50 Spartipps rund ums Wohnen und Bauen

Das Eigenheim preiswerter errichten, trotz kleinen Budgets modernisieren und so leben, dass mehr Haushaltsgeld übrig bleibt: Wir zeigen Ihnen Möglichkeiten, die alltäglichen Kosten zu senken.


Die 50 besten Spartipps

Sparen beginnt im Kopf, weiß Achim Linhardt, Autor des Buches "Attraktiv bauen mit kleinem Budget" (DVA Verlag). Dazu braucht man Anregungen, wo überall Ausgaben gesenkt werden können und wie viel das bringt. Wir haben mit Experten gesprochen, aus ihrem Erfahrungsschatz geschöpft und konkrete Beispiele errechnen lassen. Ergebnis: 50 Vorschläge aus allen Lebensbereichen mit Einsparmöglichkeiten von zehn bis 50.000 Euro. Vielleicht entdecken Sie im Folgenden ein paar neue Ideen für Ihren ganz persönlichen Sparansatz.


Tipps mit kleinerem Einsparpotenzial

  • Waschmaschine ans Warmwasser: Eine Waschmaschine kann man an die zentrale Warmwasserversorgung anschließen, wenn der Schlauch die Zulauftemperatur verträgt: Der Stromverbrauch fürs Aufheizen des Wassers sinkt. Ein modernes Spargerät braucht Strom für circa 29 Euro/Jahr (200 Waschgänge, fünf Kilo, 60° C), ein 18 Jahre altes Modell Strom für rund 42 Euro. Die Beträge kann man um etwa ein Drittel senken, abhängig von Programmwahl, Beladung, Wassertemperatur. Achtung: Die Einlauftemperatur darf nicht zu heiß für Gewebe oder Farben sein. Einsparmöglichkeit: 10 bis 14 Euro
  • Stand-by-Modus vermeiden: Viele Elektrogeräte verbrauchen im Stand-by-Betrieb oder gar im Leerlauf Strom. Richtig ausschalten oder vom Netz trennen. Einsparmöglichkeit: 10 bis 15 Euro
  • Tauschring: Haare schneiden 30 Euro: Preiswerter gibt es den neuen Look in einem Tauschring. Die Mitglieder bieten Tätigkeiten an, die sie gut beherrschen, wie Babysitten, Tapezieren oder Haare frisieren, erhalten dafür Hilfen wie Fliesen legen oder Rasen mähen. Statt harter Euro wird eine virtuelle Währung getauscht, der Wert einer Tätigkeit geschätzt. Einsparmöglichkeit: je nach Tätigkeit ab 15 Euro bis mehrere hundert Euro
  • Stromanbieter wechseln: Als Grundlage dienen ein Durchschnittsverbrauch von 3.000 kWh/Jahr und eine teure Stromgegend wie z. B. die neuen Länder. Strom-Magazin.de hält einen praktischen Tarifrechner bereit: Verbrauch und Postleitzahl
    eingeben, und die günstigsten Anbieter werden angezeigt. Einsparmöglichkeit: circa 50 Euro im Jahr
  • Geräte mieten statt kaufen: Bohrhammer, Trennschleifer oder Kettensäge sind relativ teuer, doch sie werden in der Regel selten gebraucht. Es lohnt sich, Geräte nur bei Bedarf zu mieten. Beispielmieten/Woche (www.wolf-baumaschinen.de):
    Handhobel 14 Euro, Bohrhammer ab 16 Euro, Bolzenschussgerät 28 Euro. Heckenschere 25 Euro, Gartenhäcksler 26 Euro. Einsparmöglichkeit: 10 bis einige hundert Euro
  • Abfälle besser trennen: Konsequente Abfalltrennung spart Gebühren. Beispiel Stuttgart: Wer alles in einen 120-Liter-Behälter für Restabfall wirft, zahlt bei 14-tägiger Leerung 285,60 Euro/Jahr. Ein Biomüllbehälter von 60 Litern und ein 60-Liter-Restmüllbehälter kosten zusammen rund 200 Euro (plus  Behältertauschgebühr von 17 Euro; Papiertonne inklusive). Einsparmöglichkeit: 85 Euro/Jahr
  • Kluge Hausautomation: Hausautomation ermöglicht den punktgenauen Einsatz von Heizenergie. Die Einzelraum-Temperaturregelung sorgt laut Anbieter Techem beispielsweise dafür, dass Räume nur bei Benutzung geheizt und ansonsten
    heruntergeregelt werden. Und die "Fenster-offen-Erkennung" schließt die Heizkörperventile beim Lüften. Einsparmöglichkeit: bei einem Einfamilienhaus mit 120 m2 Wohnfläche circa 100 Euro/Jahr
  • Energiesparlampen statt Glühbirnen: Neueste Energiesparlampen kommen mit 20% der Energie einer üblichen Glühlampe aus, müssen bei drei Stunden Betrieb pro Tag nach sechs Jahren gewechselt werden. Einsparmöglichkeit: bei 15.000 Stunden Betrieb 172 Euro
  • Regen ersetzt Trinkwasser: Mit Regenwasser Blumen gießen, Wäsche waschen, Toilette spülen: Der Einbau einer kompletten Regenwasseranlage (Fünf-Kubikmeter-Erdtank, konventionelle Trinkwassernachspeisung) kostet rund 5.500 Euro inkl. der Ausgaben für Erdaushub, Transport und Rückstausicherung. Dazu kommen 100 Euro/Jahr für Strom und Wartung. Wann die Anlage sich rechnet, hängt auch davon ab, ob die Kommune für Regen- und Schmutzwasser Gebühren erhebt. Im optimalen Fall wäre - unter Berücksichtigung von Gebührensteigerungen - die Investition in 20 Jahren abgegolten, ein Tank hält doppelt so lange. Einsparmöglichkeit laut Verbraucherzentrale für drei Gebührenmodelle: 95 bis 225 Euro/Jahr


Tipps mit mittlerem Einsparpotenzial

  • Armaturen auswählen: Schlichtere Mischbatterie oder designter Wasserhahn? Der Preis für Armaturen mit gleicher Ausstattung kann unterschiedlich sein. Beispiel: Die Waschtischarmatur "Tonic" von Ideal Standard mit starrem Auslauf, Zugknopf-Ablaufgarnitur, Temperaturbegrenzer und einstellbarer Ökodüse kostet in Chrom 200 Euro. Das Modell "Venice" bietet Vergleichbares, kostet aber 380 Euro. Einsparmöglichkeit: ab 180 Euro
  • Sparsame Elektrogeräte: Elektrogeräte der Energie-Effizienzklasse A (nach EU-Energieetikett) verbrauchen weniger Strom als veraltete. Der Kauf des neuen Modells lohnt. Beispiel Kühlschrank: Der Preis eines A-Modells liegt um 50 Euro höher als der eines B-Geräts. Doch das A-Gerät hat einen um 100 kWh niedrigeren Energieverbrauch/ Jahr, so die Deutsche Energie-Agentur. Ähnliches gilt für Geschirrspüler und Waschmaschinen. Einsparmöglichkeit (nach zwölf Jahren, Strompreis 15 Cent/kWh): 180 Euro
  • Glasfläche statt Sprossen: Sprossenfenster sehen zwar romantisch aus, kosten aber mehr als eine ununterbrochene Glasfläche. Bei einem einflügeligen, einen Quadratmeter großen Kunststofffenster (Wärmeschutzverglasung, Fensterbänke) beträgt die Preisdifferenz zwischen den Varianten 15 Euro. Einsparmöglichkeit (bei 15 Fenstern im Haus): 225 Euro
  • Wand ohne Tapete: Architekten und Inneneinrichter entwerfen Häuser schon mal mit Wänden aus Sichtbeton. So weit müssen Sie nicht gehen. Schon wer streicht, statt zu tapezieren, kann sparen, wie Mittelwerte der sirAdos-Baudaten zeigen: Glasfasertapeten mit Dispersionsanstrich kosten 11 Euro/m2, gemusterte Papiertapeten rund 5 Euro/m2. Für eine waschbeständige Dispersion, direkt auf den Putz oder die Betonwand aufgetragen, zahlt man rund 3,20 Euro. Einsparmöglichkeit (für jeweils 30 Quadratmeter Fläche): bis zu 235 Euro
  • Anschlussfinanzierung: Zinsen zu vergleichen ist für Bauherren selbstverständlich. Wenn es hingegen nach Ablauf der Zinsbindungsfrist um die Anschlussfinanzierung geht, nehmen es viele nicht mehr so genau. Dabei lässt sich angesichts des zurzeit niedrigen Zinsniveaus viel sparen, wenn man sich günstige Konditionen langfristig sichert. Bei einem Darlehen von 80.000 Euro bringen 0,5% Zinsdifferenz pro Jahr z. B. eine anfängliche Einsparmöglichkeit von 400 Euro
  • Heizkessel modernisieren: Bei Altanlagen (über 15 Jahre) verpufft häufig mehr als ein Drittel der Heizenergie. Moderne Technik setzt fast die ganze in Heizöl oder Gas enthaltene Energie in nutzbare Wärme um. Verbrauch und klimarelevante CO2-Emissionen können um bis zu 30% gesenkt werden. Liegt der bisherige Jahresheizölverbrauch bei 4.000 Litern, können durch Modernisierung bis zu 1.200 Liter gespart werden. Einsparmöglichkeit bei einem Preis von ca. 40 Cent pro
    Liter: bis zu 480 Euro/Jahr
  • Günstige Materialien für Gartenwege: Ein wassergebundener Kiesweg mit Unterbau kostet laut sirAdos-Baudaten im Mittel 23 Euro/m2, ein Bitumenbelag mit acht Zentimeter hoher Tragschicht 37,50 Euro/ m2; Betonverbundsteine inkl. Unterbau kosten 46 Euro/m2. Einsparmöglichkeit bei 30 Quadratmetern Gartenwege: 690 Euro
  • Aufmöbeln statt neu kaufen: Die Kommode hat Kratzer und Flecken, der  Lieblingssessel einen zerschlissenen Bezug, das Geflecht der Küchenstühle ist durchgesessen? Mit geringen Ausgaben kann man viele Möbel selbst erneuern.
    Investitionen für handwerklich Begabte wären zum Beispiel Schleifpapier, Pinsel und Lack - plus die Zeit für das Streichen. Teurere Alternative: Man gibt die Stücke zu einem Restaurateur. Einsparmöglichkeit: Hunderte bis Tausende Euro
  • Multifunktionsmöbel: Statt Sofa und Gästebett eine Schlafcouch; statt eines Baby- und eines Kinderbettes ein Modell zum Umbauen; einen Schlafzimmerschrank mit integriertem Schreibplatz: Wer Möbel mit Blick auf eine multifunktionale Nutzung erwirbt, spart den Preis von einem der zwei Stücke. Einsparmöglichkeit: Hunderte bis Tausende Euro
  • Preiswertere Küche: Es gibt viele Materialien für die Kücheneinrichtung. Schon allein verschiedene Fronten ergeben Preisunterschiede bei sonst gleichem Einbausystem. Das Beispiel der Ikea-Küche links auf sieben Quadratmetern: Die "Faktum"-Einbauküche mit cremefarbener "Ädel"-Front, Vitrinentüren aus gehärtetem Glas kostet ca. 1.923 Euro (ohne Elektrogeräte). Für eine Holzfront zahlt man eher mehr, eine weiße Front ist preiswerter. Einsparmöglichkeit je nach Hersteller: Hunderte bis Tausende Euro



Tipps mit höherem Einsparpotenzial

  • Weniger Badfliesen: Das deutsche Durchschnittsbad ist acht Quadratmeter groß. Werden alle Wände mit Dekorfliesen geschmückt, belaufen sich die Ausgaben auf circa 2.000 Euro. Wer weiße, 15 mal 15 Zentimeter große Fliesen nimmt, zahlt etwa 1.300 Euro. Noch günstiger: Wer nur Spritzwasserzonen durch Keramik schützt, kommt bei der einfachen Variante mit rund 900 Euro weg. Einsparmöglichkeit: ab 700 Euro
  • Energieträger einkaufen: Günstig heizt, wer bei Tiefstpreisen die Vorräte an Heizöl und Flüssiggas aufstockt: Im Jahr können Preise um mehr als 50 Prozent schwanken. In diesem Frühjahr hat das Heizöl ein Zwölfmonatstief durchlaufen, derzeit liegen die Preise sogar in der Nähe eines Dreijahrestiefs. Aktuell zahlt man 30 bis 34 Cent/Liter (bei 3.000 l). Spartipps laut Bundesverband der Energieverbraucher: Sammeleinkauf mit Nachbarn und kluge Lieferantenwahl, etwa unter www.easyoil.de. Einsparmöglichkeit: mehrere Hundert Euro
  • Eigenleistung beim Bau: Beim Hausbau gibt es eine ganze Reihe von Arbeiten, die ein talentierter Heimwerker kostensparend in Eigenleistung erledigen kann. Durchschnittliche Preise für ein 120-m2-Haus:

       - Baugrube ausheben. Ersparnis: ca. 5.000 Euro
       - Fassade mit Holz verkleiden. Ersparnis: ca. 4.500 Euro
       - Dach dämmen. Ersparnis: ca. 750 Euro
       - Dachschrägen verkleiden. Ersparnis: ca. 1.500 Euro
       - Holzinnenwände errichten. Ersparnis: ca. 2.500 Euro
       - Tapezieren und malen. Ersparnis: ca. 4.500 Euro
       - Fliesen in Bad und Küche. Ersparnis: ca. 3.000 Euro
       - Parkett oder Dielen verlegen. Ersparnis: ca. 1.000 Euro
       - Teppichboden verlegen. Ersparnis: ca. 300 Euro
       - Türen einbauen. Ersparnis: ca. 100 Euro
  • Garten selbst anlegen: Ein Garten zu Anlagekosten von 75 Euro/m2 beläuft sich bei einem 400-Quadratmeter-Grundstück mit allen Posten im Durchschnitt auf 30.000 Euro inklusive Material (siehe Tabelle). Wird ein Gartenarchitekt mit Planung, Vergabe und Betreuung beauftragt, zahlt man zusätzlich 7.500 Euro. Wer sich nur beraten lässt, zahlt je nach Zeitaufwand 60 bis 80 Euro/Stunde. Dann erhält man Ratschläge für die fachgerechte Planung und kann darauf aufbauend manche Arbeit selbst übernehmen. Einsparmöglichkeit: einige Tausend bis Zehntausende Euro
  • Baumaterial ab Werk: Hersteller von Ausbauhäusern wissen genau, welches Material in welcher Menge gebraucht wird, um aus der Gebäudehülle, die vor Ort aufgestellt wird, ein fertiges Haus zu machen. Daher sollten Selbermacher nicht in den Baumarkt gehen, um dort angeblich preiswertere Produkte zu erstehen, sondern in jedem Fall maßgeschneiderte Ausbaupakete zum Festpreis ordern. Einsparmöglichkeit: bis zu 3.000 Euro
  • Weniger Möbel: Nicht nur die Lehre des Feng Shui strebt nach durchdachter Möblierung, um positive Energie in die Wohnung zu bringen. Auch westliche Inneneinrichter raten zu Freiräumen für die seelische Ruhe. Es lohnt zu überlegen, welche Möbel man braucht, um sich wohl zu fühlen und trotzdem genug Stauraum zu haben. Einsparmöglichkeit: bis zu mehreren Tausend Euro
  • Fördergeld für Umwelttechnik: Zuschüsse für Umwelttechnik geben Bund, Länder und Gemeinden. Aktuelle Infos: www.baufoerderer.de und www.energiefoerderung.info. Auf der Internetseite können Privatpersonen Förderprogramme zusammenstellen lassen (nach Postleitzahlen geordnet). Einsparmöglichkeit: einige Hundert bis mehrere Tausend Euro
  • Dachflächenfenster statt Gaube: Soll Licht unter die Schräge, kosten Dachaufbauten mehr als einfache Öffnungen in der Schräge. Beispielrechnung: Eine Sattelgaube von über vier Quadratmetern Fläche kostet komplett mit Holzfenster im Mittel 3.600 Euro. Der Preis für ein Dachflächenfenster (1,20 mal 1,60 Meter) aus lasierter Kiefer mit Schwingflügel beläuft sich inklusive Eindeckrahmen auf 755 Euro (laut sirAdos-Baudaten). Einsparmöglichkeit: 1.850 Euro
  • Grundstück in Erbpacht: Man kauft oder baut ein Haus und bezahlt an den Grundstückseigner eine Erbpacht für eine vertraglich vereinbarte Laufzeit von meist 99 Jahren. Endet der Erbpachtvertrag, fällt das Haus gegen Zahlung einer Entschädigung an den Grundstückseigentümer, es sei denn, der Erbpachtvertrag wird verlängert. Damit lässt sich Eigenkapital sparen, das für den Grundstückskauf aufgebracht werden müsste. Einsparmöglichkeit (je nach Grundstück, Hypotheken- und Erbpachtzins): mehrere Hundert Euro/Monat
  • Kürzere Bauzeit: Je kürzer die Bauzeit, umso kürzer die Zeit, in der gleichzeitig Wohnungsmiete und Zinsen für Hypotheken- oder Bauspardarlehen anfallen. Ein gut geplantes Bauvorhaben in konventioneller Bauweise dauert üblicherweise ein Jahr, eines in Fertigbauweise neun Monate. Je höher der Anteil an Eigenarbeit ist, desto länger dauert die Bauphase. Einsparmöglichkeit bei einer Monatsmiete von 600 Euro: zwischen 1.800 und 9.000 Euro
 



Tipps mit hohem Einsparpotenzial

  • Car-Sharing-Auto statt Privatwagen: Wer weniger als 10.000 Kilometer im Jahr mit dem eigenen Auto fährt, spartbeim Car-Sharing fast immer. Es lohnt sich auch bei höhererFahrleistung, wenn man nur mehrere lange Reisen unternimmt. Wichtig für die Rentabilität ist das Verhältnis von gebuchter Zeit zu gefahrenen Kilometern, wie die Beispielrechnungen oben zeigen. Einsparmöglichkeit: hier bis zu 3.170 Euro
  • Carport statt Garage: Eine Unterstellmöglichkeit fürs Auto ist komfortabel und sichert den Wert der Karosse. Die Preisunterschiede sind beachtlich: Ein einfacher Carport ist ab 600 Euro zu haben, eine gemauerte Garage kostet je nach Größe ab 10.000 Euro, steigert jedoch den Wert der Immobilie. Kompromiss: eine Garage aus Betonfertigteilen, die ab etwa 3.500 Euro zu haben ist. Einsparmöglichkeit: mehrere Tausend Euro
  • Aktionshaus kaufen: In Zeiten schlechter Baukonjunktur bieten Fertighausfirmen und Bauträger Standardmodelle zu Sonderpreisen an, die sich im besten Fall später ausbauen lassen. Darunter gibt es echte Schnäppchen. Aber Vorsicht: Lassen Sie gründlich von einem Fachmann prüfen, ob der günstige Preis nicht auf billigen Materialien beruht. Einsparmöglichkeit (bei gleicher Größe und Ausstattung von individuellem und Aktionshaus): 5.000 bis 10.000 Euro
  • Maklergebühr teilen: In der Regelmuss der Käufer einer Immobilie die Maklercourtage (bis zu 6%) auf den Kaufpreis zahlen. Da die Nachfrage derzeit gering ist, lässt sich auchdieser Posten verhandeln. Der Makler verzichtet z. B. auf einen Teil des Honorars, oder der Verkäufer übernimmt eine Hälfte. Einsparmöglichkeit: bis zu drei Prozent, bei einem Kaufpreis von 250.000 Euro also 7.500 Euro
  • Bauherrengemeinschaft: Wer mit einer Bauherrengemeinschaft baut, kann auch nach der Fertigstellung Kosten sparen: durch eine gemeinsame Heizungsanlage. Außerdem können Kanal-, Frischwasser-, Strom- und Gasanschlüsse in gemeinsamen Leitungsgräben geführt werden. Einsparmöglichkeit: bis zu 10.000 Euro
  • Grundstück von einem Bauträger: Wer mit einem Bauträger oder Fertighausanbieter bauen will, kann häufig dessen gute Beziehungen nutzen und so leichter und günstiger zu einem Grundstück kommen. Das spart Zeit und Mühe. Einsparmöglichkeit: etwa zehn Prozent, bei einem Grundstückspreis von 100.000 Euro - also bis zu 10.000 Euro
  • Pult- statt Satteldach: Einfache Dachformen sind preiswerter als komplizierte. Günstig: Ein Pultdach über 75 Quadratmetern Fläche kostet komplett (Holzdachstuhl, Flachdachpfannen) etwa 13.500 Euro, ein ähnliches Satteldach mit Pfettendachstuhl rund 23.500 Euro – jedoch entsteht unter Letzterem auch mehr Nutzfläche. Ein Walmdach bietet mehr Höhe, wird aber noch teurer durch den Knick (sirAdos-Baudaten). Einsparmöglichkeit: ab 10.000 Euro
  • Kleiner bauen: Ein gut geplantes Haus von 120 m2 kann großzügiger wirken als eines mit 150 m2: wenn es mit wenigen Fluren auskommt, Nischen für Einbauschränkevorgesehen sind und ein offener Grundriss die Großzügigkeit unterstützt. Eine offene Raumaufteilung spart auch Baumaterial: Jeder Quadratmeter Innenwand kostet etwa 60 Euro, jede komplette Tür samt Einbau etwa 200 Euro. Einsparmöglichkeit: pro zehn Quadratmeter weniger bis zu 15.000 Euro
  • Gemeinsam bauen: Sich mit anderen Bauwilligen zusammenzutun kann sich für alle lohnen. Beispiel: Für ein Reihenmittelhaus können ca. 200 m2 „Privatfläche“ genügen. Wenn sich zehn Familien zusammenschließen und auch eine Gemeinschaftsfläche von 500 m2 erwerben, kauft jede Familie ihre eigenen 200 m2 plus 50 m2. Dafür sind durchschnittlich ca. 50.000 Euro fällig. Doch jede Familie hat mehr Platz wegen der Gemeinschaftsfläche. Für diese Fläche müsste der Bauherr eines frei stehenden EFHs 140.000 Euro zahlen. Einsparmöglichkeit: mehrere Zehntausend Euro
  • Holzfassade statt Klinker: Eine Fassade mit Holzverschalung oder Wärmedämmverbundsystem ist deutlich günstiger als Klinkermauerwerk. Allerdings ist sie auch pflegeintensiver. Sie muss regelmäßig lasiert bzw. gestrichen werden. Ein Spartipp, der daher sorgfältig überdacht werden sollte. Einsparmöglichkeit: ca. 15.000 bis 20.000 Euro


Tipps mit sehr hohem Einsparpotenzial

  • Grundstück parzellieren: Große Grundstücke werden meist zu einem günstigeren Quadratmeterpreis angeboten als mittlere und kleine. Auch wenn das Teilen des Baugrunds nicht immer erlaubt wird, kann man doch oft mehrere Häuser darauf bauen - die Fläche wird parzelliert. Vorteile: nur eine Erschließung, nur eine Zuwegung, Leitungen können gemeinsam genutzt werden, der anteilige Preis ist niedriger. Einsparmöglichkeit: mehrere Zehntausend Euro
  • Auf den Keller verzichten: Die Kosten für einen Keller belaufen sich auf 5 bis 15 % der Baukosten. Das Baukosten-Informationszentrum hat für ein Passivhaus (193 m2 Wohnfläche) folgende Zahlen dokumentiert: Es kostete 400.000 Euro ohne Keller, jedoch mit drei Ersatzräumen. Deren Anteil an den Gesamtkosten machte 31.000 Euro aus. Ein Keller (mit Aushub der Baugrube) hätte 58.000 Euro gekostet. Einsparmöglichkeit: 27.000 Euro
  • Preise vergleichen: Bei Baupreisen gibt es stattliche Unterschiede. Kostenbewusste Architekten geben sich sehr viel Mühe mit einer präzisen Ausschreibung der Bauarbeiten, holen verschiedene Angebote von Baufirmen ein. Aber auch bei Bauträgern und Fertighausherstellern können die Preise für gleichwertige Häuser differieren. Problem: Ein Laie kann solche Angebote nur schwer beurteilen. Ein Architekt oder ein unabhängiger Gutachter sollte es bewerten. Einsparmöglichkeit für das komplette Haus: mehrere Zehntausend Euro
  • Dachgeschoss später ausbauen: Vor allem für junge Familien, die ihr Haus schon für späteren Nachwuchs planen, ist das Dachgeschoss eine wichtige Platzreserve. Trotzdem kann das Erdgeschoss in aller Regel so geplant werden, dass Eltern mit einem Kind dort ausreichend Platz haben und das Dach erst ausgebaut werden muss, wenn ein zweites oder drittes Kind kommt. Einsparmöglichkeit: ca. 750 Euro/m2 Wohnfläche, bei 40 m2 also 30.000 Euro
  • Wohn-Riester: Wenn Sie bauen, kaufen, entschulden, umschulden oder barrierefrei modernisieren möchten, profitieren Sie mit der Wohn-Riester-Förderung von Zulagen und ggf. zusätzlichen Steuervorteilen. Diese wirken in der Sparphase wie Sonderzahlungen und in der Darlehensphase wie Sondertilgungen. Folglich verkürzen sich die Spar- und Darlehenslaufzeiten und die Gesamtfinanzierungskosten sinken. Die Höhe der jährlichen Riester-Förderung richtet sich nach der Familiensituation und der Anzahl der Kinder:
       - Grundzulage: 154 bzw. 308 Euro (Alleinstehende /Verheiratete)
       - Kinderzulage: 185 bzw. 300 Euro (für ab 2008 geborene Kinder)
       - Einmalig: 200 Euro für unter 25-Jährige Berufseinsteiger
  • Bauberatung: Geld ausgeben, um später nichts für Mängelbeseitigung zahlen zu müssen, können Häuslebauer beim Verband Privater Bauherren. Neben dem Monatsbeitrag (sieben Euro) zahlt man für die Beratungsleistung, die man wirklich braucht. Für eine Rundumbetreuung fällt im Durchschnitt ein Prozent der Baukosten an, bei 300.000 Euro also 3.000 Euro. Laut dem Verband sind bei über 50.000 Bauvorhaben Mängel aufgedeckt oder vermieden worden, deren Beseitigung bis zu 50.000 Euro gekostet hat oder hätte. Einsparmöglichkeit: hier bis zu 47.000 Euro
  • Ausbauhaus selbst ausbauen: Das Bauunternehmen stellt eine wetterfeste Haushülle aufs Grundstückund überlässt dem Bauherrn den Innenausbau. Überschätzen Sie aber Ihre Leistungsfähigkeit nicht. Über den Daumen gepeilt braucht man etwa das Dreifache der Zeit, die ein Handwerker benötigt. Und schon allein die Koordination des Bauvorhabens erfordert viel Zeit. Einsparmöglichkeit: bis zu 50.000 Euro