Mit Klimageräten zum kühlen Haus

Wer mit Klimageräten die Hitze aus dem Haus treiben will, sollte die Kosten vergleichen. Denn manche Klimageräte sind wahre Stromfresser.


Worauf kommt es bei einem Klimagerät an?

Split-Klimagerät von Vissmann
Split-Klimagerät der Energieeffizienzklasse A mit Verdampfer im Hausinnenraum (Viessmann)

Deutschlands Hausbesitzer rüsten auf. Angesichts mehrerer heißer Sommer wächst bei Hausbesitzern der Wunsch, die Wohnräume schnell mal runterzukühlen. Bau- und Elektromärkte locken mit günstigen Klimageräten. Aber Vorsicht! Manche Billigangebote sind Kostenfallen.

Eher sparsame Klimageräte für den Haushalt sind Ventilatoren. Sie besitzen allerdings meist nur eine relativ geringe Leistung und dadurch einen geringen Kühleffekt. Dies kann durch eine nahe Aufstellung dieser Klimageräte– besonders bei Tischventilatoren – wieder ausgeglichen werden.


Raumklimageräte für die schnelle Hauskühlung

Eine schnelle Kühl-Lösung versprechen besonders Raumklimageräte. Sie können sich allerdings zum größten Stromfresser im Haushalt und damit zur Kostenfalle entwickeln. Es gibt zwei Versionen: mobile Monoblock-Klimageräte oder zweiteilige Split-Klimageräte.

Bei den Mono-Klimageräten wird die heiße Hausinnenluft durch einen Schlauch nach außen gepumpt. Nur bei Räumen unter 20 Quadratmetern erreichen sie in der Regel ein Abkühlen der Raumtemperatur von fünf Grad Celsius. Erkauft wird dies sehr teuer mit durchschnittlich jährlich etwa 100 Euro zusätzlichen Stromkosten.

Kraftvoller und effizienter kühlen die zweiteiligen Split-Klimageräte (ab etwa 400 Euro plus Installation). Sie besitzen einen Kompressor, der an der Außenwand angebracht wird und die Kühlarbeit verrichtet. Ein gut isolierter Schlauch verbindet diesen mit dem Verdampfer im Hausinnenraum. Besonders strom- und kostensparend sind Klimageräte mit Invertertechnik (ab etwa 670 Euro).

Achten sollte man auf das EU-Label. Ein Klimagerät der Effizienzklasse A verbraucht für die Hauskühlung etwa elf bis 15 Prozent weniger als eines der Klasse C und ist dementsprechend kostensparender. Verwirrend ist, dass eine Vergleichbarkeit nur innerhalb der jeweiligen Typenklasse Mono oder Split besteht.

Ein Split- Klimagerät der Effizienzklasse B kann für die Hauskühlung aber unter Umständen weniger verbrauchen als ein Mono-Klimagerät, das in der Klasse A eingestuft wird. Das Hitzeproblem im Sommer lässt sich auch in den Griff bekommen, wenn beim Hausneubau oder der Haussanierung eine Wärmepumpe oder eine Lüftungsanlage eingeplant wird.

Raumklimageräte: Außenkompressor von Vissmann
Außen angebrachter Kompressor (Vitoclima 300-S von Viessmann, ab etwa 1.600 Euro)

Wärmepumpen - kühl und kostensparend

Reversible Wärmepumpe: Heizgerät im Winter und Kühlaggregat im Sommer
Reversible Wärmepumpe: Im Winter arbeitet sie als Heizgerät, durch Prozessumkehr wird sie im Sommer zum Kühlaggregat (Dimplex)

Bei den Wärmepumpen gibt es zwei Kühlmethoden. Zum einen können Wärmepumpen mit Erdsonden im Sommer zum so genannten passiven natural cooling eingesetzt werden. Bei diesen Klimageräten ist die Wärmepumpe selbst nicht in Betrieb. Die Kühlkosten werden durch den geringen Energieaufwand also niedrig gehalten. Das Heizungswasser kühlt sich im Erdreich quasi von selbst ab.

Für das aktive Kühlen des Hauses wird eine reversible, also den Kältekreis umkehrende Wärmepumpe benötigt. Hier ist das Klimagerät in Betrieb. Über den Verdampfer und den Kondensator wird die Wärme, die sich im Haus angestaut hat, an die Außenluft, das Erdreich oder ins Grundwasser abgegeben. Dieses Klimagerät kann aber auch zur Warmwasseraufbereitung verwendet werden.

Auch eine Lüftungsanlage ist ein energieeffizientes Klimagerät für das Haus. Luft wird in den Hausinnenräumen abgesaugt, über Außenluftdurchlässe strömt Frischluft zurück. Besonders wirkungsvoll funktioniert dies mit einem Erdwärmetauscher als Klimagerät: Die Außenluft wird vor Erreichen der Hausinnenräume durch ein im Erdreich verlegtes Kunststoffrohr geleitet – im Winter wird sie vorgewärmt, im Sommer kühlt sie ab.