Heizen ohne Verluste

Moderne Brennwertkessel nutzen den eingesetzten Brennstoff optimal aus. Auch wer nicht auf erneuerbare Energien umsteigt, kann durch eine Heizungsmodernisierung viel sparen.


Welche Heizung ist die beste?

Gas oder Öl, Pellets oder Erdwärme – die Frage, welche Heizung die beste ist, dreht sich oft vor allem um die Wahl des Energieträgers. Zu Unrecht: Denn wie sparsam und umweltfreundlich eine Heizung arbeitet, hängt vor allem von der Effizienz des Heizkessels und des gesamten Heizsystems ab. Den Maßstab haben hier in den letzten Jahren die mit Brennwerttechnik arbeitenden Öl- und Erdgaskessel gesetzt. Diese Geräte erreichen Wirkungsgrade von bis zu 95 Prozent, setzen den verwendeten Brennstoff also nahezu ohne Verluste vollständig in Heizwärme um.


Alte Kessel: Fast 50 Prozent Energieverschwendung

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Das sieht bei alten Öl- und Gas-Geräten noch ganz anders aus. Die bis in die 1980er-Jahre gängigen, sogenannten Konstanttemperaturkessel verschwenden nach einer Untersuchung der Verbraucherzentrale Niedersachsen in Summe sage und schreibe 48 Prozent der eingesetzten Energie. Die größten Problempunkte dabei: Mangels witterungsgeführter Regelung gehen zwölf Prozent verloren. Schlecht gedämmte Rohrleitungen sind für acht Prozent Energieverlust verantwortlich.

Die Bereitschaftsverluste, die zum Beispiel durch eine ständig brennende Zündflamme, schlechte Kesseldämmung und eine überdimensionierte Leistung entstehen, haben einen Anteil von sieben Prozent an der Energieverschwendung. Bis zu zehn Prozent der Energie bläst der Kessel ungenutzt als Abgasverlust in die Atmosphäre.

Brennwerttechnik: Heute schon Standard

In veralteteten Anlagen wird auch der Brennwerteffekt nicht genutzt, womit weitere elf Prozent Einsparung zu erzielen wären. Erreicht wird dies durch die zusätzliche Nutzung der Wärme, die im Wasserdampf der Abgase enthalten ist. In Brennwertkesseln kondensiert dieser Wasserdampf und gibt seine Wärme ans Heizsystem ab. Auch gegenüber Niedertemperaturkesseln, die seit Ende der 1980er-Jahre vorrangig installiert wurden, spart man so nochmals rund zehn Prozent Energie ein.

Die Brennwerttechnik hat sich bei Erdgas- und Ölkesseln als Standard etabliert. Auch Pelletkessel mit Brennwerttechnik sind auf dem Markt. Neben klassischen bodenstehenden Kesseln sind vor allem wandhängende Kompaktgeräte mit integriertem Warmwasserspeicher stark gefragt. Oft kommen hier besonders effiziente Schichtenspeicher zum Einsatz.

Brennwertkessel lassen sich gut mit einer Solaranlage kombinieren; rund 40 Prozent Energie kann man mit einer solchen Heizungsmodernisierung sparen. Um alle Einsparpotentiale zu nutzen, muss mit dem Kesseltausch die gesamte Heizanlage optimiert werden. Eine Maßnahme, die sich auch dann lohnt, wenn die alte Heizung (noch) nicht ausgetauscht werden soll.


Blockheizkraftwerk: Mit der Heizung Strom erzeugen

Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung nutzen den Brennstoff besonders effektiv aus. Blockheizkraftwerke (BHKW) produzieren Strom und stellen die dabei erzeugte Wärme über Nah- bzw. Fernwärmenetze zur Raumheizung zur Verfügung. Besonders effizient ist das bei sogenannten Mini-BHKW, bei denen die Wärme direkt vor Ort genutzt wird, und Verluste über das Leitungsnetz entfallen.

Angetrieben werden die kleinen BHKW meist mit Erd- oder Flüssiggas, mit Heizöl oder auch mit Pflanzenöl. Wirtschaftlich lohnend sind Mini-BHKW bislang aber nur für Gebäude mit einem ganzjährig höheren Wärmebedarf, etwa für Wohnhäuser mit Schwimmbad oder für kleine Gewerbebetriebe.

