Regenerative Energien aus der Natur

Sonne, Wind, Biomasse und Erdwärme – die Energiequellen der Zukunft lassen sich schon heute effizient nutzen. Auf regenerative Energie zu setzen ist ein wichtiger Schritt zum Schutz von Klima und Umwelt. Hier stellen wir Ihnen die wichtigsten erneuerbaren Energien vor, mit denen Sie Strom und Wärme selbst produzieren können.


Regenerative Energie – sauber und wirtschaftlich

Der Umstieg von fossilen auf regenerative Energiequellen verläuft schnell und grundlegend. Weltweit sind immer mehr Anlagen im Einsatz, um die nahezu unendlich in Sonneneinstrahlung, Wind, Erdwärme, Wasserkraft und Biomasse enthaltene Energie in Strom umzuwandeln oder als Wärmequelle zu nutzen. Und die Techniken werden immer effizienter und wirtschaftlicher. Da die konventionelle Strom- und Wärmeerzeugung auf Basis fossiler Brennstoffe Emissionen verursacht, ist der Umstieg auf weitgehend emissionsfreie regenerative Energien ein wichtiger Beitrag zur Schonung des stark belasteten Klimas.

Nutzen Sie regenerative Energie in Ihrem Zuhause, ist das nicht nur ein wichtiger Beitrag zur Zukunftssicherung, sondern auch ökonomisch sinnvoll: Fossile Energieträger werden in absehbarer Zeit knapp und teurer. Private Kleinanlagen zur Sonnen- und Windenergienutzung lassen sich bereits heute gewinnbringend betreiben. Jede Form der erneuerbaren Energie, die große Versorger in Deutschland nutzen, können Sie ebenfalls in Ihrem Eigenheim verwenden. Im Folgenden stellen wir Ihnen die wichtigsten Möglichkeiten vor.  


Photovoltaik auf dem Hausdach

Je besser das Wetter, umso mehr regenerative Energie können Sie aus Solarenergie gewinnen. Dafür benötigen Sie eine Photovoltaikanlage auf dem Hausdach (oder auf der Garage oder im großen Garten). Die Preise für Solarstromanlagen sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken, die Leistungsfähigkeit der Solarkollektoren ist deutlich gestiegen. Das macht die Produktion von eigenem Solarstrom immer kosteneffizienter. Laut Verbrauchermagazin „Finanztest“ können Sie sich eine Fünf-Kilowatt-Anlage für rund 6.500 Euro aufs Dach setzen. Sie reicht für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt und macht Ihre Familie unabhängig von den großen Stromversorgern.

Die Photovoltaikanlage auf dem Hausdach ist zudem eine rentable Geldanlage, so „Finanztest“. Vorausgesetzt, dass Sie einen möglichst großen Teil des erzeugten Stroms selbst verbrauchen. Dann können Sie in den kommenden 20 Jahren eine Rendite von gut fünf Prozent erzielen. Anlagen mit Stromspeicher sind ein paar Tausend Euro teurer. Der Vorteil: Sie können den Strom, den Sie aus regenerativer Energie gewonnen haben, speichern und später verbrauchen. Kritiker der Solar- und Windenergie bemühen gern das Bild der „Dunkelflaute“ und bemängeln, nachts und bei Windstille gäbe es keinen Ökostrom. Mit einem hauseigenen Speicher haben Sie jedoch eigenen Strom zur Verfügung und sind darüber hinaus an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Ihre Lichter gehen garantiert nicht aus, und Sie werden auch nicht im Kalten sitzen.

