Themenspecial: Heizungsaustausch

Für viele Besitzer älterer Immobilien ist 2017 ein Stichjahr: Heizungskessel, die älter als 30 Jahre sind, müssen der geltenden Energieeinsparverordnung zufolge ausgetauscht werden. Das kann als guter Anlass genommen werden, die Heizungsanlage einer Kompletterneuerung zu unterziehen. Welche Optionen gibt es? Was sollten Sie bedenken?


Raus mit altem Brenner und Kessel

Die Energieeinsparverordnung von 2014 (EnEV) ist Teil des bundesdeutschen Maßnahmenpakets zum Klimaschutz und soll klimaschädigende CO2-Emissionen reduzieren. Vor allem Hausheizungen gehören zu den bedeutenden Emissionsquellen. Da ein Großteil der Anlagen nicht mehr dem modernen Stand der Technik entspricht, haben sie einen sehr hohen Energieverbrauch und erzeugen entsprechend hohe Emissionen. Die EnEV schreibt daher das Erlöschen der Betriebsgenehmigungen von Altheizungen nach 30 Jahren vor. Sie müssen durch moderne Anlagen ersetzt werden.

Der vorgeschriebene Heizungsaustausch betrifft öl- oder gasbefeuerte Konstanttemperaturheizungen, deren Brenner älter als 30 Jahre sind. Ob Ihre Anlage betroffen sein könnte, ist leicht festzustellen: Sie finden das Baujahr auf dem Typenschild des Brenners und in den jährlichen Emissionsprotokollen des Schornsteinfegers.


Vorschrift mit Ausnahmen

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Allerdings ist nicht jeder Besitzer einer entsprechend alten Heizungsanlage zum Austausch verpflichtet. Ausnahmen bestehen, wenn Sie Ihr eigenes Ein- oder Zweifamilienhaus schon vor dem 1. Februar 2002 bewohnt haben.

Auch andere Altanlagen dürfen unter bestimmten Bedingungen weiterbetrieben werden:

  • Heizungsanlagen in Mehrfamilienhäusern, die mehr als 400 Kilowatt Nennleistung haben
  • kleine Anlagen mit Nennleistung unter 4 Kilowatt
  • alle alten Brennwert- und Niedertemperaturkessel

Wer aktuell eine ältere Immobilie mit auszutauschendem Kessel kauft, hat für die Umsetzung der EnEV-Auflagen eine zweijährige Frist. Genaue Informationen gibt es beim zuständigen Bezirksschornsteinfeger, der im Rahmen der Feuerstättenschau auch die Einhaltung der EnEV überwacht.

Moderne Heizung spart Geld

Was auf den ersten Blick wie eine missliche Geldausgabe aussieht, ist doppelt sinnvoll: Neue Heizungsanlagen sind wesentlich klimaschonender als alte Brenner, da sie mit deutlich geringeren Energiemengen Heizwärme und Warmwasser produzieren. Das reduziert nicht nur den Treibhauseffekt verstärkende CO2-Emisisonen, sondern auch Ihre Ausgaben für den Brennstoff: Moderne Heizungen verbrauchen bis zu 25 Prozent weniger Öl oder Gas als Altanlagen. Die niedrigere Öl- oder Gasrechnung ist eine langfristige Refinanzierung der neuen Heizung – dem Klima nützt sie sofort. Zusätzlich Geld sparen können Sie übrigens auch durch den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter.

Ein Heizungsaustausch beendet auch eine weitere, oft unbewusste Geldausgabe: Neue, clever gesteuerte Heizungspumpen brauchen bis zu 90 Prozent weniger Strom als alte Pumpen, die das aufgewärmte Wasser zu den Heizkörpern befördern. Die Ersparnis kann bis zu 200 Euro im Jahr ausmachen – ein weiterer Baustein Ihrer Finanzierung. Außerdem gibt es bei bestimmten Anlagen auch Fördermöglichkeiten durch die KfW-Bank.


Energetische Grundsanierung der Heizungsanlage sinnvoll

Wenn auch Ihre Heizung erneuert werden muss, wäre das ein Anlass, gleich auf ein anderes Heizungssystem umzusteigen und dabei die gesamte Anlage zu erneuern.

Dafür sprechen vor allem drei Gründe:

  • Umweltschutz: Jedes Kilogramm CO2, das wir nicht emittieren, schont das ohnehin stark belastete Klima. Mit einer neuen Heizung setzen Sie eine messbar wirksame Klimaschutzmaßnahme um.
  • Niedrigzins: Derzeit lassen sich Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen sehr günstig finanzieren. Lassen Sie sich beraten und investieren Sie in Ihr Haus!
  • Wertsteigerung der Immobilie: Sollten Sie Ihr Haus in absehbarer Zeit verkaufen wollen, wird sich eine neue Heizungsanlage positiv im Verkaufspreis niederschlagen.