Viele Hersteller bieten kleinere Systeme an, mit denen der Betrieb von Mini-BHKW auch in normalen Einfamilienhäusern wirtschaftlich sinnvoll werden kann.

Mini-Blockheizkraftwerk von SeneTec
Ein Mini-Blockheizkraftwerk kann auch im Keller eines Einfamilienhauses installiert werden. (Quelle: Senetec)

Zeolith-Heizung: Noch mehr Effizienz durch Siedestein

Zeolith für die Zeolith-Wärme-Pumpe
Der Keramikwerkstoff Zeolith entwickelt bei der Aufnahme von Wasser Wärme und kann daher in Heizsysteme integriert werden. (Quelle: Vaillant)

Der Keramikwerkstoff Zeolith könnte künftig die Effizienz von Heizungen weiter steigern. Der griechische Begriff bedeutet übersetzt „Siedestein“. Zeolith, ein natürlich vorkommendes Mineral, zieht nämlich wie ein Schwamm Wasser an und gibt dabei erhebliche Mengen an Wärme ab.

Der Heizungshersteller Vaillant hat diese Eigenschaft jetzt mit der Entwicklung einer Zeolith-Gas-Wärmepumpe erstmals für die Wärmeversorgung in Gebäuden nutzbar gemacht. Selbst gegenüber moderner Brennwert-Heiztechnik kann man damit nach Angaben des Herstellers rund 35 Prozent Energie sparen.

Die Zeolith-Gas-Wärmepumpe besteht aus einem Gas-Brennwertgerät und einem Zeolith-Modul. Zusätzlich gehören drei Solarkollektoren, ein Warmwasserspeicher und eine Regelung zum System. Das geschlossene, wartungsfreie Zeolith-Modul enthält neben dem Zeolith lediglich Wasser und einen Wärmetauscher. Die Installation unterscheidet sich unwesentlich von der eines Gas-Brennwertgeräts mit solarer Unterstützung.


Experten-Interview: Wann sind eine Heizungsoptimierung oder ein Heizungstausch sinnvoll?

Fragen und Antworten im Experten-Interview mit dem Ökotekten Dipl.-Ing. Matthias Wagnitz.

Wie lässt sich eine vorhandene Heizung optimieren, und was bringt das?

Eine Optimierung reduziert die Energieverschwendung ohne Komfortverlust. Sie sollte nur als Paket durchgeführt werden. Wesentliche Punkte sind: hydraulischer Abgleich (keine Überhitzung von Räumen), nachträgliche Rohrleitungsdämmung (vermeidet Wärmeabgabe an unbeheizte Räume), Einbau einer Hocheffizienzpumpe (richtig dosierter Wasserumlauf, spart außerdem Strom) sowie die Anpassung der Heizkurve (der Kessel liefert nur benötigte Wärme). Was im jeweiligen Gebäude notwendig ist, wird durch einen Heizungs-Check ermittelt. Die Optimierung der alten Heizung kann auch ohne Kesseltausch durchgeführt werden. Die meisten Optimierungsmaßnahmen werden bei einem späteren Kesseltausch nicht verworfen, sondern weiterverwendet.

Wie funktioniert ein hydraulischer Abgleich genau?

Der Heizungsfachmann reguliert die Ventile so, dass jeder Heizkörper die notwendige Wassermenge erhält. Ohne Abgleich würden zum Beispiel Heizkörper in der Nähe der Heizung zu viel Wasser erhalten (Raum wird zu warm), entfernte Heizkörper würden aber eventuell zu wenig bekommen (Raum wird nicht warm). Je nach Alter, Typ und Zustand der Thermostatventile werden diese getauscht. Der Abgleich wird nämlich üblicherweise über eine Einstellung am Ventil durchgeführt.

In welchen Fällen sollte der Heizkessel getauscht werden?

Über einen Kesseltausch sollte zustands- und altersabhängig entschieden werden. Alte Kessel sind häufig zu groß dimensioniert und haben einen schlechten Wirkungsgrad. Dazu kommt die Gefahr eines Ausfalls. Ein Austausch sollte aber nicht erst nach einem Schaden erfolgen. Am besten lässt man einen Heizungscheck durchführen und entwickelt dann zusammen mit dem Heizungsfachmann einen Sanierungsfahrplan. Zu einem Kesseltausch gehört auch eine Optimierung, sofern sie nicht schon gemacht worden ist.

Dipl.-Ing. Matthias Wagnitz, Experte für Energie- und Wärmetechnik.

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