Legionellenprüfung: Das sind die Vorschriften

Die Legionellenprüfung soll verhindern, dass Menschen sich über das Trinkwasser mit den gefährlichen Legionellen-Bakterien infizieren. Wann ist die Prüfung Vorschrift, wann ratsam?  


Legionellen: Die Gefahr, die aus der Leitung kommt

Legionellen sind Bakterien, die im Wasser vorkommen und beim Menschen zu schweren Infektionen führen können. Eine Erkrankung durch Legionellen kann Symptome hervorrufen, die einer Grippe ähneln. Aber auch eine lebensgefährliche Lungenentzündung kann die Folge sein.

Bundesweit sind jedes Jahr zwischen 15.000 und 30.000 Menschen betroffen, so das „Kompetenznetzwerk für ambulant erworbene Pneumonie“ (CAPNETZ). Besonders häufig erkranken Menschen mit schwachem Immunsystem. Da Legionellen in warmem, länger stillstehendem Wasser in höherer Konzentration vorkommen, kann bereits das Einatmen von „Sprühnebel“ etwa beim Duschen zur Infektion führen.


Was bei der Legionellenprüfung passiert

Voraussetzung für eine korrekte Legionellenprüfung sind Entnahmestellen an den vorgeschriebenen Positionen:

  • Beginn der Zirkulationsleitung am Warmwasserbereiter
  • Rücklaufeingang der Warmwasserbereitung
  • Die jeweils letzte Entnahmestelle pro Stockwerk

An diesen Entnahmestellen lässt der Prüfer zunächst jeweils rund zwei Liter Wasser ablaufen und desinfiziert dann den Wasserhahn durch Abflammen. Anschließend entnimmt er die Probe und schickt sie in ein zertifiziertes Labor.

Werden die Grenzwerte überschritten, ordnet das zuständige Gesundheitsamt eine genaue Überprüfung der Trinkwasseranlage an. Wenn sich der Verdacht auf Legionellen bestätigt, muss die Anlage saniert werden.


Wann die Legionellenprüfung Pflicht ist

Die Legionellenprüfung ist in Wohnimmobilien gemäß Trinkwasserverordnung (http://www.dvgw.de/wasser/recht-trinkwasserverordnung/trinkwasserverordnung/) unter folgenden Voraussetzungen Pflicht:

  • In Mehrfamilienhäusern, in denen mindestens eine Wohnung vermietet ist.
  • Wenn das Speichervolumen des Warmwasserbereiters mehr als 400 Liter beträgt.
  • Wenn der Wasserinhalt in den Rohrleitungen (vom Austritt des Warmwasserbereiters bis zur entferntesten Entnahmestelle) mehr als drei Liter beträgt.

Ein- und Zweifamilienhäuser sind von der Prüfpflicht ausgenommen. Für Eigentümergemeinschaften mit mehr als zwei Parteien und mindestens einer vermieteten Wohnungen ist die Prüfung verpflichtend. Die Kontrolle muss von einem Fachbetrieb durchgeführt werden – mindestens alle drei Jahre.  


Wann eine freiwillige Legionellenprüfung sinnvoll ist

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Besonders nach längerer Abwesenheit, etwa einer mehrmonatigen Reise oder einem Montageaufenthalt, kann eine Legionellenprüfung für Immobilienbesitzer ratsam sein – auch wenn sie nicht dazu verpflichtet sind. Steht das Wasser lange in den Leitungen, möglichweise in einigen Bereichen im kritischen Temperaturbereich von 30 bis 45 Grad Celsius, vermehren sich Legionellen besonders schnell.

Einmalige Prüfungen bieten Labore bereits ab circa 40 Euro an. Da dabei aber kein Fachbetrieb die Entnahme durchführt, erfüllt so eine Prüfung nicht die Vorschriften der Trinkwasserverordnung. Wem das zu unsicher ist, sollte die Legionellenprüfung durch einen Fachbetrieb durchführen lassen. Das kostet je nach Aufwand mehrere hundert Euro.

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