Wärmedämmung: auch nachträglich effektiv

Eine gute Wärmedämmung ist das Gebot der Stunde – für den Geldbeutel und das Klima. Das große Angebot an Dämmstoffen macht es einem nicht leicht, die richtige Auswahl zu treffen.


Effektive Dämmstoffe zur Auswahl

Das ist das Problem an der Diskussion um die Wärmedämmung: Die meisten von uns sehen es einem Haus einfach nicht an, ob es vernünftig gegen Wärmeverluste geschützt ist oder nicht. Bei uns selbst wissen wir aus Erfahrung, das wir im Winter eine warme Kopfbedeckung brauchen und bemitleiden jeden, der in der Kälte ohne Mütze dasteht. Ein Haus dagegen kann quasi nackt im Wind stehen: Da regt sich kaum einer. Dabei gibt es zu Mitleid und Sorge allen Anlass.

Dazu einige Zahlen, die von der Deutschen Energie-Agentur, kurz dena, errechnet wurden:

  • Ein nach dem aktuellen Stand der Technik errichtetes Niedrigenergiehaus, 100 Quadratmeter groß, verbraucht 500 bis 700 Liter Heizöl.
  • Ein nach der Wärmeschutzverordnung von 1995 gebautes Haus derselben Größe braucht immerhin schon 1.000 Liter.
  • Ein nach der Wärmeschutzverordnung von 1982/84 gebautes Haus braucht stattliche 1.500 Liter.
  • Ein ungedämmtes Einfamilienhaus, Baujahr 1960, verfeuert pro Jahr etwa 3.700 Liter Heizöl – sagenhafte fünf- bis siebenmal so viel wie das Niedrigenergiehaus!

Das Mittel dagegen: Mütze auf und Mantel an! Aber wie auch bei der Oberbekleidung gibt es die verschiedensten Materialien, Stilrichtungen und Herstellungsweisen. Eine gute Nachricht verkündete neulich die Stiftung Warentest: Viele gute Dämmstoffe stehen zur Wahl. Aber welcher ist wofür geeignet? Man kann hier eine ganze Reihe von Kriterien zugrunde legen.


Leitlinien für die Auswahl

Der Preis: Die Spanne zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Preis kann erheblich sein. Öko-Dämmstoffe sind in der Regel teurer.

Die Umweltverträglichkeit: Hier haben Öko-Dämmstoffe deutliche Vorteile. So haben Zelluloseflocken schon nach wenigen Tagen geholfen, mehr Energie zu sparen, als für ihre Produktion erforderlich war. Bei Polyurethan kann das hingegen bis zu 23 Monate dauern.

Die Verarbeitung: Dieses Kriterium ist vor allem für Heimwerker wichtig. Manche Dämmstoffe müssen von Fachfirmen verarbeitet werden, andere eignen sich auch gut für Selbermacher.

Die Wärmeleitfähigkeit: Natürlich ein äußerst wichtiger Punkt. Besonders gute Dämmstoffe erreichen einen Wert von 0,035 W/(mk). Produkte aus Erdöl sind deutlich im Vorteil.

Den Brandschutz: Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sind in Bereichen mit erhöhten Anforderungen hinsichtlich des Brandschutzes oft nicht einsetzbar.

Den Anwendungsbereich: Bei einer Kellerdämmung muss meist ein anderer Baustoff eingesetzt werden als bei einer Dachdämmung. Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sind im Erdreich fehl am Platz, Kelleraußenwände lassen sich nicht mit Mineralwolle, dafür aber mit wasser- und druckfestem Schaumglas dämmen.


Verwirrende Vielfalt

Also: Was eignet sich wofür? Die zunächst etwas unbefriedigende Antwort: vieles für vieles. Platten und Filze aus Mineralstoff sind wunderbar geeignet, um damit Dachflächen und Außenwände zu dämmen, für Zelluloseflocken gilt dasselbe. Allerdings kann man die Filze aus Mineralwolle zwischen die Dachsparren klemmen, die Zellulose dagegen muss in einen eigens geschaffenen Hohlraum eingeblasen werden – das ist aufwendiger und teurer. Zellulose wird aber nachgesagt, dass sie sich angenehm ausgleichend auf das Wohnklima auswirkt. Und sie hat die günstigste Energiebilanz.

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Anwendungsbereiche für Wärmedämmung

Schauen wir uns die Bauteile eines Hauses an, so ergeben sich gewisse Präferenzen: Für die Dämmung der Kelleraußenwände zum Erdreich hin braucht man Dämmstoffe, die nicht verrotten, die Bodenfeuchte abhalten und dem Erddruck widerstehen. Geeignete Dämmstoffe sind Schaumglas und sogenannte XPS-Platten. Der lückenlose Anschluss zur Dämmung der oberen Außenwand ist sehr wichtig. Hier dürfen keine Wärmebrücken entstehen, und es darf kein Wasser eindringen.

Unter Decken von unbeheizten Kellerräumen wird eine vier bis sechs Zentimeter dicke Dämmschicht geklebt. Geeignet sind dafür praktisch alle Dämmstoffplatten. Ein gewaltiges Wärmeleck ist häufig die Fassade. Die gebräuchlichste Variante der Dämmung ist das Wärmedämmverbund-System. Dabei werden Dämmstoffplatten auf den Außenputz geklebt und gedübelt sowie anschließend wieder verputzt. Sie können aus Mineralschaum oder auch aus Kork hergestellt sein.

