Clever heizen und sparen

Auch wenn der alte Kessel noch zuverlässig seinen Dienst tut: Um wirklich clever heizen zu können, kommen Hausbesitzer um eine Modernisierung nicht herum.


Anregungen für effizientes und kostensparendes Heizen

Die vom Schornsteinfegerhandwerk regelmäßig veröffentlichte Statistik über die Prüfergebnisse ergibt seit Jahren ein ähnliches Bild: Viele Geräte haben ein museumsreifes Alter sowie zu hohe Abgas- und Energieverluste. Clever heizen? Wohl kaum! Denn von den etwa 7,9 Millionen Öl- und Gaskesseln, die 2008 überprüft wurden, fallen 650.000 in die Kategorie mangelhaft.

Aber auch das Prüfsiegel des Schornsteinfegers ist kein Garant dafür, dass die Heizung noch „up to date“ ist. Denn ein Großteil der Kessel hält zwar die gesetzlichen Vorgaben ein, doch Hausherren können mit ihnen nicht annährend optimal und clever heizen. Nach den Erhebungen der Schornsteinfeger ist jeder vierte Öl- und jeder fünfte Gaskessel älter als 20 Jahre und entspricht nicht dem heutigen Stand der Technik. Wegen ihrer niedrigen Wirkungsgrade sind Energieverbrauch und Heizkosten unnötig hoch. Clever heizen wird so zur Utopie.


Optimierung oder Komplettmodernisierung? Ein Heizungs-Check gibt Auskunft

Moderne Heizkessel strahlen demgegenüber weniger Wärme ab, arbeiten modulierend (das heißt, sie passen ihre Leistung dem jeweiligen Wärmebedarf an) und nutzen dank Brennwerttechnik selbst die in den Abgasen enthaltene Energie. Clever heizen Hausbesitzer vor allem dann, wenn die Heizung zusätzlich mit einer Solaranlage kombiniert oder gleich ganz auf erneuerbare Energien umgestellt, bedeutet das noch mehr Ersparnis und noch mehr Umweltentlastung – denn auch das ist clever heizen. Diesen heutigen Anforderungen an Energieeffizienz entsprechen nach Erhebungen des Bundesindustrieverbands Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) insgesamt erst zwölf Prozent der rund 18 Millionen Heizungsanlagen.

Ein Heizungscheck vom Fachmann hilft, um künftig clever heizen zu können. Eine solche Überprüfung der Heizungsanlage, wie sie viele Fachbetriebe anbieten, gibt nicht nur Auskunft darüber, ob eine Komplettmodernisierung ratsam ist. Sie zeigt auch auf, durch welche kleineren Maßnahmen Hausherren mit einer bestehenden Heizungsanlage clever heizen können. Mit einer energieeffizienten neuen Heizungspumpe lässt sich zum Beispiel viel Strom sparen (alte Pumpen sind häufig der größte Stromverbraucher im Haushalt!), und ein hydraulischer Abgleich des Heizsystems sorgt für eine gleichmäßige Wärmeverteilung.


Clever heizen mit neuen Geräten

Clever heizen und sparen: grafischer Querschnitt
Clever heizen mit diesem Pufferspeicher: Wer Kamin und Solaranlage einbindet, braucht einen zentralen Speicher (Foto: Viessmann)

Sollte man sich allerdings doch für einen Austausch des gesamten Heizsystems entscheiden, stellt sich die Frage nach dem passenden System: Öl oder Gas, Wärmepumpe oder Pellets, mit oder ohne Einbindung einer Solaranlage – das Angebot an effizienter Technik, mit der Hausbesitzer clever heizen können, ist vielfältig. Kostengünstigste und noch immer häufigste Lösung ist der Austausch des alten Öl- oder Gaskessels durch ein modernes Brennwertgerät. Frank Ebisch vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima meint: „Wer derzeit eine effiziente Heizung sucht, ist mit einem Brennwertkessel mit Solarunterstützung am besten bedient.“ Die Kessel erreichen Wirkungsgrade von nahezu 100 Prozent und die Sonne steuert zusätzlich kostenlose Energie bei. Hausherren können so definitiv clever heizen, denn man erreicht mit einer solchen Lösung Einsparpotentiale von bis zu 40 Prozent.

