Energiesparhaus: Heizkosten senken, Umwelt schonen

Ein Energiesparhaus schont die Umwelt und mittelfristig auch Ihren Geldbeutel. Die effiziente Dämmung von Dächern und Wänden, eine moderne Heizung sowie dicht schließende Fenster und Türen senken die Energiekosten und sorgen dafür, dass sich die Mehrausgaben schon nach einigen Jahren amortisiert haben – sowohl beim Neubau als auch bei einer Modernisierung.


Kuschelig warm: Im Energiesparhaus steigt auch der Wohnkomfort

Im Vergleich zu einer in der Bauweise vergangener Jahrzehnte errichteten Immobilie sind die Heizkosten schon in einem einfachen Energiesparhaus wie einem sogenannten Drei-Liter-Haus um ein Drittel niedriger. Bei einer ökologisch noch wirksameren Bauweise liegt die Ersparnis weit höher – bis zum Erwirtschaften eines Energieüberschusses im Plusenergiehaus (siehe weiter unten).
Das ist nicht der einzige Vorteil, den ein Energiesparhaus bietet. Zugige Zimmer und kalte Wände gibt es hier nicht. Sie genießen einen insgesamt höheren Wohnkomfort – umso mehr, wenn im Energiesparhaus schadstoffarme Materialien verwendet werden. Dadurch ergibt sich ein angenehmes Raumklima, das gesundheitsförderlich ist und zum Beispiel Allergikern zugutekommt.
Außerdem gilt: Wenn Sie Ihre Immobilie modernisieren und zu einem Energiesparhaus umbauen, steigern Sie den Gebäudewert erheblich. Das zahlt sich bei einem späteren Verkauf oder einer Vermietung aus. Die niedrigeren Energiekosten sind also nicht das einzige geldwerte Argument, das für ein Energiesparhaus spricht.


Energiesparhaus: Diese unterschiedlichen Typen gibt es

Mit einem Energiesparhaus tun Sie Natur und Umwelt einen Gefallen, leisten einen wichtigen Beitrag zur Schonung natürlicher Ressourcen und Verringerung der CO2-Belastung.
Bevor Sie sich bei Bau oder Modernisierung für eine bestimmte Art von Energiesparhaus entscheiden, ist es hilfreich, sich über den Begriff klar zu werden. „Energiesparhaus“ ist lediglich der Oberbegriff, unter dem verschiedene Haustypen zusammengefasst werden. Je nach Grad der Energieeffizienz sind das:

  • Niedrigenergiehaus
  • Drei-Liter-Haus
  • Passivhaus
  • Nullenergiehaus
  • Plusenergiehaus
  • KfW-Effizienzhaus in verschiedenen Abstufungen

Wodurch zeichnen sich die unterschiedlichen Haustypen aus?

Ein Niedrigenergiehaus ist die Standardvariante eines Energiesparhauses. Sein Heizwärmebedarf darf 70 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr nicht übersteigen – das entspricht dem Energiegehalt von etwa sieben Litern Heizöl. Bei Neubauten ist diese Begrenzung gemäß Energieeinsparverordnung (EnEV) ohnehin die Mindestanforderung an Energieeffizienz.

Energiesparhaus vom Typ Passivhaus: Wohnen (fast) ohne Heizung

Deutlich niedriger im Verbrauch ist das bereits erwähnte Drei-Liter-Haus. Sein Energiebedarf liegt bei höchstens 30 kWh oder – daher der Name – drei Litern Heizöl oder drei Kubikmetern Erdgas. Um diese Anforderungen zu erfüllen, sind etwas aufwendigere Maßnahmen notwendig, zum Beispiel dreifach verglaste Fenster mit wärmedämmenden Rahmen oder eine mindestens 45 Zentimeter dicke Dämmung der Außenwand.
Von einem „echten“ Energiesparhaus ist bei Gebäuden die Rede, die mindestens die Anforderungen eines Passivhauses erfüllen. Der zulässige Heizwärmebedarf ist hier auf 15 kWh begrenzt (oder 15 Liter Öl pro Quadratmeter und Jahr). Das Besondere an diesem speziellen Energiesparhaus besteht darin, dass es ohne Heizung auskommt. Damit niemand friert, zieht das Passivhaus Wärme aus jeder erdenklichen Quelle: Es nutzt die Sonneneinstrahlung ebenso effektiv wie die Abwärme von elektrischen Geräten und sogar die Körpertemperatur der Bewohner. Das funktioniert tatsächlich. Lediglich eine kleine Notheizung für sehr kalte Wintertage ist notwendig.  