Bei einem zweischaligen Mauerwerk bietet sich eine Verfüllung der Luftschicht im Zwischenraum mit Schüttungen an. Dafür kann man zum Beispiel Perlite, ein mineralisches Schüttgut, oder Ceralith, ein Getreidegranulat, verwenden.


Unbewohnten Dachboden zur Wärmedämmung nutzen

Bei Klinker- oder Fachwerkfassaden – und erst recht im Falle von denkmalgeschützten Häusern – ist eine Außendämmung nicht möglich. Für die Innendämmung gibt es Dämmplatten aus Kalziumsilikat, Polystyrol, Zellulose oder Holzfasern, die direkt auf die Wand aufgebracht werden. Alternative: eine Holzständerkonstruktion, die als Wand vor die Wand gesetzt und mit Zellulose, Holzspänen oder mineralischem Schüttgut verfüllt wird.

Wird der Dachboden nicht bewohnt, ist eine Wärmedämmung einfach und kostengünstig. Dämmstoffmatten mit einer Stärke von bis zu 20 Zentimetern lassen sich auf der obersten Geschossebene verlegen und mit Spanplatten abdecken. Eine Holzbalkendecke kann man alternativ auch mit Schüttgut verfüllen. Zudem gibt es Verlegeplatten, die Wärmedämmung und trittfeste Oberfläche zugleich sind.

Schließlich die Dachflächen. Hier bietet sich das ganze Spektrum der Dämmstoffe an: Man kann Matten, Platten oder Filze aufbringen und sie anschließend verkleiden oder einen Hohlraum schaffen, der verfüllt wird.


Beratung vom Fachmann

Also noch einmal: Welcher Dämmstoff eignet sich für welchen Zweck? Eindeutige Antworten gibt es nicht. Hilfreich ist der Ratgeber der Verbraucherzentralen mit dem ebenso schlichten wie präzisen Titel „Wärmedämmung“. Er kann für 12,40 Euro (inl. Versand) entweder telefonisch unter (0211) 38 09 555 oder über die Internetadresse www.ratgeber.vzbv.de bestellt werden.

Welcher Dämmstoff freilich fürs eigene Haus besonders gut geeignet ist, diese Frage beantwortet am besten ein Energieberater. Er kann verschiedene Varianten durchrechnen und sagen, welche sich wann amortisiert. Besonders wichtig auch: Wie beeinflusst der Dämmstoff die Bauphysik des Hauses? Es ist übrigens ein Märchen, zu behaupten, man könne es mit der Wärmedämmung übertreiben. Bauschäden nach Sanierungen können nicht nur durch die Dämmung an sich entstehen, sondern auch durch mangelhaft verarbeitete Anschlüsse und Fugen, an denen Luftfeuchtigkeit kondensiert.


Dämmstoffe für jeden Zweck

Für jede Anwendung gibt es zahlreiche gute Varianten. Immer wichtiger werden Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen.

Matten

  • Mineralwolle, der Klassiker für die Dämmung zwischen den Dachsparren. Oft preiswert und leicht zu verarbeiten. Circa 48 bis 255 Euro pro Kubikmeter (alle Preise aus: „Wärmedämmung“. Ratgeber der Verbraucherzentrale).
  • Wolle kann Schadstoffe aus der Luft filtern und bis zu 30 Prozent ihres Gewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne an Dämmwirkung einzubüßen. Circa 153 bis 204 Euro pro Kubikmeter.
  • Flachs hat eine sehr gute Dämmwirkung und reguliert das Raumklima. Er ist auch für Heimwerker leicht zu verarbeiten. Die elastischen Platten werden einfach zwischen die Hölzer der Konstruktion geklemmt. Circa 127 bis 153 Euro pro Kubikmeter.

 

 

 

 

 

Wärmedämmung mit Wollmatten
Wollmatten kostet ca. 153 bis 204 Euro pro Kubikmeter.

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Platten

  • PUR-Hartschaumplatten haben eine sehr geringe Wärmeleitfähigkeit und nehmen kein Wasser auf. Sie eignen sich für Kellerwände und Flachdächer. Nachteil: Der Energieaufwand bei ihrer Herstellung ist sehr hoch. Circa 178 Euro pro Kubikmeter.
  • Holzfaserplatten sind feuchteausgleichend, druckfest, vielfältig einsetzbar und handlich, sodass sie sich großflächig verbauen lassen. Dank der hohen Wärmespeicherfähigkeit halten sie das Haus im Sommer angenehm kühl. Circa 225 Euro pro Kubikmeter.

Schüttungen

  • Korkgranulat hat eine mittlere Wärmeleitfähigkeit, bietet aber einen guten Wärmeschutz im Sommer. Das Material wird in Hohlräume geschüttet, etwa zwischen Deckenbalken, Sparren oder die Lagerhölzer eines Dielenbodens. Circa 143 Euro pro Kubikmeter.
  • Perlite, ebenfalls von mittlerer Wärmeleitfähigkeit, eignet sich für das Einblasen in Hohlräume (etwa in den Luftraum zwischen zwei Mauerschalen); es kann aber auch in Holzbalkendecken geschüttet werden. Wichtig: gut abdichten! Circa 102 Euro pro Kubikmeter.

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