Fakten zur energetischen Sanierung

Dach und Wände dämmen, Fenster erneuern, Heizung austauschen – sind solche Maßnahmen wirklich effizient? Lesen Sie, was bei der energetischen Sanierung zu beachten ist.


Grundidee und Ziele

Die energetische Sanierung eines Gebäudes verfolgt zwei primäre Ziele:

  • die Heizkosten senken
  • die Umwelt entlasten

Das erste ist der Hauptgrund für die Eigentümer zu investieren. Das zweite Ziel ist die Grundlage dafür, dass die öffentliche Hand diese praktizierte Umweltschutz-Maßnahme fördert.

Die Grundidee: Häuser mit hohem Wärmebedarf erhalten einen auf das Haus angepassten Dämm-Mantel und eine entsprechende effizientere Heiztechnik. Im Ergebnis sinken die Heizkosten, und es entsteht auch optisch eine repräsentative und zukunftstaugliche Immobilie.

Allerdings wird immer wieder behauptet, dass sich eine Wärmedämmung unterm Strich nicht lohne und es gar gefährlich sei, einen Altbau zu dämmen. Zeit also, die Fakten zu nennen und mit Vorurteilen aufzuräumen.


Die 7 Fakten: Von Wirtschaftlichkeit bis Wohnkomfort

Informationen anfordern

Kostenlos informieren, was mit Bausparen alles möglich ist.

Schwäbisch Hall Bausparfuchs zeigt mit dem Finger nach vorneJetzt Infos anfordern

Fakt 1: Energetisches Sanieren ist wirtschaftlich

Weitsichtig geplant, erfolgt die energetische Sanierung im Zuge ohnehin notwendiger Erhaltungsmaßnahmen an Fassade, Fenstern oder Heizung. Ein Wärmedämmverbund-System (WDV-System) wird beispielsweise üblicherweise aufgebracht, wenn ohnehin ein Anstrich, eine Putzsanierung oder eine Komplettrenovierung ansteht.

Was die Kostenfrage betrifft, kann man feststellen: Der Aufwand für das WDV-System erhöht zwar die Gesamtkosten der Maßnahmen, aber eben nicht übermäßig, sodass sich die Mehrbelastung in einem angemessen Zeitraum amortisiert. Das gilt vor allem, wenn die Energiekosten weiter steigen, was mittelfristig unausweichlich ist. Zahlreiche neutrale Studien legen dies dar. Die Amortisierung liegt deutlich über der zu erwartenden Lebensdauer der meisten Bauteile. In vielen Fällen erhalten die Bauherren zudem Fördergelder (z.B. von der KfW-Bank), wodurch sich die Rentabilität weiter verbessert.

Oft spielen bei Investitionsentscheidungen neben den energetischen Aspekten auch Gesichtspunkte der Substanzerhaltung, der Wertsteigerung und der Wunsch nach mehr Behaglichkeit eine Rolle. Diese Aspekte fehlen in den Amortisations-Rechnungen und stellen doch einen Gewinn für die Bewohner dar.

Dass es Einzelfälle gibt, in denen rein kostenrechnerisch keine schwarze Zahl unter dem Strich steht, kann als die Regel bestätigende Ausnahme gewertet werden.

 


 

Fakt 2: Energetisches Sanieren ist eine Aufgabe für Profis

Damit die Sanierung klappt, sollte sie von Anfang bis Ende in der Hand von Profis liegen. Das beginnt bei der Planung: Nur Experten (entsprechend ausgebildete neutrale Energieberater) können umfassend beurteilen, was für ein Gebäude richtig ist. Sie berücksichtigen den aktuellen Bauzustand, den Standort sowie die technischen Möglichkeiten und leiten daraus ein Sanierungskonzept ab.

Fachleute sind auch für die Ausführung unumgänglich: Der Einbau einer neuen Heizanlage, die Montage eines Wärmedämmverbund-Systems oder die Dachdämmung erfordert das Know-how der Spezialisten. Für Bauherren ist es aus Haftungsgründen gut, wenn jemand für die Arbeit geradestehen muss: Wer selbst Murks gebaut hat, bleibt auf seinem Schaden sitzen.


