Clevere Alternative: Pelletheizung

Pelletheizungen sind komfortabel und vielseitig einsetzbar. Mit günstigen Brennstoffkosten und einer guten CO2-Bilanz machen sie Öl- und Gaskesseln Konkurrenz


Die Handhabung

Die Handhabung einer Pelletheizung ist mit der einer Ölheizung vergleichbar. Denn auch die Pellets werden in einem Silowagen angeliefert und mit einem Schlauch in den Lagerraum geblasen. In Altbauten wird häufig der Ölraum, der mit der Umstellung auf Holzpellets überflüssig wird, zum Brennstofflager umfunktioniert. Wer keinen entsprechenden Raum zur Verfügung hat, dem bieten sich aber auch andere Lagermöglichkeiten für Pellets; geeignet sind zum Beispiel Sacksilos oder Erdtanks. Die Größe des Lagerraums in Kubikmetern sollte etwa der Leistung der Heizung in Kilowatt entsprechen. Eine Mindestgröße von acht bis zehn Kubikmetern sollte man daher einplanen.

Damit die Zufuhr der Pellets zum Brenner mithilfe einer Förderschnecke möglich ist, muss der Lagerraum unmittelbar neben dem Heizraum liegen. Ist das nicht der Fall, kommt nur eine Saugsonde in Betracht, die automatisch einmal täglich die Pellets vom Lager in einen Zwischenbehälter saugt.

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Auch wichtig: die Öko-Bilanz

Wichtigster Pluspunkt von Holz in der Ökobilanz: Es setzt bei der Verbrennung nur so viel CO2 frei, wie der Baum im Laufe seines Wachstums einlagert und bindet. Auch der Energieaufwand bei der Herstellung von Pellets aus Holzspänen ist mit nur 2,7 Prozent der Endenergie sehr niedrig. Ein Vorteil der Pelletheizung ist die saubere Verbrennung; die Werte sind besser als bei jedem anderen Holzofen. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass die Qualität des Brennstoffs normiert ist. Der Heizwert liegt zwischen 4,9 und 5,4 Kilowattstunden je Kilogramm, der Wassergehalt unter zwölf Prozent, der Aschegehalt unter 1,5 Prozent. Jeder Schüttkubikmeter wiegt etwa 650 Kilogramm – alles definiert in der DIN 51731. Andere Holzbrennstoffe hingegen unterliegen starken Qualitätsschwankungen. So kann bei Naturholz mitunter zu hohe Feuchtigkeit die Abgaswerte in die Höhe treiben.

Neben Holzpellets gibt es inzwischen sogar schon vergleichbare Sticks aus Agrarreststoffen. Eingesetzt werden vor allem Korn, Stroh und Ölsaaten, aber es sind auch Rezepturen möglich, die auf Miscanthus, Malvengewächsen, Rapspresskuchen, Bruch- und Schadgetreide, Spelzen, Oliven- oder Weintrester und Stroh basieren. Diese Agrarsticks könnten in jedem Pelletkessel eingesetzt werden, heißt es beim Hersteller, aber es müssten dafür am Kessel die Luftzufuhr und der Vorschub verändert werden.

 

Vor- und Nachteile

Pelletheizung: brennende Pellets
Preiswerte Wärme aus nachwachsendem Energieträger (Foto: Paradigma)

Holzpellets sind inzwischen deutlich billiger als Heizöl. Ein Liter Heizöl kostete in den letzten Monaten zwischen 80 und 95 Cent. Da die Erdgaspreise nachziehen, ist auch Gas preislich gesehen keine echte Alternative. Der Preis für Holzpellets hingegen lag im selben Zeitraum bei rund 180 Euro je Tonne (bei Lieferung frei Haus), was umgerechnet einem Heizölpreis von knapp 40 Cent je Liter entspricht. In Norddeutschland sind die Preise etwas höher als in Süddeutschland.

Allerdings erfordert eine Holzpelletheizung erst einmal höhere Investitionen: Die Kosten für einen automatischen Pelletkessel liegen bei etwa 5.000 bis 8.000 Euro und sind damit um etwa 3.000 bis 4.000 Euro höher als die für einen klassischen Erdgas- oder Heizölkessel. Die Ausgaben für den Brauchwasserspeicher, den Kamin und die hausinterne Wärmeverteilung, die jeweils noch hinzukommen, sind bei beiden Systemen vergleichbar.

Inzwischen kann man bei Holzpellets auf eine etablierte Technik zurückgreifen. Auch im Hinblick auf kleinere Nennleistungen ist die Entwicklung weitgehend abgeschlossen. So werden für gut gedämmte Bauten mittlerweile Kessel angeboten, deren Leistung mindestens acht Kilowatt beträgt. Geringere Werte sind kaum sinnvoll, weil allein schon die Warmwasserbereitung eine solche Mindestleistung erfordert. Nach oben hin sind bezüglich der Leistung kaum Grenzen gesetzt; es sind bereits Pelletkessel mit mehreren Hundert Kilowatt Heizleistung im Einsatz.


Energiesparen

Als weitgehend ausgereizt gilt bei den Marktführern auch die Abgasqualität der Pelletfeuerungen. Jeder Versuch, die Werte noch weiter zu verbessern, mache den Verbrennungsprozess instabiler und störungsanfälliger, heißt es bei den Herstellern. So werde in Sachen Abgasminderung in Zukunft nicht mehr viel passieren. Da für Holzöfen künftig jedoch strengere Abgasvorschriften gelten werden, sollte man beim Kauf von Pelletöfen und -kesseln darauf achten, dass sie den Blauen Engel tragen. Denn dann kann man sicher sein, dass nicht eines Tages eine Nachrüstung mit einem Rußfilter erforderlich ist. 

Zuschüsse für Pelletheizungen und andere Biomassekessel bietet das Marktanreizprogramm des Bundesumweltministeriums für erneuerbare Energien. Für Pelleteinzelöfen gibt es mindestens 1.000 Euro Investitionszuschuss, für Pelletheizkessel mindestens 2.000 Euro und für Pelletheizkessel mit neuem Speicher mindestens 2.500 Euro. Scheitholzvergaserkessel werden mit einem Zuschuss von 1.125 Euro gefördert. Einen zusätzlichen Bonus gibt es für die Kombination mit einer Solaranlage oder für besonders effiziente Systeme. Infos und Antragstellung: BAFA, Tel.: (06196) 90 86 25, www.bafa.de