Wind bringt regenerative Energie ins Privathaus

Windkraft lässt sich nur in großen On- und Offshore-Parks Strom produzieren? Weit gefehlt: Auch für Ihre private Immobilie können Sie diese regenerative Energie nutzen. Mit einer kleinen Anlage auf dem Dach oder im Garten produzieren Sie Ihren eigenen Strom. Für Sie als Privatnutzer bieten sich bei der Windkraft Fünf-Kilowatt-Anlagen an – wie bei der Solarstromerzeugung. Entsprechende Anlagen werden von den Herstellern meist unter der Bezeichnung Mikro-Windkraftanlage angeboten. Für Privathäuser hat sich ein Durchmesser von maximal vier Metern bewährt. Es gibt Modelle, die selbstständig starten, sobald der Wind stark genug ist. Andere müssen Sie selbst in Gang setzen. Die Preise rangieren zwischen 10.000 und 25.000 Euro.

Bevor Sie die regenerative Windenergie nutzen: Prüfen Sie kritisch, ob die geografische Lage sich dafür eignet. Zur ersten Orientierung helfen die frei zugänglichen Windkarten des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Eine höhere Planungssicherheit erhalten Sie durch Messungen am konkreten Standort Ihres geplanten Windrades. Bevor Sie in Windkraft investieren, sollten Sie die Windgeschwindigkeiten mindestens ein Jahr lang aufzeichnen. Nicht vergessen: Vor dem Bau einer Windkraftanlage auf Ihrem Haus oder im Garten müssen Sie Genehmigungen von Bau- und Umweltamt einholen. Zudem ist ein Okay der Nachbarn unbedingt sinnvoll: So vermindern Sie die Aussicht, später in Streit über das private Windrad zu geraten.


Biomasse: Heizen mit Holzabfällen

Eine weitere erneuerbare Energie, die Sie auch für Ihr Privathaus nutzen können, ist Biomasse. Wer da an Gülle oder Bioabfälle aus dem Hausmüll denkt, liegt nicht so falsch. Allerdings bietet sich eine mit Mist betriebene Biogasanlage in der Regel nur für Wohnhäuser von Landwirten an. Eine von jedermann fürs Heizen einsetzbare Biomasse ist dagegen Holz, dessen regenerative Energie Sie in Form von Pellets nutzen. Das sind maximal 2,5 Zentimeter lange Stäbchen aus zusammengepressten Holzresten und Sägespänen. Werden sie in größere Stücke geschnitten, heißen sie Holzbriketts. Auch Briketts lassen sich als Brennstoff nutzen.

Mit dieser regenerativen Energie heizen Sie Ihr Haus fast wie mit einer Öl- oder Gasanlage: Die Holzpellets verbrennen in einem Ofen und erhitzen Wasser, das in einem Rohrsystem durchs Haus gepumpt wird. Den Pelletofen können Sie in der Regel mit allen gängigen Heizkörpern koppeln. Ausnahme: Flächenheizungen. Sprechen Sie hierzu am besten Ihren Installateur an.

Die Kosten für eine Pelletheizung erscheinen auf den ersten Blick relativ hoch, verglichen mit anderen Heizkesseln. Sie zahlen für die Pelletanlage etwa 10.000 bis 15.000 Euro, während für eine Gasheizung nur rund 2.000 bis 4.000 Euro anfallen. Dafür sind die Betriebskosten geringer. Der Deutsche Energieholz- und Pelletverband (DEPV) hat die Brennstoffkosten verglichen (Stand Februar 2019):

  • Pellets: 5,40 Cent pro kWh
  • Gas: 6,21 Cent pro kWh
  • Heizöl: 6,70 Cent pro kWh

Den Brennstoff bevorraten Sie im Keller oder in einem Lagerraum. Er wird mittels Förderanlage dem Heizkessel zugeführt.


Regenerative Energie aus der Tiefe: Erdwärme

Während Sie bei Photovoltaik und Windkraft immer vom Wetter abhängig sind, ist Erdwärme (Geothermie) eine absolut zuverlässige regenerative Energie. In rund 400 Metern Tiefe herrscht eine gleichmäßige Temperatur von etwa 20 Grad Celsius. Auch geringere Temperaturen in geringerer Tiefe lassen sich nutzen. Anlagen, die mit Geothermie arbeiten, werden vor allem zum Heizen eingesetzt. Allerdings erfordert auch diese Form der Erzeugung von Ökostrom eine höhere Investition als die Brennstoffe Öl und Gas. Sie müssen in Ihrem Garten ein Loch in den Untergrund bohren, um die Erdwärme anzuzapfen. Dort werden Rohre eingebracht, in denen Wasser oder eine andere Flüssigkeit zirkuliert. Eine Pumpe bringt diese Flüssigkeit nach oben, wo ihr die Wärme mittels Wärmetauscher entzogen wird. Eine Erdwärmeheizung inklusive Erschließung der Energiequelle schlägt grob geschätzt mit 15.000 bis 25.000 Euro zu Buche.

