Energieplus-Haus dank Glas und Solar

Haus aus Glas: Mit transparenter Fassade und moderner Solartechnik fängt dieses Energieplus-Haus so viel Sonnenenergie ein, dass es mehr Energie produziert, als es verbraucht.


Keine Kilowattstunde Energie geht im Haus aus Glas ungenutzt verloren

Im Teich neben dem Haus aus Glas wird das Regenwasser vom Dach gesammelt. Und vor dem Eingang auf der Nordseite zerstreut der mit Solarpaneelen belegte Carport letzte Zweifel daran, dass hier irgendeine Kilowattstunde Energie ungenutzt verloren gehen könnte. Im Gegenteil: „Wir erwirtschaften jedes Jahr ein Energieplus“, berichtet Christoph Schäfers. Das gelingt, weil das glasige Energieplus-Haus und seine Bewohner einerseits sehr wenig Strom und Wärme benötigen und sich andererseits die in der Sonne steckende Energie bestmöglich zunutze machen.

Die Solarmodule produzieren im Jahr etwa 7.700 Kilowattstunden Strom; 18 Quadratmeter Solarkollektoren auf dem Dach fangen Sonnenwärme ein und sammeln sie in einem 2000 Liter fassenden Wärmespeicher im Inneren des Energieplus-Hauses. „Erst wenn dieser Wärmespeicher leer ist, muss unsere Wärmepumpe einspringen“, berichtet Schäfers, „und das ist so selten, dass sie selbst hier im kalten Sauerland durchschnittlich nicht mehr als 4.000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht.“

Lassen Sie sich zum Thema Modernisieren beraten - Ihr Experte vor Ort freut sich auf Sie.

Schwäbisch Hall Bausparfuchs zeigt mit dem Finger nach vorneBeratung vereinbaren

Dank Solarkollektoren zum Energieplus-Haus

Energieplus-Haus mit Solartechnik - Grundriss
Das Erdgeschoss (Grafik: D. Lochner)

Aber erst der Glasmantel des Eigenheims macht aus einem mit viel Solartechnik ausgerüsteten Energieplus-Haus ein echtes Sonnenhaus. „In der lichtaktiven Gebäudehülle wird die Wärme aus dem Sonnenlicht gespeichert“, erklärt Architekt Hermann Berls das an der Uni Siegen entwickelte Prinzip. An dem Energieplus-Haus sind dafür vor der Fassade horizontal eingeschlitzte Holzbohlen angebracht, in deren Luftpolstern die Sonnenwärme quasi eingefangen wird.

Zwar ließ sich eine geplante Siedlung mit ähnlichen Energieplus-Haus-Modellen aus Glas mangels Nachfrage nicht realisieren, doch Öko-Toxikologe Christoph Schäfers und Familie ficht das nicht an. Sie fühlen sich in ihrem Haus aus Glas pudelwohl. Ursprünglich hatten sie sich vom skandinavischen Hausbaustil inspirieren lassen. Außen musste das typische Schwedenrot kühlem Glas weichen. In den mit hellem Holz wohnlich und freundlich gestalteten Innenräumen wird der nordische Einfluss an dem Energieplus-Haus umso deutlicher. Auch ein Haus aus Glas kann urgemütlich sein.


Energieplus-Haus: Planung minimiert Wärmeverluste

Das Haus aus Glas in Schmallenberg hat 125 Quadratmeter Wohnfläche. Der Wintergarten bietet der fünfköpfigen Familie zusätzlich 24 Quadratmeter Platz. Die Planung orientierte sich konsequent an den energetischen Erfordernissen. Das Hanggrundstück wurde eingekerbt, um das Energieplus-Haus tiefer zu legen und vor Wind zu schützen. Die Ausrichtung mit der Längsachse in Ost-West-Richtung ermöglicht die optimale Nutzung passiver Sonnenenergie. Der kompakte Baukörper minimiert die Wärmeverluste über die Gebäudehülle.

Eine zentrale Rolle bei diesem Energieplus-Haus spielt der unbeheizte Wintergarten. Er bildet eine Pufferzone zwischen Raum- und Außenklima und ist die einzige Öffnung auf der Ost-, West- und Südseite. Im Wintergarten befindet sich auch das Treppenhaus, da die Temperatur hier niedriger liegen kann als in den Wohnräumen.

Energieplus-Haus mit Solartechnik - Grundriss Obergeschoss
Das Obergeschoss (Grafik: D. Lochner)