Strom selbst erzeugen – lukrativ wie lange nicht

Seinen Strom selbst zu erzeugen macht unabhängig von Energiepreisschwankungen und bringt finanzielle Vorteile. Lesen Sie hier, warum die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage für Hausbesitzer aktuell so attraktiv ist.


Anlagen seit Jahren immer günstiger

Die derzeitige Lukrativität der Photovoltaik hat vor allem zwei Gründe: Zum einen sind die Preise für Solarstromanlagen in den vergangenen Jahren immer weiter gesunken: Laut Branchenverband Solar Cluster fielen sie 2017 um drei bis fünf Prozent. Verglichen mit 2006 sind die Anschaffungskosten demnach sogar um 67 Prozent zurückgegangen. Momentan ist eine handelsübliche Aufdach-Anlage mit einer Leistung von zehn Kilowattpeak (kWp = die maximal mögliche Spitzenleistung) im Schnitt für etwa 1.300 Euro pro kWp zu haben, so der Verband. Gängige Anlagen für das Hausdach sind also zwischen 6.500 und 13.000 Euro zu haben.

Auf der anderen Seite ist die Einspeisevergütung, die Hausbesitzer für den ins Stromnetz eingespeisten Strom erhalten, stabil geblieben. Seit Juli 2017 liegt sie für kleine Anlagen bis zehn kWp bei 12,2 Cent pro Kilowattstunde. Für Anlagen zwischen zehn und 40 kWp sind es 11,87 Cent. Zwar erhielten Betreiber vor zehn Jahren noch um die 45 Cent – trotz dieses Rückgangs halten Experten des Branchenverbandes Solar Cluster Renditen von bis zu sechs Prozent im Jahr für möglich.


Einspeisevergütung ist auf 20 Jahre garantiert

Die Höhe der staatlichen Einspeisevergütung ist auf 20 Jahre garantiert. Hausbesitzer, die ihren Strom selbst erzeugen möchten, können also mit verlässlichen Zahlen und Werten rechnen. Und: Der finanzielle Ertrag steigt durch den Eigenverbrauch zusätzlich. Nutzer machen sich unabhängig vom Netzstrom und können künftigen Preissteigerungen gelassen entgegensehen.

Die Rechnung der Branchenexperten: „Bei neun bis elf Cent Stromgestehungskosten pro Kilowattstunde lässt sich bei einer Anlage zwischen zwei und zehn Kilowatt Leistung bereits mit der Einspeisung ein Gewinn von einem bis drei Cent pro Kilowattstunde erzielen“, heißt es in einem Fachbeitrag für das Portal „sonnenseite.com“. Und weiter: „Wer eigenen Strom selbst verbraucht und keinen Netzstrom kaufen muss, steigert den Gewinn für diesen Stromanteil sogar auf rund 14 Cent pro Kilowattstunde.“ Der Bundesverband Solarwirtschaft erklärt zusammenfassend: „Es lohnt sich wieder, in die Photovoltaik zu investieren.“ Ganz abgesehen davon, dass Sie auch der Umwelt etwas Gutes tun, wenn Sie mit Sonnenenergie Ihren Strom selbst erzeugen und die Emissionen der Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern vermeiden.

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Strom selbst erzeugen: Auf die Größe der Anlage kommt es an

Wichtigster Bestandteil einer Photovoltaik-Anlage sind die Solarzellen. Unter Glas vor der Witterung geschützt bilden sie zusammenhängende Module und wandeln einen Teil des Strahlenspektrums des einfallenden Sonnenlichts zunächst in Gleichstrom um. Ein Wechselrichter macht daraus den für den Hausgebrauch notwendigen Wechselstrom. Energie, die in Zeiten mit viel Sonnenschein erzeugt wird, gelangt in einen anlageninternen Speicher, sodass Sie auch nachts und in sonnenarmen Perioden Strom abrufen können.

Um sich optimal gegen steigende Strompreise abzusichern, raten Experten dazu, bei der Installation auf eine möglichst große Anlage zu setzen, sofern es die Statik des Daches zulässt. Dadurch verringert sich der Fixkostenanteil etwa für die Installation und Wartung der Anlage pro Kilowatt Leistung. Außerdem erhöht eine große Anlage unterm Strich den jährlichen finanziellen Überschuss, je nachdem wie geeignet das jeweilige Dach für eine Solarstromanlage ist. Vor der Montage sollten Hausbesitzer nur überlegen, ob in nächster Zeit eine Dachsanierung notwendig ist und diese dann gegebenenfalls vorziehen.


Fast jedes Dach eignet sich für eine Photovoltaik-Anlage

Das Dach für die Photovoltaik-Anlage sollte unverschattet, also möglichst auf seiner gesamten Fläche der Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein. Je weiter es nach Süden ausgerichtet ist, umso besser. Hausbesitzer, die möglichst viel Strom selbst erzeugen wollen, erreichen die besten Werte bei einer exakten Südausrichtung der Anlage und einem Neigungswinkel von etwa 30 Grad. Dies sind die optimalen Bedingungen, auch bei Abweichungen verringert sich der Ertrag nur geringfügig.

Beim Neigungswinkel geben Fachleute üblicherweise eine Spannbreite von 25 bis 60 Grad an. Die Abweichung von der genauen Südausrichtung kann bis zu 45 Grad betragen, ohne dass größere Einbußen entstehen. Wichtig ist es, die Dachfläche optimal auszunutzen, wenn Sie Ihren Strom möglichst effektiv selbst erzeugen möchten.