Fakt 3: Sanierungsfahrplan immer im Einzelfall festlegen

Generalisierende Aussagen wie „Jedes Gebäude braucht eine Wärmedämmung“ oder „Als erste Maßnahme ist eine neue Heizung einzubauen“ sollte generell misstraut werden. Jedes Haus ist individuell und somit quasi ein Unikat. Es gibt nicht die „Patentlösung“. Zu unterschiedlich sind die Gebäude, in denen wir leben.

Wann wurde das Haus errichtet, welche Qualität hat die Wand, welche haben die Fenster oder hat das Dach? Wie nah an der Grundstücksgrenze steht das Haus? Wie ist der Zustand der Heizungsanlage, und welche Alternativen gibt es? Um den passenden Sanierungsfahrplan festzulegen, ist eine umfassende, professionelle Analyse des Gebäudes unumgänglich – siehe auch Fakt 2, Thema Energieberater.


Fakt 4: Energetisches Sanieren verschönert das Stadtbild

Einer der größten Trugschlüsse in der Diskussion um die energetische Sanierung im Allgemeinen und die Fassadendämmung im Besonderen ist der Glaube, dass dies zu Einheitsfassaden und dem Verlust der Baukultur führen würde. Diese Sorge leitet sich daraus ab, dass in vielen Fällen eine Putzfassade eingesetzt wird und es auch Beispiele gibt, in denen tatsächlich die vormals reich verzierte Fassade oder das Backstein-Gebäude nach der Sanierung seinen ursprünglichen Charakter verlor.

Tatsächlich ist die Zahl der Beispiele, in denen aus einer tristen Wohnsiedlung ein attraktives Umfeld wurde, weitaus größer. Hinzu kommt: Fassadendämmung heißt eben nicht generell Putzfassade. Klinkerriemchen, Naturstein etc., sogar Photovoltaik-Module stehen für Dämmfassaden zur Verfügung. Für Gebäude unter Denkmalschutz gibt es weitere Lösungen – zum Beispiel Innendämmsysteme.

Es liegt also in der Verantwortung jedes einzelnen (bzw. der Verantwortung der Planer, Energieberater und Investoren), im Zuge der Sanierung auch die Baukultur im Blick zu behalten. Die Technologie dafür ist längst vorhanden.


Fakt 5: Die Systeme sind langzeitbewährt und sicher

In Deutschland stehen rund 18,8 Millionen Wohngebäude mit rund 40 Millionen Wohnungen. Etwa ein Drittel davon ist mittlerweile gedämmt. Erfahrungen aus 50 Jahren mit rund 800 Millionen Quadratmeter WDV-Systemen in Deutschland zeigen, dass es sich um ein bewährtes System mit minimaler Schadensbilanz handelt.

Mechanische Schäden durch Extremwetter wie Sturm, Regen, Hagel treten nicht häufiger auf als bei sonstigen Fassadenbekleidungen. Schäden durch Löcher, die zum Beispiel von Spechten oder durch Stöße verursacht wurden, sind kein dämmstoff- oder polystyrol-spezifisches Thema, da sie auch bei Bekleidungen oder Verschalungen mit Brettern oder Holzwerkstoffen auftreten.

Auch die Algenbildung an Fassaden ist ein allgemeines Problem und tritt ebenso an einfach verputzten Fassaden und massiven Steinfassaden auf. Das lässt sich auch an historischen Gebäuden erkennen, die sich grün oder schwarz verfärben.


Fakt 6: Dämmung erhöht nicht das Brandrisiko

Besonders unter Beobachtung stehen Fassadendämmsysteme mit Polystyrol-Dämmung: Hier haben einige Medien spektakuläre Bilder gezeigt, bei denen ein Gebäude lichterloh brannte. So schlimm jeder einzelne Brand ist: Als Beleg für eine höhere Brandgefahr taugen diese Beispiele nicht besonders.

