Mit dem Kaminofen richtig heizen: 10 Tipps

Wohlige Wärme durch den Kamin: Mit diesen zehn hilfreichen Ratschlägen können Hausherren mit dem Kaminofen richtig heizen.


Tipp 1: Wärmebedarf ermitteln

Vor der Anschaffung von Kaminen, Kaminöfen und anderen Holzverfeuerungsstätten ist unbedingt der Wärmebedarf des betreffenden Raumes durch den Schornsteinfeger oder einen anderen Fachmann zu ermitteln, damit der Ofen entsprechend dem ermittelten Wärmebedarf ausgelegt wird. Oftmals werden Einzelfeuerungsstätten (zum Teil deutlich) überdimensioniert installiert – mit dem Kaminofen richtig heizen sieht definitiv anders aus.

Deshalb werden sie in der Regel nicht mit Volllast betrieben, was sich negativ auf die Emissionen auswirkt. Zum Verbrennen sollte man ausschließlich naturbelassenes lufttrockenes Holz mit anhaftender Rinde benutzen (Restfeuchte maximal 15 bis 20 Prozent). Nur so können Hausherren mit dem Kaminofen richtig heizen – nämlich dank einer schadstoffarmen Feuerung und optimaler Energieausbeute.

Zugelassen sind auch Presslinge aus Holzspänen oder Sägemehl ohne Bindemittel (Pellets), die durch die Verdichtung beim Pressen einen ähnlichen Heizwert aufweisen wie Braunkohlebriketts. Beim Kauf ofenfertigen Brennholzes sollte man sich den Feuchtegehalt bestätigen lassen bzw. messen.

Kaminöfen und Immissionen - Holzkaminofen in alter Optik

Tipp 2: Keine Abfälle verbrennen

Kaminöfen und Immissionen - Moderner Holzkaminofen

Abfälle und Briketts aus Altpapier sind tabu, wenn man mit dem Kaminofen richtig heizen will. Sie belasten die Umwelt und zu allererst die Luft der eigenen Innenräume. Bei beschichteten, lackierten oder verleimten Hölzern und Spanplatten können unter ungünstigen Umständen bei der Verbrennung sogar schädliche Stoffe (Dioxine) entstehen!


Tipp 3: Richtig anfeuern

Zum Anfeuern des Kaminofens möglichst dünne Hölzer zeltartig aufschichten und mit wenig Zeitung bzw. fertigen Holzanzündern entflammen. Härtere und dichtere Hölzer haben eine höhere Zündtemperatur als Weichhölzer; daher sollten Nadelhölzer zum Anfeuern verwendet werden. Niemals Benzin, Spiritus oder ähnliches verwenden - Explosionsgefahr!

Kaminöfen und Immissionen

Tipp 4: Bedienungsanleitung beachten

Beim Heizen die Bedienungsanleitung beachten. Mit dem Kaminofen richtig heizen bedeutet in diesem Fall: Holz sollte mit möglichst heißer Brennkammer und stets ausreichender Luftzufuhr verbrannt werden. Zu wenig Sauerstoff verschlechtert die Verbrennungsqualität, Luftüberschuss schickt zu viel Wärme durch den Schornstein. Der Zustand der Sichtscheiben ist ein wichtiger Indikator für die Verbrennungsqualität. Rußschwarzer Belag und braunes Kondensat deuten auf zu geringe Verbrennungstemperatur oder zu feuchtes Holz hin!

Sichtbarer, dunkler Rauch aus dem Schornstein zeigt die gleichen Ursachen. Sind die Sichtscheiben allenfalls wenig verrußt, die Schamotteverkleidung im Ofen hell gefärbt und die Holzasche fein, weiß und sehr leicht, ist die Verbrennung in Ordnung.


