von Bedeutung ist. Der sogenannte Wärmedurchgangskoeffizient der Fenster darf einen bestimmten Wert nicht überschreiten. Andererseits können die großen Glasflächen auch helfen, Heizkosten zu sparen, indem die Energie der Sonneneinstrahlung genutzt wird. Bedenken Sie, dass dabei die Ausrichtung des Wintergartens je nach Himmelsrichtung unterschiedliche Effekte hat. Und auch die Frage der Reinigung großer Fensterflächen sollte bedacht werden. Entweder haben Sie dadurch aufwendige Mehrarbeit oder Mehrkosten.


Wärmehaushalt: Berücksichtigen Sie die Kraft der Sonne

Den größten Nutzen von der Sonneneinstrahlung hat naturgemäß ein nach Süden gehender Wintergarten. Er muss aber vor allem im Sommer durch Klimatisierung vor Überhitzung geschützt werden, zum Beispiel durch eine Klimaanlage, Jalousien und effektives Lüften. Ist der Anbau nach Westen ausgerichtet, kann man davon ausgehen, dass er die Sonnenwärme bis in die Abend- und Nachtstunden mitnimmt, während eine Ostlage im Sommer spätestens ab dem Mittag oft einen kühlen, weil schattigen Platz verspricht.

Wintergärten, die in Nordrichtung angelegt sind, profitieren am wenigsten von solarer Aufheizung. Diese kann nur geringfügig die Heizungsanlage unterstützen, die Sie natürlich brauchen, wenn Sie sich auch in den kalten Jahreszeiten in Ihrem Wintergarten wohlfühlen wollen.

Normalerweise kann die Wintergartenheizung an das Heizsystem des bestehenden Gebäudes angeschlossen werden. Heizkörper sollten dabei stets an den kältesten Stellen installiert werden, also im unteren Bereich der Glasflächen. Um die schöne Sicht nach draußen nicht zu beeinträchtigen, bieten sich niedrig gebauten Heizkörper an, die zum Teil sogar in den Boden eingelassen werden können. Nicht zu empfehlen ist dagegen eine Fußbodenheizung. Sie braucht zu lange zum Hoch- und Herunterfahren – somit kann man nicht schnell genug auf die sich verändernde Sonneneinstrahlung reagieren.


Besonders wichtig: effektives Lüften

Ebenso wichtig wie die Heizung ist eine effektive Lüftung des Wintergartens. Zu diesem Zweck können Dachlüftungsklappen eingebaut werden, ebenso wie Oberlichter, Schiebetüren oder -fenster. Ein rascher Luftaustausch ist gewährleistet, wenn man gleichzeitig Lüftungsklappen im Dach und Belüftungsklappen in Bodennähe öffnet. Dabei entweicht die warme, verbrauchte Luft nach oben, während von unten kühle Frischluft nachströmt.

Eine andere Möglichkeit stellen motorische Lüftungssysteme dar, die den Austausch von Zu- und Abluft automatisch regeln oder über Smart-Home-Systeme gesteuert werden können. Moderne Motorgebläse verursachen dabei kaum noch Geräusche. Wer lärmempfindlich ist, fühlt sich vielleicht dennoch gestört, etwa wenn der Wintergarten als Arbeitsplatz genutzt wird.

Wichtig ist, im sensiblen Bereich Heizung/Lüftung alle Elemente optimal aufeinander abzustimmen. In der Regel sollte man dies – ebenso wie die meisten anderen Arbeiten – einem Fachmann überlassen. Versierte Heimwerker können sich ihren Wintergarten auch als Bausatz mit detaillierter Aufbauanleitung bestellen und in Eigenleistung selbst errichten. So lässt sich durchaus ein dreistelliger Betrag sparen. Experten raten aber dazu, den Aufwand nicht zu unterschätzen. Und: Bei Fehlern und Folgeschäden haftet niemand. Deshalb sollte man es sich beim Bau keinesfalls zu einfach machen.


Braucht der Wintergarten ein Fundament?

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Oft gehen viele Hausbesitzer davon aus, dass ein Wintergarten, der auf eine bereits vorhandene Terrasse gestellt wird, kein Fundament benötigt. Das kann funktionieren – oder auch nicht. Kontrolliert werden muss auf jeden Fall, ob

  • die Terrasse ausreichend tragfähig ist,
  • sie womöglich ein (manchmal kaum wahrnehmbares) Gefälle hat,
  •  eine Sperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit und
  • die nötige Wärmedämmung vorhanden ist.

Symmetrische Formen sorgen für perfekte Optik

Abgesehen von technischen Aspekten soll beim Wintergarten natürlich auch die Optik stimmen. Dabei sind dem persönlichen Geschmack kaum Grenzen gesetzt. Meistens fährt man aber nicht schlecht, wenn man einige grundlegende Tipps beachtet. So sollten Größe und Ausmaß des Anbaus zum Hauptgebäude passen, rät Diplom-Ingenieur und Architekt Georg Tjards aus dem niedersächsischen Friedeburg. Außerdem warnt er vor architektonischen „Gags“ und baulichen Extravaganzen. „So etwas sorgt allenfalls kurzfristig für Aufsehen. Symmetrische Formen sind dagegen auch langfristig für das Auge annehmbar“, so der Wintergartenfachmann. Auch eine einheitlich gestaltete Glasfassade sei meist von Vorteil. Grundregel: „Liegende und stehende Rechtecke sollten nie in eine Flucht gesetzt werden.“ So wird Ihr Wintergarten nicht nur ein behaglicher und komfortabler zusätzlicher Raum – sondern auch ein optisches Highlight.

Ein Wintergarten steigert die Wohnqualität in Ihrer Immobilie immens. Dadurch bietet er wegen seines überschaubaren Planungs- und Bauaufwandes und der vergleichsweise kurzen Bauzeit ein herausragend gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis.