Praxisbeispiel Altbau-Modernisierung

Altes Haus, hoher Energieverbrauch. Wie lässt sich dieser senken, was kostet das, welche Möglichkeiten gibt es? Ein Modernisierungs-Praxisbeispiel mit vier Varianten.


Vier unterschiedliche Altbau-Modernisierungsvarianten

In der nebenstehenden Modernisierungsübersicht werden vier unterschiedliche Modernisierungsvarianten vorgestellt, die der Energieberater vorschlägt. Sie reichen von der Einzelmaßnahme (diese werden seit März 2011 wieder von der KfW gefördert) bis zur Rundum- Sanierung inklusive Solaranlage.

Im einzelnen handelt es sich bei den vier Modernisierungsvarianten um:

  • die Dach-Modernisierung
  • die Modernisierung der Aussenwände
  • die Modernisierung des Heizkessels bzw. des Heizsystems
  • und das "große Modernisierungspaket" vom Dach bis zur Solarthermie

Die Basis für die Berechnung umfaßt folgende Rahmendaten:

  • Einfamilienhaus, Baujahr 1967, 125 m² Wohnfläche
  • Zweischaliges Mauerwerk, Außenfassade Klinker
  • Gaskessel von 1996 für Heizung und Warmwasser
  • Neue Fenster, deshalb wurden Energiesparmaßnahmen nur für Dach, Fassade und Anlagentechnik berechnet
  • jetziger Endenergiebedarf: 37.125 kWh/Jahr
  • jetzige jährliche Brennstoffkosten: 2.400 Euro
  • Amortisation: dynamische Berechnung (Kalkulationszins von 5 %) plus
  • Preissteigerungsraten bei den Brennstoffkosten (8 %)

Alle Einzelheiten finden Sie in einer tabellarischen Vergleichsübersicht mit Angaben zum jährlichen Einsparungspotential, der Amortisationsdauer, den Förderungsmöglichkeiten, dem Primärenergiebedarf vor und nach der Modernisierung sowie natürlich den voraussichtlichen Kosten.  


Einsatz eines professionellen Energieberaters

Heizung, Dämmung, Fenster – es gibt eine Menge Ansätze zur Altbau-Modernisierung, gerade bei Häusern, die schon ein wenig in die Jahre gekommen sind. Doch so individuell wie die Gebäude und ihre Bewohner, so verschieden sind auch die Varianten zur Verbrauchssenkung.

Hier hilft nur der Einsatz eines professionellen Energieberaters. Er zeigt an einem konkreten Beispiel, was zur Altbau-Modernisierung getan werden kann, wie viel es kostet und vor allem welches Einsparpotential die einzelnen Maßnahmen haben. Der Haus-Check beginnt mit einer gründlichen Hausbegehung.

Vom Keller bis zum Dach wird das 1967 erbaute Gebäude mit seinen 125 Quadratmetern Wohnfl äche inspiziert. Wie alt ist die Heizung? Wann wurden die Fenster eingebaut? Sind die Rohre gedämmt, das Dach ausgebaut? Wo es keine objektiven Daten gibt (zum Beispiel von Bauplänen), wird nachgemessen oder auch mal gebohrt.

Lassen Sie sich zum Thema Modernisieren beraten - Ihr Experte vor Ort freut sich auf Sie.

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Am Anfang der Modernisierung steht der große Check

Erste Dämmversuche der Fassade gab es nämlich schon in den 1960er-Jahren, nur was und wie viel in einem zweischaligen Mauerwerk aus der Zeit steckt, lässt sich oft nicht mehr nachvollziehen. Auch fachliche Tricks im Check zur Altbau-Modernisierung kommen zum Einsatz. Ob die Fenster eine Wärmeisolierung haben, lässt sich mithilfe eines normalen Feuerzeugs herausfinden.

Einfach vor die Scheibe halten, anmachen und genau hingucken. Hat die gespiegelte Flamme eine dunklere Färbung, ist eine Isolierschicht vorhanden. So spannend wie die Hausbegehung sind auch die anschließenden Ergebnisse. In einem umfassenden Bericht wird der Ist-Zustand zur Altbau-Modernisierung aufgelistet. Dabei zeigen sich interessante Details.

 

Bis zu 65 % Einsparungen sind möglich

So wird zum Beispiel mit dem beheizten Volumen, nicht mit der tatsächlichen Wohnfläche gerechnet. Nutzerverhalten, unbeheizte Bereiche, Warmwasserbedarf, Gebäudehülle, Lüftungsverluste, Anlagentechnik – eine Fülle von Daten fließt in die Berechnung der Energiebilanz in der Altbau-Modernisierung mit ein.

Bei den Brennstoffkosten lassen sich zwischen 430 und über 1.500 Euro jährlich sparen, in der maximalen Variante würde sich der Energiebedarf um 65 % verringern. Neben den gesparten Energiekosten verringert sich dabei auch die Umweltbelastung erheblich. Was der Hausbesitzer letztlich von den vorgeschlagenen Varianten umsetzen wird, ist natürlich auch eine Frage der Wirtschaftlichkeit und der Kosten. Dabei ist immer zu berücksichtigen, daß Investitionen in das Haus sowieso erfolgen müssen und die Preise im Energiesektor stetig steigen.