Wichtig: In Deutschland muss jede Bohrung von der Unteren Wasserbehörde genehmigt und beim Geologischen Landesamt angemeldet werden. Wollen Sie tiefer als 100 Meter gehen, benötigen Sie zudem eine bergrechtliche Genehmigung. Dafür sind die Bergämter der Bundesländer zuständig. Selbst „flache“ Länder wie Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein haben diese Behörden. Ihre Stadt- oder Gemeindeverwaltung kann Ihnen den Ansprechpartner nennen. Oft übernimmt es auch das ausführende Unternehmen, die Genehmigungen der Ämter einzuholen.

 

Regenerative Energie vom Versorgungsunternehmen

Grafik einer Wärmepumpe
So wird Erdwärme nutzbar gemacht. (Quelle: A.Rieger)

Wenn Sie in Ihrem Eigenheim nicht auf Selbstversorgung mit regenerativer Energie setzen wollen, können Sie Ökostrom aus dem öffentlichen Netz beziehen. Er wird mithilfe verschiedener erneuerbaren Energien produziert, die großen Stromversorger nutzen vor allem Windenergie und Wasserkraft.

Neben den weithin sichtbaren Windkraftparks an Land und auf See zahlen auch große Anlagen für Biomasse, Solarenergie, Wasserkraft und Geothermie auf das Ökostromkonto ein. Insgesamt beträgt der Anteil der regenerativen Energien am gesamten Stromverbrauch in Deutschland 37,8 Prozent, so das Umweltbundesamt (Stand 2018). Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erreicht damit ungefähr das Niveau von Braun- und Steinkohle zusammen. Geht es dagegen ums Heizen, liegt der Anteil regenerativer Energie in Deutschland erst bei knapp 14 Prozent. Am häufigsten werden Biomasse (meist Holz) und Solarthermie genutzt, bei der statt Strom Wärme aus der Sonnenergie gewonnen wird.


Geld verdienen mit regenerativer Energie

Angenommen, Sie produzieren Strom mit Ihrer Photovoltaik- oder Windkraftanlage. Doch Sie verbrauchen gar nicht so viel Elektrizität, wie Ihre Anlage umwandelt. Den überschüssigen Strom können Sie bis zu einer gewissen Menge in einer Batterie speichern. Oder Sie stellen ihn der Allgemeinheit zur Verfügung – natürlich gegen Bezahlung. Dazu speisen Sie Ihren Ökostrom über Ihren Hausanschluss in das Versorgungsnetz ein. Sprechen Sie diesbezüglich direkt den Versorger an, der in Ihrer Region tätig ist. Er ist gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verpflichtet, Ihnen den Strom abzukaufen und zu einem festgelegten Tarif zu vergüten.

Wie viel Sie für den Strom erhalten, hängt davon ab, aus welcher Quelle Sie ihn gewinnen. Die Kapazität Ihrer Anlage wirkt sich ebenfalls aus. Und nicht zuletzt hängt der Betrag vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Anlage ab. Beispiel: Für den Strom aus einer kleinen Photovoltaikanlage, die im April 2019 in Betrieb genommen wurde, liegt die Einspeisevergütung bei 11,11 Cent pro Kilowattstunde. Eine Übersicht über die jeweils gültigen Tarife bietet das Portal „Netztransparenz“, eine Informationsplattform der deutschen Übertragungsnetzbetreiber.

