Themenspecial Photovoltaik

Für Eigenheimbesitzer gibt es viele gute Gründe, erneuerbare Energien zu nutzen – vom Umweltschutz über die finanzielle Förderung bis zur Unabhängigkeit als Selbstversorger. Im Themenspecial Photovoltaik informieren wir Sie über unterschiedliche Formen der Sonnenenergienutzung, Fördergelder und die Einspeisevergütung.


Photovoltaik – Energiesektor mit Zuwachs

Die Nutzung der Sonnenenergie wird uns immer vertrauter. Laut Statistikportal Statista wurden im Jahr 2016 bundesweit 51.899 neue Photovoltaik-Anlagen installiert. Dabei gibt es zwischen den Bundesländern beträchtliche Unterschiede:

  • Mit gut 13.000 neuen Photovoltaik-Anlagen in Bayern und knapp 10.000 neuen Anlagen in Baden-Württemberg wurden die meisten Anlagen in den beiden südlichen Bundesländern gebaut.
  • In den Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen sind die Zahlen am niedrigsten. In Bremen zum Beispiel wurden 2016 nur 74 neue Anlagen für Photovoltaik installiert.
  • Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gab es 2016 insgesamt 1,58 Millionen Photovoltaik-Anlagen in Deutschland. Sie produzierten 41,2 Gigawatt Strom. Das macht einen Anteil von 5,9 Prozent an der gesamten hiesigen Stromproduktion aus.

Neben der Stromerzeugung kann die Wärme in solarthermischen Anlagen als zweite solare Energiequelle genutzt werden. Sie wird ebenfalls über Dachkollektoren gewonnen und unterstützt im Haus die Warmwasser- und Heizungssysteme.


Was Sie am Strom aus Photovoltaik verdienen können

Experten antworten heute mit einem gedehnten Ja auf die Frage, ob es sich für Privatleute lohnt, Photovoltaik zu installieren. Bis vor wenigen Jahren hatten sie noch bedingungslos zugestimmt. Was sich geändert hat: Die Einspeisevergütung für Solarstrom ist gesunken und sinkt weiter. Das ist gesetzlich geregelt. Die Einspeisevergütung ist der Mindestpreis, den Ihnen der Staat garantiert, wenn Sie Strom produzieren und ihn an einen Stromversorger verkaufen. Die Bedingungen dafür sind seit dem Jahr 2000 im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgeschrieben. Die Bundesregierung will damit den Ausbau der Energiegewinnung durch Photovoltaik, Wind, Wasser, Erdwärme und Biomasse fördern.

Eine hohe Rendite wie noch in den vergangenen Jahren lässt sich mit Photovoltaik nicht mehr erzielen. Wer auf seinem Wohngebäude Solarstrom mit einer Anlage produziert, die im Januar 2017 in Betrieb genommen wurde, erhält zwischen 10,69 und 12,30 Cent pro Kilowattstunde als feste Einspeisevergütung (garantiert für 20 Jahre ab Einbau der Anlage). Bei einer Photovoltaik-Anlage, die im Jahr 2004 installiert wurde, waren es noch stolze 57,4 Cent je Kilowattstunde. Der regressiven Einspeisevergütung entsprechend sinken auch Ihre möglichen Einkünfte aus der Photovoltaik immer weiter, je länger Sie sich mit dem Bau einer Anlage Zeit lassen. Der bei Inbetriebnahme geltende Satz bleibt dann allerdings für 20 Jahre stabil.


Für wen sich Photovoltaik lohnt

Es gibt trotz sinkender Einspeisevergütung weiterhin gute Gründe für die Photovoltaik auf dem Privathaus.

  • Eigenverbrauch: Aktuell liegt der Preis für Strom aus der Steckdose bei 29,16 Cent pro Kilowattstunde (Stand: Juni 2017). Tendenz steigend. Zum Vergleich: Im Jahr 2008 zahlten Verbraucher laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft lediglich 21,65 Cent für die Kilowattstunde Strom. Die Unabhängigkeit vom Marktpreis ist also für Bauherren ein wichtiges Argument, um sich eine Photovoltaik-Anlage anzuschaffen. Die Firma DAA Deutsche Auftragsagentur gibt auf ihrer Internetseite solaranlagen-portal.com ein Beispiel: Ein durchschnittlicher Vierpersonenhaushalt verbraucht pro Jahr etwa 4.000 Kilowattstunden Strom. Für die Produktion von 1.000 Kilowatt werden etwa zehn Quadratmeter Fläche benötigt. Eine Photovoltaik-Anlage mit einer Fläche von 40 Quadratmetern kann den Bedarf des Haushalts somit komplett decken.
  • Das gute Gewissen: Der Ausbau erneuerbarer Energien ist ein Mittel, um Treibhausgase zu reduzieren und das Tempo des Klimawandels zu verringern. In einer Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov sagten 81 Prozent der Bundesbürger, dass ihnen der Klimaschutz wichtig ist.
  • Die Förderung: Staat und Kommunen unterstützen Bauherren und Hausbesitzer, die in Photovoltaik investieren. So fördert beispielsweise die KfW-Bank (www.kfw.de) mit dem Programm „Erneuerbare Energien – Standard 270“ den Bau von Photovoltaik-Anlagen. Daneben gibt es regionale Förderprogramme. Eine Übersicht finden Sie in der Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums (www.foerderdatenbank.de). Außerdem unterstützen manche Stadtwerke Privatpersonen, die Photovoltaik installieren. Eine Anfrage bei Ihrem örtlichen Versorger kann sich lohnen.

