Warmwasser: Zentral oder dezentral?

Stets verfügbares Warmwasser gehört zum alltäglichen Komfort, der aber auch seinen Preis hat. Die Wahl des Energieträgers und des Verteilungssystems will deshalb gut überlegt sein.


Brennwertheizung plus solarthermische Anlage

Bei einem neuen Haus spricht in der Regel alles für eine zentrale Warmwasserversorgung, die meist an das Heizsystem, etwa eine Gas- oder Ölbrennwertheizung, gekoppelt wird. Der Brenner erhitzt dann nicht nur das Heizungswasser, sondern auch das Brauchwasser. Der dafür nötige Speicher für das Warmwasser sollte im Einfamilienhaus je nach Haushaltsgröße etwa 100 bis 300 Liter fassen können. Effizienter als herkömmliche Geräte sind Schichtladespeicher, die aufgrund einer speziellen Wärmetauschertechnik mit geringerem Volumen auskommen.

Immer häufiger entscheiden sich Bauherren, ihre Brennwertheizung mit einer solarthermischen Anlage zu kombinieren. Ungefähr 60 Prozent des Jahresbedarfs an Warmwasser lassen sich damit erzeugen. So spart man nicht nur Öl- oder Gaskosten, sondern erfüllt auch die gesetzliche Pflicht, einen Teil des Wärmebedarfs im Neubau mit erneuerbaren Energien zu decken. Eine weitere regenerative Alternative ist die Warmwasserwärmepumpe. Sie nutzt die Wärme aus Außen-, Innen- oder Abluft, um das Wasser zu erwärmen. Das kann zum Beispiel eine Alternative fürs Passivhaus sein.

Tipps: So sparen Sie warmes Wasser

  • Wassertemperatur senken: Die Wassertemperatur im Speicher um fünf Grad zu senken spart circa elf Prozent Energie. Zur Vorbeugung gegen Legionellen einmal pro Woche auf 60 Grad erhitzen.
  • Zeitschaltung einsetzen: Den Betrieb elektrischer Kleinspeicher abends per Schaltuhr stoppen und morgens wieder in Gang setzen; zehn Minuten reichen zum Aufwärmen des Wassers.
  • Armaturen austauschen: Mit Einhebelmischern und Thermostat-Mischbatterien lassen sich die optimale Temperatur schneller einstellen und Wärmeverluste minimieren.
  • Warmwasser nur bei Bedarf: Nicht für jedes kurze Händewaschen ist warmes Wasser nötig. Stellen Sie deshalb den Hebel der Mischbatterie als Normalposition ganz auf „kalt“ anstatt auf die Mitte.
  • Wasserdurchfluss begrenzen: Effektive Sparhelfer zum kleinen Preis: Sparduschköpfe (ab 20 Euro). Durchflussbegrenzer und Perlatoren am Wasserhahn (ab 3 Euro).
  • Duschen statt Baden: Nichts gegen ein Wellnessbad zum Genießen – ab und zu. Einmal  Duschen verbraucht aber nur die Hälfte bis ein Drittel der Wassermenge eines Vollbads.
  • Geschirrspüler nutzen: Eine Spülmaschine benötigt nur ein Viertel der Wassermenge und halb so viel Strom wie Spülen per Hand. So bequem kann Sparen sein!
Lösungen für Warmwasser: Frau benutzt den Wasserhahn
Warmes Wasser am Morgen ist unverzichtbar.

Bei Bedarf elektrisch

Nachteil einer zentralen Versorgung sind die unvermeidlichen Verluste bei der Verteilung des warmen Wassers. Die Leitungen sollten daher gut isoliert sein. Das gilt besonders bei Zirkulationsleitungen mit eigener Umwälzpumpe, die dafür sorgt, dass immer warmes Wasser an den Zapfstellen zur Verfügung steht.

In einem Altbau ist der nachträgliche Einbau eines zentralen Warmwassersystems eventuell zu aufwendig. Besonders bei weitverzweigten Entnahmestellen bietet sich dann eine dezentrale Lösung an. Die einfachste Variante ist der elektrische Kleinspeicher, in dem fünf oder zehn Liter Wasser auf Vorrat erwärmt werden. Allerdings sind die geringen Wassermengen schnell aufgebraucht, und das Warten auf Nachschub ist lästig.  


Warmwasser: Durchlauferhitzer als Ergänzung

Bei älteren, schlecht gedämmten Speichern geht zudem viel Energie verloren. Sparsamer im Energieverbrauch sind elektrische – oder, wo möglich, auch gasbetriebene – Durchlauferhitzer, die nur bei Bedarf das Wasser für eine oder mehrere Zapfstellen erhitzen.

Am besten, auch hinsichtlich des Komforts, schneiden Geräte mit elektronischer Regelung ab. Für den kleinen Bedarf, etwa ein einzelnes Handwaschbecken, gibt es Kompaktdurchlauferhitzer im Miniformat. Durchlauferhitzer können auch eine zentrale solare Warmwasserbereitung ergänzen: An Tagen ohne ausreichende Sonne wird gezielt nur dort nachgeheizt, wo Warmwasser tatsächlich gebraucht wird.

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