Tipps zur Wärmedämmung

Mit einer cleveren Wärmedämmung bremsen Sie nicht nur hohe Heizkosten
aus, sondern steigern zudem den Wohnkomfort im Haus und den Wert Ihrer Immobilie. Doch welche Möglichkeiten der Wärmeisolierung gibt es überhaupt? Wie wird die Luftdichtheit überprüft? Und was gibt es beim Energiepass zu beachten? Hier finden Sie alle Antworten auf Ihre Fragen.


Gute Gründe für eine Wärmedämmung

Energiekosten sparen:

Schon gewusst? Rund 70% des Energieverbrauches eines durchschnittlichen Einfamilienhauses entfallen auf die Heizenergie. Ein großes Einsparpotenzial, welches sich mit einer Wärmedämmung je nach Aufwand nahezu voll ausschöpfen lässt. Ganz nach Speicherfähigkeit des Dämmmaterials und Form der Wärmeisolierung lassen sich pro Jahr bis zu 60% der Heizkosten einsparen. Das lohnt sich und amortisiert die Sanierungskosten oftmals innerhalb weniger Jahre.

 

Umweltschutz:

Mit der Unterzeichnung des „Kyoto-Protokolls“ hat sich die Bundesregierung verpflichtet, den Ausstoß von Treibhausgasen in den kommenden Jahren deutlich zu verringern. Eine Wärmedämmung ist auf diesem Weg unerlässlich: Durch eine fachgerechte Fassadendämmung gelangen bis zu 60% weniger CO2-Emissionen in die Umwelt. So freut sich nicht nur die Umwelt, sondern auch clevere Modernisierer, die unter Umständen von attraktiven Förderungen profitieren.

 

Steigerung des Wohnkomforts:

Oft wird im Zusammenhang mit der Wärmedämmung davon gesprochen, dass die Wände nicht mehr richtig „atmen“ können. Was viele nicht wissen: Die Luftzufuhr eines Hauses findet ohnehin nicht über die Wände, sondern durch die Fenster oder automatisierte Lüftungsanlagen statt. Eine gute Wärmedämmung sorgt dafür, dass die Oberflächentemperatur der Wände steigt. Der Schimmelbildung wird so die Grundlage entzogen – zudem wird durch die geringeren Temperaturschwankungen im Haus der Wohnkomfort gesteigert.

 

Wertsteigerung der Immobilie:

Ein energetisch modernisiertes Haus ist in vielerlei Hinsicht „fit“ für die Zukunft: Es entspricht nicht nur den Vorgaben des seit dem 1. Mai 2015 verbindlichen Energiepasses, sondern bietet seinen Bewohnern ein günstigeres und komfortableres Wohnen. Der Wert der Immobilie kann durch die Anpassung an modernste Umweltstandards unter Umständen noch einmal deutlich gesteigert werden.

 

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Viele weitere Fakten zur energetischen Modernisierung finden Sie hier.


Was Sie zum Thema Wärmedämmung wissen müssen

Fassadendämmung

Neben dem Dach bietet die Gebäudehülle die größte Fläche, über die Wärme verloren gehen kann. Um diesen Verlust so gering wie möglich zu halten, gibt es für die Außendämmung Ihrer Fassade einige Möglichkeiten und Techniken. Während ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) besonders zur Dämmung von Putzfassaden geeignet ist, ermöglicht eine vorgehängte Fassade (VHF) besonders hohe Dämm-Dicken. Auch eine nachträgliche Dämmung ist in Form einer Kerndämmung möglich – eine Innendämmung ermöglicht auch eine Wärmedämmung bei denkmalgeschützten Häusern. Hier finden Sie eine Übersicht der gängigen Möglichkeiten einer Fassadendämmung.

 

Dachbodendämmung

Wenn der Dachboden des Eigenheims nicht ausgebaut ist, geht viel Wärme leicht über das Dach verloren. Eine Dachbodendämmung macht nicht nur Sinn, sondern kann in vielen Fällen günstig in Eigenregie umgesetzt werden. Von der guten alten Glaswolle bis hin zu modernen Dachdämmplatten gibt es im Baumarkt zahlreiche Materialien. Diese können vom Bauherren selbst angebracht werden und den Energieverbrauch spürbar senken.

 

Kellerdeckendämmung

Sie haben häufig kalte Füße im Erdgeschoss? Eine Kellerdeckendämmung sorgt dafür, dass die Kälte aus dem Untergeschoss nicht in den Wohnraum einziehen kann und somit mehr Heizenergie benötigt wird. An der Unterseite der Kellerdecke werden dazu Dämmplatten angebracht – ist die Kellerdecke mit Leitungen versehen, werden Dämmstreifen verwendet. Wichtig: Um Feuchtigkeit durch Wärmebrücken zu verhindern, sollten die Kellerwände rund 50 Zentimeter unterhalb der Decke ebenfalls gedämmt werden.

 

Welche Wärmedämmstoffe werden verwendet?

Zur Wärmedämmung von Gebäuden gibt es zahlreiche Baustoffe. Am bekanntesten sind wohl die Polysterol-Platten (EPS) aus Styropor oder Polyurethan-Hartschaum-Platten (PUR), welche gut dämmen aber als nicht besonders umweltfreundlich gelten. Auch Glaswolle oder Steinwolle gehören zu den beliebtesten Formen der Wärmedämmung. Wer auf ganz natürliche Materialien Wert legt, kann sein Zuhause auch mit Dämmplatten aus Hanf, Flachs oder Schafwolle isolieren. Hier finden Sie eine Übersicht vieler Dämmstoffe.