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Diese Anlagen für Photovoltaik gibt es

Wer sich Photovoltaik aufs Dach setzen will, kann damit eine Fachfirma beauftragen oder die Anlage im Do-it-yourself-Verfahren errichten. Letzteres ist aber nur etwas für technikbegabte Bastler. Wer in dieser Hinsicht eher ungeübt ist, fährt mit einer Auftragsvergabe besser. Dabei ist es wichtig, sich bei mehreren Anbietern zu informieren, um deren Offerten vergleichen zu können. Wie immer, wenn Sie Bauaufträge an Dienstleister vergeben, sollten Sie drei unterschiedliche Angebote einholen.

Generell müssen Sie sich zunächst entscheiden, ob Ihre Photovoltaik-Anlage ans öffentliche Stromnetz angekoppelt sein soll oder ob Sie eine sogenannte Insel-Anlage bevorzugen.

  • Netzgekoppelte Photovoltaik-Anlagen: Sie bestehen aus den Photovoltaik-Modulen auf dem Dach und einem Wechselrichter, der den gewonnenen Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt. Außerdem haben die Anlagen einen Zähler. Er dokumentiert, wie viel Strom Sie einspeisen. Eine Schutzeinrichtung sorgt darüber hinaus dafür, dass sich Ihre Photovoltaik-Anlage bei einer Störung im Stromnetz automatisch abschaltet.
  • Netzunabhängige Insel-Anlagen: Diese Photovoltaik-Anlagen werden oft in Ferienhäusern und Berghütten verbaut. In ganzjährig genutzten Wohnhäusern muss man die Anlagen mit einem Batteriespeicher kombinieren, um auch nachts über Strom zu verfügen. Insel-Anlagen werden trotzdem immer populärer, da sich das Einspeisen von Strom aus eigener Photovoltaik ins öffentliche Netz immer weniger lohnt.

Batteriespeicher für Einfamilienhäuser sind meist als Komplettsysteme erhältlich. Das Infoportal pv-magazine.de hat bei rund 40 Anbietern Informationen zu deren Systemen abgefragt. Die Angaben umfassen unter anderem Detailinformationen zu Aufbau und unverbindlichen Preisempfehlungen (UVP). Die darauf basierende Produktdatenbank können Sie hier einsehen: www.pv-magazine.de/marktuebersichten/batteriespeicher/ speicher-2017


Kosten einer Photovoltaik-Anlage

Welche Gesamtkosten beim Bau einer Anlage für Photovoltaik auf Sie zukommen, hängt von deren Größe ab. Und die wiederum richtet sich danach, wie hoch Ihr Stromverbrauch ist und was Ihre Dachkonstruktion tragen kann.

  • Private Photovoltaik-Anlagen fürs Dach sind inklusive Installation und Inbetriebnahme ab etwa 5.400 Euro erhältlich. Die meisten Privathaushalte nutzen Anlagen mit einer Leistung zwischen drei und zehn Kilowattpeak. Kilowattpeak bezeichnet die Spitzenleistung, die eine Anlage unter idealen Bedingungen erreicht. Ganz grob kann man sagen, dass sich pro Kilowattpeak im Jahr etwa 800 bis 1.000 Kilowattstunden Strom erzeugen lassen.
  • Je größer die Anlage, desto günstiger die Kosten je Quadratmeter, so die Faustregel. Für Photovoltaik auf einer Dachfläche von 25 Quadratmetern fallen ungefähr die genannten 5.400 Euro an (plus Mehrwertsteuer), für 50 Quadratmeter zahlen Sie etwa 9.000 Euro und für 72 Quadratmeter circa 12.900 Euro. (Quelle: solaranlagen-portal.com)
  • Wer sich für eine Insel-Anlage entscheidet und einen Akku benötigt, muss etwas tiefer in die Tasche greifen. Die Kosten belaufen sich auf rund 1.000 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität, heißt es bei finanztip.de.

