Lohnt sich Heizen mit Erdgas?

Die fossilen Brennstoffe Gas und Öl dominieren den Wärmemarkt unangefochten. Erdgas hat den Konkurrenten Heizöl dabei in den letzten Jahren klar hinter sich gelassen.


Jede zweite Wohnung in Deutschland wird mit Gas beheizt

Ob Neubau oder Wohnungsbestand: Jede zweite Wohnung in Deutschland wird mit einem Gaskessel beheizt. Durch den stetigen Ausbau des Erdgas-Netzes ist ein Gasanschluss nahezu  flächendeckend verfügbar. Die Fernleitungen haben eine Länge von 50.000 Kilometern, die Verteilernetze sind insgesamt rund 400.000 Kilometer lang. Und wer dennoch keine Möglichkeit zum Anschluss ans Erdgas-Netz hat, kann auf Flüssiggas ausweichen, denn moderne Gasfeuerungen können wahlweise für den Betrieb mit Erdgas oder Flüssiggas eingestellt werden.

Von den mehr als zehn Millionen installierten Gaskesseln sind erst rund drei Millionen mit der hocheffizienten Brennwerttechnik ausgerüstet. Diese Kessel kommen mit rund zehn Prozent weniger Energie aus als ein Niedertemperaturmodell. Wer noch mit einem mehr als 20 Jahre alten Konstanttemperaturkessel heizt, kann durch die Umrüstung auf einen Kessel mit Brennwerttechnik sogar rund 30 Prozent Heizkosten sparen.


Preisliche und ökologische Vorteile gegenüber Heizöl

13 Millionen von 17,8 Millionen Heizungsanlagen in Deutschland allerdings gelten als veraltet. „Der Heizungstausch auf Erdgas-Brennwerttechnik ist die effizienteste und kostengünstigste Art der energetischen Sanierung”, betont der Sprecher der Initiative Erdgas pro Umwelt, Werner Willmes.

Aktuell liegen die Preise pro Kilowattstunde für Erdgas deutlich unter denen von Heizöl. Anders als Heizöl-Kunden können Besitzer einer Gasheizung allerdings nicht mit einem gezielten Einkauf auf Niedrigpreisphasen reagieren. Umso mehr lohnt es sich, die Preise der verschiedenen Gasversorger gründlich zu vergleichen. Einsparungen von 200 bis 300 Euro gegenüber dem Tarif des Grundversorgers sind für einen Haushalt mit 20.000 Kilowattstunde Jahresverbrauch fast immer möglich.

 

Erdgas-Speicher sichern Versorgung in Krisenzeiten

Da Erdgas einen relativ geringen Kohlenstoffgehalt aufweist, werden bei der Verbrennung 20 bis 30 Prozent weniger Kohlenstoffdioxid freigesetzt als bei Heizöl. Die heute bekannten, wirtschaftlich und technisch förderbaren Erdgas-Vorkommen reichen noch für etwa 64 Jahre; die gesamten Vorkommen sind noch wesentlich höher. Gut vier Fünftel des Erdgases in Deutschland werden importiert, vor allem aus Russland.

47 unterirdische Erdgas-Speicher, die etwa ein Fünftel des Jahresverbrauchs aufnehmen können, sollen die Versorgung auch in Krisenzeiten sichern. Auch Biogas, das aus der Vergärung von Biomasse gewonnen wird, wird bereits ins Erdgas-Netz eingespeist. 2020 soll der Anteil von Biomethan an der Erdgas-Versorgung fünf Prozent betragen, 2030 sollen es bis zu zehn Prozent sein.