Aber auch wer bei konventionellen Brennstoffen bleiben möchte, kann seine Öl- oder Gasheizung durch Solarkomponenten oder Erdwärmepumpen ergänzen.

Eine energetische Grundsanierung geht über den neuen Heizkessel hinaus. Auch in den Wohnräumen lässt sich das Heizungssystem optimieren: Alte Radiatoren mit den aufwendig zu reinigenden Heizrippen können gegen wesentlich ansehnlichere Flachheizkörper ausgetauscht werden, die eine deutlich bessere Wärmezirkulation im Raum bewirken. Eine Fußbodenheizung sorgt für wohlige Wärme, gleichmäßig überall im Raum. Und wer in eine Luftwärmepumpe investiert, die die Wärme aus verbrauchter Raumluft rückgewinnt, tut Umwelt und Klima einen zusätzlichen Gefallen – und senkt seine Heizkostenrechnung noch weiter.


Isolieren und dämmen – Heizenergie optimal nutzen

Zusätzlich zum Heizkesseltausch sind in der Energieeinsparverordnung noch eine Reihe weiterer Maßnahmen zur besseren – und damit weniger klimabelastenden – Ausnutzung der Heizenergie vorgeschrieben. Dazu zählen das Isolieren der Warmwasserrohre im Keller sowie die Dämmung der Geschossdecken. Auf diese Weise soll die Wärmeabgabe im Heizungsraum und anderen Kellerräumen, aber auch zum ungeheizten Dachboden reduziert werden. Die Geschossdeckenisolierung hält die kühlen Temperaturen des Kellers von den darüberliegenden Wohnräumen fern.

Am sinnvollsten unterstützen Sie die neue Heizung durch die Dämmung Ihrer Immobilie mit einem Wärmedämmverbundsystem. Auf diese Weise reduzieren Sie die Auswirkungen Ihres Hauses auf den Klimawandel optimal. Beim Energiecheck mittels Wärmebildkamera und Beratung durch Energieexperten können Sie schon vorab feststellen lassen, welche Energie-Lecks Ihr Haus hat.


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Neue Heizung – anderes Heizungssystem?

Wenn Sie Ihre Heizung grunderneuern, wechseln Sie automatisch zu Systemen, die mittels Brennwerttechnik auch die früher ungenutzte Wärme aus den Abgasen rückgewinnen und so eine sehr hohe Energieeffizienz bieten. Doch dessen ungeachtet stellt sich die Frage nach dem künftig zu verwendenden Brennstoff ganz neu. Denn Sie müssen nicht beim bisherigen System bleiben. Neben dem Kostenfaktor kommen andere Überlegungen ins Spiel:

  • Öl lässt sich zuzeiten niedriger Preise im eigenen Tank bevorraten – Sie können Ihre Heizkosten dadurch beeinflussen. Allerdings sind Ölheizungsanlagen teuer.
  • Gasheizungen sind günstiger als Ölbrenner – dafür muss man stets den aktuellen Gaspreis bezahlen und kann keine Vorräte bilden. Dafür benötigt man aber auch keinen Lagerraum.

Der Wechsel von Öl auf Erdgas hat also Vor- und Nachteile. Die eigentliche Heizkesselerneuerung wird beim Umstieg auf Gas billiger. Erdgas verursacht in der Verbrennung weniger CO2-Emissionen als Heizöl, ist also die klimafreundlichere Heiztechnik. Und wer keine Öltanks mehr braucht, gewinnt einen zusätzlichen Raum für anderweitige Nutzung, möglicherweise als Arbeitszimmer, Hauswirtschafts- oder Fitnessraum.


Alternativ Heizen mit Holz

Zu den klassischen Heizbrennstoffen hat sich in den letzten Jahren auch das Holz gesellt. Die Suche nach heimischen Brennstoffen und der Umstand, mit Holz stark CO2-reduziert heizen zu können, sichern Pellet-Heizungen einen wachsenden Marktanteil. Das Heizungssystem ähnelt dem Prinzip der Ölheizung, funktioniert aber mit dem festen Energieträger Holz: Anstelle des Öls werden aus einem Vorratsbehälter per Fördersystem kleine, aus Abfallholz hergestellte Presslinge in den Brenner transportiert und verbrannt. Dabei wird allerdings nur so viel Kohlendioxid emittiert, wie das Holz bei seinem Wachstum aus der Atmosphäre gebunden hat und im natürlichen Prozess bei seiner Verrottung wieder freisetzen würde.

