Heizungstausch: Die Umwelt schonen und Geld sparen

Nach 30 Jahren muss der Heizungskessel ausgetauscht werden, so schreibt es die Energieeinsparverordnung vor. Für Hauskäufer und Eigentümer älterer Immobilien lohnt es sich, die gesamte Heizungsanlage auf den Prüfstand zu stellen. Rechnet sich eine Kompletterneuerung? Welche Optionen gibt es?


Umweltschädliche alte Heizungsanlagen

Der Heizungstausch ist spätestens nach 30 Jahren fällig, wenn die Betriebsgenehmigung der Altheizung erlischt. Dann muss sie durch eine moderne Anlage ersetzt werden. Das schreibt die immer noch gültige Energieeinsparverordnung (EnEV) von 2016 vor. Das Gesetz ist Teil eines Maßnahmenpakets zum Klimaschutz, mit dem der Gesetzgeber die klimaschädlichen CO₂-Emissionen reduzieren will. Die Heizungsanlagen von Privathäusern zählen zu den bedeutenden Emissionsquellen. Ein Großteil der Heizanlagen entspricht nicht mehr dem modernen Stand der Technik, hat einen sehr hohen Energieverbrauch und erzeugt entsprechende Emissionen.
Ob Sie einen Heizungstausch vornehmen müssen, ist leicht festzustellen. Das Gesetz gilt für alle öl- und gasbefeuerten Konstanttemperatur-Heizungen, deren Brenner älter als 30 Jahre ist. Prüfen Sie das Baujahr auf dem Typenschild Ihres Brenners. Auch in den jährlichen Emissionsprotokollen des Schornsteinfegers ist das Baujahr zu finden.  

un bržleur en position de maintenance sur une chaudiere
Ist der Kessel einer Konstanttemperatur-Heizung älter als 30 Jahre, ist der Austausch in der Regel Pflicht. (Quelle: meailleluc.com - Fotolia)

Ausnahmen vom Gesetz

 

Wenn Ihr Brennkessel 30 Jahre oder älter ist, müssen Sie einen Heizungstausch in Angriff nehmen – es sei denn, eine oder mehrere dieser Ausnahmen treffen zu:

  • Sie haben Ihr eigenes Ein- oder Zweifamilienhaus schon vor dem 1. Februar 2002 bewohnt.
  • Die Heizungsanlage versorgt ein Mehrfamilienhaus und hat eine Nennleistung von mehr als 400 Kilowatt.
  • Ihre Anlage ist klein: Wenn die Nennleistung unter 4 Kilowatt liegt, ist ein Heizungstausch nicht nötig.
  • Sie besitzen einen Brennwert- oder Niedrigtemperaturkessel.

Gut zu wissen für die Planung und Finanzierung des Heizungstauschs: Wenn Sie eine Immobilie kaufen, deren Heizkessel ausgetauscht werden muss, gibt Ihnen die EnEV eine Frist von zwei Jahren. Die Einhaltung der EnEV wird vom Bezirksschornsteinfeger im Rahmen der Feuerstättenschau überwacht. Er ist auch der erste Ansprechpartner und kann Ihnen weitere Informationen zur Austauschpflicht für Heizkessel geben.


Der Heizungstausch als Investition

Natürlich kostet der Heizungstausch Geld. Doch zum Glück haben Hauseigentümer auch handfeste finanzielle Vorteile, wenn sie eine neue Heizungsanlage einbauen. Eine moderne Anlage produziert Heizwärme und Warmwasser mit deutlich geringeren Energiemengen. Das merken Sie sofort am Verbrauch: Moderne Heizungen sparen bis zu 25 Prozent der Öl- oder Gasmenge, bei gleicher Leistung. Hinzu kommt ein weitaus geringerer Stromverbrauch für die Heizungspumpe, die das warme Wasser in die Heizungskörper befördert. Intelligente Systeme benötigen bis zu 90 Prozent weniger Strom, eine Ersparnis von bis zu 200 Euro im Jahr ist hier möglich.
So schont die neue Heizung mit geringeren CO₂-Emissionen das Klima und senkt die Kosten. Tragen Sie alle Einsparungen zusammen und stellen Sie sie den Ausgaben gegenüber – oft rechnet sich der Heizungstausch bereits nach zehn Jahren. Erkundigen Sie sich insbesondere nach den Förderprogrammen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für die Sanierung von älteren Gebäuden und Energiespar-Förderprogrammen der KfW-Bank. Ein Anbieterwechsel kann zusätzlich Geld sparen.

Newsletter bestellen

Bleiben Sie auf dem Laufenden rund um die Themen Wohnen und Garten.

Bausparen und Baufinanzierung – Beratung vor Ort durch unsere Heimatexperten-144x173Jetzt bestellen

Heizungstausch: Die Grundsanierung

Viele Hausbesitzer nehmen einen Heizungstausch zum Anlass, grundlegend über ihr Heizungssystem nachzudenken. Oft hat eine rundum erneuerte Anlage so viele Umwelt- und Effizienzvorteile, dass eine Grundsanierung sich aus verschiedenen Gründen lohnt.

