Der große Dämmstoff-Ratgeber

Wärmedämmstoffe sind bei der energetischen Modernisierung das A und O. Je nach Bauteil und Anforderungen steht eine Reihe von Materialien zur Verfügung.


Dämmstoffe: Materialeigenschaften und Anwendungsformen

Die wesentlichen Unterscheidungskriterien bei Dämmstoffen sind die Materialeigenschaften, die damit verbundene Eignung für bestimmte  (Matten, Platten, Schüttungen) sowie die Materialart (mineralisch, synthetisch oder pflanzlich). Im Baubereich am weitesten verbreitet sind mit einem Marktanteil von über 50 Prozent Matten und Platten aus mineralischen Stoffen, gefolgt von geschäumten Dämmplatten aus Polystyrol (rund 30 Prozent). Immer bedeutender werden zudem Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen oder Recyclingmaterial. Für welchen Dämmstoff man sich entscheidet, hängt in erster Linie von der Eignung für die gewünschte Anwendung ab.

 

Drei zentrale Begriffe beschreiben die wichtigsten Anforderungen an Dämmstoffe:

Wärmeleitfähigkeit

Die Wärmeleitfähigkeit der Dämmstoffe wird durch die Wärmeleitzahl (Lambda) angegeben, die Maßeinheit ist W/mK. Je kleiner die Wärmeleitzahl, desto besser die Dämmeigenschaften. Der Einfachheit halber werden Dämmstoffe in Wärmeleitgruppen (WLG) eingeordnet. Deren Bezeichnung ergibt sich jeweils aus den ersten drei Stellen der Wärmeleitzahl hinter dem Komma (0,040 W/mK entspricht WLG 040).

Wärmespeicherfähigkeit

Die Wärmespeicherfähigkeit der Dämmstoffe beeinflusst den sommerlichen Wärmeschutz. Je größer das Speichervermögen ist, desto träger reagiert der Wärmeschutz auf Temperaturschwankungen. Das ist besonders bei Leichtbaukonstruktionen (Dachdämmung) zu berücksichtigen.

Wasserdampfdiffusionswiderstand

Der Wasserdampfdiffusionswiderstand (µ) der Dämmstoffe gibt an, welchen Widerstand der Dämmstoff der Diffusion von Wasserdampf entgegensetzt. Dieser Aspekt ist wichtig fürs Raumklima. Ein kleiner µ-Wert bedeutet, dass das Material diffusionsoffen ist.

 

Unterschiedliche Entflammbarkeit der Dämmstoffe beachten

Je nach ihrer Anwendung muss bei Dämmstoffen auch auf den Brandschutz geachtet werden. Es gibt in diesem Zusammenhang verschiedene Baustoffklassen, die von A1 (nicht brennbar) bis B2 (normal entflammbar) reichen.

Auch die Schallschutzeigenschaften oder die mechanische Belastbarkeit können eine Rolle spielen. Für viele Anwender sind zudem Umweltaspekte wichtig, also der Energiebedarf bei der Herstellung oder die Möglichkeiten der Entsorgung.

Die wesentlichen Eigenschaften eines Dämmmaterials werden in einem „Steckbrief“ mitgeliefert. Neben der CE-Kennzeichnung sind einige Grundangaben nach europäischer Normung Pflicht. Alle wesentlichen Merkmale des Produkts werden auf der Ü-Kennzeichnung wiedergegeben, die vom Hersteller des Produkts beim Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) erworben werden kann. Dieses freiwillige Kennzeichen bürgt für eine Fremdüberwachung des Produkts und seiner Eigenschaften – und damit auch für Qualität.

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