Heizung erneuern: Auswahl und Finanzierung

Serie Generationenwechsel, Folge 12: Ihre Immobilie hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel? Bevor Sie ins ererbte oder geschenkte Objekt einziehen, sollten Sie die Heizung erneuern. Davon profitiert nicht nur die Umwelt, sondern auf längere Sicht auch Ihr Geldbeutel. Informieren Sie sich hier über die verschiedenen Heizsysteme und Finanzierungsmöglichkeiten.


Die Heizung erneuern – das sagen die Vorschriften

CO2-Emissionen sind schädlich fürs Klima. Alte Hausheizungen verbrauchen viel Energie und sind daher bedeutende Emissionsquellen. Die Energieeinsparverordnung von 2014 (EnEV) schreibt daher Bauherren und Hausbesitzern vor, welchen Standardanforderungen ihre Öl- oder Gasheizung genügen muss. Im Sinne des Klimaschutzes gilt generell: Wenn ein Brenner das Alter von 30 Jahren erreicht hat, erlischt im Fall des Besitzerwechsels der Immobilie die Betriebsgenehmigung. Sollte das bei Ihnen der Fall sein, haben Sie keine Wahl – Sie müssen innerhalb von zwei Jahren Ihre Heizung erneuern. Das Alter Ihrer Anlage erkennen Sie leicht: Das Baujahr ist auf dem Typenschild des Brenners zu finden. Oder Sie fragen den für Ihren Bezirk zuständigen Schornsteinfeger bei der nächsten Feuerstättenschau danach. Der Schornsteinfeger überwacht dann auch den Austausch.

Auch wenn Ihre Heizungsanlage jünger als die gesetzlich zugelassenen 30 Jahre ist: Denken Sie weiter. Wie viele Jahre ist die Anlage noch von dieser Altersgrenze entfernt? Wenn es nur ein kurzer Zeitraum ist, sollten Sie das Projekt im Rahmen geplanter Sanierungen gleich mit in Angriff nehmen. Schließlich ist es mit Lärm, Schmutz und Unruhe im Haus verbunden, wenn Sie die Heizung erneuern. Erledigen Sie alles in einem Rutsch, halten Sie die Belästigung für sich selbst oder eventuelle Mieter so gering wie möglich.


Heizung erneuern mit Spareffekt

Bei Heizungen gilt die Faustregel: Ist die Anlage älter als 20 Jahre, lohnt sich der Austausch fast immer. Ihr Gewinn: ein gutes Gewissen, weil Sie etwas für den Schutz unseres Klimas tun. Und Sie profitieren auch finanziell. Wenn Sie auf moderne Heiztechnik setzen, reduzieren Sie Ihre Ausgaben für Gas oder Öl um 20 bis 30 Prozent. Zahlen in diesem Bereich nennen sowohl Hersteller von Heiztechnik als auch Bauherren selbst.

Wenn Sie Ihre Heizung erneuern, amortisiert sich die Ausgabe in zehn bis 20 Jahren. Der genaue Zeitraum hängt von der Höhe Ihrer Investition ab. Allgemein geht man davon aus, dass Hausbesitzer für Brennwertanlagen mit Öl oder Gas zwischen 6.000 und 9.000 Euro zahlen. Wenn Sie sich für einen anderen Typ als die klassische Öl- oder Gasheizung interessieren, wird es etwas teurer. Mehr zu Pelletheizungen und Solarthermie lesen Sie weiter unten in diesem Artikel.

Brennwerttechnik nutzt Wärme der Abgase

Die Heizungstechnik entwickelt sich stetig weiter. So haben Niedertemperaturgeräte, die in den 1980er-Jahren noch als innovativ galten und in vielen Privatimmobilien verbaut wurden, ausgedient. Damals galten sie zu Recht als effektiv. Ihre Vorgänger, die Konstanttemperaturkessel, hatten noch schlechtere Nutzwerte. Doch auch die Niedertemperaturgeräte entsprechen längst nicht mehr den gesetzlichen Ansprüchen an klimafreundliche Haustechnik. Schließlich werden bei ihnen die Abgase, die bei der Verbrennung von Gas und Öl entstehen, ungenutzt durch den Schornstein abgeleitet.

Wenn schon Abgase entstehen, sollen sie so weit wie möglich verwertet werden – das ist das Prinzip der Brennwerttechnik, die zusätzlich die Wärme der Abgase nutzt. Brennwertkessel kühlen die Abgase ab, bevor sie im Schornstein aufsteigen. Dabei entsteht Kondensationswärme, die sich wiederum zur Wärmebereitstellung verwenden lässt. So wird die Energie wesentlich effizienter genutzt als bei einem Niedertemperaturkessel.


