Regenerative Energien aus der Natur

Die Öl- und Gaspreise steigen weiter. Wer fossile Energieträger durch erneuerbare ersetzt oder ergänzt, spart bares Geld und schont die Umwelt.


Kampf den umweltbelastenden Energieverschwendern

Regenerative Energien: Facharbeiter befestigt einen Solarkollektor
Regenerative Energien aus der Natur schonen den Geldbeutel und die Umwelt

Veraltete Heizkessel sind Energieverschwender, aber es gibt gesetzliche Wechselfristen. Wer etwa einen Altbau kauft, muss laut Energieeinsparverordnung binnen zwei Jahren einen vorhandenen Standardkessel durch ein Niedrigenergie- oder Brennwertmodell ersetzen. Bei einem schnelleren Tausch spart man Geld, da neue Anlagen die im Brennstoff enthaltene Energie viel besser verwerten. Die Umwelt freut?s auch: Moderne Kessel arbeiten emissionsarm. Ein anstehender Wechsel sollte genutzt werden, um über alternative Systeme zum Heizen und fürs Warmwasser nachzudenken - auch weil die Öl- und Gaspreise weiter steigen.


So funktionieren die alternativen Anlagen

Heute gibt es viele ausgereifte Techniken, um das Heim mit anderen Energieträgern als Öl oder Gas zu heizen und warmes Brauchwasser zu erzeugen. Oft kann man Systeme kombinieren, etwa eine Solaranlage, die hauptsächlich Warmwasser liefert, mit einer Pelletheizung.

 

Wärmepumpe

Eine Luft-Wasser-Pumpe entzieht der Keller- (oder Außen-)luft Wärme und führt sie auf höherem Niveau dem Heizwasser zu. Das funktioniert wie bei allen Wärmepumpen auch bei Minustemperaturen.

Grafik einer Wärmepumpe
Wärmepumpe (Grafik: A. Rieger)

Solarkollektor

Vom Kollektor auf dem Dach wird die Sonnenwärme durch eine Trägerflüssigkeit zum Kombispeicher transportiert und via Wärmetauscher aufs Brauch- und eventuell auf das Heizwasser übertragen.

Grafik eines Solarkollektors
Solarkollektor (Grafik: A. Rieger)

Pellet-Heizkessel

Im Lagerraum liegen genug Pellets für ein ganzes Jahr. Per Gebläse oder Förderschnecke werden sie nach Bedarf in den Heizkessel transportiert. Ein Pufferspeicher hortet die überschüssige Wärme.

Grafik eines Pellet Heizkessels
Pellet-Heizkessel (Grafik: A. Rieger)

Hypokausten-Heizung

Ein gängiger Kessel erwärmt sehr schlanke Heizkörper am Wandfuß. Von hier steigt Warmluft durch Spezialsteine auf und heizt dabei die Wand auf, die gesunde Strahlungswärme abgibt.

Grafik einer Hypokausten Heizung
Hypokausten-Heizung (Grafik: A. Rieger)

Kombi-Heizung

Experten raten zur Kombination zweier Energiequellen. Welche kommen in Frage? Wie lassen sich die Technologien am sinnvollsten verbinden?

  • Wärmepumpen

    Wärmepumpen ziehen Energie aus der Luft, dem Grundwasser oder dem Erdreich. Das Gerät arbeitet umso effizienter, je niedriger der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und Heizwasser ist. Besonders gut eignen sich daher Fußboden- oder Wandheizungen mit niedriger Vorlauftemperatur. Neue Modelle erreichen bis zu 65 Grad, sie versorgen nach der Modernisierung auch alte Heizkörper. Die Kollektoren oder Sonden einer Sole-Wasser-Pumpe lassen sich nur mit zusätzlichen Erdarbeiten einbauen, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist relativ rasch installiert. Die Pumpe wird meist mit Strom betrieben, ob sie wirtschaftlich heizt, verrät die Jahresarbeitszahl: Diese zeigt das Verhältnis von Stromverbrauch und gewonnener Wärme und sollte über 3,5 liegen.

    Kollektoren gewinnen die im Licht enthaltene Wärme über Absorber. Optimal ist ein Neigungswinkel von 30 bis 60 Grad und eine Ausrichtung nach Südost bis Südwest. Flachkollektoren haben einen guten Ertrag zu einem relativ günstigen Preis. Röhrenkollektoren ernten mehr Energie, sogar senkrecht an Wänden, sind aber teurer. Sie lohnen sich, wenn man wenig Montagefläche hat oder der Standort nicht optimal ist. Preiswerter kommt die Installation zugleich mit einer sowieso nötigen Erneuerung der Dachdeckung.

     
  • Holzheizung

    Holz als nachwachsender Rohstoff erobert einen immer größeren Markt, besonders in Form von Pellets (Presslingen aus Holzresten) als Brennstoff für spezielle Kessel. Sie arbeiten genauso bequem und vollautomatisch wie Gas- oder Ölkessel, aber heizen CO2-neutral. Im Niedrigenergie- oder Passivhaus reicht eventuell schon ein Pellet-Einzelofen, um das Gebäude zu heizen. Klassisch mit Holz kann man auch einen Kachelofen befeuern. Sein Vorzug: Er gibt über die Oberfläche viel Strahlungswärme ab, die Raumluft bleibt kühl - man kann Energie sparen, da man sich bei 18 Grad so wohl fühlt wie sonst bei 20 Grad.

    Diesen Effekt liefert auch ein Hypokaustensystem, das schon die Römer kannten. Wie damals wird erhitzte Luft, die von einem Warmluftkachelofen oder einem Heizkörper stammen kann, durch eine größere Anzahl von Kanälen in den Wänden geleitet.

     
  • Brennstoffzellen

    Durch eine chemische Reaktion von Wasserstoff mit Luftsauerstoff liefern Brennstoffzellen Strom und Wärme zugleich. Die meisten Geräte gewinnen Energie aus Erdgas, auch Bio- und Klärgas ist möglich. Diese Technik ermöglicht eine effizientere Energieausnutzung als getrennte Systeme. Mit der Marktreife wird für 2008 gerechnet.