Bei der Installation haben Sie die Auswahl zwischen mehreren Varianten. Alternativ zur gängigsten Variante Aufdach-Montage besteht die optisch reizvollere Möglichkeit, ins Dach integrierte Module zu nutzen. In diesem Fall sprechen Experten von einer Indach-Montage. Eine neuere Variante stellen Dachziegel mit eingebauten Solarmodulen dar.

Eine weitere Option besteht darin, beim nachträglichen Bau von Carport oder Garage deren Dachfläche mit Solarmodulen zu bestücken. Sollten es die räumlichen Gegebenheiten auf dem Grundstück ermöglichen, das Gebäude und damit die Solaranlage optimal zum Sonnenstand auszurichten, ist ein guter Stromertrag sicher. Zugleich lässt sich dann eine Ladestation für ein E-Mobil anlegen.


Solarmodule: Reihen- oder Parallelschaltung?

Bei den Modulen ist zu beachten: Sie lassen sich in Reihen- oder Parallelschaltung anbringen. Bei der Reihenschaltung ist die Leistung der Anlage immer abhängig vom schwächsten Modul. Das hat zum Beispiel unerwünschte Folgen, wenn ein Teil der Module regelmäßig im Schatten liegt. Für diesen Fall sollten Sie besser eine Parallelschaltung wählen, auch wenn die Verkabelung aufwendiger und damit etwas teurer ist als bei der sehr einfach zu installierenden Reihenschaltung.

Selbstverständlich lassen sich Photovoltaik-Anlagen nicht nur auf Dächern installieren. Sofern die Sonnenverhältnisse es erlauben, bieten sich auch Fassaden oder Flächen im Garten dazu an. Freiflächenanlagen sind im Gegensatz zu den üblichen Dachanlagen oft genehmigungspflichtig. Bei denkmalgeschützten Gebäuden müssen Sie ebenfalls eine amtliche Genehmigung einholen. Am besten erkundigen Sie sich beim Bauamt in Ihrer Gemeinde nach den jeweiligen Vorschriften. Auch eine Nachfrage beim Finanzamt kann hilfreich sein. Wird die Photovoltaik-Anlage gewerblich genutzt, bekommen Sie nach dem Kauf die Mehrwertsteuer erstattet. Dazu ist allerdings eine Anmeldung beim Finanzamt erforderlich.


Strom selbst erzeugen mit Wind und Blockheizkraftwerk

Hausbesitzer können auch andere Wege gehen, um Strom selbst zu erzeugen. Blockheizkraftwerke sind nicht nur für Gewerbe und Industrie, sondern in einer kleineren Version ebenso für Einfamilienhäuser sinnvoll. Nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung erzeugen die kühlschrankgroßen Geräte aus Brennstoffen wie Heizöl, Gas oder Holz sowohl Wärme als auch elektrischen Strom. Nach Berechnungen von Energieexperten arbeiten Blockheizkraftwerke in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus ab einer Volllast von 4.000 Stunden im Jahr wirtschaftlich.

Eine weitere Methode zur Stromerzeugung sind Mini-Windkraftanlagen. Sie lassen sich auf dem Dach oder im Garten errichten. Als zulässige Kleinwindkraftanlagen gelten Modelle mit einer Leistung von maximal 70 kW. Bevor Sie sich für eine Windanlage entscheiden, sollten Sie aber einen Fachmann fragen, ob dieser Schritt bei den Windverhältnissen in Ihrer Region wirtschaftlich ist. Als Richtwert gilt eine Windstärke von durchschnittlich mindestens sieben Meter/Sekunde.

Ob Sie Ihren Strom aus Solar- oder Windenergieanlagen gewinnen: Optimal ist die Ergänzung durch einen eigenen Batteriespeicher, der die Energie für den Bedarf bei Dunkelheit oder Flaute bereithält und Sie weitgehend vom Versorgernetz unabhängig macht.


Photovoltaik: So profitieren auch Mieter

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In jüngster Zeit setzen Energiegenossenschaften verstärkt darauf, Photovoltaik-Anlagen für den Eigenverbrauch an Bewohner von Mietshäusern zu verpachten. Manche Wohnungsbau- und Energiegenossenschaften bieten gemeinsam das sogenannte Mieterstrommodell an. Der per Photovoltaik produzierte Strom wird an die Mieter geliefert, der benötigte Reststrom kommt von einem Drittanbieter. Sprechen Sie doch einmal mit Ihrem Vermieter, welche Möglichkeiten es in Ihrem Haus gibt.

Ob Photovoltaik, Blockheizkraft oder Windkraft: Generell sollten Stromerzeugungsanlagen nur nach ausführlicher Beratung und von einem Fachbetrieb installiert werden. Für die Finanzierung können Sie auf einen bestehenden Bausparvertrag zurückgreifen oder ihn hierfür abschließen. Die Heimatexperten der Schwäbisch Hall informieren Sie gern über Möglichkeiten der Sofortfinanzierung und kennen auch alle staatlichen Zuschüsse – etwa über die öffentlich-rechtliche KfW-Bank. So erhalten Sie das für Ihren Bedarf optimale zinsgünstige Finanzierungskonzept.

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