Das Prinzip der Wärmerückgewinnung im Energiesparhaus

Voraussetzung für ein Passivhaus sind die hocheffiziente Dämmung von Dach und Wänden sowie optimal wärmegedämmte Fenster und Türen. Dadurch entsteht eine dichte Gebäudehülle, die Wärmeverluste nach außen praktisch auf null herunterfährt. Lüften können Sie nach wie vor über geöffnete Fenster, was in der Regel aber nicht mehr notwendig ist: Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt für frische Luft. Sie führt verbrauchte Luft nach außen ab und füllt alle Räume mit erwärmter Frischluft. Die Restwärme der verbrauchten Luft wird fast vollständig für die Erwärmung genutzt, in allen Räumen herrscht jederzeit die konstant gleiche Temperatur.
Noch einen Schritt weiter in Sachen Energieeffizienz geht das Nullenergiehaus. Es weist im Jahresdurchschnitt eine ausgeglichene Energiebilanz aus. Das heißt, es produziert seinen gesamten Energiebedarf selbst.
Dies geschieht zum Beispiel mithilfe von Photovoltaik und Solarthermie. Beide Techniken nutzen in diesem Typ von Energiesparhaus die Kraft des Sonnenlichts – Photovoltaik zur Produktion von Strom, Solarthermie zur Wärmeerzeugung.


Im Energiesparhaus mehr Energie produzieren als verbrauchen

Wie im Passivhaus kommen auch in einem Nullenergiehaus häufig Wärmerückgewinnungsanlagen zum Einsatz. Sie nutzen zum Heizen einen Großteil der Wärme, die sonst durch Fenster, Lüftungsanlagen oder auch Abwasserleitungen entweichen würde. Ein Wärmetauscher überträgt die thermische Energie ausströmender Luft auf einströmende Frischluft.
Nullenergiehäuser werden häufig als Weiterentwicklung des Passivhauskonzeptes bezeichnet. Nach einem Beschluss des Europäischen Parlamentes sollen Neubauten seit Anfang 2019 generell als Nullenergiehäuser gebaut werden, ihren Energiebedarf also selbstständig decken.
Neubauten sind beim Thema Energieeffizienz aber gar nicht das Problem, die EnEV gibt hier bereits umweltschonende Mindeststandards vor. Der weitaus größte Teil des Energieverbrauchs entfällt in Deutschland auf Bestandsbauten. Durch eine intelligente Modernisierung lassen sich bei vielen Altbauten Energiestandards erreichen, die sogar den Anforderungen an ein Plusenergiehaus entsprechen. Die Bezeichnung verrät es schon: Ein solches Energiesparhaus erzeugt im Jahresdurchschnitt mehr Energie als seine Bewohner selbst verbrauchen.  


Auch die Sanierung alter Häuser lohnt sich

 

Dass dieses Level durch eine Sanierung zu erreichen ist, bewies ein Team um den Darmstädter Professor Karsten Ulrich Tichelmann 2012. Ihm gelang, ein Haus aus den 1970er-Jahren von der „Energieschleuder“ zum Plusenergiehaus aufzuwerten. „Ein Plusenergie-Standard von Wohnhäusern im Bestand wird im Wesentlichen durch die Verbesserung der Wärmedämmung der Außenbauteile und die Umstellung auf ein regeneratives Energiekonzept erreicht“, so der Fachmann für Bauphysik in einem Gespräch mit der Deutschen Presseagentur.
Bei der Sanierung hat sich die Wärmepumpentechnologie in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage auf dem Hausdach bewährt. In diesem System wird die Wärmepumpe mit dem Strom betrieben, den das Gebäude per Photovoltaik selbst produziert. Hinzu kommt der Austausch von bestehenden Wandheizkörpern durch Flächenheizungen. Sie sorgen schon mit geringem Energieaufwand für angenehm warme Räume. Experte Tichelmann: „Für den Altbaubestand gibt es sehr gute Systeme mit einer niedrigen Aufbauhöhe, die auf bestehende Fußböden und Wände aufgebracht werden können.“


Diese Zuschüsse gibt es zum Energiesparhaus

Die Kosten für den Umbau eines Vier-Personen-Einfamilienhauses zum Plusenergiehaus rentieren sich nach vorsichtigen Schätzungen bereits nach zehn bis zwölf Jahren. Darin eingerechnet sind Zuschüsse, die der Staat für die energetische Sanierung zur Verfügung stellt – etwa über die öffentlich-rechtliche KfW-Bank in Form von günstigen Krediten und Tilgungszuschüssen.
Die KfW hat verschiedene Programme zur Förderung aufgelegt, deren Umfang sich am angestrebten Energiestandard des Hauses orientiert. Bei einer energetischen Sanierung sind Förderungen für die Standards KfW-Effizienzhaus 55, 70, 85, 100 und 115 vorgesehen. Dabei gilt: Je kleiner die Kennzahl, desto niedriger der Energieverbrauch und umso höher die Förderung.
Um beispielsweise die Förderung für ein KfW-Effizienzhaus 115 zu erhalten, muss das Energiesparhaus folgende Kriterien erfüllen:

  • Einbau einer Gas-Brennwertheizung mit Solaranlage für Trinkwassererwärmung
  • Außenwanddämmung von mindestens 14 Zentimetern
  • Dachdämmung von mindestens 20 Zentimetern
  • Fenster mit Doppelverglasung

Beim KfW-Effizienzhaus 55 gelten entsprechend höhere Anforderungen:

  • Einbau einer Holzpellet-, Biomasseheizung oder Wärmepumpe
  • Solaranlage für Trinkwassererwärmung
  • Außenwanddämmung von mindestens 18 Zentimeter
  • Dachdämmung von mindestens 24 Zentimeter
  • neue Fenster mit Dreifachverglasung und Spezialrahmen

Für denkmalgeschützte Gebäude gelten Sonderregelungen, da besonders aufwendige Umbauten nötig sein können. Alle weiteren Informationen finden Sie unter www.kfw.de.  

 

Vielseitige Beratung hilfreich

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Bausparen und Baufinanzierung – Beratung vor Ort durch unsere Heimatexperten-144x173Beratung vereinbaren

Welche Sanierungsmaßnahmen notwendig sind und wie sie am besten umgesetzt werden, sollten Sie mit einem Bau- oder Energieexperten besprechen. Er entwickelt die Grundlagen für die energetische Sanierung Ihrer Immobilie. Ansprechpartner gibt es unter anderem bei den Verbraucherzentralen. Außerdem hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Förderprogramme zur Energieberatung aufgelegt und hält ausführliche Informationen zum Thema Energiesparhaus bereit. Die Bewilligung vieler Fördergelder ist daran geknüpft, dass ein zugelassener Energieberater die Maßnahme plant und die Durchführung betreut.
Gefördert wird eine energetische Sanierung zum KfW-Effizienzhaus auch mit Investitionszuschüssen in Höhe von bis zu 30.000 Euro. Zudem können Sie Mittel aus Ihrem Bausparvertrag zur Modernisierung von Heizung, Dämmung und anderem einsetzen. Ihr Heimatexperte von Schwäbisch Hall berät Sie gern dazu und erarbeitet gemeinsam mit Ihnen eine individuelle Kombination aus verfügbarem Budget und Fördergeldern als Bausteine in Ihrem Finanzierungsplan.

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