Da hier eine CO2-Balance besteht, gelten Pellet-Heizungen als besonders klimaschonend. Nur für die Produktion der Heizungsanlage sowie für die Zuführung der Pellets wird zusätzliche Energie benötigt. Ein Nachteil der Pellet-Heizung besteht im Raumbedarf für die Lagerung des Brennstoffes – ein Aspekt, der bei der Umrüstung von einer Ölheizung nicht ins Gewicht fällt, da hierbei der bisher für die Öltanks genutzte Platz verwendet werden kann. Für Pellet-Heizungen werden ebenfalls Fördermittel gewährt.


Wärme aus Erde und Luft: Wärmepumpe

Eine weitere, mittlerweile praxistaugliche Heiztechnik ist die Wärmepumpe. Sie gewinnt die Heizenergie nach dem Prinzip eines Wärmetauschers aus dem Erdreich oder sogar aus der Luft. Zum Betrieb wird zwar Strom benötigt; einen CO2 emittierenden Brennstoff im engeren Sinn braucht man dafür nicht mehr. Allerdings ist der Bau einer solchen Anlage teurer als herkömmliche Heizungen.

Wärmepumpen-Heizungen eignen sich besonders gut für Häuser mit Fußbodenheizung, weil hier die Vorlauftemperatur des Heizungswassers vergleichsweise niedrig sein kann. Es gibt aber auch Ausführungen für Häuser mit Wandradiatoren. Werden Wärmepumpen mit regenerativ gewonnenem Strom betrieben, zählen sie zu den klimafreundlichsten Heizsystemen.


Solargestützte Systeme

Ob Öl, ob Gas, ob Holz oder Erdwärme: Alle neuen Heizungen können als Hybridsysteme durch solarbasierte Technik unterstützt und energieoptimiert werden. Dabei wird Wasser in Kollektoranlagen auf dem Dach erwärmt. Man kann es entweder direkt zur Erzeugung von Warmwasser nutzen oder mittels Wärmetauscher die Energie zur Entlastung des Heizungssystems und damit Einsparung von Brennstoff verwenden. Für solche Anlagen, die regenerative Energien einbinden, gibt es besondere Fördermittel.


Hybridheizung

Hybrid heißt: eine Kombination verschiedener Technologien. Das kann also eine Gas- oder Öl-Brennwertheizung sein, die mit Solarthermie-Kollektoren ergänzt wurde. Dasselbe ist auch mit einer Pelletheizung möglich. Damit sind die Kombinationstechniken moderner Haustechnik aber nicht erschöpft. Eine Wärmepumpe etwa kann zumindest phasenweise mit Strom aus Photovoltaikzellen betrieben werden. Ebenso gibt es Wärmepumpen für Altbauten, die für die Spitzenlast an kalten Wintertagen von einer Gas-Brennwertheizung unterstützt werden. Das Prinzip: Ein möglichst hoher Prozentsatz an regenerativer Energie soll die Grundlast des Haushalts sichern, während bei hohem Bedarf eine weitere Technologie eingebunden wird. Eine intelligente Steuerung regelt dabei die optimale Ausnutzung der Energiequellen sowie den effizienten Heizbetrieb.


Brennstoffzellenheizung: Förderungswürdig

Die Brennstoffzelle ist Teil eines Megatrends: der Kraft-Wärme-Kopplung. In einer Brennstoffzelle wird im Verlauf eines elektrochemischen Prozesses die in Erd- oder Biogas enthaltene Energie in Strom umgewandelt. Die frei werdende Abwärme steht zum Heizen und zur Warmwasserbereitung bereit. Verglichen mit üblichen Gas- oder Ölheizungen haben Brennstoffzellen einen deutlich höheren Wirkungsgrad und praktisch keinen Schadstoffausstoß. Derzeit sind die Kosten noch vergleichsweise hoch, Brennstoffzellenheizungen sind inklusive Einbau ab etwa 30.000 Euro zu haben. Allerdings werden sie großzügig gefördert. Die KfW fördert die Markteinführung: Für ein typisches Einfamilienhaus sind rund 10.000 Euro Zuschuss möglich (Infos: www.kfw.de; Programm 433).


Austausch alter Kaminöfen

Nicht nur Immobilienbesitzer mit 30-jährigen Heizungen müssen ihre Systeme erneuern. Auch Besitzer von Kaminöfen sollten sich um ihre Anlagen kümmern: Die Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV) verlangt, dass bis Ende 2017

  • Kaminöfen,
  • Heizkamine und
  • Kachelofeneinsätze,

sofern sie die Grenzwerte nicht mehr erfüllen, stillgelegt, ausgetauscht oder nachgerüstet werden müssen. Schauen Sie auf das Typschild: Es betrifft die Daten vom 1. Januar 1975 bis 31. Dezember 1984. Es gibt kaum Ausnahmen.

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