 

Staatliche Förderung von erneuerbaren Energien

 

Nahezu alle herkömmlichen Techniken zur Stromerzeugung basieren auf der Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdöl und Gas und emittieren dabei CO2. Erneuerbare Energien sind weitestgehend emissionsfrei und daher für den globalen Klimaschutz unverzichtbar. Neben dem ökologischen gibt es ein weiteres gewichtiges Argument für regenerative Energien: Der Staat gewährt finanzielle Unterstützung, wenn Sie sich bei Bau oder Sanierung Ihrer Immobilie für entsprechende technische Einrichtungen entscheiden. Es ist gesetzlich festgeschrieben, dass regenerative Energie und Energieeffizienz von Seiten des Bundes und der Bundesländer gefördert werden. Im Wesentlichen sind hier das bereits erwähnte Erneuerbare-Energien-Gesetz sowie das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) relevant. Zugleich macht der Gesetzgeber durch die Energieeinspar-Verordnung (EnEV) für den Bau und die Sanierung von Immobilien Auflagen hinsichtlich der Energieeffizienz.

Die Zahl der Programme zur Förderung von Energieeffizienz und sauberer Energieerzeugung ist groß. Am bekanntesten sind die Förderungen durch die KfW und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Um sich einen Überblick zu verschaffen, können Sie in der Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie recherchieren. Verschiedene Filter ermöglichen es Ihnen, passgenaue Angebote zu finden (www.foerderdatenbank.de).

Drei Beispiele für Bundes- und Landesprogramme aus der Förderdatenbank:

  • Sie werden bezuschusst, wenn Sie sich von einem vom BAFA zugelassenen Energieberater über Ihre Möglichkeiten im Bereich regenerativer Energie informieren lassen. Der Zuschuss beläuft sich für Ein- und Zweifamilienhäuser auf maximal 800 Euro. Er gilt bundesweit.
  • Wenn Sie in Baden-Württemberg bauen oder sanieren, erhalten Sie unter Umständen ein zinsgünstiges Darlehen von bis zu 50.000 Euro. Es wird von der L-Bank, der Staatsbank für Baden-Württemberg, in Kooperation mit der KfW-Bank vergeben. Sie können das Darlehen zum Beispiel für den Einbau von Biomasse- und Photovoltaikanlagen beantragen. Das Programm heißt „Wohnen mit Zukunft: Erneuerbare Energien“.
  • Die Bayerische Landesregierung zahlt den Zuschuss „10.000-Häuser-Programm – EnergieBonusBayern“. Bis zu 9.000 Euro werden pro Wohneinheit vergeben, um regenerative Energie zu fördern – vorausgesetzt, Ihr Haus steht in Bayern.

Finanzierungsberatung durch die Heimatexperten

Die staatlichen Förderungen spielen auch bei der Finanzierung Ihrer Immobilie eine Rolle, da sie Ihre monatliche Belastung senken oder die Laufzeit des Darlehens verkürzen können. Egal, ob Sie neu bauen oder sanieren: Sprechen Sie bei der Entwicklung Ihrer Immobilienfinanzierung mit den Heimatexperten von Schwäbisch Hall. So bekommen Sie einen exakt auf Ihre persönlichen wirtschaftlichen Möglichkeiten zugeschnittenen Finanzierungsplan, der Ihnen eine langfristig zinsgünstige Finanzierung Ihrer Immobilie oder der Sanierung unter Berücksichtigung von Klimaschutzaspekten ermöglicht. Weitere mögliche Förderungen von Baukindergeld bis Riester-Rente sind darin gegebenenfalls berücksichtigt.

Persönliche Beratung

Unsere Heimatexperten vor Ort sind jederzeit gern für Sie da.

Bausparen und Baufinanzierung – Beratung vor Ort durch unsere Heimatexperten-144x173Beratung vereinbaren

Hinweis: Sie verwenden einen veralteten oder nicht unterstützten Browser. Gegebenenfalls kann es zu Einschränkungen bei der Benutzung der Webseite kommen.