Wärmedämmung: So wird die Luftdichtheit geprüft und Schwachstellen in der Wärmedämmung aufgedeckt

Ein luftdichtes Gebäude ist nicht nur für den Wohnkomfort wichtig, sondern kann auch eine Schimmelbildung verhindern. Die Luftdichtheit wird über das Differenzdruckverfahren ermittelt, welches den n50-Wert liefert: Dazu erzeugt man im Gebäude einen Unter- oder Überdruck von 50 Pascal. Um diesen konstant zu halten, ist je nach Dichtheit der Hülle ein bestimmter Volumenstrom nötig. Setzt man ihn ins Verhältnis zum Gebäudeluftvolumen, so ergibt sich der n50-Wert. Anschaulich sagt er, wie oft das Gebäudeluftvolumen pro Stunde gegen die Außenluft ausgetauscht wird.

 

Luftdichtheit überprüfen per Blower Door Test

Beim Blower-Door-Verfahren montiert man ein Gebläse (Blower) luftdicht meist in die Haustür (Door). Die Messung erfolgt doppelt, einmal mit Über-, einmal mit Unterdruck. Wenn die Druckdifferenz stabil ist, fördert das Gebläse gerade so viel Luftvolumen, wie durch Leckagen am Gebäude entweicht bzw. nachströmt. Der Wert für diese Fördermenge wird dann durch das Raumluftvolumen geteilt.

 

Wärmedämmung überprüfen per Thermografie

Die Schwachstellen der Wärmedämmung deckt die Thermografie auf. Für die Aufnahme solcher Wärmebilder muss der Temperaturunterschied von innen nach außen mindestens 15 °C betragen. Daher wird diese Untersuchung an Häusern im Winter durchgeführt. Es darf während der Messung auch keine Sonnenstrahlung auf das Gebäude fallen. Die Kamera registriert Infrarotstrahlung und bildet kalte Bereiche mit dunklen, warme mit hellen Farben ab. Eine spezielle Software wertet die Bilder aus und identifiziert die Schwachstellen.


5 Tipps für eine clevere Wärmedämmung

1. Wärmedämmung gleich mitmachen

Wenn Sie für Ihr Eigenheim ohnehin bereits eine Haussanierung wie z.B. eine Modernisierung der Fassade oder der Neueindeckung des Daches geplant haben, lohnt es sich die Wärmedämmung gleich mit zu machen. So spart man sich nicht nur den doppelten „Umbaustress“, sondern reduziert zusätzlich den Zeitraum der Amortisierung.

 

2. Unbedingt vom Fachmann anbringen lassen

Eine professionelle Fassadendämmung muss in jedem Fall von einem Fachmann angebracht werden. Nur so gehen Sie auf Nummer sicher, dass in Ihrem Zuhause die bestmögliche Energieeinsparung erreicht wird – und eventuelle Baumängel wie Wärmebrücken nicht teuer ausgebessert werden müssen.

 

3. Förderungen beantragen

In vielen Fällen können Bauherren staatliche Förderungen für die Modernisierung ihres Zuhauses beantragen. Auch mit einem Modernisierungs-Kredit zu besonders günstigen Konditionen lässt sich viel Geld sparen – und die Wärmedämmung amortisiert sich noch schneller.

 

4. Wohnraumlüftung: So geht es

Bis heute hält sich das Vorurteil, dass eine Wärmedämmung Schimmel oder gar Algenbefall verursacht oder fördert. Dabei ist es Fakt, dass ein richtig gedämmtes Zuhause weniger anfällig für Schimmelbefall ist. Richtig ist jedoch, dass ein gedämmtes Haus anders gelüftet werden muss: Mehrmals täglich sollte daher für vier bis zehn Minuten (im Winter kürzer) stoßgelüftet werden. Wer diese Form der Wohnraumlüftung nicht schafft, sollte den Einbau einer automatisierten Lüftungsanlage in Betracht ziehen.

 

5. Über Renovierungskosten vorab informieren

Mit dem Renovierungskosten-Check lassen sich die Kosten für eine Fassadendämmung oder Dachdämmung schon vorab grob planen.

Lassen Sie sich zum Thema Modernisieren beraten - Ihr Experte vor Ort freut sich auf Sie.

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Wärmedämmung, energetische Modernisierung & Co.

Warum ist ist ein Energiepass wichtig?

Der Energieausweis gibt Auskunft über den Heizenergiebedarf einer Immobilie. Eigentümer, Käufer und Mieter können so mit nur einem Blick einschätzen, wie die energetische Qualität des Objektes zu bewerten ist – und mit welchen Energiekosten sie in etwa zu rechnen haben.

 

Den Energieausweis gibt es in zwei Varianten: den Verbrauchs- sowie den Bedarfsausweis, die beide jeweils 10 Jahre gültig sind. Für Häuser, die vor 1978 erbaut und seitdem nicht energetisch saniert wurden, muss ein Bedarfsausweis ausgestellt werden. Er kostet je nach Anbieter und Aufwand zwischen 80 und 500 Euro. Für alle anderen Häuser reicht prinzipiell der preiswertere Verbrauchsausweis. Er orientiert sich am Energieverbrauch der letzten drei Jahre und kostet in der Regel 30 bis 100 Euro.

 

Wichtig für Immobilienbesitzer: Wer seine Immobilie vermieten oder verkaufen will, ist seit dem 1. Mai 2014 dazu verpflichtet, den Ausweis potenziellen Interessenten vorzulegen. Nach einem Jahr der „Übergangsfrist“ drohen seit dem 1.Mai 2015 nun hohe Strafen von bis zu 15.000 Euro.

Seit dem 1. Mai 2015 ist der Energieausweis für Eigentümer Pflicht.