  • Umweltschutz: Eine neue Heizung ist eine der Klimaschutzmaßnahmen, die die CO₂-Emissionen am stärksten senkt. Sie entlastet das Klima nachhaltig und messbar.
  • Niedrigzins: In Zeiten niedriger Zinsen lassen sich Modernisierungsmaßnahmen besonders günstig finanzieren, das macht die Investition noch lohnender. Wir beraten Sie gerne!
  • Wertsteigerung: Die Heizungsanlage ist eine Investition, die den Wert der Immobilie erhöht. Das ist besonders wichtig, falls Sie Ihr Haus in nächster Zeit verkaufen wollen oder müssen.

Wärme aus der Fläche

Zusätzlich zur modernen Heizungsanlage mit den herkömmlichen
Brennstoffen Öl und Gas gibt es vielfältige Möglichkeiten, das
Heizsystem um erneuerbare Energien zu ergänzen. Solarkomponenten
auf dem Dach oder Erdwärmepumpen senken den Energieverbrauch weiter und lassen sich gut mit modernen Heizanlagen kombinieren. Für diese Maßnahmen stehen attraktive Fördermöglichkeiten von Bund und Ländern bereit.

Die energetische Grundsanierung ermöglicht noch weitere Optionen:

  • Moderne Flachheizkörper verbessern die Wärmezirkulation im Raum und sehen zudem besser aus als alte Radiatoren mit Heizrippen.
  • Eine Fußbodenheizung verteilt die Wärme gleichmäßig und sorgt für ein wohliges Raumklima.
  • Mit einer Luftwärmepumpe lässt sich Wärme aus der verbrauchten Raumluft zurückgewinnen – so sparen Sie noch mehr Energie.

Sinnvolle Ergänzungen zum Heizungstausch

Die modernste Heizanlage kann ihr Potenzial nicht ausschöpfen, wenn das Umfeld nicht stimmt. Deshalb schreibt die Energieeinsparverordnung weitere Maßnahmen vor, um die Heizenergie noch besser auszunutzen.
Dazu gehört vor allem die Isolierung der Heizungsrohre. Wenn die Rohre durch einen ungeheizten Raum verlaufen, ist die Isolierung durch die EnEV vorgeschrieben. Denn Heizungsrohre geben viel Wärme ab, wenn sie nicht gedämmt sind. Für die Isolierung wählen Sie Kunststoff, Mineralwolle oder Kautschuk. Achten Sie auf eine gute Abdichtung der Schnittstellen!
Mit der Dämmung der Geschossdecken verhindern Sie Wärmeverluste im Heizungsraum, aber auch den Wärmeverlust zum unbeheizten Keller oder Dachboden. Wichtig ist immer die Gesamtbetrachtung: Wenn Sie auch eine Fassadendämmung planen, beraten Sie sich möglichst mit einem qualifizierten Energieberater. Heizungstausch und Dämmung haben nämlich Wechselwirkungen: Möglicherweise lässt sich Ihre neue Heizung kleiner dimensionieren, wenn Ihr Haus umfassend gedämmt wird. Ein Energiecheck gibt Ihnen einen guten Überblick, wo die energetischen Schwachstellen in Ihrem Haus liegen. Davon ausgehend planen Sie die koordinierten Maßnahmen zu Heizungstausch und Dämmung.  


Öl oder Gas: Die Wahl des Heizsystems

Moderne Systeme, die auf Brennwerttechnik basieren, weisen alle eine hohe Energieeffizienz auf, weil sie Wärme aus Abgasen zurückgewinnen. Das gilt sowohl für Öl- als auch für Gasheizungen. Doch was ist vorteilhafter? Wie so oft lautet die Antwort: Es kommt darauf an. Hier listen wir einige der Argumente, die jeweils für Öl oder Gas sprechen:

  • Bei einer Ölheizung lagern Sie eigene Ölvorräte im Tank – so können Sie einkaufen, wenn der Ölpreis niedrig ist.
  • Ölheizungsanlagen sind teurer als Gasheizungen.
  • Für Erdgas benötigen Sie keinen Lagerraum, sie können den Raum anderweitig nutzen.
  • Erdgas ist umweltfreundlicher, es entstehen weniger CO₂-Emissionen.
  • Für die Erdgasheizung benötigen Sie eine Gasleitung oder einen Gasanschluss.
  • Erdgas ist als Brennstoff etwas teurer als Heizöl.

Fördermöglichkeiten gibt es für beide Heizsysteme. Informieren Sie sich also vor dem Heizungstausch und rechnen Sie für beide Varianten Anschaffungskosten und Betriebskosten durch.


Mehr Wohnkomfort und mehr Umweltschutz? Hier helfen Wärmedämmung und neue Fenster


Der nachwachsende Rohstoff Holz

Eine moderne Alternative zur Gas- oder Ölheizungsanlage sind Pellet-Heizungen. Pellets sind kleine Presslinge, die aus Abfallholz hergestellt werden. Wenn Holz verbrannt wird, gibt die Anlage nur so viel CO₂ in die Atmosphäre ab, wie vorher im Holz gebunden war. Dadurch gelten Pellet-Heizungen als sehr klimaschonend. Ansonsten ähnelt das Heizprinzip der Ölheizung, und ähnlich wie bei der Ölheizung benötigen Sie Platz für die Lagerung der Pellet-Vorräte. Wegen der umweltfreundlichen Eigenschaften gibt es auch beim Heizungstausch einer alten Anlage mit einer Pellet-Heizungsanlage Fördermittel vom Staat.  