Das Portal photovoltaik.org hat Modellrechnungen dazu angestellt, wie schnell sich eine Anlage amortisiert. Eine durchschnittliche Photovoltaik-Anlage, die mit Eigenmitteln finanziert wurde, hat demnach ihre Anschaffungskosten innerhalb von elf bis 13 Jahren wieder hereingeholt. Wird die Photovoltaikanlage über ein Darlehen finanziert, beträgt die Amortisationszeit durchschnittlich 13 bis 15 Jahre.


Photovoltaik-Rechner nutzen

Wie sehr sich Photovoltaik auf Ihrem Privathaus lohnt, ist eine Frage des Standorts und der Ausrichtung Ihres Hauses. Die günstigsten Sonnenbedingungen findet man im Süden, etwa im Alpenvorland und Breisgau. Auch Rügen und Fehmarn können mit vielen Sonnenstunden punkten: Laut travelbook.de gibt es auf diesen Inseln durchschnittlich 1.805 bzw. 1.740 sonnige Stunden im Jahr. In Bochum und Dortmund sind es dagegen nur rund 1.370 Stunden. Aber auch dort ist Photovoltaik auf dem Privathaus sinnvoll.

Nachrecherchieren können Sie das mithilfe von Photovoltaik-Rechnern im Internet. Einen solchen Rechner finden Sie zum Beispiel auf der Seite www.rechnerphotovoltaik.de. Dort werden Postleitzahl, Dachgröße, Neigungswinkel und Himmelsrichtung des Dachs sowie Monat der (geplanten) Errichtung der Photovoltaik-Anlage abgefragt. Am Ende zeigt Ihnen der Photovoltaik-Rechner den Betrag an, den Sie nach 20 Jahren dank Photovoltaik auf dem Dach gespart haben können.

Beispiel: Ein Haus in 44135 Dortmund wird von einer vierköpfigen Familie bewohnt. Das Dach ist 40 Quadratmeter groß und hat eine Neigung von 45 Grad. Es ist gen Südosten ausgerichtet. Die Photovoltaik-Anlage soll im August 2017 installiert werden. Damit kann die Familie in den nächsten 20 Jahren nach Abzug aller Investitionskosten zwischen 4.700 Euro (mit Batteriespeicher) und 7.600 Euro (ohne Batteriespeicher) Stromkosten sparen. Zwar erfordert der Batteriespeicher eine zusätzliche Investition, macht aber den selbst erzeugten Strom auch nachts verfügbar und vergrößert die Unabhängigkeit von einer externen Stromversorgung beträchtlich.

Welche Anlagengröße sich für Sie lohnt, errechnen Ihnen Berater und Handwerksfirmen, die sich auf Photovoltaik spezialisiert haben. Sie finden passende Adressen nach Postleitzahlen sortiert auf den Internetseiten des Bundesverbands Solarwirtschaft (www.solartechnikberater.de).

Tipps zu Instandhaltung und Pflege der Photovoltaik

Da die Sonnenkollektoren auf Ihrem Dach Wind und Wetter ausgesetzt sind, müssen Sie sie sorgfältig warten und auf mögliche Schäden achten.

  • Wartung: Photovoltaik-Experten des TÜV Rheinland empfehlen einmal im Jahr eine Sichtprüfung der Anlage durch einen Fachbetrieb. Alle zwei Jahre sollte eine tiefergehende technische Prüfung durchgeführt werden, schreibt das Magazin „Bauhandwerk“ in seiner Onlineausgabe (bauhandwerk.de). Wie für Ihre Heizung können Sie auch mit Unternehmen der Photovoltaik-Branche einen Wartungsvertrag abschließen. Dann haben die Experten für Sie alle nötigen Wartungstermine im Blick.
  • Reinigung: Viele Photovoltaik-Anlagen sind mit einem Selbstreinigungseffekt ausgestattet, sodass meist Regen ausreicht, um sie sauber zu halten. Doch wenn es um das Schneeräumen geht, sind viele Hausbesitzer versucht, selbst Hand anzulegen. In Foren wie zum Beispiel photovoltaikforum.com tauschen Nutzer Ratschläge aus, etwa wie man selbst Abzieher baut. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie das Räumen und Reinigen Ihrer Dach-Kollektoren aber einem Fachbetrieb überlassen. 
  • Versicherung: Ihre Investition in Photovoltaik können Sie mit einer Police absichern. Versicherungsunternehmen bieten dazu verschiedene Modelle an. Sie können beispielsweise eine Montageversicherung und Betreiberhaftpflicht abschließen oder sich gegen Schäden an den Bestandteilen und gegen einen Ertragsausfall absichern.

Die Experten von Schwäbisch-Hall unterstützen Sie gern in der Frage, wie Sie Photovoltaik beim Hausbau oder Nachrüsten Ihrer Immobilie finanzieren können. Sprechen Sie uns unverbindlich an.