Lohnend ist die Förderung vor allem, wenn man die Heizung ganz auf erneuerbare Energien umstellt. Trotz höherer Anschaffungskosten entscheiden sich immer mehr Hausbesitzer für  Wärmepumpe oder Pelletkessel; diese Systeme haben ihren Marktanteil von zusammen drei Prozent im Jahr 2000 auf heute fast 20 Prozent gesteigert. Für den Modernisierungsbereich haben viele Hersteller neue Luft-Wärmepumpen entwickelt, für die keine Bohrungen oder aufwendigen Erdarbeiten erforderlich sind. Oft sind die neuen Geräte auch für hohe Vorlauftemperaturen ausgelegt; sie eignen sich damit nicht nur für Fußbodenheizungen, sondern auch für normale Heizkörper.


Mit Technologie-Kombinationen clever heizen

Sinnvoll kann es auch sein, die Wärmepumpe mit einer anderen Wärmequelle wie dem alten Gaskessel oder einem Kaminofen zu kombinieren und so clever heizen zu können. Solche Hybridsysteme, in die verschiedene Energieträger eingebunden sind, liegen ohnehin im Trend. Die von Heizkessel, Solaranlage oder einem wasserführenden Kaminofen produzierte Wärme wird in einem zentralen Pufferspeicher gesammelt und bereitgestellt.

Als nächste Technologie stehen Mini-Blockheizkraftwerke vor dem Durchbruch. Diese Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung, mit Gas oder Bioöl betrieben, produzieren Strom und nutzen die Abwärme zum Heizen. Neue, kleine Geräte sollen dafür sorgen, dass dies auch für ein normales Einfamilienhaus rentabel wird und Hausherren dabei hilft, clever heizen zu können. Das zugehörige Förderprogramm mit hohen Zuschüssen gibt es bereits.


Standardisierter Heizungs-Check

Erst wenn sie über den Zustand ihrer Heizung genau Bescheid wissen und das vorhandene Einsparpotential einschätzen können, entschließen sich die meisten Hausbesitzer zu einer Modernisierung. Die Vereinigung der deutschen Zentralhei- zungswirtschaft hat zu diesem Zweck einen standardisierten Heizungscheck entwickelt. Er wird von den Heizungsinstallateuren angeboten, kostet etwa 100 Euro und gibt Auskunft über Optimierungsmöglichkeiten. Das hilft bei der Beantwortung der Frage, ob der alte Kessel ersetzt werden soll.

Die folgenden Punkte werden beim Heizungscheck unter die Lupe genommen:

  • Überdimensionierung des Kessels
  • Wärmeverluste über die Kesseloberfläche
  • Brennwertnutzung ja/nein
  • Heizkesselregelung
  • Abgasverlust
  • Wärmeverluste über das Abgassystem
  • Effizienz der Heizungspumpe
  • Dämmung der Rohrleitungen
  • Regelung der Heizkörper
  • Hydraulischer Abgleich

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Clevere Tipps für besseres und sparsameres Heizen

  • Clever heizen dank staatlicher Förderung

    Wer seine Heizung modernisiert und dabei erneuerbare Energien einbindet, kann Zuschüsse in vierstelliger Höhe erhalten. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert diese Maßnahmen im Rahmen eines Marktanreizprogramms des Bundesumweltministeriums. Auch für Neubauten gibt es Zuschüsse; die Basisförderung ist aber 25 Prozent niedriger.

     
  • Clever heizen mit Solarthermie

    Für Solaranlagen zur Warmwasserbereitung beträgt der Zuschuss 60 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche, mindestens aber 410 Euro. Wird die Solaranlage auch zur Heizungsunterstützung eingesetzt, kann man mit einer Förderung von 105 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche rechnen. Wer mit der Solaranlage erstmals eine neue Brennwertheizung einbaut, bekommt zudem einen Kesseltauschbonus von 375 bzw. 750 Euro.

     
  • Clever heizen mit Biomasse

    Anlagen zur Verfeuerung fester Biomasse, so die offizielle Bezeichnung für Pelletöfen und -kessel, Holzhackschnitzel- und Scheitholzvergaserkessel, werden je nach Art und Größe der Anlage mit einem Mindestzuschuss zwischen 500 und 2.500 Euro gefördert. Für einen wasserführenden Pelletofen erhält man zum Beispiel 1.000 Euro, für einen Pelletkessel mit neuem Speicher 2.500 Euro.

     
  • Clever heizen mit Wärmepumpen

    Die Höhe der Basisförderung richtet sich nach der beheizten Fläche und der genutzten Wärmequelle (Luft, Erde oder Grundwasser). Der Zuschuss beträgt maximal 1.500 Euro bei Luft-Wärmepumpen und 3.000 Euro bei Sole- und Wasser-Wärmepumpen.