Clever heizen und sparen

Auch wenn der alte Kessel noch zuverlässig seinen Dienst tut: Um wirklich clever heizen zu können, kommen Hausbesitzer um eine Modernisierung nicht herum.


Anregungen für effizientes und kostensparendes Heizen

Im Rahmen der regelmäßigen Feuerstättenschau überprüft der Schornsteinfeger alle Heizungsanlagen. Die vom Schornsteinfegerhandwerk regelmäßig veröffentlichte Statistik über die Prüfergebnisse ergibt seit Jahren ein ähnliches Bild: Viele Geräte haben ein museumsreifes Alter sowie zu hohe Abgas- und Energieverluste. Clever heizen? Wohl kaum! Die Energieeinsparverordnung (EnEV) schreibt daher vor, dass Heizkessel nach 30 Jahren erneuert werden müssen.

Aber auch bei jüngeren Anlagen ist das Prüfsiegel des Schornsteinfegers kein Garant dafür, dass die Heizung energetisch noch „up to date“ ist. Denn ein Großteil der Kessel hält zwar die gesetzlichen Vorgaben ein, doch Hausherren können mit ihnen nicht annähernd optimal und clever heizen. Nach den Erhebungen der Schornsteinfeger ist jeder vierte Öl- und jeder fünfte Gaskessel älter als 20 Jahre und entspricht nicht dem heutigen Stand der Technik. Wegen ihrer niedrigen Wirkungsgrade sind Energieverbrauch und Heizkosten unnötig hoch. Clever heizen wird so zur Utopie.


Optimierung oder Komplettmodernisierung?

Moderne Heizkessel strahlen gegenüber älteren Anlagen kaum noch Wärme ab und arbeiten modulierend: Sie passen ihre Leistung eigenständig dem jeweiligen Wärmebedarf an. Außerdem nutzen sie dank Brennwerttechnik zusätzlich die in den Abgasen enthaltene Energie. Clever heizen Hausbesitzer vor allem dann, wenn die Heizung zusätzlich mit Solartechnik unterstützt wird oder gleich ganz auf erneuerbare Energien umgestellt wird. Das bringt noch mehr Ersparnis und noch mehr Umweltentlastung – denn auch das ist clever heizen.

Ein Heizungs-Check vom Fachmann hilft, wenn man künftig clever heizen will. Eine solche Überprüfung der Heizungsanlage, wie sie viele Fachbetriebe anbieten, gibt nicht nur Auskunft darüber, ob eine Komplettmodernisierung ratsam ist. Sie zeigt auch auf, durch welche kleineren Maßnahmen Hausherren mit einer bestehenden Heizungsanlage clever heizen können. Mit einer energieeffizienten neuen Heizungspumpe lässt sich zum Beispiel viel Strom sparen (alte Pumpen sind häufig der größte Stromverbraucher im Haushalt!). Ein hydraulischer Abgleich des Heizsystems sorgt für eine gleichmäßige Wärmeverteilung und damit bessere Ausnutzung der Energie.

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Clever heizen mit neuen Geräten

Sollte man sich allerdings doch für einen Austausch des gesamten Heizsystems entscheiden, stellt sich die Frage nach dem passenden System: Öl oder Gas, Wärmepumpe oder Pellets, mit oder ohne Einbindung einer Solaranlage – das Angebot an effizienter Technik, mit der Hausbesitzer clever heizen können, ist vielfältig. Die kostengünstigste und noch immer häufigste Lösung ist der Austausch des alten Öl- oder Gaskessels durch ein modernes Brennwertgerät. Frank Ebisch vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima meint: „Wer derzeit eine effiziente Heizung sucht, ist mit einem Brennwertkessel mit Solarunterstützung am besten bedient.“ Die Kessel erreichen Wirkungsgrade – also eine Energieausnutzung – von nahezu 100 Prozent, und die Sonne steuert zusätzlich kostenlose Energie bei. Hausherren können so definitiv clever heizen, denn man erreicht mit einer solchen Lösung Einsparpotenziale von bis zu 40 Prozent.

Lohnend ist die Förderung vor allem, wenn man die Heizung ganz auf erneuerbare Energien umstellt. Trotz höherer Anschaffungskosten entscheiden sich immer mehr Hausbesitzer für Wärmepumpe oder Pelletkessel. Diese Systeme haben ihren Marktanteil von zusammen drei Prozent im Jahr 2000 inzwischen auf über 20 Prozent gesteigert. Für den Modernisierungsbereich haben viele Hersteller neue Luft-Wärmepumpen entwickelt, für die keine Bohrungen oder aufwendigen Erdarbeiten erforderlich sind. Oft sind die neuen Geräte auch für hohe Vorlauftemperaturen ausgelegt: Sie eignen sich damit nicht nur für Fußbodenheizungen, sondern auch für normale Heizkörper.


Mit Technologie-Kombinationen clever heizen

Sinnvoll kann es auch sein, die Wärmepumpe mit einer anderen Wärmequelle wie dem alten Gaskessel oder einem Kaminofen zu kombinieren und so clever heizen zu können. Solche Hybridsysteme, in die verschiedene Energieträger eingebunden sind, liegen ohnehin im Trend. Die von Heizkessel, Solaranlage oder einem wasserführenden Kaminofen produzierte Wärme wird in einem zentralen Pufferspeicher gesammelt und bereitgestellt.

Als nächste Technologie stehen Mini-Blockheizkraftwerke vor dem Durchbruch. Diese Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung, mit Gas oder Bioöl betrieben, produzieren Strom und nutzen die Abwärme zum Heizen. Neue, kleine Geräte machen das auch für ein normales Einfamilienhaus rentabel und helfen Hausherren dabei, clever heizen zu können. Das zugehörige Förderprogramm mit hohen Zuschüssen gibt es bereits.


Standardisierter Heizungs-Check

Erst wenn sie über den Zustand ihrer Heizung genau Bescheid wissen und das vorhandene Einsparpotenzial einschätzen können, entschließen sich die meisten Hausbesitzer zu einer Modernisierung. Die Vereinigung der deutschen Zentralheizungswirtschaft hat zu diesem Zweck einen standardisierten Heizungs-Check entwickelt. Er wird von den Heizungsinstallateuren angeboten, kostet etwa 100 Euro und gibt Auskunft über Optimierungsmöglichkeiten. Das hilft bei der Beantwortung der Frage, ob der alte Kessel ersetzt werden soll.

  • Überdimensionierung des Kessels
  • Wärmeverluste über die Kesseloberfläche
  • Brennwertnutzung ja/nein
  • Heizkesselregelung
  • Abgasverlust
  • Wärmeverluste über das Abgassystem
  • Effizienz der Heizungspumpe
  • Dämmung der Rohrleitungen
  • Regelung der Heizkörper
  • Hydraulischer Abgleich

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Förderung für besseres und sparsameres Heizen

Wer seine Heizung modernisiert und damit einen Beitrag zu Umweltschutz und Energieeffizienz leistet, kann je nach verwendeter Technologie Direktzuschüsse in vierstelliger Höhe erhalten. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert diese Maßnahmen im Rahmen des Anreizprogramms Energieeffizienz des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Auch für Neubauten gibt es Zuschüsse.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert im Rahmen des CO2-Gebäudesanierungsprogramms ebenfalls Investitionen in umweltfreundliche Heiztechnik, aber auch in weitere energetische Sanierungsmaßnahmen von Bestandbauten. Sowohl Direktzuschüsse als auch vergünstigte Kredite sind möglich.