Sparen mit Wärmeschutzfenstern

Fenster nehmen in den Außenwänden eines Wohnhauses einen immer größeren Teil der Fassade ein. Umso wichtiger ist es, dass sie dort keine Wärmelecks bilden.


Erneuerung alter Fenster spart Heizkosten und Energie

Moderne Wärmeschutzfenster sorgen für eine großzügige Belichtung des Wohnraums. Sie schützen vor äußeren Witterungseinflüssen, vor zu viel Sonneneinstrahlung, vor Lärm und auch vor Einbrechern. Gleichzeitig sorgen sie für den nötigen Wärmeschutz und die erforderliche Belüftung. Großflächige, nach Süden ausgerichtete Fensterfronten tragen bei modernen Energiesparhäusern sogar indirekt zum Wärmeeintrag für die Beheizung des Hauses bei.

 

Mit der Erneuerung alter Fenster können somit zukünftig nicht nur Heizkosten und Energie gespart werden, Eigentümer können auch von mehr Behaglichkeit und einem gesteigerten Wohnwert profitieren. Alte Fenster stellen oft eine klassische Schwachstelle in der Außenwand dar und verursachen hohe Heizwärmeverluste, Feuchteeintritt oder unangenehme Zugerscheinungen.

Sparen mit Wärmeschutzfenstern - Handwerker entfernt alten Fensterrahmen
Profi-Fenstermonteure erledigen den Einbau von Wärmeschutzfenstern an einem Tag.

Neue Technologien für energetische Optimierung

Sparen mit Wärmeschutzfenstern - Fensterwechsel durch Handwerker
Ein sorgfältiger, luftdichter Einbau ist wichtig. Die Rahmen müssen ...

Um Einspareffekte in der Fensterkonstruktion zu erzielen, wurden mit neuen Technologien sowohl die Verglasung und die Glaszwischenräume als auch deren Randverbund und der Fensterrahmen energetisch optimiert. Die Scheiben moderner Wärmeschutzfenster werden innen mit einer durchsichtigen Metallschicht bedampft. Sie lässt die kurzwelligen Lichtstrahlen von außen in den Wohnraum hinein und reflektiert die langwelligen Wärmestrahlen aus dem Wohnraum wieder zurück nach innen.

 

Unterstützt wird dieser Effekt durch eine Edelgasfüllung aus Argon, Krypton oder Xenon im luftdicht abgeschlossenen Scheiben zwischenraum. Die Gasfüllung stellt ein hervorragendes Dämmpolster dar.


Auch der Rahmen spielt eine große Rolle

Zu einer hochwertigen Verglasung gehört immer auch ein gut wärmegedämmter Fensterrahmen. Er spielt mit einem Flächenanteil von etwa 30 bis 40 Prozent des Fensters eine wichtige Rolle. Bei einem herkömmlichen Fensterrahmen sind die Wärmeverluste etwa doppelt so groß wie durch einen gedämmten Rahmen.

 

Die Profile sind im Gegensatz zu älteren Fenstern mittlerweile breiter, um trotz des höheren Gewichts der Mehrfachverglasung die Stabilität in Rahmen und Flügel zu gewährleisten.

Sparen mit Wärmeschutzfenstern - Einsetzen eines neuen Fensterrahmens
... außen und innen gut abgedichtet werden. Das schützt vor ...

Einbau und Kosten

Sparen mit Wärmeschutzfenstern - Entfernen der Schutzfolie des neuen Fensterrahmens
... Regen, Zugluft, Lärm und dem Eindringen von Feuchtigkeit.

Das beste Wärmeschutzfenster bringt allerdings nichts, wenn es falsch eingebaut ist. Erfahrungen aus der Praxis zeigen immer wieder: Die Ursachen für Mängel und im schlimmsten Fall auch Schäden liegen häufig in der Qualität und Ausführung des Einbaus. Nur richtig und luftdicht eingesetzte Fenster können den vom Hersteller angegebenen Wärmeschutz gewährleisten.

 

Für den Fensteraustausch zu einem zweifach verglasten Wärmeschutzfenster sollten Kosten in Höhe von etwa 350 bis 400 Euro/m² Fensterfläche eingeplant werden, dreifach verglaste Fenster liegen mit ca. 400 bis 460 Euro/m² in den Anschaffungskosten etwa zehn Prozent höher, erzielen aber auch größere Energieeinspareffekte.

  • U-Werte im Vergleich

     

    Die historische Einfachverglasung weist einen U-Wert von 6,0 W/m²K auf, während die in den 70er-Jahren eingeführte Isolierverglasung (Doppelglas) mit einem Wert von 3,0 bereits um 50 Prozent effizienter ist.

    Die Energieeinsparverordnung für Gebäude (EnEV 2009, vollständige Bezeichnung: Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden) fordert für neue Fenster einen U-Wert von 1,3 W/m²K; das ist durch eine gute 2-Scheiben-Wärmeschutzverglasung zu erreichen. 3-Scheiben-Wärmeschutzverglasungen bieten mit U-Werten von 0,7 und besser einen erhöhten Wärmeschutz. Über das KfW-Programm „Energie effizient Sanieren“ werden bei einer Modernisierung beispielsweise Wärmeschutzfenster mit U-Werten ab 0,95 gefördert.

  • Sparpotential

     

    Eine Senkung des U-Werts um 0,1 W/m²K bedeutet grob gerechnet eine jährliche Ersparnis von 10 kWh (oder umgerechnet einen Liter Heizöl) pro Quadratmeter Fensterfläche.

    Im einem repräsentativen Musterhaus verringern sich die Energieverluste durch den Fensteraustausch um 3.830 kWh pro Jahr. Das bedeutet eine jährliche Heizkostenersparnis von etwa 350 Euro.

     

  • Wie können Fenster Energie gewinnen?

     

    Je nach Beschaffenheit, Ausrichtung und vor allem Durchlässigkeit erzielen moderne Fenster heute teilweise Wärmegewinne. Bei guter Wärmeschutzverglasung und südorientierten Fensterflächen können die Energiegewinne gegenüber den Wärmeverlusten sogar überwiegen. Während beim unsanierten Altbau solare Energiegewinne etwa 10 Prozent des Wärmebedarfs ausmachen, können bei einem Neubau oder einem energetisch sanierten Altbau bis zu 40 Prozent des Wärmebedarfs durch passive Sonnenenergie gedeckt werden.

    Ausschlaggebend für die erzielbaren Wärmegewinne ist der Gesamtenergiedurchlassgrad, kurz g-Wert, der Verglasung. Er gibt an, wie viel der einstrahlenden Sonnenenergie durch das Glas ins Gebäudeinnere gelangt. Ein g-Wert von 0,5 beispielsweise besagt, dass 50 Prozent der einfallenden Sonnenenergie als Wärmeenergie zur passiven Beheizung genutzt werden können. Die anderen 50 Prozent werden vom Glas reflektiert oder absorbiert.

    Je höher der g-Wert des Glases, desto mehr Licht kann in den Raum einfallen. G-Werte von 0,6 bis 0,65, die einem nutzbaren Lichteinfall von 60 bis 65 Prozent entsprechen, sind bei Fenstern mit moderner Zwei- und Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung möglich.