Heizung erneuern: Auswahl und Finanzierung

Wir informieren Sie umfassend über die:

  • Vorteile und optimale Umsetzung
  • verschiedenen Typen von Heizungen
  • Einsparpotenziale und Förderprogramme

Welche Vorteile bringt ein neues Heizungssystem?

Sie besitzen eine ältere Immobilie und denken darüber nach, die Heizung zu erneuern oder ein neues Heizungssystem zu installieren? Davon würde nicht nur die Umwelt profitieren, sondern auf längere Sicht auch Ihr Geldbeutel. Informieren Sie sich hier über die verschiedenen Heizsysteme und Finanzierungsmöglichkeiten.

Welche Vorschriften habe ich beim Heizung erneuern zu beachten?

Welche Vorschriften habe ich beim Heizung erneuern zu beachten?

Die Energieeinsparverordnung von 2014 (EnEV) schreibt Bauherren und Hausbesitzern vor, welche Standardanforderungen ihre Öl- oder Gasheizung erfüllen müssen. Wenn ein Brenner das Alter von 30 Jahren erreicht hat, erlischt im Fall des Eigentümerwechsels der Immobilie die Betriebsgenehmigung. Sollte das bei Ihnen der Fall sein, haben Sie keine Wahl – Sie müssen innerhalb von zwei Jahren Ihre Heizung erneuern. Das Baujahr ist auf dem Typenschild des Brenners zu finden. Oder Sie fragen den für Ihren Bezirk zuständigen Schornsteinfeger bei der nächsten Feuerstättenschau danach.

Auch wenn Ihre Heizungsanlage jünger als die gesetzlich zugelassenen 30 Jahre ist, sollten Sie sich folgende Frage stellen: Wie viele Jahre ist die Anlage noch von dieser Altersgrenze entfernt? Wenn es nur ein kurzer Zeitraum ist, sollten Sie das Projekt im Rahmen geplanter Sanierungen gleich mit in Angriff nehmen. Schließlich ist es mit Lärm, Schmutz und Unruhe im Haus verbunden, wenn Sie die Heizung erneuern.

Wann lohnt es sich, die Heizung zu erneuern?

Wann lohnt es sich, die Heizung zu erneuern?

Bei Heizungen gilt die Faustregel: Ist die Anlage älter als 20 Jahre, lohnt sich der Austausch fast immer. Wenn Sie auf moderne Heiztechnik setzen, reduzieren Sie Ihre Ausgaben für Gas oder Öl um 20 bis 30 Prozent. Zahlen in diesem Bereich nennen sowohl Hersteller von Heiztechnik als auch Bauherren selbst.

Wenn Sie Ihre Heizung erneuern, amortisiert sich die Ausgabe in zehn bis 20 Jahren. Der genaue Zeitraum hängt von der Höhe Ihrer Investition ab. Allgemein geht man davon aus, dass Hauseigentümer für Brennwertanlagen mit Öl oder Gas zwischen 6.000 und 9.000 Euro investieren müssen. Wenn Sie sich für einen anderen Typ als die klassische Öl- oder Gasheizung interessieren, wird es etwas teurer.  

Was ist Brennwerttechnik und wie funktioniert sie?

Was ist Brennwerttechnik und wie funktioniert sie?

Wenn schon Abgase entstehen, sollten sie so weit wie möglich verwertet werden – das ist das Prinzip der Brennwerttechnik, die zusätzlich die Wärme der Abgase nutzt. Brennwertkessel kühlen die Abgase ab, bevor sie im Schornstein aufsteigen. Dabei entsteht Kondensationswärme, die sich wiederum zur Wärmebereitstellung verwenden lässt. Die Energie wird somit wesentlich effizienter genutzt als bei einem Niedertemperaturkessel. Sie können somit zusätzlich zu einer modernen Heizung Energie sparen.

Ist das Heizen mit Öl oder Gas günstiger?

Ist das Heizen mit Öl oder Gas günstiger?

Früher versuchten Hauseigentümer auf die Entwicklung von Gas- und Ölpreisen zu spekulieren. Je nachdem, welche der Energien auf längere Sicht günstiger schien, bekam Gas oder Öl den Vorzug. Je globalisierter die Wirtschaft, desto schwieriger werden aber Preisprognosen.

