Das Dämmstoff-Einmaleins

Bei der energetischen Modernisierung ist der Dämmstoff das A und O. Je nach Bauteil und Anforderungen steht eine Reihe von Materialien zur Verfügung.


Keine Belastung für Gesundheit und Umwelt

Ökologisch, natürlich, gesund: So werden viele Bau- und Dämmstoffe angepriesen. Dabei ist Dämmstoff ökologisch – zumindest per Definition. Schließlich trägt er dazu bei, den Energieverbrauch des Hauses zu drosseln. Bei einem chemischen Produkt auf Erdölbasis ist diese Bezeichnung aber geradezu widersinnig.

Dabei sind es vor allem zwei Erwartungen, die an einen veritablen Öko-Dämmstoff geknüpft werden: Er soll die Umwelt schonen und die Gesundheit der Hausbewohner nicht belasten. Der Verbraucher hat dabei die Qual der Wahl, wie unsere natürlichen Dämmstoff-Beispiele zeigen:


Natürliche Dämmstoffe


  • Schafwolle

    Dämmstoff einmaleins: Schafwolle kann recht viel Feuchtigkeit aufnehmen

    Angeboten werden Matten, Filze und Stopfwolle, beispielsweise für den Fenstereinbau. Schafwolle hat die natürliche Eigenschaft, recht hohe Feuchtigkeitsmengen aufzunehmen und abzugeben, ohne die Dämmeigenschaften zu verlieren. Offen eingebaut, wirkt der Dämmstoff regulierend aufs Raumklima. Wärmeleitzahl: 0,040 W/mK.


  • Perlite

    Dämmstoff einmaleins: Perlite kommt als Dämmschüttung bei Estrich zum Einsatz

    Perlite werden aus vulkanischem Gestein gewonnen. Das auf ein Vielfaches seines Volumens aufgeblähte Steingranulat kommt als Dämmschüttung zum Einsatz, vor allem im Bereich Boden/Estrich und – in behandelter, wasserabweisender Form – zur Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk. Wärmeleitzahl: 0,050 bis 0,070 W/mK.


  • Holzfaser

    Holzfasern aus Nadelholzabfällen werden zur Dämmung von Leichtbaukonstruktionen, Steildächern und Fassaden verwendet

    Holzweichfaserplatten werden aus Nadelholzabfall hergestellt. Besonders gut ist bei diesem Dämmstoff der Schallschutz und der sommerliche Wärmeschutz. Daher werden sie gern für Steildächer und Leichtbaukonstruktionen verwendet, aber auch als Dämmstoff für Fassaden und Fußböden. Wärmeleitzahl: 0,040 bis 0,050 W/mK.


  • Kork

    Dämmstoff Einmaleins: Kork ist universell einsetzbar

    Dieses Naturprodukt wird aus der Rinde von Korkeichen gewonnen. Korkschrot wird als dämmende Schüttung für Hohlräume eingesetzt. Außerdem sind Platten aus gepresstem Korkschrot erhältlich. Kork ist dank seiner Eigenschaften als Dämmstoff universell einsetzbar und, sofern unbehandelt, voll recyclebar. Wärmeleitzahl: 0,045 bis 0,050 W/mK.


  • Flachs, Hanf

    Dämmstoff Einmaleins: Flachs und Hanf werden häufig zur Steildachdämmung verwendet

    Diese nachwachsenden Rohstoffe werden zu Matten und Filzen verarbeitet. Bei größeren Dämmstärken werden zusätzlich Stützfasern eingearbeitet; die Zugabe von Borsalzen verbessert die Dämmstoff-Eigenschaften. Bevorzugt werden Flachs und Hanf zur Steildachdämmung verwendet. Wärmeleitzahl: 0,040 W/mK.


  • Zellulose

    Zellulose: Dämmmaterial aus Altpapier kommt bei STeildächern und Leichtbaukonstruktionen zum Einsatz

    Dieses Dämmmaterial aus Altpapier wird als lose Schüttung oder gepresst in Plattenform geliefert. Der Zusatz von Borsalzen verbessert den Brandschutz und beugt Schimmel vor. Zellulose bietet als Dämmstoff einen guten sommerlichen Wärmeschutz und wird oft bei Steildächern und Leichtbaukonstruktionen eingesetzt. Wärmeleitzahl: 0,040 W/mK.


Dämmstoffauswahl abhängig von gewünschter Anwendung

Für welchen Dämmstoff man sich entscheidet, hängt dabei in erster Linie von der Eignung für die gewünschte Anwendung ab. Je nach ihrer Anwendung muss beim Dämmstoff auch auf den Brandschutz geachtet werden. Es gibt in diesem Zusammenhang verschiedene Baustoffklassen, die von A1 (nicht brennbar) bis B2 (normal entflammbar) reichen. Auch die Schallschutzeigenschaften oder die mechanische Belastbarkeit können eine Rolle spielen.

Die wesentlichen Dämmstoff-Eigenschaften werden in einem „Steckbrief“ mitgeliefert. Neben der CE-Kennzeichnung sind einige Grundangaben nach europäischer Normung Pflicht. Alle wesentlichen Merkmale des Produkts werden auf der Ü-Kennzeichnung wiedergegeben, die vom Hersteller des Produkts beim Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) erworben werden kann. Dieses freiwillige Kennzeichen bürgt für eine Fremdüberwachung des Produkts und seiner Eigenschaften – und damit auch für eine entsprechende Dämmstoff-Qualität.

 

Definition: Was ist eine Wärmeleitzahl?

  • Die Wärmeleitzahl (auch „Lambda-Wert“ genannt), ist eine Maßzahl für die Wärmeleitfähigkeit eines Baustoffes.
  • Für die Wärmeleitzahl gilt folgende Faustregel: Je kleiner die Wärmeleitzahl, desto besser die Wärmedämmung.
  • Die Wärmeleitzahl wird in Watt pro Meter (= Dicke) und Kelvin Temperaturdifferenz angegeben.