Heizungstausch für Ökofreunde: Wärme aus Erde und Luft

Eine Wärmepumpe gewinnt Heizenergie aus der Umgebung. Bei der Geothermie wird Erdwärme genutzt: Sonden bringen die Erdwärme nach dem Prinzip des Wärmetauschers ins Haus. Auch aus der Luft lässt sich Heizenergie gewinnen, ebenso aus Grundwasser. Allen Heizsystemen gemeinsam ist, dass die Wärmepumpen mit Strom betrieben werden. Können Sie regenerativ gewonnenen Strom einsetzen, ist diese Heizungsart eine der klimafreundlichsten überhaupt. Die Wärmepumpe-Heizungen sind ideal für Häuser mit Fußbodenheizung, denn dafür reicht eine relativ niedrige Vorlauftemperatur des Heizwassers aus.
Die Heizungsanlagen selbst sind jedoch teurer als herkömmliche Anlagen. Die Entscheidung für einen Heizungstausch der alten Anlage mit einer Wärmepumpe sollte also sorgfältig durchgerechnet werden.  


Solargestützte Systeme und Hybridheizungen

Unabhängig davon, für welches System Sie sich bei einem Heizungstausch entscheiden, können Sie die Heizanlage mit Sonnenenergie unterstützen. Dann handelt es sich um ein sogenanntes Hybridsystem. Hybridsystem bezeichnet die Kombination verschiedener Techniken. Häufig wird die herkömmliche Heizung um eine Kollektoranlage auf dem Dach ergänzt. Darüber lässt sich Wasser erwärmen, das direkt als Warmwasser verwendet wird oder über Wärmetauscher die Heizwirkung der Heizanlage ergänzt – so sparen Sie Brennstoff.
Darüber hinaus gibt es weitere Möglichkeiten, verschiedene Technologien für die Heizung zu kombinieren. So lässt sich beispielsweise eine Wärmepumpe mit Strom aus Photovoltaik-Zellen betreiben. Oder Sie unterstützen die Heizleistung einer Wärmepumpe an besonders kalten Tagen mit einer Gas-Brennwertheizung. Grundsätzlich ist ein hoher Anteil regenerativer Energie sinnvoll, der dann zu Spitzenzeiten mit anderen Energien ergänzt wird.
Die verschiedenen Systeme werden von modernen Steuerungsanlagen derart betrieben, dass die Heizanlagen stets möglichst effizient und energiesparend laufen und die Energiequellen optimal ausnutzen.


Förderungswürdige Brennstoffzellen-Heizung

Die Kraft-Wärme-Kopplung verhilft der Brennstoffzelle zu ihrem hohen Wirkungsgrad. In der Brennstoffzelle läuft ein elektrochemischer Prozess ab, bei der Energie aus Erdgas oder Biogas in Strom umgewandelt wird. Die Abwärme, die dabei entsteht, lässt sich zum Heizen oder zur Warmwasserzubereitung nutzen. Die Brennstoffzelle kommt ohne Schadstoffausstoß aus, das macht sie so attraktiv. Verglichen mit Öl- und Gasheizungen ist zudem ihr Wirkungsgrad deutlich höher. Allerdings ist diese Technologie zurzeit noch teuer: Eine Brennstoffzellenheizung kann über 30.000 Euro kosten. Andererseits sind auch die KfW-Förderungen üppig, weil der Staat die Verbreitung fördert. Für ein Einfamilienhaus können bis zu 10.000 Euro Fördermittel bewilligt werden (Infos: www.kfw.de; Programm 433).  


Austausch des Kaminofens

Baukredit nach Maß

Unsere Heimatexperten sind jederzeit persönlich für Sie da.

Bausparen und Baufinanzierung – Beratung vor Ort durch unsere Heimatexperten-144x173Beratung vereinbaren

Wenn Sie noch einen alten Kaminofen besitzen, steht Ihnen ebenfalls ein Austausch bevor: Kaminöfen, Heizkamine und Kachelöfen dürfen nicht mehr betrieben werden, wenn sie die Emissionsgrenzwerte nicht erfüllen. Auf jeden Fall stillzulegen oder umzurüsten sind Öfen, die bis 1984 in Betrieb genommen wurden (es gilt das Typschild). Bis Jahresende 2020 sind auch Öfen dran, die zwischen 1985 und 1994 in Betrieb genommen wurden. Es empfiehlt sich, ältere Kaminofen zu überprüfen und im Zweifel den Schornsteinfeger um Rat zu fragen.

Hinweis: Sie verwenden einen veralteten oder nicht unterstützten Browser. Gegebenenfalls kann es zu Einschränkungen bei der Benutzung der Webseite kommen.