Tipp 5: Den Kaminofen richtig befüllen

Auch zu wenig Holz in der Brennkammer lässt deren Innentemperatur und damit die Verbrennungsqualität sinken. Optimale Verbrennung wird bei voller Auslastung erreicht, dies bedeutet jedoch nicht, den Ofen randvoll zu füllen! Wer einen Ofen mit Backfach besitzt und mit dem Kaminofen richtig heizen möchte, kann dort ein Backfachthermometer (kein anderes) verwenden und damit recht gut die Temperaturverläufe und damit die Güte des Holzbrandes überwachen.
 

Kaminöfen und Immissionen - Gerco

Tipp 6: Luftzufuhr nicht vorzeitig abdrehen

Kaminöfen und Immissionen - Ofen im Wohnzimmer
(Quelle: Foto: djd/AdK - Arbeitsgemeinschaft der deutschen Kachelofenwirtschaft e.V)

Niemals sollte man dem Ofen die Luftzufuhr vorzeitig abdrehen, etwa vor dem Schlafengehen, um die Glut länger zu halten. Denn mit dem Kaminofen richtig heizen sieht anders aus. Der Grund: Das Abdrehen der Luftzufuhr verursacht eine rapide Verschlechterung der Verbrennung und mehr Aufwand fürs Putzen! Das gleiche gilt für Hausmittel, wie das Einwickeln von Briketts mit feuchter Zeitung, was nichts anderes erzeugt als einen ungesunden Schwelbrand.


Tipp 7: Wärmeverluste vermeiden

Wenn die Holzfüllung vollständig durchgebrannt ist, sollte die Luftklappe geschlossen werden, um Wärmeverluste durch den Naturzug des Schornsteins und ein zu rasches Auskühlen der heißen Brennkammer zu vermeiden.

Kaminöfen und Immissionen - Gyrofocus

Tipp 8: Den Kaminofen sauber halten

Kaminöfen und Immissionen - Moderner Holkaminofen zwischen Küche und Wohnzimmer

Den Ofen sollte man stets innen und außen sauber halten. Eine Innenreinigung der Züge ist nach Anweisung des Herstellers, mindestens jedoch einmal jährlich durchzuführen. Mit dem Kaminofen richtig heizen ist andernfalls schlichtweg nicht möglich, denn Ruß behindert die Wärmeabgabe und damit sinkt der Wirkungsgrad zum Teil um mehr als zehn Prozent ab.

Bei Grundöfen könnten sich die Züge mit Ruß zusetzen, und das kann unter Umständen einen Ofenbrand auslösen. Das Sauberhalten der Außenflächen verhindert das Verschwelen von Staub und das Einbrennen von Schmutzteilchen in eine eventuell vorhandene Emaillierung.


Tipp 9: Das Holz richtig lagern

Ein luftiger, vor Regen geschützter Lagerplatz, der gut besonnt ist, sorgt für optimale Trocknung des Brennholzes. Kellerräume oder schlecht belüftete Garagen sind ebenso wenig geeignet wie eine "Verpackung" des Holzes in Plastikfolie. Das Holz sollte noch vor dem Einlagern ofenfertig gesägt und gespalten werden (circa 10 cm Durchmesser) - so trocknet es am schnellsten.

Die anschließende Lagerzeit dauert 1,5 bis 3 Jahre. Dabei trocknen Nadelhölzer am schnellsten, Eiche am langsamsten. Günstig ist es auch, das Brennholz vor dem Verfeuern in der am Ofen vorgesehenen Lagernische vorzutrocknen.

Kaminöfen und Immissionen - stoveA_frit

Tipp 10: Vorsicht bei der Holzbearbeitung

Bei allen Arbeiten am und mit dem Brennholz die eigene körperliche Leistungsfähigkeit und das "technische Know-how" beachten. Im Interesse der eigenen Sicherheit stets ausgeruht und voll konzentriert vorgehen.

Bei der Selbstwerbung des Brennholzes im Wald besteht für ungeübte Kräfte eine hohe Unfallgefahr. Bundesweit passieren allein im Privat- und Kommunalwald mehr als 10.000 Unfälle jährlich. Die Rate der tödlichen Verletzungen, bezogen auf 1.000 gemeldete Unfälle bei der Waldarbeit, ist dreimal so hoch wie bei den gefährlichsten Arbeiten, den Bauarbeiten.