2018 ist das Heizen mit Öl erstmals seit der Heizperiode 2013/14 wieder etwas teurer geworden als das Heizen mit Gas. Peter Kafke vom Bundesverband der Verbraucherzentralen sagte in Bezug auf die Preisentwicklung im Deutschlandfunk: Im langjährigen Mittel sei „da nicht so viel drin zwischen Öl und Gas“. Wenn Sie Ihre Heizung erneuern möchten, sollten Sie also auf andere Faktoren schauen als nur auf die Energiepreise, wie zum Beispiel dem Sanierungsstand des Hauses sowie dem Platzangebot.

Was sind jeweils die Vor- und Nachteile einer Gasheizung und einer Ölheizung?

Was sind jeweils die Vor- und Nachteile einer Gasheizung und einer Ölheizung?

Gasheizungen sind relativ kompakt und sparen somit Platz. Sie haben gute Umweltwerte, die Anschaffungskosten sind im Vergleich zur Ölheizung meist etwas niedriger. Die Investitionskosten fallen aber um rund 2.000 Euro höher aus, wenn kein Gasanschluss vorhanden ist. Ausnahme Flüssiggas: Das wird wie Erdöl angeliefert und in einem Tank gelagert.

Da moderne Ölheizungen ebenso wie Gasheizungen mit Brennwerttechnik funktionieren, bieten auch sie unterm Strich eine gute Energieausnutzung. Nachteilig ist hier, dass Sie beim Einkauf des Öls finanziell in Vorleistung gehen müssen. Und Sie benötigen viel Platz im Keller, um die Öltanks unterzubringen.

Aktuell lässt sich festhalten: Gasanlagen sind in der Anschaffung meist etwas günstiger als Ölheizungen und haben bessere Emissionswerte. Wenn Sie bereits einen Gasanschluss am Haus haben, sollten Sie eine Gasanlage erwägen, wenn Sie Ihre Heizung erneuern. Beim Wechsel von Öl zu Gas sind zwar die Kosten für den Gasanschluss einzukalkulieren, durch das Entfernen der nicht mehr benötigten Öltanks gewinnen Sie jedoch Raum im Keller oder sparen sich – bei Außerbetriebnahme eines Erdtanks – die Kosten für die regelmäßige Überprüfung.

Welche Alternativen gibt es zu klassischen Öl- und Gasheizungen?

Welche Alternativen gibt es zu klassischen Öl- und Gasheizungen?

Neben den Klassikern Öl- und Gasheizung gibt es Heizungstypen, die mit erneuerbaren Energien arbeiten. Sie sind in der Anschaffung allerdings teurer. Jedoch kommt Ihnen das Bundeswirtschaftsministerium hier durch Zuschüsse entgegen, wenn Sie Ihre Heizung erneuern. Möglich ist das im Rahmen des sogenannten Marktanreizprogramms (MAP) „Wärme aus erneuerbaren Energien“. Mit Pellets oder Erdwärme zu heizen, ist besonders klimafreundlich.

  • Pelletheizung: Der Kessel einer Pelletheizung verfeuert gepresste Holzspäne (Pellets). Der Betrieb ist günstiger als mit Öl oder Gas. Sie benötigen aber Platz, um ein Lager für Pellets anzulegen.
  • Erdwärme: Eine Wärmepumpe bringt Erdwärme (Geothermie) aus bis zu 150 Metern Tiefe an die Oberfläche. Diese Energie können Sie nachhaltig für Heizung und Warmwasser nutzen.
  • Solaranlage: Mit Sonnenenergie können Sie ebenfalls heizen. In Deutschland reichen die Sonnenstunden übers Jahr gesehen jedoch nicht aus, um komplett auf Sonnenenergie zu setzen. Solarthermie können Sie aber zur Unterstützung jeder anderen Heiztechnik nutzen.
  • Kraft-Wärme-Kopplung: Damit arbeiten zum Beispiel Blockheizkraftwerke und Brennstoffzellen. Der Einbau ist relativ teuer und lohnt sich nur, wenn viel Strom und Wärme produziert wird. Sprich: Ihr Verbrauch muss hoch sein. Ob sich das für ein Einfamilienhaus rechnet, sollten Sie einen Sachverständigen vor Ort beurteilen lassen.

Lohnt es sich, auch die Heizkörper auszutauschen?

Lohnt es sich, auch die Heizkörper auszutauschen?

Wenn Sie Ihre Heizung erneuern wollen, stellt sich die Frage: in welchem Umfang? Geht es nur um den Kessel oder benötigen Sie auch neue Heizkörper? Zuerst sollten Sie die Energieeffizienz und Dämmung des ganzen Hauses überprüfen. Eine in der Theorie hervorragende Energienutzung bringt Ihnen nichts, wenn über schlecht isolierte Wände und Fenster viel Wärme verloren geht.

Unter diesem Gesichtspunkt sollten Sie auch die vorhandenen Heizkörper in Ihrem Haus checken. Alte Rippenheizkörper fassen bis zu zwei Drittel mehr Wasser als moderne Heizkörper. Um sie aufzuheizen, ist dementsprechend mehr Energie nötig. Einen deutlich höheren Wirkungsgrad haben die modernen Flachheizkörper. Mögliche Alternativen: Ventilatorheizkörper oder – im Rahmen einer größeren Sanierung – der Einbau von Fußbodenheizungen oder Wandheizungen. Denken Sie nicht zuletzt an die Isolierung der Heizungsrohre. Auch über die Rohre kann viel Wärmeenergie ungenutzt verloren gehen.

Wann habe ich Anspruch auf Fördergelder und wie hoch sind diese?

Wann habe ich Anspruch auf Fördergelder und wie hoch sind diese?

Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt Sie mit zahlreichen Förderprogrammen . Es ist ein spezielles Anliegen der KfW, die Energieeffizienz von Immobilien zu verbessern. Dafür kommen beispielsweise folgende Programme infrage:

KfW 151/152: Dieses KfW-Programm wird bei der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus in Höhe von bis zu 100.000 Euro gewährt (KfW 151), für Einzelmaßnahmen in Höhe von bis zu 50.000 Euro (KfW 152). Für den Austausch besonders ineffizienter Heizungen und den Einbau neuer Lüftungsanlagen stellt das Bundeswirtschaftsministerium darüber hinaus erhöhte Tilgungszuschüsse zur Verfügung.

KfW 430: Das KfW-Programm 430 ist ein einmaliger Investitionszuschuss der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Seine maximale Höhe beträgt 30.000 Euro, er soll Immobilienbesitzer bei energetischen Sanierungsmaßnahmen finanziell unterstützen.

KfW 167: Dies ist ein Ergänzungskredit zu anderen Förderprogrammen. Es besteht aus einem Kredit von bis zu 50.000 Euro, mit dem Immobilienbesitzer den Einbau einer modernen Heizungsanlage finanzieren können. Voraussetzung ist, dass die neue Anlage auf Basis erneuerbarer Energien arbeitet, zum Beispiel Pelletheizungen und Wärmepumpen.

Bei der Auswahl eines passenden KfW-Förderprogramms hilft der Produktfinder auf der Internetseite der Förderbank unter www.kfw.de. Auch Ihr Finanzberater, Architekt oder Heizungsbauer kann Ihnen hier mit Informationen weiterhelfen.

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Wie kann ein Kamin die Heizleistung in meinem Haus steigern?

Wie kann ein Kamin die Heizleistung in meinem Haus steigern?

Wenn Sie Ihre Heizung erneuern, denken Sie nicht unbedingt an einen Kamin. Doch auch er kann die Heizleistung in Ihrem Haus unterstützen und zusätzlich zur Heizung Energie sparen. Und das funktioniert nicht nur durch die direkte Wärme, die das Kaminfeuer in den Raum abgibt. Tatsächlich können Sie einen Kamin ins Heizsystem einbinden. Das geht zum einen mit einem neuen Kamin, den Sie im Rahmen der Sanierung einbauen. Zum anderen können Sie einen vorhandenen Einbau einfach entsprechend aufrüsten.

Jedenfalls benötigen Sie einen sogenannten wasserführenden Kaminofen. Wird er befeuert, wird ein Teil der Wärme über einen Pufferspeicher im Heizungskeller in die Zentralheizung geleitet. Vereinfacht gesagt, wird es anschließend in die Heizkörper gepumpt. Das abgekühlte Wasser nimmt anschließend wieder seinen Weg zurück über den Pufferspeicher in den Kaminofen. Wenn Sie Ihre Heizung erneuern und das im Rahmen einer größeren Sanierung geschieht, sollten Sie diese Möglichkeit mitdenken.

Heizkörperanlage finanzieren

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Die Erneuerung Ihrer Heizungsanlage können Sie über einen Bausparvertrag finanzieren. Dabei gibt es auch Möglichkeit zur Sofortfinanzierung. Besprechen Sie Ihre individuelle Finanzierung mit einem Heimatexperten von Schwäbisch Hall. Er berät Sie auch über mögliche staatliche Fördergelder.

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