Heizung erneuern mit Öl oder Gas

Früher haben Hausbesitzer versucht, auf die Entwicklung von Gas- und Ölpreisen zu spekulieren. Je nachdem, welche der Energien auf längere Sicht günstiger schien, bekam Gas oder Öl den Vorzug, wenn sie die Heizung erneuert haben. Je globalisierter die Wirtschaft, desto schwieriger werden aber Preisprognosen.

2018 ist das Heizen mit Öl erstmals seit der Heizperiode 2013/14 wieder etwas teurer geworden als das Heizen mit Gas. Peter Kafke vom Bundesverband der Verbraucherzentralen sagte in Bezug auf die Preisentwicklung im Deutschlandfunk: Im langjährigen Mittel sei „da nicht so viel drin zwischen Öl und Gas“. Wenn Sie Ihre Heizung erneuern möchten sollten Sie also auf andere Fakten schauen als nur auf die Energiepreise.


Gasheizung vs. Ölheizung: Vor- und Nachteile im Überblick

Die beiden klassischen Heizungsanlagen sind die Gas- und die Ölheizung. Wenn Sie Ihre Heizung erneuern möchten, sollten Sie die Vor- und Nachteile der beiden Typen kennen:

Gasheizungen sind relativ kompakt und benötigen dementsprechend wenig Platz im Keller. Sie haben gute Umweltwerte, zudem sind die Anschaffungskosten im Vergleich zur Ölheizung meist etwas niedriger. Die Investitionskosten fallen aber um rund 2.000 Euro höher aus, wenn kein Gasanschluss vorhanden ist. Ausnahme Flüssiggas: Das wird wie Erdöl angeliefert und in einem Tank gelagert.

Da moderne Ölheizungen ebenso wie Gasheizungen mit Brennwerttechnik funktionieren, bieten auch sie unterm Strich eine gute Energieausnutzung. Nachteilig ist hier, dass Sie beim Einkauf des Öls finanziell in Vorleistung gehen müssen. Und Sie benötigen viel Platz im Keller, um die Öltanks unterzubringen.

Aktuell lässt sich resümieren: Gasanlagen sind in der Anschaffung meist etwas günstiger als Ölheizungen und haben bessere Emissionswerte. Wenn Sie bereits einen Gasanschluss am Haus haben, sollten Sie eine Gasanlage erwägen, wenn Sie Ihre Heizung erneuern. Beim Wechsel von Öl zu Gas sind zwar die Kosten für den Gasanschluss einzukalkulieren. Durch das Entfernen der nicht mehr benötigten Öltanks gewinnen Sie dafür Raum im Keller oder sparen sich – bei Außerbetriebnahme eines Erdtanks – die Kosten für die regelmäßige Überprüfung.


Alternativen zu klassischen Heizungsanlagen

Neben den Klassikern Öl- und Gasheizung gibt es Heizungstypen, die mit erneuerbaren Energien arbeiten. Sie sind in der Anschaffung teurer. Darum vergibt das Bundeswirtschaftsministerium hier Zuschüsse, wenn Sie Ihre Heizung erneuern. Möglich ist das im Rahmen des sogenannten Marktanreizprogramms (MAP) „Wärme aus erneuerbaren Energien“. Auch wenn eine solche Heizung beim Einbau kostspielig ist, sie hat dafür andere Vorteile: Mit Pellets oder Erdwärme zu heizen ist besonders klimafreundlich.

  • Pelletheizung: Im Kessel einer Pelletheizung werden gepresste Holzspäne (Pellets) verfeuert. Der Betrieb ist günstiger als mit Öl oder Gas. Sie benötigen aber Platz, um ein Lager für die Pellets anzulegen.
  • Erdwärme: Eine Wärmepumpe bringt Erdwärme (Geothermie) aus bis zu 150 Metern Tiefe an die Oberfläche. Die Energie lässt sich für Heizung und Warmwasser nutzen.
  • Solaranlage: Mit Sonnenenergie können Sie ebenfalls heizen. In Deutschland reichen die Sonnenstunden übers Jahr gesehen jedoch nicht aus, um komplett auf Sonnenenergie zu setzen. Solarthermie können Sie aber zur Unterstützung jeder anderen Heiztechnik nutzen.
  • Kraft-Wärme-Kopplung: Damit arbeiten zum Beispiel Blockheizkraftwerke und Brennstoffzellen. Der Einbau ist relativ teuer und lohnt sich nur, wenn viel Strom und Wärme produziert wird. Sprich: Ihr Verbrauch muss hoch sein. Ob sich das für ein Einfamilienhaus rechnet, sollten Sie einen Sachverständigen vor Ort beurteilen lassen.