Zur Minderung der Gefährdungen des Motorsägeneinsatzes ist eine persönliche Schutzausrüstung unerlässlich. Sie besteht aus einem Schutzhelm, Gehörschutz, Gesichtsschutz, Schutzhandschuhen, Schnittschutzhose und Sicherheitsstiefeln mit Schnittschutzeinlage.

Je nach Arbeitseinsatz kann weitere Schutzkleidung (wie Schnittschutzjacke) erforderlich sein. Niemals sollten die auszuführenden Arbeiten allein verrichtet werden, damit im Falle eines Unfalles schnelle Hilfe ermöglicht wird. Ungeübte Kräfte sollten die Arbeiten generell dazu ausgebildeten Fachkräften überlassen. Um den sicheren Umgang mit der Motorsäge zu erlernen, bieten die Landesforstverwaltungen der Länder Schulungsangebote an.

Kaminöfen und Immissionen - Alter Kachelofen davor Kinder im Schnee

Erste Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV)

Die kurz 1. BISchV gennante Vorschrift regelt Aufbau und Betrieb von Kamin-, Kachel- und Grundöfen. Sie bestimmt neben den zugelassenen Brennstoffen auch die Grenzwerte für gesundheitsgefährdende Stoffe wie Feinstaub, Kohlenmonoxid und polyzyklischen Kohlenwasserstoff (PAK). Diese werden stufenweise verschärft, ab 2015 treten strengere Werte in Kraft. Dann müssen Altanlagen eventuell mit Staubfiltern nachgerüstet oder ausgetauscht werden.

Wer einen neuen Kamin- oder Kachelofen kauft, sollte Wert auf modernste Technik und gute Qualität legen. Das garantiert geringe Emissionen und einen hohen Wirkungsgrad. Auch die Sicherheit bei der Handhabung der Feuerstätte spielt eine Rolle.

Verbraucher sollten sich daher an bewährten Qualitätssiegeln orientieren – wie dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ oder dem EFA-Gütesiegel. Diese garantieren Wertbeständigkeit und Qualität, eine umweltschonende Betriebsweise sowie Sicherheit und eine einfache Handhabung.

Kaminöfen und Immissionen - Gütesiegel-EFA

Auswahl, Aufstellung und Betrieb von Kaminöfen

Persönliche Beratung

Unsere Experten vor Ort sind jederzeit gern für Sie da.

Schwäbisch Hall Bausparfuchs zeigt mit dem Finger nach vorneBeratung vereinbaren

Damit keine Möbel verkohlt werden oder gar Tapete und Gardinen in Brand geraten, sollten Öfen mindestens 40 Zentimeter Abstand zu Wand oder Regalen haben. Für den Boden muss eine nicht brennbare Platte eingeplant werden, die nach vorn mindestens 50 Zentimeter und zu den Seiten 30 Zentimeter größer ist, als die Grundfläche des Ofens.

Auch ohne Feuergefahr kann die Hitze von Kaminöfen allerdings unangenehm werden. Wenn sie zu leistungsstark sind, können sie einen Raum schnell überhitzen. Die Bewohner müssen dann die Fenster öffnen, und wertvolles Holz wurde umsonst verheizt. Für Kaminöfen sind deshalb eine gute Regelungstechnik und die passende Größe noch wichtiger als bei Holz-Zentralheizungen.

Weil sich die Qualität stark unterscheidet, haben auch die Preise für Kaminöfen eine enorme Bandbreite. Hochwertige Modelle kosten ab 1.500 bis 3.000 Euro. Wenn Sie über einen Kamin als Teil von Umbaumaßnahmen oder im Rahmen einer Modernisierung nachdenken, kann Sie ein Experte von Schwäbisch Hall umfassend bei der Finanzierung beraten. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin.