Praxisbeispiel Altbau-Modernisierung

Altes Haus, hoher Energieverbrauch: Wie lässt er sich senken, wie sieht die Kostenseite aus, welche Techniken gibt es? Ein Praxisbeispiel mit vier Varianten der Modernisierung.


Einsatz eines professionellen Energieberaters

Heizung, Dämmung, Fenster: Es gibt eine Menge Ansätze zur Altbau-Modernisierung – gerade bei Häusern, die schon ein wenig in die Jahre gekommen sind. Doch so individuell wie die Gebäude und ihre Bewohner, so unterschiedlich sind auch die Varianten zur Verbrauchssenkung.

Aber welcher Weg ist der richtige? Wie lassen sich Kostenaufwand und Einsparnutzen in Einklang bringen? Hier hilft nur der Einsatz eines professionellen Energieberaters. Er zeigt an einem konkreten Beispiel, was zur Altbau-Modernisierung getan werden kann, wie viel es kostet und vor allem welches Einsparpotenzial die einzelnen Maßnahmen haben. Der Haus-Check beginnt mit einer gründlichen Hausbegehung.

Energieberater Holger Krämer soll ein Einfamilienhaus im Hamburger Osten energetisch fit machen. Den Haus-Check beginnt er mit einer gründlichen Begehung. Vom Keller bis zum Dach wird das 1967 erbaute Gebäude mit seinen 125 Quadratmetern Wohnfläche inspiziert. Wie alt ist die Heizung? Wann wurden die Fenster eingebaut? Sind die Rohre gedämmt, das Dach ausgebaut? Wo es keine objektiven Daten gibt (zum Beispiel von Bauplänen), wird nachgemessen oder auch mal gebohrt.

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Vier unterschiedliche Varianten für eine Modernisierung

In der nebenstehenden Modernisierungsübersicht werden vier unterschiedliche Modernisierungsvarianten vorgestellt, die der Energieberater vorschlägt. Sie reichen von der Einzelmaßnahme bis zur Rundum-Sanierung inklusive Solaranlage.


Im Einzelnen handelt es sich bei den vier Modernisierungsvarianten um:

Die Basis für die Berechnung umfasst folgende Rahmendaten:

  • Einfamilienhaus, Baujahr 1967, 125 m² Wohnfläche
  • zweischaliges Mauerwerk, Außenfassade Klinker
  • Gaskessel von 1996 für Heizung und Warmwasser
  • neue Fenster, deshalb nur Maßnahmen für Dach, Fassade und Technik berechnet
  • jetziger Endenergiebedarf: 37.125 kWh/Jahr; Brennstoffkosten: 2.400 Euro/Jahr
  • Amortisation: dynamische Berechnung (Kalkulationszins von 5 %) plus
  • Preissteigerungsraten bei den Brennstoffkosten (8 %)

Alle Einzelheiten finden Sie in der nebenstehenden tabellarischen Vergleichsübersicht mit Angaben zum jährlichen Einsparpotenzial, der Amortisationsdauer, den Förderungsmöglichkeiten, dem Primärenergiebedarf vor und nach der Modernisierung sowie natürlich den voraussichtlichen Kosten.  

Am Anfang der Modernisierung steht der Check

Energieberater Krämer stellt fest: Erste Dämmversuche der Fassade gab es schon in den 1960er-Jahren. Heute lässt sich aber nicht mehr nachvollziehen, welches Dämmmaterial in welchen Mengen in dem zweischaligen Mauerwerk aus der Zeit steckt. Auch fachliche Tricks im Check zur Altbau-Modernisierung kommen zum Einsatz: Ob die Fenster eine Wärmeisolierung haben, lässt sich mithilfe eines normalen Feuerzeugs herausfinden.

Einfach vor die Scheibe halten, anmachen und genau hingucken. Hat die gespiegelte Flamme eine dunklere Färbung, ist eine Isolierschicht vorhanden. So spannend wie die Hausbegehung sind auch die anschließenden Ergebnisse.


Bis zu 65 Prozent Einsparung sind möglich

In einem umfassenden Bericht wird der Ist-Zustand zur Altbau-Modernisierung aufgelistet. Dabei zeigen sich interessante Details. So wird zum Beispiel mit dem beheizten Volumen anstatt mit der tatsächlichen Wohnfläche gerechnet. Nutzerverhalten, unbeheizte Bereiche, Warmwasserbedarf, Gebäudehülle, Lüftungsverluste, Anlagentechnik – im Rahmen der Altbau-Modernisierung fließt eine Fülle von Daten in die Berechnung der Energiebilanz ein.

Bei den Brennstoffkosten lassen sich zwischen 430 und über 1.500 Euro jährlich sparen, in der maximalen Variante würde sich der Energiebedarf um 65 % verringern. Neben den gesparten Energiekosten verringert sich dabei auch die Umweltbelastung erheblich. Was der Hausbesitzer letztlich von den vorgeschlagenen Varianten umsetzen wird, ist natürlich auch eine Frage der Wirtschaftlichkeit und der Kosten. Dabei ist immer zu berücksichtigen, dass Investitionen in das Haus ohnehin erfolgen müssen und die Preise im Energiesektor stetig steigen.

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