Solarenergie: sonnige Aussichten

Hohe Energiepreise, die Klimadiskussion und eine attraktive Förderung haben der Sonnenenergie zum Durchbruch verholfen: Schon 1,3 Millionen Solaranlagen liefern Strom und Wärme.


Energiespeicherung ist die Schlüsseltechnologie

Der Schlüssel dafür liegt in der Speichertechnologie. Da die Sonne zu den Zeiten, in denen der Wärmebedarf am größten ist, am wenigsten Energie liefert, muss die im Sommer gewonnene Wärme für die kalte Jahreszeit gespeichert werden. Große Pufferspeicher, meist in der Mitte des Hauses integriert, sind die Lösung dafür. Im Solarhaus von Jakob Lehner ist der Speicher neun Meter hoch - er hat einen Durchmesser von 2,40 Metern und ein Fassungsvermögen von 39.500 Litern.

Das ist etwa das 200fache des Volumens der Speicher in den kompakten Solar-Brennwertgeräten, die von diversen großen Heizungsherstellern in diesem Jahr neu auf den Markt gebracht worden sind. In diesen Geräten ist neben einem Gas- oder Öl-Brennwertgerät auch gleich ein Solarspeicher und die gesamte Solartechnik integriert. Sie sind meist nicht einmal zwei Meter hoch und benötigen weniger als einen halben Quadratmeter Stellfläche. Eine komplette Heizzentrale inklusive Solarspeicher lässt sich folglich selbst in Wohnräumen oder unterm Dach unterbringen.

Die neuen Schichtenladespeicher kommen in einem Vierpersonenhaushalt schon mit einem Volumen von 150 bis 200 Litern aus. Der Einstieg ins solare Heizen wird damit so einfach wie nie zuvor, und der Ertrag ist beachtlich: Anlagen dieser Größenordnung können mit etwa vier bis sechs Quadratmetern Kollektorfläche rund 60 Prozent des Energiebedarfs für die Warmwasserbereitung decken.

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Kombianlagen im Trend

Solarenergie nutzen: Handwerker befestigen einen Solarkollektor auf dem Dach eines Wohnhauses
Sonnige Perspektiven mit Solarenergie

Am Solarboom der letzten Jahre hatten Anlagen zur Trinkwassererwärmung den größten Anteil; Kombianlagen, die auch die Heizung unterstützen, holen aber seit einiger Zeit kräftig auf. Nach Erhebungen des BSW wird derzeit etwa jede zweite neue Anlage im Einfamilienhausbereich sowohl zur Warmwassererzeugung als auch zur Heizungsunterstützung installiert - Tendenz weiter steigend. Mit etwa 15 Quadratmetern Kollektorfläche und einem Speichervolumen von 800 bis 1.000 Litern können solche Anlagen in einem Einfamilienhaus etwa 20 Prozent des gesamten Wärmebedarfs decken.

Insgesamt hat sich die Zahl der Solarwärmeanlagen seit 2002 verdoppelt, in diesem Jahr hat sie gar die Millionengrenze überschritten. Schon jedes zehnte Einfamilienhaus hat eine Solaranlage auf dem Dach, 800.000 Hausbesitzer planen laut einer aktuellen Umfrage in den nächsten zwei Jahren die Anschaffung einer solchen Anlage.


Solarstrom immer populärer

Noch rasanter ist das Wachstum im Bereich Solarstrom: 2006 wurde in Deutschland mehr als zehnmal so viel Solarstrom produziert wie 2002. Rund die Hälfte der 300.000 Photovoltaikanlagen sind auf den Dächern von privaten Ein- und Zweifamilienhäusern installiert. Die Vergütung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (siehe Kasten) und eine Halbierung der Kosten in den letzten zehn Jahren machen die Investition in eine Photovoltaikanlage für viele Hausbesitzer zu einer ökonomisch und ökologisch lohnenden Sache.

Wie bei der Solarthermie geht der Trend auch hier zu größeren Anlagen und zu einer Integration der Module in die Dachfläche. Da der Solarstrom ins öffentliche Netz eingespeist wird, braucht man sich bei der Planung nicht am eigenen Bedarf zu orientieren. Es ist also sinnvoll, die vorhandene Fläche optimal auszunutzen und einen möglichst hohen Ertrag zu erzielen. Grobe Faustformel: Mit zehn Quadratmetern Modulfläche (Kosten: gut 5.000 Euro) kann man rund 950 Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren.

Weitere Vorteile: Bei dachintegrierten Anlagen spart man die Kosten für die normale Dacheindeckung, und architektonisch sind Photovoltaikmodule attraktive Gestaltungselemente. Neben der bewährten Siliziumtechnik kommen verstärkt Module mit Dünnschichtzellen (etwa CIS-Module) auf den Markt. Damit eröffnen sich neue Anwendungsfelder, zum Beispiel ist die Integration von Solarmodulen in Hausfassaden möglich.