Heizung erneuern und Heizkörper austauschen

Wenn Sie Ihre Heizung erneuern wollen, stellt sich die Frage: in welchem Umfang? Geht es nur um den Kessel, oder benötigen Sie auch neue Heizkörper? Zuerst sollten Sie die Energieeffizienz und Dämmung des ganzen Hauses überprüfen. Eine in der Theorie hervorragende Energienutzung bringt Ihnen nichts, wenn über schlecht isolierte Wände und Fenster viel Wärme verloren geht.

Unter diesem Gesichtspunkt sollten Sie auch die vorhandenen Heizkörper in Ihrem geschenkten oder ererbten Haus checken. Alte Rippenheizkörper fassen bis zu zwei Drittel mehr Wasser als moderne Heizkörper. Um sie aufzuheizen, ist dementsprechend mehr Energie nötig. Einen deutlich höheren Wirkungsgrad haben die modernen Flachheizkörper. Mögliche Alternativen: Ventilatorheizkörper oder – im Rahmen einer größeren Sanierung – der Einbau von Fußbodenheizungen oder Wandheizungen. Denken Sie nicht zuletzt an die Isolierung der Heizungsrohre. Auch über die Rohre kann viel Wärmeenergie ungenutzt verloren gehen.


Heizung erneuern mit Fördergeldern

Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt Sie mit zahlreichen Förderprogrammen. Es ist ein spezielles Anliegen der KfW, die Energieeffizienz von Immobilien zu verbessern. Dafür kommen beispielsweise folgende Programme infrage:

Kredit 151: Er wird bei der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus in Höhe von bis zu 100.000 Euro gewährt, für Einzelmaßnahmen in Höhe von bis zu 50.000 Euro. Für den Austausch besonders ineffizienter Heizungen und den Einbau neuer Lüftungsanlagen stellt das Bundeswirtschaftsministerium darüber hinaus erhöhte Tilgungszuschüsse zur Verfügung. Es stammt aus dem Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE).

Zuschuss 430: Damit gibt es bis 30.000 Euro Zuschuss je Wohnung. Auch hier können für den Austausch besonders ineffizienter Heizungen erhöhte Zuschüsse aus dem APEE zur Verfügung gestellt werden.

Kredit 167: Dies ist ein Ergänzungskredit zu anderen Förderprogrammen. In diesem Rahmen werden bis zu 50.000 Euro Kredit je Wohnung vergeben. Zielgruppe sind Eigentümer, die ihre Heizungsanlage auf erneuerbare Energien umstellen. Gefördert werden zum Beispiel thermische Solarkollektoranlagen, Pelletheizungen und Wärmepumpen.

Bei der Auswahl eines passenden KfW-Förderprogramms hilft der Produktfinder auf der Internetseite der Förderbank unter www.kfw.de. Auch Ihr Finanzberater, Architekt oder Heizungsbauer kann Ihnen hier mit Informationen weiterhelfen.


Einen Kaminofen ins Heizsystem einbinden

Wenn Sie Ihre Heizung erneuern, denken Sie sicher nicht unbedingt an einen Kamin. Doch auch er kann die Heizleistung in Ihrem Haus unterstützen. Und das funktioniert nicht nur durch die direkte Wärme, die das Kaminfeuer in den Raum abgibt. Tatsächlich können Sie einen Kamin ins Heizsystem einbinden. Das geht zum einen mit einem neuen Kamin, den Sie im Rahmen der Sanierung einbauen. Zum anderen können Sie auch einen vorhandenen Einbau entsprechend aufrüsten.

Jedenfalls benötigen Sie einen sogenannten wasserführenden Kaminofen. Wird er befeuert, wird ein Teil der Wärme über einen Pufferspeicher im Heizungskeller in die Zentralheizung geleitet. Vereinfacht gesagt, wird es anschließend in die Heizkörper gepumpt. Das abgekühlte Wasser nimmt anschließend wieder seinen Weg zurück über den Pufferspeicher in den Kaminofen. Wenn Sie Ihre Heizung erneuern und das im Rahmen einer größeren Sanierung geschieht, sollten Sie diese Möglichkeit mitdenken.

Die Heimatexperten von Schwäbisch Hall unterstützen Sie gern in allen Fragen zur Finanzierung der Bau- und Umbaumaßnahmen an Ihrer Immobilie. Sprechen Sie uns an – unsere Fachleute stehen Ihnen jederzeit für eine unverbindliche Beratung über Modernisierungskredite zur Verfügung und entwickeln auf Wunsch mit Ihnen ein individuelles Finanzierungskonzept.

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