Zunächst muss klargestellt werden, dass die Brandweiterleitung über die Fassade nicht nur von der Brennbarkeit des verbauten Dämmstoffs abhängt. Bewertet werden muss vielmehr das gesamte Fassadensystem, welches aus Dämmstoff, Armierung, Putz oder alternativen Fassadenbekleidungen (z.B. bei vorgehängten, hinterlüfteten Fassaden) besteht. Je nach Konstruktion kann so die Entzündung des eingebauten Dämmstoffs wirkungsvoll verhindert werden.

Nach der Aufklärung der Brandursachen kann in vielen Fällen Entwarnung gegeben werden. Meistens waren Baumängel im Spiel, es kam zu Entzündungen im unfertigen Zustand, es wurden unzureichende Schutzmaßnahmen beim Schweißen, Trennschneiden etc. getroffen, oder es wurden Bauauflagen und Anwendungsregeln verletzt.

Die abgebrannten Fassaden hatten mitunter wenig mit einem ordnungsgemäß angebrachten WDV-System gemeinsam. Kein Wunder also, dass sich die Bauminister der Länder einstimmig (16 zu null) gegen eine Nutzungseinschränkung oder gar ein Verbot von Polystyrol-Dämmsystemen ausgesprochen haben. Auf die Idee, Holz am Bau zu verbieten, weil es brennt, ist zum Glück auch noch niemand gekommen. Allerdings sollten Hausbesitzer das Thema Brandgefahr immer ernst nehmen und sich um den Brandschutz in ihrer Immobilie kümmern.


Fakt 7: Energetisches Sanieren steigert den Wohnkomfort

In diesem Zusammenhang gilt es, zwei weit verbreitete Vorurteile bei der Fassadendämmung richtig zu stellen: „Ich will nicht in einer Plastikhaut wohnen“ oder „Meine Wand atmet nicht mehr“. Diese Behauptungen sind in jeder Hinsicht ein Irrtum, der nach wie vor viele Menschen von notwendigen Dämmmaßnahmen abhält und so für mangelnde Behaglichkeit und vermeidbare Heizkosten verantwortlich ist.

Wände – egal welcher Bauart – können grundsätzlich nicht „atmen“. Unsere notwendige Frischluft bekommen wir weiterhin durch die Fenster bzw. durch eine mechanische Lüftungsanlage. Wände müssen luftdicht sein und die Wärme möglichst im Haus halten. Fassadendämmung unterstützt diesen Effekt nachhaltig und hilft zusammen mit dem Lüften, Schimmelpilz zu vermeiden.

Wenn über die Außenwand weniger Wärme verloren geht, bleibt die Wand auf der Innenseite wärmer. Genau das ist die Voraussetzung für ein zugfreies, behagliches Wohnklima. Eine wärmere Oberfläche bleibt trocken – und reduziert damit die Schimmelgefahr! In Räumen schimmelt es, wenn die Außenwände kalt sind und sich Kondenswasser an ihnen sammelt. Diese Situation ist typisch für den ungedämmten Altbau.

Eine fachgerechte Dämmung erhöht nicht nur den Wohnkomfort durch höhere Oberflächentemperaturen und geringere Temperaturschwankungen, sondern reduziert auch den Heizwärmebedarf und somit die Heizkosten!

Was allerdings stimmt: Nach einer energetischen Sanierung müssen Bewohner mehr auf den ausreichenden Luftaustausch achten. Da ist es sinnvoll, auch über die Belüftung unterstützende Maßnahmen nachzudenken.


Fazit

Es gibt viele gute Gründe für das energetische Sanieren:

  • Energieeinsparung und Heizkostenersparnis
  • Umweltschutz durch weniger CO2-Emission
  • Sicherung bzw. Schaffung hygienischer und behaglicher Wohnverhältnisse
  • Werterhalt der Immobilie

 

Dass es dennoch Vorbehalte gibt, liegt an

  • zu geringem Wissen von Gebäudeeigentümern
  • zu geringem Vertrauen in die Fachleute
  • reißerischer – und zum Teil falscher – Berichterstattung
  • fehlender Motivation, eine Sanierung durchzuführen

Wer sich gründlich informiert, sorgfältig plant und professionell ausführt, wird mit einer energetischen Sanierung immer richtigliegen.